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Borderline und Sado-Maso

C?entKury-82 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Gemeinde... Ich beschäftige mich immoment recht viel diesem Thema. Weil ich selbst mit einer jungen Borderlinerin zusammen war. Ich habe bei meinen recherchen und durch meine eigenen Erfahrungen festgestellt, das beides irgendwie zutrifft. Ich würde mich echt freuen, von einigen Leuten hier mal ein paar statements zu diesem Thema zu hören.

Angenommen, eine Borderlinerin schafft es in ihrem Leben nicht richtig von ihrem Leiden und ihrem gestörten Weg wegzukommen, und entwickelt fortwehrend eine Sado-Machistische Ader ( was laut meiner Recherche recht häufig ist, da man nur als Beispiel im SM-Bereich recht viele Borderliner findet ), in welche Richtung würde es dann gehen. Warscheinlich hängt das von dem Menschen und dem Fall ab. Ist also Individuell. Kann man das trotzdem pauschalisieren? Weil Borderlinerinnen ja auf der einen Seite sich selbst Schmerz zufügen und sich verletzen, auf der anderen Seite aber auch geliebte Menschen in ihrer Umgebung Schmerzen zufügen und versuchen Macht und Kontrolle auszuüben. Gehen solche Frauen dann später im Leben eher in die Richtung der Sadistin, oder in die einer Masochistin?

Vielen Dank schonmal im vorraus für eure Beiträge... LG vom Century :)D

Antworten
C.leemni


hmmmm....

ist ein interessantes Thema, wobei ich jetzt aus deinem Beitrag nicht herauslesen kann, was du mit diesem Satz:

in welche Richtung würde es dann gehen.

meinst :-/.

Ich will jetzt hier in diesem Faden auch nicht die Diskussion nochmal eröffnen, ob SVV mit Borderline gleichzusetzen ist oder nicht, aber ich denke mal, du beziehst dich auf die Borderliner, die auch selbstverletzendes Verhalten zeigen.

Ich denke mal, dass es einen entscheidenen Unterschied zwischen SM und SVV gibt: erstes zielt auf sexuelle Lustbefriedigung und auch wenn es da um Schmerz geht, ist es doch eher der Lustschmerz und beide Partner sind sich bei der Rollenverteilung einig (wäre zumindest wünschenswert - denke ich mal). Beide Seiten entscheiden sich freiwillig dazu [falls dies nicht so sein sollte und eine Seite dazu gezwungen wird, zähle ich dies nicht mehr zu dieser Szene, dies ist für mich dann eine ganz andere Richtung] Aber auch die unterlegene Seite bei diesem Spiel möchte eben diese Rolle ausleben: eben durch Schmerz und Demütigung Lust empfinden.

Beim SVV geht es aber darum mit einem Leidensdruck umzugehen. Falls es bei den sexuellen Praktiken auch ein Leidensdruck entstehen sollte und die Person mehr darunter leidet oder gar keine Befriedigung findet, spielen da ja auch wieder andere Dinge mit rein: aber hat dies noch etwas mit Lustbefriedigung zu tun? Ich denke nicht.

Wenn Personen mit SVV sich selbst verletzen ist der Leidensdruck sehr hoch und wenn du hier im Forum mal in verschiedene Fäden reinliest, wirst du auch sehen, dass für diese Personen diese Reaktion der letzte Ausweg in diesem Moment ist und auch viele lernen wollen, im Vorfeld (z.B. mit verschiedenen Skills) für sich besser damit umzugehen (heißt: nicht selbstschädigend damit umzugehen).

Wenn ein Borderliner eine andere Person verletzt, tut sie dies ja nicht, damit sich die andere Person wohl fühlt. Da gibt es verschiedene Gründe: das nicht Ertragen können, wenn sich jemand emotional nähert, das nicht aushalten können, wenn es Probleme gibt usw) und ich denke, dass sich beide Seiten dann unwohl fühlen: die Verletzende Seite und die verletzte Seite. Dies ist ja bei den SM-Praktiken nicht das Grundbedürfnis.

auf der anderen Seite aber auch geliebte Menschen in ihrer Umgebung Schmerzen zufügen und versuchen Macht und Kontrolle auszuüben.

Warum tun sie denn dies? Hier sehe ich auch wieder einen Unterschied: dieser Kontrollzwang entsteht doch daraus, weil unvorhergesehenes Angst bereitet, die Machtausübung kann daraus entstehen, dass man selbst die Zügel in der Hand hat und nicht jemand anders entscheidet (wobei es ja auch der Wunsch nach genau dem Gegenteil entstehen kann: total abhängig zu sein, um z.B. nicht Entscheidungen treffen zu müssen).

Kann man das trotzdem pauschalisieren?

So etwas finde ich generell schwierig :-).

Ich mache mir auch seit einiger Zeit Gedanken um dieses Thema: also warum möchte ich mich z.B. unterwerfen? Warum möchte ich Macht ausüben? Ich denke dass zur Ausführung dieser Praktiken diese Unterschiede eine riesengroße Rolle spielen: wenn ich will, dass mich wieder jemand verletzt, damit ich mich schlecht fühle, dann möchte ich diese Praktiken nicht ausüben. (Es sei denn mir geht es schlecht und ich will, dass es mir wieder noch schlechter geht, aber dann bin ich dennoch dafür verantwortlich was ich tu. Und wenn ich mich aus diesem Grund entscheide mich so behandeln zu lassen, kann ich dann auch nicht erbost darüber sein, wenn mich jemand so behandelt).

Wenn ich es aber möchte, um auszuprobieren ob es mir Spaß machen könnte, ist es etwas ganz anderes. Aber ich denke, dass man sich da selbst sehr gut beobachten muss.

C,enLturxy82


Ich weiß, das Borderliner/innen das selbstverletzenden Verhalten dazu benutzen, um Druck abzubauen. Oder weil sie in bestimmten Streß-Situationen wie früher in der Kindheit das Gefühl haben, an allem Schuld zu seien und sich zu bestrafen. Und eigentlich nicht bestraft werden wollen. Ich habe auch echt alles versucht um meine EX davon weg zu bekommen. Ich habe sie mit Liebe und Verständnis überschüttet, ihr immer versucht ein gutes Beispiel zu seien. Doch ich habe oft gemerkt, obwohl sie tausende male sagte: Ich Liebe Dich... Das sie mich verletzen will. Auf verschiedenste Art und Weisen. Und das ist der Punkt, wo ich mit diesem Sadistisch-Paradoxem Verhalten ansetze, was ich nicht genau verstehe und nicht nachvollziehen kann. Das man einen Menschen der immer gut zu einem war, und dem man sagt das man ihn liebt, verletzen will.

Ich habe hier noch mal einen interessanten Bericht gefunden, der auch Schuld an meinem Thread hier ist.

[[http://www.depression-bochum.de/border.htm]]

W-aterXli


Ich hab das bisher so verstanden, das Borderliner eben beides leben, also Sadismus und Masochismus, und dass das auch schnell umschwenken kann. Deswegen sind sie ja so schwierig, können zum einen nicht alleine sein und wollen Nähe und stoßen um nächsten Moment die Menschen wieder von sich.

Vielleicht hat es, wenn man nur eine Richtung bevorzugt damit zu tun, wie die individuelle Lebensgeschichte war. Musste man sich z.B. um die ganze Familie kümmern, ist man dominanter und wurde einem nie was zugetraut, unterwirft man sich lieber, da man ein geringeres Selbstbewusstsein hat?

Cflmeenxi


hallo Century82

Kannst du vielleicht noch einmal sagen, worum es dir genau geht? Geht es dir jetzt darum mit dem Verhalten von Borderline umzugehen? Ich verstehe nicht ganz, was dein Anliegen hier ist. Ich dachte zuerst, was es für Gemeinsamkeiten zwischen Verhaltenszügen und den sexuellen Vorlieben gibt, aber so sicher bin ich mir nicht mehr.

Ich habe auch echt alles versucht um meine EX davon weg zu bekommen. Ich habe sie mit Liebe und Verständnis überschüttet, ihr immer versucht ein gutes Beispiel zu seien.

Denkst du, dass deine Freundin dies überhaupt ertragen konnte? Also ich verstehe, dass du für sie etwas gutes wolltest. Aber warum glaubst du, dass du sie davon wegbekommen hättest können durch dein Verhalten? Warst du ihr Partner oder ihr Therapeut? (ich weiß, ist provokativ, aber ich habe schon öfter gelesen und auch erlebt, dass da die Grenzen schnell verschwimmen und dann beide Seiten unglücklich sind).

Doch ich habe oft gemerkt, obwohl sie tausende male sagte: Ich Liebe Dich... Das sie mich verletzen will.

Es wurde ja schon in dem von dir verlinkten Bericht erläutert, dass genau dies sehr schwierig ist: Liebe ertragen können. Vielleicht ist es ja auch so, dass gerade weil Liebe mit im Spiel war, dieser Drang zu verletzen größer wird?

Und das ist der Punkt, wo ich mit diesem Sadistisch-Paradoxem Verhalten ansetze, was ich nicht genau verstehe und nicht nachvollziehen kann.

Was kannst du nicht nachvollziehen? Dass sie sich so verhält? Macht sie denn dies aus dem Grund, damit es ihr besser geht? Glaubst du, dass sie in dem Moment mit ihrem Verhalten zufrieden ist?

Das man einen Menschen der immer gut zu einem war, und dem man sagt das man ihn liebt, verletzen will.

Vielleicht ja gerade deshalb?

l9enaTchenx22


hallo, deine frage zum thema sado-maso und borderline finde ich gut. bei mir ist genau das der fall. ich bin borderlinerin und hatte lange einen freund?, der sadistische neigungen hat. nun sitze ich in der scheisse und fühle mich total abhängig und zurückgewiesen. komme gar nicht mehr klar. die zeit mit ihm war zu heftig für mich. mache nun bald auch eine therapie, weil ich die sucht nach anerkennung und die sucht dafür alles zu tun nicht mehr im griff hab. ich rate allen: finger weg von sadistischen typen. das hätte mich fast umgebracht.

lg, euer kleines dummes mädchen

Kkyliynn


Uff, das ist ja haarsträubend, was man hier teilweise liest.

Ich habe hier noch mal einen interessanten Bericht gefunden, der auch Schuld an meinem Thread hier ist.

[[http://www.depression-bochum.de/border.htm [[www.depression-bochum.de/border.htm]]]]

Zu diesem Artikel möchte ich sagen, dass der Schreiber dieses Artikels Vater einer Borderlinerin ist und selbst depressiv. Meiner Meinung nach hat er die daraus resultierenden Probleme auch noch nicht ausreichend verarbeitet.

Ausserdem wurde dieser Artikel auch schon in einigen Borderline-Foren diskutiert und ziemlich scharf kritisiert. Zu Recht, meiner Meinung nach.

Er stellt Borderliner (von denen bei Weitem nicht alle gleich sind..!) in einem völlig falschen Licht dar. Insbesondere die Narzissmus-Passage recht zu Anfang.

Warscheinlich hängt das von dem Menschen und dem Fall ab. Ist also Individuell.

Stimmt. Manche können auch mit SM (und auch mit BDSM) nichts anfangen. Und was mich interessiert: setzt du SM mit BDSM gleich? Scheint fast so, da du Unterwerfung und Dominanz mit Sadismus und Masochismus in eine Kiste wirfst.

Kann man das trotzdem pauschalisieren?

Nein.

Ich habe auch echt alles versucht um meine EX davon weg zu bekommen.

Das ist nicht deine Aufgabe und das muss sie auch selbst wollen.

Mein Freund hat mir damals zwar dabei geholfen, aber nicht, indem er auf mich einredete und mich dazu bringen wollte, davon wegzukommen. Er hat es akzeptiert und gesagt "Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst und kann auch Distanz akzeptieren, wenn du Abstand brauchst". Und er hat sehr kreative Ideen gehabt, was das loswerden der Anspannung angeht... ;-)

Ich schneide übrigens seit 7 Jahren nicht mehr.

Ich habe sie mit Liebe und Verständnis überschüttet, ihr immer versucht ein gutes Beispiel zu seien.

Das konnte sie vielleicht nicht aushalten?

Doch ich habe oft gemerkt, obwohl sie tausende male sagte: Ich Liebe Dich... Das sie mich verletzen will. Auf verschiedenste Art und Weisen.

Sicher, dass sie dich verletzen wollte und nicht ungewollt und weil sie nicht anders konnte verletzt hat?

Und das ist der Punkt, wo ich mit diesem Sadistisch-Paradoxem Verhalten ansetze, was ich nicht genau verstehe und nicht nachvollziehen kann. Das man einen Menschen der immer gut zu einem war, und dem man sagt das man ihn liebt, verletzen will.

Vielleicht will man gar niemanden verletzen, sondern nur sich selbst schützen? Vielleicht reagiert man, wie man reagiert, weil man nicht anders kann? Weil einen ein Schutz- oder Fluchtreflex dazu zwingt? Ich jedenfalls habe mein ganzes Borderliner-Leben lang nur sehr sehr selten jemanden verletzen wollen, verletzt habe ich jedoch sehr viele Menschen sehr oft.

Ich hab das bisher so verstanden, das Borderliner eben beides leben, also Sadismus und Masochismus, und dass das auch schnell umschwenken kann.

Mit Sadismus und Masochismus hat das meist nicht viel zu tun. Mehr mit Gefühlen, Stimmungen. Diese schwanken ganz massiv.

Deswegen sind sie ja so schwierig, können zum einen nicht alleine sein und wollen Nähe und stoßen um nächsten Moment die Menschen wieder von sich.

Stimmt. Aber mit Sadismus und Masochismus hat dies nichts zu tun.

Vielleicht hat es, wenn man nur eine Richtung bevorzugt damit zu tun, wie die individuelle Lebensgeschichte war. Musste man sich z.B. um die ganze Familie kümmern, ist man dominanter und wurde einem nie was zugetraut, unterwirft man sich lieber, da man ein geringeres Selbstbewusstsein hat?

Dieses Thema wird bereits woanders diskutiert, allerdings nicht im Zusammenhang mit Borderline. Dennoch verhält es sich bei Borderlinern vermutlich nicht viel anders als beim Rest der Menschheit auch.

[[http://www.med1.de/Forum/Sexualtechniken/571805/]]

Kannst du vielleicht noch einmal sagen, worum es dir genau geht? Geht es dir jetzt darum mit dem Verhalten von Borderline umzugehen? Ich verstehe nicht ganz, was dein Anliegen hier ist. Ich dachte zuerst, was es für Gemeinsamkeiten zwischen Verhaltenszügen und den sexuellen Vorlieben gibt, aber so sicher bin ich mir nicht mehr.

Geht mir auch so.

Diesen Beitrag:

hallo, deine frage zum thema sado-maso und borderline finde ich gut. bei mir ist genau das der fall. ich bin borderlinerin und hatte lange einen freund?, der sadistische neigungen hat. nun sitze ich in der scheisse und fühle mich total abhängig und zurückgewiesen. komme gar nicht mehr klar. die zeit mit ihm war zu heftig für mich. mache nun bald auch eine therapie, weil ich die sucht nach anerkennung und die sucht dafür alles zu tun nicht mehr im griff hab. ich rate allen: finger weg von sadistischen typen. das hätte mich fast umgebracht.

empfinde ich als völlig unreflektiert und pauschalisiert.

Ich lebe meine BDSM-Neigungen beim Sex aus, als devoter Part. Schmerzen brauche ich auch während der BDSM-Spiele gar nicht, kann mal passieren, aber im Wesentlichen geht's mir da um die Machtspiele, daraus ziehe ich Befriedigung. Meinem Freund, als dominantem Part, geht es da genau so.

Im Alltag führen wir eine stabile und gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe.

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