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Dauergrinsen

STSSa&ra hat die Diskussion gestartet


Hi,

also ich hab ein ganz blödes Problem.

Ich kann mich mit niemanden unterhalten ohne dabei ständig zu lächeln/grinsen. Was bei einem oberflächlichen Gespräch über Wetter usw. nicht stört, kann wenn jemand mit mir über Probleme oder ernstere Themen reden will sehr unangenehm werden wie man sich vorstellen kann.

Oft meide ich schon Kontakte deswegen weil mir das so peinlich ist.

Wenn ich in einer Beziehung bin, und es kommt zum Streit, und ich grinse dann nimmt man mich dadurch wohl auch nicht mehr besonders ernst.

Wenn ich allein bin, habe ich das Problem nicht.

Ich weiss nicht woher das kommt, ein Gedanke von mir ist, dass es von meinem wenigen Selbstbewusstsein kommt.

Hab schon im Internet darüber gesucht, aber nicht viel gefunden. Nur über zwanghaftes lachen.

Und lachen ist es ja bei mir nicht.

Ich hoffe irgendjemand kann mir dazu was sagen, scheint so als hätte nur ich das Problem, was ich aber irgendwie auch nicht glauben kann.

Was könnte denn der Grund dafür sein :°( ?

Antworten
G[rednxdel


Hallo @:)

ein Gedanke von mir ist, dass es von meinem wenigen Selbstbewusstsein kommt

Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich kenne die Tendenz dazu zumindest auch von mir früher (und von anderen auch): Wenn ich mich unsicher gefühlt habe und smalltalk betreiben mußte, habe ich auch immer viel gelacht und gelächelt. Und auch an Stellen, wo es nicht paßte, aus reiner Verlegenheit eben. Ich weiß nicht, wie ausgeprägt das bei Dir ist. Seit wann ist das denn so?

Hast Du enge Freunde? Und hast bzw. hattest Du schoneinmal eine Beziehung? Ich war mir nicht sicher, ob Du nur Angst davor hast, daß es bei einem Beziehungspartner zu einem Problem werden könnte, oder ob Du schon selbst die Erfahrung gemacht hast. Ich könnte mir ansonsten vorstellen, daß es, wenn Du eine enge Beziehung zu einem Menschen aufbaust, nicht mehr so extrem ist, weil sich dann auch die Unsicherheit einstellt.

Vielleicht wäre es auch hilfreich, z.B. Nachhilfe zu geben: Dann hast Du eine Rolle als "Autoritätsperson" und lernst da vielleicht automatisch ein anderes Kommunikationsverhalten.

GEremndel


"die Unsicherheit LEGT" meinte ich natürlich :-D

S{SSaxra


@ Grendel

Vielen Dank für deine Antwort :).

Bei mir ist es leider sehr stark ausgeprägt. Ich hatte mal sehr enge Freundschaften, mittlerweile aber aus diesem Grund nicht mehr. Habe einige deshalb sehr enttäuscht. Gab Augenblicke in denen sie Probleme hatten und darüber reden wollten und ich naja... :-(.

Beziehungen hatte ich schon. Einmal wurde mir auch gesagt das man mich nicht ernst nehmen kann wenn ich eben immer lächle. Und ich will es ja nicht, aber ich kann es einfach nicht abstellen.

Besonders bei Bewerbungsgesprächen ist es auch ein grosses Problem für mich.

Bei Personen die mir sehr nahe stehen, ist es etwas leichter, aber trotzdem noch da.

Das mit der Nachhilfe geben ist eine gute Idee, vielleicht würde es dann etwas leichter werden, aber ich glaub aufhören würde es dadurch nicht.

Ach ja wegen der Dauer. Also ich hab das schon ziemlich lange 5 bis 7 Jahre werden es schon sein.

G)r!endxel


Ich habe gerade mal gelesen: Du stehst schon auf der Warteliste für einen Therapieplatz, oder? Das ist gut! Diese Sache würde ich da auf jeden Fall ansprechen. In der Therapie wird mit Sicherheit auch an Deinem Selbstbewußtsein gearbeitet und auf dieses Problem eingegangen werden.

Ketzerin hat in dem anderen Thread auch - als Überbrückung bis zur Therapie - Selbsthilfebücher empfohlen, kann man zu dem Thema "Selbstbewußtsein" ja auch mal probieren (ich habe noch keine gelesen, aber Du kannst ja mal in der Bücherei bei euch schauen, was es so gibt, bzw. über Google einen Überblick verschaffen). Abgesehen von Nachhilfe fällt mir sonst auch nichts ein. Vielleicht könntest Du mal, wenn Du alleine bist Selbstgespräche führen. Du fragst Dich im smalltalkmodus "Na, wie war Dein Tag?" und fängst dann an zu reden. Klingt vielleicht etwas seltsam, aber hört ja keiner ;-)

In jedem Fall kannst Du Dir sagen, daß, auch wenn die Wartezeiten lang sind, Du in absehbarer Zeit mit therapeutischer Unterstützung daran arbeiten kannst :-) Nochmal fünf Jahre wird es auf jeden Fall nicht dauern ;-)

S SS?ara


@ Grendel

Ja, da bin ich schon gespannt, hoffe die Therapeutin nimmt mich ernst, wenn ich ihr meine Probleme mit einem lächeln auf den Lippen erzähle. Da hab ich auch schon Angst davor.

Das mit den Büchern werd ich auf jeden Fall versuchen, hab schon mal welche darüber gelesen, die waren recht interessant, hoffe noch darauf das ich eins finde, das mir da einen Schritt weiterhilft.

Das mit der Nachhilfe war ein echt guter Tip :). Das werd ich auch umsetzen.

Danke dir @:)!

G!rendxel


Gerne :)* Mach Dir wegen der Therapeutin mal keine Gedanken. Wenn Du das Problem mit dem Lächeln gleich ansprichst, hat sie ja gar keine Veranlassung mehr, Dich nicht ernst zu nehmen. Und auch sonst: Niemand geht zum Therapeuten und spricht von starken Depressionen, wenn es ihm gut geht, die würde Dich auch ohne, daß Du das Problem ansprichst, ernst nehmen, bzw. eben erkennen, daß das ein Problem von Dir ist und Du sie nicht veralberst ;-) Das sind ja "Profis". Solange Du noch keinen Therapieplatz hast, kannst Du ja auch immer hier schreiben, wenn es Dir nicht gut geht; das ist erstens eine Ablenkung und hilft vielleicht auch schon ein bißchen. Viel Erfolg! @:)

Kvetzer.ixn


Hallo, ich empfehle immer die Selbsthilferatgeber von Rolf Merkle (Diplom Psychologe, Psychotherapeut) und Doris Wolf (Diplom Psychologin, Psychotherapeutin), die beiden sind Fachleute und haben über Jahre Erfahrung mit Patienten (und ihren Themen). Es gibt da z.B. von Rolf Merkle, "So gewinnen Sie mehr Selbstvertrauen: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstzweifeln" als Taschenbuch. Guck einfach mal, ob bei den beiden Autoren etwas für dich dabei ist.

Kbetz(erin


@ Grendel:

Danke für die Weitergabe meiner Empfehlungen. :)^

Mache das kostenlos, weil ich die Bücher praktisch und hilfreich finde.

S[ilb7exr


nicht so sonderlich hilfreich, aber:

scheint so als hätte nur ich das Problem,

Nein. Du bist damit nicht alleine, ich habe das auch, je nachdem ziemlich ausgeprägt. Wobei das nicht mal ein Gespräch sein muss, es reicht, draussen rumzulaufen und zu wissen, dass mich da Leute angucken. Oder an einer Bushaltestelle warten und dann kommt der Bus, und ich muss einsteigen. Oder in der Therapie. %-|

meine Therapeutin meint, es liege am nichtvorhandenen Selbstbewusstsein und an Scham, wovor auch immer. :-/

das hilft dir jetzt auch nicht (wäre selbst froh über eine Lösung), aber ich wollte dir mal das Gefühl nehmen, allein damit zu sein. @:) :)*

S(SSarxa


Danke für eure Antworten, das freut mich das mir so viele schreiben :-)!

@ Grendel

ja ich werd das Problem gleich am Anfang ansprechen, mal schauen wie sie dann reagiert.

Die wird sich was denken, sowas hat sie bestimmt noch nie gehört :-D!

@ Ketzerin

danke, werd mir die Bücher gleich mal bestellen :-)

@ Silber

ja, es ist schön zu wissen das ich nicht die einzige bin, die damit Probleme hat.

Bei mir fängt es an, sobald mir jemand in die Augen schaut.

Wünsche dir alles Gute, damit dieses Problem verschwindet.

T*iYnaCaxt


Alleine bist du da sicher nicht. Ist bei mir zwar nicht so ausgeprägt..aber wenn mir jemand in die augen schaut muss ich auch grinsen. War mal besonders schlimm..da war ich beim Frauenarzt und der hat mich oft angeguckt und lange Redepausen gemacht. Ich konnte einfach nicht anders. Ich kam mir selber dumm vor weil es nix zum grinsen gab. :|N Im Bus genauso..wenn mich jemand beobachtet, auch wenns mir nicht gefällt, ich muss einfach grinsen. %-|

S$SSOa\rxa


Oh ja, das mit dem Frauenarzt kenn ich, die gleiche Situation hatte ich auch mal. Der hat mich immer so komisch angeschaut. Und allgemein war der bischen komisch. Aber wenn er normal gewesen wär, hätt ich auch grinsen müssen.

Beim Busfahren schau ich gleich immer nach dem einsteigen zum Fenster raus. Dann merk ich gar nicht ob mich jemand anschaut oder nicht.

Genauso wenn ich in der Stadt unterwegs bin, versuche immer niemanden ins Gesicht zu schauen.

Klappt ganz gut. Wie es für die anderen Leute aussieht will ich aber dafür nicht wissen ;-).

a?.3fish


Die wird sich was denken, sowas hat sie bestimmt noch nie gehört

Das glaube ich nicht. Verlegenheitslachen und -lächeln sind ja keine ungewöhnlichen Verhaltensweisen und wer öft unsicher und verlegen ist.. bei dem nimmt das dann schonmal komische Formen an. Ich habe eine Bekannte, die auch extrem unsicher und schüchtern ist, das aber mit permanenter, penetranter Gute-Laune und Dauer-Lachen, -Lächeln überspielt. Das ist schon anstrengend. :-/

Ich kenne das Problem ja von mir selbst und ich merke auch ganz genau die Situationen, in denen sie unsicher wird, aber trotzdem kann ich kaum verhindern, dass ich sie nervig und aufgesetzt finde. Ich hab schon mal - unter 4 Augen - gesagt, dass sie vor mir die Show nicht abziehen braucht, da ist ihr das erste Mal das Lachen aus dem Gesicht gefallen und wir haben eine Weile ganz gut und ernst über das Thema Schüchternheit usw. geredet, aber leider wurd es danach wieder genauso. Wahrscheinlich kann sie auch nicht anders.

Ich selber mach es ja eher umgekehrt: ich setze mein distanziertes Pokerface auf und krieg kaum mal die Zähne zum Lächeln auseinander. Aber indem ich sehr bewusst darauf achte und in unkritischen Situationen (also bspweise Gespräche mit Menschen, die ich nie wieder sehe: Verkäufer, Kassierer usw. oder mit Bekannten) bewusst übe, ist es schon besser geworden.

Das mit dem in die Augen schauen bekomme ich aber auch nicht hin. :-/ Ich gucke immer sonstwo hin .. wenn ich mich zwinge, jemandem in die Augen zu schauen, dann weiß ich immer nicht, wie lange ich schauen soll usw. usf., ich denke, dass wirkt bei mir dann sehr unnatürlich. Ich merke ja auch, dass andere Menschen da teilweise irritiert reagieren und versuchen, meinen Blick aufzufangen usw. Schwierig, schwierig.

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