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Waschzwang

mcbfixa hat die Diskussion gestartet


Hey ihr Lieben,

es geht um meinen besten Freund. Wir standen schon oft vor der Entscheidung zusammen zu kommen.

Ich wusste schon immer, dass er unter einem gewissen Waschdrang leidet. Seine Hände sind rau und wund und immer, wenn wir miteinander geschlafen haben, muss er zunächst ins Bad seine Hände waschen. Gestern Abend haben wir auf einem Sofa eines Vereinsheims miteinander geschlafen. Danach hat er mir gestanden, dass er den Gedanken, dass wir dieses jetzt "beschmutzt" haben furchtbar findet. Er hat sich da regelrecht hinein gesteigert und zugegeben, dass sein Verhalten keinesfalls normal ist. Er fühlt sich jedes Mal, wenn wir miteinander geschlafen haben, "dreckig" und bereut es im Nachhinein. Selbst das Angebot, das Bett neu zu überziehen bringt nichts. Vermutlich liege dies an seiner "reinen" Erziehung in der Kindheit. Auf Grund dieses Zwangs sagt er, kann er keine Beziehung eingehen.

Für mich ist dieses Gebiet ganz neu.

Ich habe ihm angeboten, ihn zum Psychologen/ Verhaltenstherapeuten zu begleiten. Dies ist jedoch ein sehr großer Schritt für ihn, den er zunächst abgelehnt hat (ihm fiel es schon immer schwer sich anderen Menschen vollständig zu öffnen und über seine Probleme zu reden). Ohne mich kann er gut mit sich und seinem Waschzwang leben. Durch mich, so sagt er, wird er durch seine Sexualität jedoch damit sehr stark konfrontiert. Er hat sogar schon mit seinem Hausarzt darüber geredet. Angeblich sind sie so verblieben, dass er versucht das Ganze alleine zu bewältigen. Dies funktioniert jedoch einfach nicht. Er kommt immer wieder auf mich zu und sagt, dass er mit der ganzen Situation überfordert ist.

Ich habe bereits im Internet gesurft - einen Therapieansatz von Spezialisten jedoch nicht entdeckt.

Wie wird so ein Wasschzwang genau therapiert? Gibt es Alternativen? Wie kann ich meinem Freund helfen ohne mit ihm zum Psychologen zu gehen? Und wenn es doch das Beste wäre: Ist in diesem Fall ein Verhaltenstherapeut derjenige, an den man sich wenden müsste?

Liebe Grüße und danke für Rückmeldungen :)

Antworten
BZlessxy


Hat er das Problem nur mit Hände waschen. Du schreibst, wenn Ihr miteinander geschlafen habt, muß er sich erst die Hände waschen.

m!bfOia


Hey,

nein, nicht nur mein Hände waschen. Das betrifft auch das Duschen, Hände desinfizieren usw.

a4nony^mou's1x8


Hi

Dein Freund leidet unter Zwangstörungen.

Ein besuch beim Psychologe wäre sicher nicht schlecht. Sprich mit ihm drüber das es nur gut für ihn ist

Hab im Wikipedia mögliche Behandlungen gefunden [[http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsst%C3%B6rung#Behandlung]]

*:)

mFbfixa


Ehrlich gesagt, hat mich der Link mehr beunruhigt als alles andere. Zum Einen steht dort, dass man so eine Erkrankung in Kombination mit Medikamenten behandeln muss, zum Anderen, dass die psychoanalytische Schule bei der Therapie der Zwangskrankheiten keine nennenswerten Erfolge erzielen konnte. Beides schreckt mich eher ab.

Natürlich habe ich ihm schon mehr als deutlich gesagt, dass es so nicht gut für ihn ist und er professionelle Hilfe braucht. Dies versteht er zwar, nimmt sie aber dennoch nicht an. Selbst, wenn ich vorschlage einen unverbindlichen Termin zu vereinbaren sagt er, dass er das wenn dann selbst tun muss - tut es aber nicht und verdrängt das Ganze lieber.

ahnonymo$us1x8


Sorry, wollte dich in keinem Fall erschrecken oder so. Tut mir wirklich leid, wollte nur helfen. Ich habe auch schon im Fernsehen leute gesehen mit solchen Störungen und ich selber leide auch an psychischen Störungen und ich verstehe deinen Freund voll und ganz wenn er sich nicht traut zum Psychologen zu gehen da ich mich selber auch nicht traue. Naja wie gesagt sorry wenn ich dich erschreckt habe wünsche dir und deinem Freund nur alles gute. *:)

KfaliAxRH+


Hallo mbfia,

dein Freund hat echt einen ziemlichen Zwang.

Klar ist es sehr schwer, sich mal jemand zu öffnen, aber die befürchtung, dass er jetzt kompletten seelen- Striptiease machen müsste, halte ich für nicht realistisch.

Die Verhaltenstherapie ist so, dass sie sich in der Therapie komplett auf das ganennte Prob beschränkt und natürlich auch auf die Sachen, die direkt damti zusammenhängen. Aber es gibt auch Gebiete, die aussen vor bleiben. Es wird auch nicht psychoanalytisch in der Vergangenheit gegrübelt. Nur zu Anfang wird etwas der Lebenslauf durchforstet, um das Problem zu erfassen, um Sachen rauszufinden, die mit dem Zwang zusammenhängen. Der Rest bleibt aussen vor.

Zwänge kann man durchaus mit Verhaltenstherapie behandeln.

Verhaltenstherapie ist eine Therapie, die vor allem im Hier und Jetzt stattfindet. D. h. es wird genau festgestellt, wann,wie und wo er seine Zwänge auslebt, und welche Gedanken er dazu hat. Und dann wird festgestellt, ob es stattdessen Gedankengänge gibt, die förderlicher für sein Wohlbefinden wären. Dadurch ändert sich nach und nach das Verhalten- ganz langsam und zwanglos. Eine sehr gute Methode! Da wird man kein neuer Mensch, das ist keine Gehirnwäsche! es geht einem nur nach und nach immer besser. Ich kanns nur empfehlen, denn er scheint sich doch sehr eingeschränkt zu fühlen, durch seine Zwänge, und seine Hände sind auch schon ganz kaputt!

Ob er dazu auch Medis braucht, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Aber es kann für eine Weile (!!!!) sinnvoll sein, damit er sich einfach mal entspannen kann, um überhaupt eine Therapie an sich heranlassen zu können. Da dein Freund weiss, dass er unter einem Zwang leidet, ist er ja nicht verrückt oder klappsmühlen reif, er ist voll zurechnungsfähig! Sollte er Medis brauchen, ist es sinnvoll, einen Psychiater aufsuchen, der sich mit sowas auskennt. Dort kann er auch Adressen für kassen- zugelassene Therapeuten finden.

Zwänge sind verbreiteter, als man denkt, viele Leute haben das mehr oder weniger stark.

Mein Freund hat auch einen leichten Waschzwang, aber es geht noch! Das hat er als Kind von seiner ebenfalls zwanghaften Oma beigepuhlt bekommen. Manchmal fragt er mich, ob er eine therapie machen sollte. Ich sag dann immer nur: Ja, wenn du meinst, dass deine Lebensqualität darunter leidet und du dich zu sehr tyrannisiert und eigeschrlänkt fühlst.

Will sagen: das muss der alleinige Grund sein, eine Therapie zu machen.

Für andere sollte man das nicht machen. Das gilt naklar auch für deinen Freund.

Ich hoffe, meine Tipps könnten ihm ein bisschen Mut machen, falls er sich zu einer Therapie entschliesst!

LG

m\bfiVa


Ja, vielen Dank. Ich werde nochmal mit ihm reden! ;-)

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