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Trevilor - brauche Alternative!

Uenk7onuven(tZion?ellxER hat die Diskussion gestartet


Hallo,

nehme seit Oktober 2004 Trevilor (Venlafaxin 150mg ret, morgens). In späteren Jahren kam zusätzlich Opipramol 50mg abends zum Einschlafen dazu. Diese Kombination funktioniert auch sehr gut, was depressive Symptomatik angeht. Ich kann damit ein einigermaßen normales Leben führen.

Nun habe ich mit Nebenwirkungen zu kämpfen, die mir seit Anfang an auf die Nerven gehen. Ich will und kann das nicht länger hinnehmen und möchte spätestens im nächsten Frühjahr eine Umstellung vornehmen. Und wenn ich danach nur schlauer bin und weiß, dass es nicht anders geht und Trevilor + Opipramol die vermutlich beste Kombination für mich ist.

Von fachlicher Seite würde ich mir mehr Mut zum Umstieg wünschen, aber man möchte es alles so belassen, wie es ist. Ich bin mittlerweile im Bereich Psychiatrie sehr gebildet, aber ich kann natürlich nicht mein eigenes Konsil sein.

Nebenwirkungen, die ich nicht mehr länger hinnehmen möchte:

1) Schwitzen, Hitzeunverträglichkeit, Unverträglichkeit zu hoher Luftfeuchtigkeit

Es nervt. Es nervt wirklich enorm. Im Winter kein Problem, da gehe ich mal kurz raus wenn mir zu warm wird, um quasi wieder runterzukommen. Im Sommer ist alles ab 25 °C eine Tortour. Mit hoher Luftfeuchtigkeit schon ab 18 °C. Ich habe einiges probiert, da liess sich bisher nichts gegen machen. Ich komme mir vor als wäre ich ungefähr 3 ° abweichend zu meinem sonstigen Temperaturbereich. Ich fühle mich beim Stillsitzen im Innenraum bei 18-20°C am wohlsten.

2) Einschränkung von Lust und Sexualität

Während einiger Absetzversuche bzw. Reduktionsversuche habe ich gemerkt, was möglich ist. Ich bin mit nahe 35 immer noch Jungmann (bis auf zwei kurze Erlebnisse, Beziehungen aber gar keine) und will das nicht länger so hinnehmen. Mir fehlt was und das merke ich deutlich. Ob ich affektiv für eine Beziehung überhaupt geeignet bin kann ich nicht genau sagen aber so wie es mir jetzt geht wird sich vermutlich nie eine Frau finden, mit der ich das ausprobieren könnte.

3) Unruhe

Wenn Trevilor bei Absetzversuchen oder Reduktionsversuchen weniger wurde spürte ich ganz deutlich mehr Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit. Leider hielt das wirklich nicht lange vor und sobald depressive Symptomatik wieder einsetzte, war es damit logischerweise vorbei.

Also: Ich brauche wirklich Alternativen zu Trevilor. Alle Absetz und Reduktionsversuche sind bisher gescheitert. Jedes Jahr nach 2004 habe ich es versucht, manche Jahre mehrmals. Es geht erst gut (auch wenn die Absetzerscheinungen schon ein Erlebnis sind), aber dann kommt die depressive Welle mit Wucht zurückgerollt. Ich leide, ich will so nicht mehr leben, da habe ich keinen Bock mehr drauf! Problematisch wird die Sache, da ich Zeit meines Lebens (seit ich 19 Jahre alt bin) schon eine Menge an Medikamenten ausprobiert habe, ohne großartige Wirkung. Das liegt aber Jahre zurück und war unter anderen Umständen, so dass sich da auch was geändert haben könnte. Das weiss ich weil ein und dasselbe Mittel einmal kaum wirkte und später sehr sehr gut, wenn auch nur kurzfristig, da ich es nicht lange nehmen durfte.

Wäre gut wenn jemand sich qualifiziert fühlt, mir etwas vorzuschlagen. Das wird selbstverständlich auch nochmal professionell abgesprochen und gegenreflektiert, ich brauche nur Anregungen. Falls Rückfragen sind kann ich jederzeit umfassend weitere Auskunft geben.

Gruß

PS. Durch die ganzen Medikamentenausprobierversuche weiß ich aber, dass Dinge, die auf -HCL binden, gut funktionieren, während andere Medis anscheinend nicht so richtig gewirkt haben.

Antworten
s>ucaWmedicxa


Damit solltest Du wohl am besten mit Deinem behandelnden Arzt sprechen.

Ufnkonve\ntionelxlER


@ sucamedica:

Diese Antwort hilft mir genau gar nicht. :(v

Gruß

Slilbxer


Das ist natürlich schwieriger, gerade Punkt 1 und Punkt 2 sind sehr häufige Nebenwirkungen bei vielen Präparaten. :-| wobei ich nicht weiss, ob das heisst, dass man diese Nebenwirkungen dann grundsätzlich hat, weil man sie bei einem anderen Wirkstoff schon hatte. Vermutlich nicht.

Ich nehme gegenwärtig Bupropion. In den Nebenwirkungen finde ich da nichts von wegen Schwitzen (ich schwitze zwar eh stärker als andere, aber auch nicht so schlimm wie z.B. beim Paroxetin damals), auch von Störungen im sexuellen Bereich lese ich da nichts. Ein Problem könnte die Unruhe sein - Bupropion wirkt eher antriebssteigernd. Ich merke nichts von Unruhe, aber das ist natürlich auch wieder individuell - kommt "häufig" (= bei mehr als einem von 100 und weniger als einem von 10 Personen) vor.

Was in Bezug auf Nebenwirkung 2 recht gut sein soll ist Mirtazapin. Verstärktes Schwitzen sehe ich da grad nicht in den Nebenwirkungen. Zusätzlich macht es mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit nicht unruhig, eher im Gegenteil. Problem hier: Die häufige Gewichtszunahme durch Appetitssteigerung. 1-10% nimmt davon zu.

Neu auf dem Markt (bisher wohl nur in Deutschland, nicht in Ö und CH) ist Agomelatin - da weiss ich natürlich nicht, wie es in Bezug auf Schwitzen und sexuelle Störungen aussieht, kann auch nicht nachschauen, sorry. Ich weiss aber, dass es hier wie bei jedem anderen Antidepressivum ist - die einen merken davon gar nichts, andere haben eine positive Wirkung.

Mehr fällt mir in Bezug auf Antidepressiva leider nicht ein. Eine Möglichkeit wäre natürlich ein Stimmungsstabilisator, z.B. Lamotrigin, wobei das allein als Schutz vor Depressionen wohl nicht reichen wird. :-/

h?ilflosx27


Hallo *:)

Ich persönlich halte nichts von Tabletten. Ich sollte auch mal Antidepressiva nehmen aber nach 4 Wochen habe ich sie abgesetzt weil mir das so verlogen vor kam ich nahm die Sachen um mich herum nicht real alles so Harmlos.... ich weiß nicht ich selber halte nichts davon.

Vielleicht setzt du sie einfach langsam ab aber echt mit ganz kleinen Schritten und versuchst wenn es dir schlecht geht mal mit Pflanzlichen Mitteln so wie Johanniskraut Tee oder ein generell aus dem Tee laden Anti Stress Tee. Die helfen besser und es gibt keine Nebenwirkungen.

Ansonsten kenn ich mich leider nicht so aus mit Antidepressiva....

Alles gute :)* @:) :)*

j&e}ssxieb


Hi!

Also von einfach absetzten und Johanniskraut nehmen solltest Du mal die Finger lassen, aber da Du Ahnung zu haben scheint, müssen wir über die Gefahren wohl nicht reden.

Ich hab auch ne Menge Erfahrung. Bin manische depressiv und somit auf Medis angewiesen. Ich vertrage Trevilor sehr gut, Es ist eines der besten Antidepressiva zur zeit, allerdings auch auch von der Verträglichkeit nicht wirklich für jeden was. So wie bei Dir. Kann Dich da gu verstehen. Ich denke, ein Versuch ist es allemal wert.

Kannst Du mir sagen, welche Krankheit Du hast und wie lange? Welche Symthome? Schlaflosigkeit? Gewichtsprobleme? Unruhe? Antriebslosikeit? Selbstverletzung? Angst?

s9ucame9dicxa


Was versprichst Du Dir denn davon, diesen Faden zu eröffnen? Es tut mir leid, aber hier befinden sich nur Laien und die können zu Deinem speziellen Fall gar keine wirklich richtigen Aussagen machen, schon gar nicht über die Entfernung. Insofern ist Deine Frage hier im Forum falsch placiert und sollte besser mit Deinem behandelnden Arzt geklärt werden.

Und nebenbei bemerkt, Tabletten prinzipiell abzulehnen, weil das quasi Betrug ist, ist eine mehr als fadenscheinige Begründung, denn bei sehr vielen Krankheiten wird durch die Gabe von Medikamenten (oral appliciert als Tabletten) das ausgeglichen, was im Körper zu wenig ist. Bei Antidepressiva soll der Serotoningehalt im Gehirn erhöht werden, um die depressive Symptomatik zu lindern.

Und die ach so favorisierten natürlichen Mittel sind alles andere als harmlos, denn diese haben auch Nebenwirkungen, mitunter sogar recht heftige. Bei Johanniskraut ist es zum Beispiel eine Lichtempfindlichkeit, die nicht zu unterschätzen ist. Diese Phytopharmaka stammen zwar, wie der Name schon sagt, aus Pflanzen, sind aber nicht besser, als jene, die chemisch produziert werden, denn alles ist Chemie.

U?nkon^vHentiEonellExR


@ hilflos27:

Danke für das "alles gute!" Aber mit deinen Vorschlägen kann und will ich nicht konform gehen. Compilance steht mir auf die Stirn geschrieben - das ist sowohl Fluch als auch Segen.

@ jessieb:

Ich glaube mein Hauptsymptome, wenn ich das so nennen kann, sind konstruktiver Umgang mit den eigenen Gefühlen, Minderbelastbarkeit und nur geringe Streßresistenz. Schwierig, das hier in wenigen Zeilen rüberzubringen. Ich habe eine längere Karriere der psychiatrischen Behandlung hinter mir. Ich versuche es einfach mal:

In der Pubertät hatte ich nicht geringe Mengen Cannabis über mehrere Jahre konsumiert. Ich habe es am Anfang gar nicht vertragen (unglaublich massive Ängste während des Konsums - hätte die Warnung wohl ernst nehmen sollen), aber mit der Zeit hatte ich wirklich sehr viel Spaß damit. Enden tat das ganze vermutlich in einer sogenannten Cannabispsychose ein halbes Jahr vor den Abiturprüfungen, die von meinem ersten Psychiater als Erstmanifestation einer autonomen schizophrene Erkrankung im Jahre 1996 (ist mittlerweile sehr fragwürdig, ob es diese autonome schizophrene Erkrankung wirklich gibt) diagnostiziert wurde. Anschließend war eine symptomarme Zeit, ich holte mein Abitur nach und fing an zu studieren. Ich lebte aber weiterhin zu Hause und war somit den größten Stressoren (Mutter+Vater) direkt ausgesetzt, ohne meine Konsequenzen (Auszug und eigenes Leben z.B.) zu ziehen. Später dann (mit steigender Belastung durch Studienende, Diplomphase und Überleitung in die Arbeitswelt) wechselten sich depressive Symptomatik, mehrere handfeste depressive Episoden (leicht bis mittelgradig), Erschöpfungskrankschriften und einen Klinikaufenthalt im Jahre 2004 einander ab. Dort wurden sämtliche bis dahin eher hoch dosierten Antipsychotika (mit verschiedenen Antidepressiva kombiniert probiert) abgesetzt und (flankiert durch einen plötzlich dazukommenden Todesfall - mein Vater) mit Antidepressiva (Trevilor + Trimipramin) ersetzt. Nach Trimipramin kam Zopiclon, dann gar nichts, dann Promethazin und danach habe ich Opipramol vorgeschlagen. Das war 2007.

Ursachen liegen vermutlich in Sensibilität, Schüchternheit und Ängstlichkeit bereits als Kind, wenig liebevolle, wenig empathische (aber (über-)fürsorgliche) strenge, dominante, ordnungsliebende Mutter und cholerischem Alkoholikervater (aber keine körperliche Gewalt möchte ich betonen).

Manifestation in der beginnenden Adoleszens, wenig auffällig während des Studiums aber mit dem Einstieg ins Arbeitsleben begannen die Probleme im sozialen Umgang, Abgrenzung, Belastung, Überforderung. Das alles resultierte in massiven Ängsten, die sich ausbreiteten, so dass ich nicht mehr zur Ruhe kam und das ganze irgendwann in Depressionen enden musste. Nebenbei war und bin ich wenig glücklich (die einzige mir bekannte wirklich glückliche Zeit in meinem Leben war der Cannabis"genuss"). Insbesondere der Bereich Partnerschaft / Sexualität ist komplett außen vor und das fehlt mir sehr stark, das spüre ich (starke Gefühle auf Grund vernachlässigter Bedürfnisse). Bis auf wenige Mißerfolge im Rahmen der Pubertät konnte ich keine Erfahrungen sammeln. Daran hat sich auch in den letzten Jahren, trotz vieler Versuche, nichts geändert. Mittlerweile scheue ich den Aufwand, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich der Energieeinsatz nicht lohnt.

Gewichtszunahme ist ein untergeordnetes Problem. 1996 vor den ganzen Medis war ich untergewichtig (65kg bei 175cm). Mittlerweile sind es 92 kg bei 176cm. Als ich Trevilor dieses Frühjahr das letzt mal reduzierte nahm ich noch mehr zu. Mir scheint mein Regelkomplex ist, dass mangelnde Befriedigung (wenig Glück) mit Essen und Autofahren kompensiert wird. Ich brauche mich dann über die Gewichtszunahme nicht wundern. Wünschen würde ich mir so ungefähr 75kg, aber dieses Ziel ist in sehr weiter Ferne.

Selbstverletzung war und ist nie aufgetreten. Das einzige, was ich kenne, ist dass ab und zu zu viel Hornhaut anfängt zu pieken und ggf. kratze ich die dann auf bis es blutet und wehtut (da ist aber dann Schluss!). Irgendwie lenkt dann diese Wunde ein bisschen vom Kopf ab, aber Selbstverletzung ist was anderes.

@ Silber:

Bupropion erscheint mir für mich eher wenig geeignet, wobei man das vermutlich mal ausprobieren müsste. Ich weiß, dass ich auf Psychostimulanzien sehr extrem reagiere (ein leichter Kaffee bedeutet sehr schnell eine schwerwiegende Depression bis zum nächsten Morgengrauen) und diese deshalb sehr strikt meide. Auch Alkohol spielt so gut wie gar keine Rolle (ein paar Bier pro Jahr, wenn es hochkommt).

Mirtazapin blies bei mir zuverlässig die Lichter aus, ich schlief aber damit gute 12-14 Stunden (mit Opipramol nur dann, wenn ich sie auch brauche) und die Fressflashs war auch erheblich. Hat auch depressive Rückfälle nicht verhindert und ist von daher wieder rausgenommen worden.

Ich zähle mal auf, was ich im Laufe meines Lebens alles schon bekommen habe. Um Mehrfachnennungen zu vermeiden keine Handelsnamen, sondern Wirkstoffe: Chlorprothixen, Thioridazin, Fluphenazin, Risperidon, Lorazepam, Trimipramin, Mirtazapin, Ziprasidon, Citalopram, Venlafaxin, Zopiclon, Promethazin, Opipramol

In positiver Erinnerung habe ich Thioridazin, Lorazepam, Zopiclon und Opipramol. Benzodiazepine will ich aber nicht mehr und nehm ich auch nicht mehr, das Absetzen ist mir viel zu anstrengend.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass mir die Psychotherapie von 2005 bis 2009 bisher am besten geholfen hat. Mein Kontingent ist aber ersteinmal aufgebraucht und ich finde es reicht auch erstmal.

Bei neuen Medikamenten (Agomelatin) bin ich immer sehr skeptisch. Es gab und gibt genug Beispiele, dass eine Risikofolgenabschätzung oft erst nach Jahrzehnten gesichert ist. Als Versuchskaninchen bin ich mir, auch auf Grund der Symptomatik, zu schade. Ich schaue mir aber trotzdem mal das Wirkprofil an.

--

Ich sehe grade mein Text ist recht lang geworden. Ich hoffe ich habe damit jetzt niemanden überfordert? Es wäre schön, wenn sich ein paar Leute hier finden, die sich in ihrem Rahmen meines Problemes annehmen könnten (z.B. in Form von Tipps, Hinweisen, Vergleichen, Mediinfos). Grundsätzlich stehe ich auch einem direkten Austausch durch Telefonat oder Treffen, vornehmlich im Raum Berlin, bereit. Eine Vertrauensbasis muss dafür natürlich da sein.

Zurück zum Thema Alternativen: Beim Blättern der Listen bin ich auf Trazodon gestoßen. Das könnte, meiner Einschätzung nach, ganz gut passen. Kann da jemand zum Wirkprofil und zu typischen Nebenwirkungen näheres berichten?

Ich glaub ich ess jetzt erstmal ein Eis. Nach so einem langen Beitrag hab ich mir das verdient. :p> :)D

jCessixeb


Hi!

Oh je, das wird schwer. Du hast ja wirklich alles Gängige durch. Benzos solltest Du wirklich lassen, die eigenen sich nur als Notfallmedi.

Mir scheint eine Art Angsttendenz aufgrund mangelnder persönlicher Entwicklung zugrunde zu liegen (ich nehme an, du nimmst das nichtpersönlich, dafür bist du ja zu sehr im thema drin.) Natürlich kann und will ich das hier nicht ausreichend beurteilen.

Auch wenn Du es anders siehst - was ich gut verstehen kann - so ist und bleibt aber eine psychoterapeutische Behandlung wohl unumgänglich bei den Problemen die du da schilderst.

Was mich stutzig macht, ist, dass du auch schon ewig krank bist und bisher nichts wirlich was gebracht hat. Hat man mal versuht psychiartische Ursachen - also körperliche Krankheiten - auszuschließen? Die Schizophrenie scheint ja nicht wirklich aktuell, oder? Wie sieht es mit Stimmungsschwankunge aus? Borderline ???

Wäre es nicht doch besser, Du würdest dich noch mal in einen Klinik begeben, damit man dich mal über einen längeren Zeitraum beobachten könnte? Z.B. Tagesklinik. Bei mir hat man so z.b. ja festgestellt, dass ich MD bin. Vorher hat man 10 Jahre auf ner Angststörung und Persönlichkeitsstörungen rumgeritten. Als das ist weg, nachdem ich richtig eingestellt bin. Nur eine Idee ...

Was die Medis betrifft. Trevilor ist eins der besten, aber in den NW sehr hart. Allerdings haben im Prinzip alle SSRI und SNRI die gleichen Probleme. Cymbalta wäre noch ne Idee. Ist ein SNRI. Da du aber unter Schlafstörungen leidest, wirds da wohl eher schwierig.

Was ist mit den "Alten". tetrasyklische?!? Aponal??

Was hälst Du denn von ner tagesklinik??

Sqilbxer


Trazodon ist zwar ein SSRI, kann jedoch zu Beginn müde machen bzw. wirkt beruhigend, das wäre also für dich wohl nicht schlecht. Ich habe es zu diesem Zweck mal gekriegt (als Schlafhilfe), hat leider nicht geklappt.

Zu Schwitzen soll es nicht kommen, jedoch sind Hitzewallungen möglich ("gelegentlich"). Hinweise zu sexuellen Funktionsstörungen sehe ich nicht. Zum Wirkprofil magst du vielleicht selbst nachlesen: [[http://www.kompendium.ch/Monographie.aspx?Id=38f2d434-c9a0-4507-a5c9-f320fbdf40f8&lang=de&MonType=fi]]

ich bin etwas verwirrt wegen deiner Geschichte, sorry, blicke da nicht ganz durch, hast du denn jetzt noch Ängste? Dann wäre Buspiron theoretisch noch eine Möglichkeit. Wirkt jedoch m.W. nicht antidepressiv.

Wenn du mit Thioridazin gut klarkamst, wären Neuroleptika generell evtl. nochmal eine Überlegung wert? Problem ist halt die häufige Gewichtszunahme. :-/ du hattest zwar einige Wirkstoffe, sehe ich gerade, aber es gibt ja noch viele andere. Ich habe z.B. mit Seroquel (=Quetiapin) bezüglich Depressionen damals gute Erfolge gehabt. Ich bekam eine relativ hohe Dosis, erst 400mg, dann 250 - führte bei mir leider zu Gewichtszunahme bzw. Dauerhunger. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Effekt bei einer geringeren Dosierung weniger ausgeprägt ist. Ich habe es damals gekriegt, weil Venlafaxin allein gar nichts half und ich mit Suizidgedanken stationär war. Und da, muss ich im Nachhinein sagen, hat es wirklich sehr gut geholfen.

Mehr fällt mir leider auch nicht ein. :-|

@ Sucamedica:

Wieso darf man sich nicht vorab schon im Internet informieren? Letztendlich muss man es logischerweise eh mit dem Arzt besprechen, ist ja alles rezeptpflichtig und das ist ja auch sinnvoll. Trotzdem kann man sich doch schon selbst Gedanken machen, immerhin geht es ja um den eigenen Zustand. Ich werde von meinem Psychiater immer ermutigt, mich selbst auch noch zu informieren. :)^

Ubnko,nveTntioHnelxlER


@ jessieb:

Mir scheint eine Art Angsttendenz aufgrund mangelnder persönlicher Entwicklung zugrunde zu liegen (ich nehme an, du nimmst das nichtpersönlich, dafür bist du ja zu sehr im thema drin.)

Diese Zusammenfassung ist naheliegend und da gehe ich in erster Näherung voll und ganz mit. Nebenbei nehme ich das nichtpersönlich, gar keine Frage! Aber danke, dass du an diese Möglichkeit gedacht hast.

Auch wenn Du es anders siehst - was ich gut verstehen kann - so ist und bleibt aber eine psychoterapeutische Behandlung wohl unumgänglich bei den Problemen die du da schilderst.

Damit wir uns nicht mißverstehen: Mir hat die psychotherapeuthische Behandlung (von 2005 bis 2009) echt viel gebracht, vorher konnte ich quasi kaum noch für mich selbst sorgen. Insbesondere Selbstabwertung auf Grund von Rezidiven, aus mangelndem Selbstwertgefühl überempfindlich was Kränkungen betrifft und mangelnde Sozialkompetenz sind damit im großen und ganzen abgebaut. Ein empfindliches Selbstwertgefühl (insbesondere unter Streß) ist aber immer noch vorhanden.

Ich habe auch auf jeden Fall wieder vor, in 2 Jahren die nächste psychotherapeuthische Behandlung zu beantragen, aber aktuelle finde ich ich brauche mal eine Auszeit und will auch nicht kaputttherapiert werden.

Was mich stutzig macht, ist, dass du auch schon ewig krank bist und bisher nichts wirlich was gebracht hat. Hat man mal versuht psychiartische Ursachen - also körperliche Krankheiten - auszuschließen? Die Schizophrenie scheint ja nicht wirklich aktuell, oder? Wie sieht es mit Stimmungsschwankunge aus? Borderline

Das mit dem "ewig krank sein und nicht wirklich was hats gebracht" stimmt schon im großen und ganzen. Ich sollte aber dazu sagen, dass ich einen sehr sozialen Arbeitgeber habe und seit 2003 unmittelbar nach Studienabschluss in Lohn und Brot bin, wenn auch nur zuerst auf 5 Stunden pro Tag (5-Tage-Woche) und jetzt seit 2 Jahren auf 6 Stunden pro Tag beschränkt bin. Das stellt meinem Empfinden nach auch die Obergrenze dessen dar, was machbar ist.

Problem über viele Jahre (1996 bis 2004) war, dass ich statt den Ursachen entgegenzuwirken (ich hätte nur zu Hause rausgemusst um dem Streß und dem Alkoholismus zu entfliehen) nur immer weiter mit unterschiedlichen Neuroleptika überspitzt formuliert vollgepumpt wurde, was meiner Einschätzung nach die persönliche Reifung und sexuelle Triebe weitgehend unterdrückte (letzteres merkte ich erst im Nachhinein).

Irgendwie geht mir aber auch die Idee einer noch nicht bedachten Einflußgröße (z.B. einer körperlichen Grunderkrankung) nicht aus dem Kopf. Auch genetisches Potential ist möglich: Mein Vater war nicht verhaltensunauffällig. Leider lässt sich im Nachhinein nicht genau sagen, wieviel davon dem Alkoholismus zurechenbar ist. Starke Emotionen, Derealisation und Depersonalisation waren bei ihm anzufinden. Manchmal hatte ich das Gefühl er kannte/erkannte mich nicht.

Seit 1996 wurden bei mir ab und zu Tests gemacht. Manchmal habe ich davon auch die Meßdaten bzw. Protokolle bekommen, manchmal wurden mir diese auch auf Nachfrage vorenthalten. Dabei waren ein CT(1996), ein MRT(2004), ein immunologisches Profil (Urtikaria, 2006, geklärt) und einige Blut- und Urinuntersuchungen. Bis auf leicht erhöhte Leberwerte gab es keine Auffälligkeiten. Es bestünde aber noch Raum für Erkenntnisgewinn. Hast du vielleicht Ideen auf was man da testen könnte? Ich denke zur Zeit über ein paar Dinge nach: Vielleicht greift irgendwas zyklisch-immunologisch die neurotransmitterproduzierenden Zellen an? Allerdings ist mein Immunsystem sehr gut in Schuss, egal ob und wie angeschlagen ich psychisch bin. Ich denke auch nach, mal für 3 oder 6 Monate (zur Probe) zu Hause auszuziehen um den Dunstkreis meiner Mutter zu verlassen. Es ist zwar nicht so, dass ich mit Ihr in einer Wohnung wohne, aber doch immerhin im gleichen Haus. Meine Eltern haben mir quasi (ich habe schon mitgemacht obwohl ich das nicht wollte, aber ich traute mich nicht, dagegen etwas zu sagen) den goldenen Käfig gebaut: Wir haben das Einfamilienhaus zu Zeiten meiner Pubertät aufgestockt.

Die Erkrankung verläuft bei mir zyklisch mit phasenweiser guter Remission. In Phasen wo es mir schlechter ging konnte im Nachhinein durch Veränderung der Medikation selten eine schnellere Remission erreicht werden. Ich prägte für mich den Satz: Es ist egal wie viel ich mir gutes tue oder wie ich die Medikamente anpasse bzw. anpassen lasse, es dauert immer eine Weile (4-6 Wochen).

Schizophrenie ist in dem Sinne noch aktuell, dass es immer noch auf den Krankschriften draufsteht (F20.5), auch wenn ich damit nicht einverstanden bin. 2004 während des Klinkaufenthaltes hatte ich Verdacht auf F20.5 und dort sagte man mir unisono: Herr X, sie haben mit Sicherheit keine F20.5! Ich denke aber ich werde demnächst nochmal ansprechen, ob das nicht langsam mal geändert werden kann, schließlich hatte ich meiner Erinnerung nach (und ich kann mich gut erinnern auch an alles "ziemlich schräge" damals 1996, nicht zuletzt weil ich irgendwann begann die Dinge niederzuschreiben) niemals vollständigen Realitätsverlust. Ich wusste immer noch, dass das was ich da wahrnahm, nicht real sein kann.

Meine Schwester (12 Jahre älter als ich, ich bin jetzt 31) hat die Dauerdiagnose F20.0. Diese wurde ursprünglich vom gleichen Arzt gestellt und betreut, der auch mein (erster) Psychiater war. Bei ihr meine ich ist die Diagnose ebenso fraglich, auch wenn mehr Kriterien als bei mir erfüllt sind. Aber sie ist Dekaden unter klassisch-neuroleptischer Behandlung und kommt damit ganz gut klar und ist seit Jahren nahezu rezidivfrei, kein Grund da eine Änderung herbeizurevolutionieren.

zu Stimmungsschwankungen / Borderline:

Meine Stimmung kann schon stark schwanken. Insbesondere bin ich von manchem Verhalten anderer Personen mir gegenüber tief enttäuscht und reagiere dann ausgesprochen emotional. Das regt sich aber auch schnell wieder ab und nachtragend bin ich nicht. Für Borderline muss meines Wissens zwangsläufig selbstverletzendes Verhalten dabei sein und das kann ich bei mir beim besten Willen nicht erkennen. Ich schau mir das aber mal differentialdiagnostisch an. Wenn ich mehr weiß oder mitteilen will melde ich mich wieder hier.

Zum Thema Klinik:

Tagesklinisch habe ich hier so denke ich nichts wirklich revolutionäres in der Gegend. Meine Psychiaterin riet mir aber, dass ich mittlerweile auch deutliches Anrecht auf eine Rehabilitationsmaßnahme habe. In der Richtung wollte ich mal etwas für mich passendes langsam suchen, schließlich dauert das ganze Prozedere ein gutes Jahr, bis die Kur angetreten werden kann.

Gruß und Danke dir soweit

PS. @Silber: Du bekommst auch noch eine Antwort, später, ich brauch erstmal eine Pause.

j?essixeb


Ok, viel geschrieben. Aber ein Ergebniss habe wir leider nicht. Ic weiß echt nicht, was ich dir raten soll. Ich bleibe dabei, dass in diesem Fall das Beste ist, wenn Du über einen längeren zeitraum tagtäglich beobachtet werden könntest. Also klinik. Ob da eine Reha das beste ist bezweifele ich aufgrund dessen, was ich von vielen anderen gehört habe. Ich selber kenne nur die "harte" Psychiatrie.

Ich verstehe, dass Du keine Therapie mehr willst. Aber mir scheint Dein Zustand einfach nicht so, dass du alleine "rumdoktern" kannst. Alos ich meine, entscheiden ob du besser ausziehst etc.

Da ist so vieles im Argen ...

Ich wünsche Dir erst mal viel Glück bei Deinem weitern Weg!

U nk1o]nventuionelxlER


@ Silber:

ich bin etwas verwirrt wegen deiner Geschichte, sorry, blicke da nicht ganz durch, hast du denn jetzt noch Ängste

Tja. so genau kann ich das gar nicht sagen. Einerseits ja andererseits nein. Wenn ich mich mit Fallschilderungen oder Videos von Menschen mit starken Ängsten vergleiche, so kann ich oft keine Ähnlichkeit erkennen.

Andererseits gehe ich in meiner Vorstellung davon aus, dass Menschen in meinem Dunstkreis mir freundlich gesinnt sind, mir nichts böses wollen, nicht missgünstig sind, mich nicht betrügen usw. [1]

Nur entspricht meine Vorstellung nicht oft der Realität. Wenn ich solche Diskrepanz (zwischen meinen Vorstellungen und dem tatsächlichen Verhalten) feststelle bekomme ich Angst. Ich bin da auch äußerst sensibel. Sobald durch Zufall mehrere solcher Trigger zusammenkommen, verstärkt die Angst sich. Streß beschleunigt das ganze. Ich fühle mich allein, hilflos, ausgeliefert. Irgendwann bin ich so hochgepusht, dass sich weitere Dinge einstellen, wie die Unfähigkeit, zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, zu entspannen (fällt mir auch an sich schon echt schwer). Dann gibt es nicht mehr viel und irgendwann brauche ich nur noch Ruhe und Abstand.

Trotz meines großen Wissens darüber kann ich just geschildertes immer erst im Nachhinein so klar erkennen.

Wenn du mit Thioridazin gut klarkamst, wären Neuroleptika generell evtl. nochmal eine Überlegung wert?

Ja, ich halte es für das beste, diese Stoffgruppen auch in meine Vorauswahl einzubeziehen. Schlußendlich bin ich auch ein ziemlich anderer Mensch (dank der Psychotherapie) geworden, so dass ich keine grundsätzliche Abneigung (insbesondere in geringer Dosierung) dagegen hege, obwohl sie mir früher vermeintlich kaum bis garnichts gebracht haben.

Mehr fällt mir leider auch nicht ein. :-|

Das macht doch nichts. :)^ Jede Anregung ist willkommen. Dass wir im Rahmen dieses Threads nicht zu einer abschließenden allumfassenden Lösung kommen werden ist ziemlich klar.

Gruß und Danke Dir! Der angegebene Link hilft mir auch viel weiter, da kann ich die meisten Wirkstoffe schonmal vorher abklopfen.

[1] Ich gehe auch beim ersten Kontakt in der Regel unvoreingenommen, naiv, offen, freundlich, aufgeschlossen auf Menschen zu.

Bmasmchxter


Hallo, ich hab in gewissem Sinne die gleiche Krankengeschichte wie du. Nur dass es alles noch schimmer war, behaupte ich mal. Jetzt komm ich allerdings seit längerem ohne Medis aus, das ist sehr angenehm.

Ich hab auch sehr viele Medis durch, darunter auch Trevilor. Ne Zeitlang hat es mal geholfen, dann war es nicht mehr so gut. Was für mich dann ganz gut war, war Cymbalta oder auch Herphonal, davor auch schon mal Aponal. In kleineren Dosierungen hatte das unter der Gürtellinie eigentlich keine unangenehmen Folgen.

ich für mein Teil war dann mal lange Zeit total auf die Tabletten fixiert. Das war richtig schlimm. Hab ich so manchen Doktor zur Weißglut getrieben. ]:D

Naja. DAs Dumme ist halt, dass wirklich jedem was anderes hilft. Und auch nicht unbedingt dauerhaft, da muss auch immer mal was verändert werden. Ich wünsch dir in jedem Fall viel Glück auf der weiteren Suche nach was Brauchbarem. Bei mir hats manchmal ne Zeitlang gedauert, bis ich dieses dann gefunden habe. Aber irgenwann war dass dann immer der Fall. Solange ich die Dinger halt noch gebraucht hab. Bin wirklich heilfroh, dasss es jetzt ohne geht. Aber damals, als das noch nicht so war, hatte ich dann , wie gesagt, irgendwann doch immer Eines, mit dem ich zurechtkam. Und dann war das auch okay so.

Alles Gute, Seb

hxenryx4


Hallo UnkonventionellER!

Ich bin neu hier im Forum, und bin durch die google-Suche "Trevilor-Alternativen?" auf Deine Anfrage aufmerksam geworden.

(Etwas spät.....Dein Forumsbeitrag läuft ja schon seit ein paar Wochen...) :=o

Ich nehme seit 2 1/2 Jahren Trevilor, habe mit 150mg Retard begonnen und bin jetzt bei einer Viertel 37,5mg Tablette, da ich mich langsam ausschleichen möchte.

Wie Du, bin auch ich auf der Suche nach einer Alternative, denn die Nebenwirkungen wie 1. Gewichtszunahme, Unruhe, Schwitzen etc. belasten auch mich. Hinzu kamen massive Einschlafstörungen. Leider habe ich diesbezügl. angefangen mehr Wein abends zu trinken als gut ist. Das ist gefährlich, zumal Angstpatienten, zu denen ich gehöre, sehr anfällig für Süchte sind.. :-(.

Ohne mein Geschichte weiter zu erzählen: hast Du mittlerweile einen "Ersatz" gefunden ??? ?

Ich bin vor kurzem ungezogen, und mein neuer Neurologe war ganz beleidigt, als ich ihm sagte, daß ich eine Alternative zu Trevilor wolle. Trevilor wäre das Beste, was es gäbe, und ich sollte einfach mehr Sport treiben (wg. den "Mehr-Kilos") Tja, was soll man da sagen.......

Gruß henry4

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