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Erneut Antidepressiva?

SNumisuums7um hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin momentan ein bisschen aufgewühlt. Bei mir wurde vor 3 Jahren eine Angststörung diagnostiziert, weil ich mich jeden Tag schlecht gefühlt habe und Angst hatte einfach tot umzufallen. Dies ging echt so weit, dass morgens mein erster Gedanke war... gehts mir gut?? Ich hatte selten so eine richtige Panikattacke, aber der Gedanke, ich fall gleich um, hat mir echt massiv zugesetzt.

Weil ich mich dann auch auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte als mein Körpergefühl, habe ich eine gewisse Gefühlskälte entwickelt, die mir zusätzlich zu schaffen machte. Ich bekam schließlich eine Depression, die mich zum heulen brachte bis ich kotzte. Habe mich damals total neben der Spur gefühlt, alles war irgendwie unreal und hatte auch Angst verrückt zu werden.

Bin dann endlich zum Neurologen gegangen, der mir anfangs Trimipramin und Perazin verschrieben hatte, um mich aus diesem Loch hochzuholen. Ich war meiner Ärztin unendlich dankbar, weil mein Leben unendlich an Lebensqualität gewonnen hatte. Habe zwischenzeitlich mal gewechselt mit den Tabletten wegen der Gewichtszunahme, aber nach 1 1/2 Jahren alles komplett abgesetzt. Hatte 3 Monate zuvor eine Verhaltenstherapie begonnen, die mir auch geholfen hat. Mir ging es richtig gut, hatte zwischendurch mal einen kleinen Hänger für 3-4 Wochen, aber habe es ohne Tabletten oder ähnliches geschafft da wieder raus zu kommen.

Seit 8 Monaten habe ich allerdings Probleme mit meinem Magen bekommen. Krümpe mich seitdem mit komischen Oberbauchschmerzen durch die Gegend. So kam es, dass ich wieder angefangen habe, extrem auf meinen Körper zu hören. Jeden zweiten Tag Oberbauchschmerzen (nicht die üblichen Magenschmerzen mit Krämpfen, irgendwie anders), habe Säurehemmer geschluckt, mal ist es gut mal wieder nicht. So nahm das alles seinen Lauf.

Ein großer Auslöser für meine körperlich Wehwehchen war im Februar ein Streit mit meiner Nachbarin. Ich war bestimmt 4 Wochen lang im ständigen Erregungszustand und hatte viel Adrenalin im Blut, war innerlich sehr unruhig. Dies hat sich irgendwann wieder gelegt, aber die nächste Stressphase kam Anfang März, als ich meine Zwischenprüfung absolviert hatte. Ich war in dieser Klausur in einer immensen Stressphase, eigentlich gar nicht meine Art, weil ich eher vorher nervös bin als während der Klausur.

Es kam, dass ich einen Tag später einen sogenannten Anfall bekam. Dies äußert sich meistens so, ich merke es stimmt irgendwas nicht, dann kriege ich ein Kribbeln in den Armen und in den Beinen, dann schrecke ich auf und muss dann ein wenig durch die Gegend laufen. Da ich einen solchen Anfall seit einem Jahr nicht mehr hatte, hat der mich extremst umgehauen, mit der Folge, dass ich nach und nach immer mehr auf meinen Körper gehört habe.

So bekam ich in den letzten Monaten irgendwie Herzsensationen dazu, wahrscheinlich auch stressbedingt?? Kardiologe hat EKG und Ultraschall gemacht und hat es für unauffällig erklärt, denn wie soll es auch sein, hatte ich genau in diesem Moment keine Herzstolper.

Naja ok, so nahm das Ganze seinen Lauf. Seit dem habe ich wieder Angst an sämtlichen Krankheiten zu sterben, jedes kleine Pieksen beunruhigt mich. Habe neuerdings zwischendrin mal einen heftigen Stich im Kopf, bei dem mir übel wird. Dann wieder ein paar Tage Ruhe, dann habe ich seit neuem Zitteranfälle (Schüttelfrost) nachts. Werde wach und merke mir ist komisch und dann stehe ich auf und fange an zu zittern. Esse dann Schokolade, obwohl laut meines Blutzuckermessgerätes alles ok ist (habe kein Diabetis, messe aber trotzdem weil ich gefährdet bin).

Mein größtes Problem ist folgendes. Wenn ich abends merke, dass ich unruhig bin und versuche einzuschlafen, dann habe ich kurz vorm einschlafen das Gefühle ich falle irgendwo runter. Ein Mal ist ja ok, aber gleich 10 Mal ??? Bin dann natürlich in Alarmstellung. War letzte Woche auf Zypern, habe so sieben Nächte ohne wirklichen Schlaf hinter mich gebracht, weil ich mich aufgrund dieses unangenehmen Gefühls zu fallen krampfhaft wachgehalten habe. Dies hatte zur Folge, dass ich total übermüdet und verspannt war. Hatte morgens keine Kraft in den Beinen und hab mich wie auf nem Schiff gefühlt.

Seitdem bin ich fix und fertig. Eine große Rolle könnte auch folgendes Ereignis sein. War vor 10 Monaten im Krankenhaus, weil ich wegen ner Schwellung im Oberschenkel glaubte ne Thrombose zu haben, die Tante im KH hat gesagt sie habe keine Ahnung von sowas, weil Sie Chirurgin wäre, hat aber trotzdem mal nen Ultraschall gemacht. Sie hat dann auf Ihren Zettel geschrieben...Verdacht auf Tumor rechter Femur......diesen Zettel habe ich vor meinem Urlaub wiedergefunden und dies hat unheimliche Angst ausgelöst wirklich Krebs zu haben.

Meint ihr dies spielt eine große Rolle?Ich fürchte ja.....seit meinen Anfällen im Urlaub bin ich neben der Spur, kann mich momentan nicht sonderlich an den Dingen erfreuen. Habe irgendwie das Gefühl ich gucke schlecht oder die Bilder wackeln, alles Dinge die ich schon mal hatte. Und jedes Mal, wenn irgendein kleines Pieksen meine Körper durchzuckt, dann schrecke ich hoch.

War heute bei meiner Ärztin und hab ihr das ganze erzählt, sie hat sich auch ein Bein angeschaut und durch Tasten gesagt, dass sich lediglich Fettgewebe verhärtet hat. Sie hat mir zur Beruhigung Oprimerol verschrieben, welches ich mich aber nicht traue zu nehmen, weil im Beipackzettel steht, dass Leute mit Herzrythmussstörungen diese Dinger nicht nehmen sollten. Laut Arzt habe ich keine, aber dieses Herzstolpern tritt ab und an auf.

Habe allgemein Angst Tabletten zu nehmen, meine Ärztin hatte damals bei den ADS gesagt, dass ich Sie nehmen muss, weil es sonst noch schlimmer werden würde. Es hatte mich so viel Überwindung gekostet. Und siehe da ich lebe noch, aber irgendwie habe ich Schiss...obwohl die mir mit Sicherheit endlich mal ne ganze Nacht Schlag bringen würden.

Habe in den letzten Tagen viel geweint, heute weniger, aber ich merke wieder wie ich Gefühlskälte entwickle und wieder diese Angst habe verrückt zu werden, weil ich so momente habe wo mir Schwindelig ist und ich das Gefühl habe manche Dinge sind unreal. Noch kann ich damit leben, mache mir aber nun Gedanken, ob ich nicht trotzdem zur Ärztin gehen sollte und mir nochmal was verschreiben lassen soll. Ich möchte nicht warten, bis das ganze seinen Höhepunkt erreicht und ich nichts mehr machen kann und dies mein Leben erheblich einschränkt.

Bin in diesem Jahr auch im Abschlussprüfungsjahr und wenn ich warten würde, dann habe ich die Befürchtung, dass ich mich in keinster Weise auf das Lernen konzentrieren kann und mir somit meine sehr guten Übernahmechancen kaputt mache und mein (sollte es doch nötig sein) Bewerbungszeugnis dadurch ruiniere. Bin hin und her gerissen, weil ich auf der einen Seite die Tabletten nicht nehmen möchte, aber auch weiß, dass ich das nächste Jahr womöglich nicht durchstehen werde, weil ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieeren kann, als auf meinen Körper und den möglichen Krankheiten. Ich weiß nicht, ob ihr dies nachvollziehen könnt?!?

Ich möchte nie mehr, dass es so schlimm wird wie vor drei Jahren und ich möchte unbedingt weiter in diesem Betrieb arbeiten und es mir nicht versauen, denn auch dieser Job hat mich damals aus dem Loch geholt, dadurch dass ich die Ausbildung bekommen habe.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit meinen Symptomen gemacht und kann mir nen Ratschlag geben ??? Möchte diese Gefühlskälte nicht, weil ich den Leuten die ich liebe doch auch zeigen möchte, dass ich Sie liebe :-( Meine Therapie läuft trotzdem weiter.

Es tut mir leid für den langen Bericht und danke schon mal den Leuten , die sich die Zeit genomen haben!!!

Antworten
Meoext


Hallo liebe Sumisumsum,

das alles kenn ich gut und ich habe gerade beim lesen gedacht...ups, schreibt die meine Geschichte ?

Aber es ist sehr lange her bei mir und zuerst die wohl wichtigste Botschaft.....ES GIBT EINEN WEG DA RAUS.

Ich bin wahrscheinlich 100 Jahre älter als Du...grins, aber mit Ende Zwanzig war ich völlig am Ende. Alle diese Symtome, die Du beschreibst und noch ein paar dazu. Ich war etliche Monate (7) in einer Klinik und dachte, mein Leben ist zu ende. Ich war suizidal und fertig.

Ich habe lange Zeit Psychopharmaka genommen und auch noch 1 Jahr lang, nach der Klinik.

Jeder, der schon mal ne Depression hatte, weiss, sie kann wieder kommen, muss nicht, aber kann.

Als ich dann im Jahr 2001 merkte, es geht wieder los, bis ich sofort zum Neurologen und hab gesagt: DAS will ich nie wieder, ich brauche Unterstützung. Dann habe ich 5 Monate wieder Remagil genommen, konnte weiter arbeiten (ich habe zu dieser Zeit eine leitende Funktion gehabt mit vielen Überstunden und noch mehr Verantwortung) und als es mir besser ging, wurde das Medikament wieder ausgeschlichen.

BINGO Alles ok.

Ich würde es heute jederzeit wieder genauso machen, denn nix ist schlimmer als dieser Zustand.

Der Weg zum Arzt ist für mich kein Thema, denn ich habe die Erfahrung gemacht, lieber am Anfang eingreifen als nachher in der Klinik monatelang brauchen, bis es wieder wird.

Wenn das für Dich ein Weg sein kann, versuch ihn konsequent zu gehen, damit ist der Leidensdruck am geringsten. :)z

lg

Moet

TBenni7smädxchen


Hab das alles auch hinter mir,kann mich da Moet nur anschließen. Auch mit den 100 Jahren ;-D, hab allerdings fast 10 Jahre AD genommen und konnte es ohne Probleme wieder absetzen. Die Arbeit hat mir damals sehr geholfen,und es ging mir wieder gut. Jetzt bin ich im November arbeitslos geworden und der ganze Mist fing wieder an Jetzt nimm ich wieder einige Zeit AD und ich kann wenigstens wieder vor die Tür.

Ich möchte hier natürlich nicht für AD sprechen, aber ich weiss das ich es wieder ohne Probleme absetzen kann, und es hilft mir wieder ein Stück Lebensqualität zurück zu bekommen. Übrigens musste ich meinem Neurologen versprechen den Beipackzettel ungelesen wegzuwerfen, was ich auch tue, ich vertraue ihm.

LG :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

S1umi0sum8sum


Ihr macht mir Mut doch diesen Schritt zu gehen.......ich weiß ja nicht ob es so schlimm wird wie vorher, aber wenn ich die Möglichkeit habe ein Stück meiner Lebensqualität zurückzubekommen, dann wird dies wohl der beste Schritt sein. Aber ich habe Angst diese Dinger zu nehmen, weil ich manchmal Herzstolpern habe. Besonders wenn ich mich plötzlich aufrege und nervös bin, dann schlägt mir mein Herz bis zum Hals und ruckelt unrythmisch, was mir wieder neue Panik macht. Dieser verdammte Teufelskreis :°_

Habe meine Therapeutin angerufen und Ihr gesagt, dass ich meine Therapie unbedingt verlängern möchte, habe aber erst in 3 Wochen nen Termin, weil Sie im Urlaub ist. Laufe momentan irgendwie mit gekniffenen Augendurch die Gegend, mir ist ein bissl schwindelig und stehe irgendwie neben mir...kennt ihr das??Meine Ärztin hat bei den Tabletten auch gesagt ich solle den Beipackzettel wegwerfen, wenn ich möchte, dass es mir besser geht. Habe ich auch gemacht, aber hatte durch meine Depris zum Schluss vor lauter Verweiflung, dass mir keiner helfen konnte eh eine Leck-mich-am-A-Haltung und habe Sie dann doch genommen. Hatte zum Glück auch keine Nebenwirkungen, bis auf die Tatsache, dass ich mein Herz ab und zu mal ein bisschen schneller habe schlagen gemerkt. Habe anfangs Trimipramin und Perazin bekommen und habe dann auf Sertralin umgesattelt....eigentlich keine Probleme gehabt bis auf meine Gewichtszunahme. Mir ist nur wichtig, dass ich es nicht so weit kommen lasse, dass ich direkt bei was weiß ich wieviel Milligramm nehmen muss. Wenn ich jetzt gehen würde, dann steige ich vllt. bei einer geringeren Zahl ein und kann Sie wenn es mir besser geht und meine Therapie wieder beginnt wieder absetzen.....oder sollte ich Sie dann bis zum Ende meiner Abschlussprüfung im Mai weiter nehmen ??? Hmmm, was meint ihr ???

Tben.nismvädUchexn


Also zu den Nebenwirkungen,ist es ja so,das du gar nicht genau sagen kannst,ob es von AD kommt.Denn Herzstolpern,hast du ja sonst auch ohne.Wie lange du sie nehmen sollst,da kann dir nur dein Arzt was zu sagen.Denn ein AD braucht ja auch bis zu 6 Wochen bis die Wirkung einsetzt.

S\umi)su<msum


Bei mir ist es mittlerweile soweit, dass wenn mir ein Arzt sagt, es ist nichts, ich immer denke, der hat nicht gründlich genug gesucht etc. bei anderen hat er aber nen Ultraschall gemacht etc. Ich fühle mich von manchen Ärzten nicht wirklich ernst genommen. Sobald ich das Wort Angststörung in den Mund nehme, fällt die Untersuchung nur halb so lang aus. Kennt das jemand von euch ??? ?Gibt es hier Leute die ähnliche Symptome haben wie ich ??? Es hilft mir immer sehr, wenn ich weiß, dass ich nicht die einzige bin, die mit den Symtomen kämpft!!

M}oext


Ja, das ist leider so....

Heute kann ich das eher von aussen betrachten und früher war ich von 0 auf 150 bei dieser Art der Behandlung. Ich bin dann regelmässig ziemlich laut geworden und hab den Doc gefragt, ob's noch geht ! Ich sei schliesslich auch zahlendes Mitglied in diesem maroden Verein namens Krankenkasse und sogar mit dem Höchstsatz beim Beitrag dabei und er soll sich seine Psycho-Theroie sonst wo hin tun..usw usw.

Aber heute denke ich, ab und an hatten die Jungs damals wohl auch mal Recht.

Ich hatte nix körperliches und wollte das einfach nicht wahrhaben.

Wenn ich heute zum Arzt muss, dann ist das eben wieder anders. Ich habe was, und das wird behandelt Fertig. Da kommt mir keiner mit Psychoecke.

Ich bin weder in der Lage noch hab ich das Recht dazu, Dir zu sagen, was gut für Dich ist.

Ich kann Dir nur sagen, entweder Du leidest ewig und es wird immer schlimmer und am Ende steht der Kollaps ( Klinikaufenthalt, Prüfung vergeigt, what ever) oder Du gehst den Weg über die Medikamente, bis es Dir dann wieder besser geht.

Und wenn Ärzte Urlaub haben, gibt es immer eine Vertretung oder eine Notfallambulanz. Oder eben einen Blick ins Branchenbuch und unter Neurologen einen anderen Arzt anrufen und hingehen.

lg

Moet

S*umisu%msum


Habe mit meiner Therapeutin gesprochen. Sie sagt auch ich solle mir ruhig noch einmal ADs verschreiben lassen, da mein Jahr ziemlich turbolent werden könnte. So kann die Wucht der ganzen Syptome und Depris runtergefahren werden, so dass es nicht wieder den Höhepunkt erreicht. Gleichzeit muss ich natürlich wieder viel aufarbeiten. Aber wenn das alles klappt, dann muss ich keine hohe Dosierung nehmen und kann Sie auch bald wieder ausschleichen!Danke nochmal für eure lieben Antworten. Ihr macht mir echt Mut. Die letzten zwei Tage ging es mir richtig gut!!!Aber so ist das bei dieser Krankheit, mal hü mal hot ;-)

LGa$rvxe


finde du hast die relativ schnell abgesetzt ... ein paar jahre mehr sollte man die schon nehmen ... und dann über monate hinweg ausschleichen.

ich nehme auch welche weil ich schwerste depressionen hatte und bei mir helfen sie auch auper :)

nur die nebenwirkung nerven ziemlich %-|

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