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Ich glaub, mein Vater hat ne Persönlichkeitsstörung/Familienkris

Skamlxema hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben!

Der Gedanke kommt mir mit der Zeit immer mehr. Kurz zur Vorgeschichte:

Ich bin 22 Jahre alt, studiere im 4. Semester in einer Stadt, die etwa 25km von meinem Heimatort entfernt ist. Wegzeit für Hin- und Rückweg jeweils eine Stunde. Aus diesen Gründen und noch einigen mehr (Freund, Wegwollen von der Familie etc) bin ich in diese Stadt gezogen. Das war vor etwa 10 Wochen. Meine Eltern waren im Urlaub, ich hab ihnen gesagt, dass ich ausziehe. Das hat ihnen nicht gepasst, sie wollten es mir verbieten (siehe der Faden: Wenn Eltern das Kind nicht gehen lassen wollen). Ich hab es trotzdem getan, seitdem nur Emailkonakt. Ich hatte ihnen ein Gespräch für nach dem Urlaub angeboten, das haben sie nicht angenommen. Die erste Mail kam von ihnen zu meinem Geburtstag 2 Wochen später; sie bestand hauptsächlich aus Vorwürfen. Seitdem hat sich das Verhältnis etwas gebessert, allerdings war mein Vater über eine Mail von mir am Montag sehr erbost und jetzt ist es wieder schlechter. Ich fahre heute Nachmittag heim, um das zu klären.

Das ist die Vorgeschichte.

Jetzt hab ich ein bisschen recherchiert (bei Wikipedia |-o) und da folgendes gefunden:

Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

Die anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5), ist gekennzeichnet durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus, übertriebene Gewissenhaftigkeit, ständigeKontrollen, allgemein große Vorsicht und Starrheit in Denken und Handeln, die sich als Unflexibilität, Pedanterie und Steifheit zeigt.

Typisch ist des Weiteren die übermäßige Beschäftigung mit Details und Regeln, so dass die eigentliche Aktivität oftmals in den Hintergrund tritt. Es können beharrliche und unerwünschte Gedanken oder Impulse auftreten, die nicht die Schwere einer Zwangsstörung erreichen.

Die Fähigkeit zum Ausdruck von Gefühlen ist häufig vermindert. In zwischenmenschlichen Beziehungen wirken Betroffene dementsprechend kühl und rational. Die Anpassungsfähigkeit an die Gewohnheiten und Eigenheiten der Mitmenschen ist eingeschränkt. Vielmehr wird die eigene Prinzipien- und Normentreue von anderen erwartet.

Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstörung sind meist übermäßig leistungsorientiert und perfektionistisch. Daher erweisen sie sich im Arbeitsleben als fleißig, übermäßig gewissenhaft und übergenau, wobei der überstrenge Perfektionismus die Aufgabenerfüllung mitunter verhindert. Ihre Angst vor Fehlern behindert die Entscheidungsfähigkeit der Betroffenen. Etwa 1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind von einer anankastischen Persönlichkeitsstörung betroffen.

Da ist so vieles, was auf meinen Vater zutrifft, zum Beispiel:

-Perfektionismus

-Gewissenhaftigkeit

-Kotrolle (mich und meine Mutter und seinen Bruder und unsere Nachbarn usw)

-sehr starre Denkweisen (er hat Recht, seine Meinung gilt, Basta. Wenn wir ihm sagen, dass er sich wieder unmöglich verhält (meine Mum teilweise schon den Tränen nahe), blockt er ab. Er überfährt sie und mich regelmäßig mit Argumenten und Diskussionen.)

-Beschäftigung mit Details und Regeln (er fährt viel Rennrad und hat sich mit den Radweg-Bestimmungen auseinandergesetzt. Er kritisiert bei jeder Ausfahrt irgendwas an irgendeinem Radweg, wenn ein Auto drauf steht usw.)

-zwischenmenschlich kühl und rational (es ist ewig her, dass er mich mal in den Arm genommen hat; er scheint immer darauf bedacht zu sein, sein Recht durchzusetzen und nicht nachzugeben)

-leistungsorientiert (er ist Rentner, fährt aber jedes Jahr 14.000km Rennrad. Meine Eltern sind von April bis Oktober ständig mit dem Wohnmobil und den Rennrädern im Urlaub)

-perfektionistisch (und wie, wehe, wenn was nicht in Ordnung ist. Hat mir vorgeworfen, ich hätte bei meinem Auszug mein Zimmer und mein Bad nicht geputzt.)

Soweit mal das, was ich sehe.

Ich leide momentan sehr darunter, dass er so kleinkariert ist (hab nen Eimer und eine Farbrolle ausgeliehen, der Eimer ist oben am Rand angebrochen, die Farbrolle haben wir hier für Gelb verwendet. Daheim sind alle Wände weiß --> er kann sie nicht merh verwenden, wieso hab ich den Müll nicht entsorgt?). Ich hätte mein Bad und Zimmer nicht aufgeräumt, geputzt und überhaupt, die Bettwäsche auf meinem Bett ist noch drauf, im Bad stehen noch ein paar Sachen, Handtücher hängen da. Ich hätte ja nicht geglaubt, ich könnte je nach Laune da mal übernachten. :-o WTF ???

Heute Nachmittag fahre ich mit meinem Freund gemeinsam nach Hause, hauptsächlich um den Bafög-Kram und Kindergeld zu regeln (Folgeantrag für Bafög und Kindergeld möchte ich auf mein Konto). Ich weiß nicht, was mich erwartet, er hat momentan viel Stress (sein Bruder hat bei der Erbschaft ihrer Eltern Murks gebaut und sie rennen dem Geld hinterher... Nicht, dass sie es nötig hätten, aber er hat nichts anderes zu tun und macht andere Menschen gerne zur Sau). Ich weiß nicht, wie meine Mutter reagiert, ich glaube, sie hat die letzte Mail gar nicht gelesen. Eigentlich war sie es, die so sauer war, mein Dad hat gar nicht erst mit telefoniert, als sie aus Frankreich angerufen hatten. Er wirkte davor schon resigniert.

In der Geburtstagsmail schrieben sie: "Ich fände es gut, wenn du an einer Verbesserung unseres Verhältnisses arbeiten würdest." Vor allem mal DU und UNSER, das wiederspricht sich.

Montag Mittag kam eine SMS von meinem Ex-Freund (sie fahren manchmal gemeinsam Rad, er hilft meinem Dad bei PC Probleme, da er mich nicht mehr fragen will): "Ich soll dich von deinem Dad fragen, welche Dateien du noch brauchst, damit er die von seinem Computer löschen kann." (Es ist mein Computer, hab ihn zum 17. bekommen). Das geht mal gar nicht, oder? Er tut ja auch nichts dafür, dass das Verhältnis besser wird. Hab ihm dann ne Mail geschrieben, dass er an unserem Verhältnis auch arbeiten muss; daraufhin kam oben genannte Mail zurück.

Wie soll ich damit umgehen? Zunächst mal mit der Persönlichkeitsstörung (kann man davon ausgehen, dass er eine hat?) und dann mit dieser Mail?

Danke fürs Lesen, ist doch recht lang geworden. |-o

*:)

Antworten
m{iniwxexlt


Wie soll ich damit umgehen? Zunächst mal mit der Persönlichkeitsstörung (kann man davon ausgehen, dass er eine hat?) und dann mit dieser Mail?

Wie möchtest du denn mit deinen Eltern umgehen. ??? Was ist denn dein Ziel ???

Was täte dir im Moment am meisten gut?

Vielleicht braucht ihr mal ne kleine Auszeit. Du nabelst dich gerade ab ;-)

Frag sie doch nach ihren Befürchtungen ;-) zeig Verständnis, vielleicht bringen sie dir dann auch etwas entgegen ;-) und sag ihnen danach, dass du darauf einen Augenmerk legen wirst ;-D

Wozu willst du denn wissen, ob dein Dad ne P-Störung hat, oder nicht? ??? Du bist doch nicht sein Arzt, willst du ihn jetzt auch noch belehren ??? ;-) Bislang kamst du doch auch so mit ihm klar ;-)

u.U.!!!! also ggf. geht es deinen Eltern um das etwas in die Jahre gekommene "Respekt" der Form, dem Grunde nach! Sinn hin oder her, also einfach weil es deine Eltern sind erwarten sie, dass Du "alles annimmst" und "gehorchst"... sprich handelt oder redest du ihnen nicht nach dem Mund bist du "ungezogen" ;-D

Wenn Du Frieden willst, lasse reden, hör zu, verarbeite was zu dir passt und lächel und mach dein Ding...

Wenn Du meinst, sie würden gerade "viel" lernen, indem Du sie erziehst, kannste mal knicken! ;-)

Du hast doch deinen Kopf durchgesetzt und vermutlich für deine Entwicklung auch gut so ;-)

Aber ich würde an deiner Stelle nicht so die Linie (wie sie mir hier rüberkommt) wegen deiner Unterlagen (Unterhalt) fahren. Motto: Du hättest ein Recht darauf..., sondern du bittest sie dich in der Form zu unterstützen, ansonsten zeigen sie dir nämlich umgekehrt mal wie sie das in die Länge ziehen können und wie weit du "ohne sie" kommst. ;-)

SKamSlemxa


Erziehen möchte ich sie nicht, und ich will natürlich nicht sein Therapeut sein, aber ich suche schon lange nach etwas, womit sich sein Verhalten begründen lässt, weil es manchmal schlichtweg irrational ist.

Es geht auch gar nicht um Unterhalt. Sie müssen nur ihren Teil des Bafög-Antrags ausfüllen; dass ich das Kindergeld bekomme, hatten wir eigentlich schon abgemacht, da gehts nur noch um das Förmliche.

Ich hätte kein Problem damit, die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen, sie ihr Ding drehen zu lassen und ich mach meins, melde mich ab und zu und sage, es ist alles ok. Aber ich denke nicht, dass sie das so wollen. Ich glaube, mein Dad würde gerne sehen, dass ich scheitere, nur um zu wissen, dass er mal wieder Recht hatte.

Ich zeige alles Verständnis der Welt (Umarme deinen Feind), hab auf die Geburstagsmail, die ja voll von Vorwürfen und Anschuldigungen war, ganz freundlich geantwortet und mich bisher wirklich zurückgehalten. Freundliche Antworten auf die manchmal doch vorwürflichen Mails, höflich geblieben, ich habe keine Anschuldigungen und Forderungen gegenüber ihnen ausgesprochen bis auf Montag. Da ist mir einfach der Kragen geplatzt, als ich die SMS von meinem Ex gelesen hab.

Grad eben hat er noch geschrieben, mein Dad wollte, dass er sich in meinen Account auf jenem PC einlogge, weil mein Dad wissen will, was das für Dateien sind, die ich mit einem Passwort schütze (ich hab für das Benutzerkonto ein Passwort eingerichtet, weil ich mir dachte, dass mein Dad das gerne wüsste. Das hab ich aber, seit ich den PC hab). Mein Ex hat das natürlich nicht gemacht, aber was ist das denn für eine Vorgehensweise ??? Ich verstehs einfach nicht.

m!ini welxt


aber ich suche schon lange nach etwas, womit sich sein Verhalten begründen lässt, weil es manchmal schlichtweg irrational ist.

Da müssen dir andere Tipps schreiben, dafür hab ich kein Verständnis...

(bei deinem Statement gibts auch irrationales ;-) Ich finde, lass mal andere Menschen sein, wie sie sind, deshalb sind sie noch lange nicht krank und wenn, ists deren Problem und deine Mutter muss mit leben, du konntest ja ausziehen ;-))

Sie müssen nur ihren Teil des Bafög-Antrags ausfüllen; dass ich das Kindergeld bekomme, hatten wir eigentlich schon abgemacht, da gehts nur noch um das Förmliche.

Und genau das meinte ich, wärst du die Tochter meiner Mutter, würdest du mit der Art und Formulierung derart auf die Klappe fallen... -genau das wollte ich dir als Tipp mit auf den Besuch geben ;-)

Ich hätte kein Problem damit, die Sache einfach auf sich beruhen zu lassen, sie ihr Ding drehen

Schon klar, aber die haben damit umgekehrt ein Problem!

Vll fühlen sie sich "überflüssig", oder, dass sie mit ihrer "Erziehung" nicht zu Ende waren, oder oder oder... ;-)

Ich glaube, mein Dad würde gerne sehen, dass ich scheitere, nur um zu wissen, dass er mal wieder Recht hatte.

:-o %-| ganz sicher nicht. er wünscht sich vermutlich eher, dass du ihn weiter als "Berater" haben möchtest ;-) und das möglichst frühzeitig erkennst ;-D

Du bist ja nicht nur ausgezogen, sondern hast das auch noch alles alleine gemanaged ;-) Eigentlich sollte es deinen Eltern zeigen: Seht her... und sie: "oh, wir sind so stolz auf Dich..." aber so schielt das Leben, bzw. die Eltern eben nicht immer wie man sich das wünscht ;-)

Wie möchtest du denn mit deinen Eltern umgehen. ??? Was ist denn dein Ziel ???

Was täte dir im Moment am meisten gut?

Nochmal die Fragen, was möchtest du hier denn nun genau wissen? ???

Die Krankheit des Vaters, oder wie du mit ihnen umgehen sollst? ???

Dann finde erst mal die Antworten in dem Kästchen für Dich und dann musst du leider eingestehen, dass du gerade nicht sonderlich in der Aufnahmephase bist für deren Empfindungen ;-) -nicht mega unnormal, wenn man sich derart mühsam abnabeln muss/möchte... aber auch du machst nicht alles richtig in der Augen, wie leidvoll lesen/hören musst. Man kann es zusammenfassen:

Ihr versteht Euch zur Zeit nicht!! Im wahrsten Sinne des Wortes! ;-)

was ist das denn für eine Vorgehensweise

Deine Eltern fragen sich genau die gleiche Frage umgekehrt, da kannste sicher sein.

Du möchtest, dass der Auszug befürwortet abläuft und sie haben das nicht so gesehen. Du bist "trotzdem" ausgezogen, und denkst jetzt, dass ihnen der Groschen runtergefallen ist, weil du umgesetzt hast, ohne deren Befürwortung, was du für richtig gehalten hast.

Was dein Dad macht, neben seiner "Eigenart", die sicher schon vorher hatte, ist Grenzen überschreiten und sich krampfhaft an etwas klammern, was das Natürlichste der Welt ist.

Ist doch kein Problem. Sagste deim Papa, entweder, dass du die Dateien nun auf CD mitnimmst, oder da das dein PC ist, sind noch passwortgeschützte Dateien von Dir drauf. Ihm bleibt genug Speicher, und weil sie dir wichtig sind, möchtest du sie auf deinem PC belassen...

Möglicherweise ists einfach so, dass er sich fühlt, dass er "nichts" von Dir weiß und weil er dich nicht so entschlossen kennt, würde nun ein böser Einfluss auf dich wirken.... etwas bedenkliches... keine Ahnung!

Versuche ihnen die Angst zu nehmen, indem du danach fragst und sie beruhigst.

Sag ihnen, dass es dir jetzt wichtig geworden ist und du dir wünschen würdest, dass sie dich bei der Eigenständigkeit unterstützen usw. ;-)

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