Unter Menschen sein

07.09.09  22:41

Hallo,

komische Überschrift, ich weiß...aber ich wusste nicht, wie ich es anders benennen sollte...

Es ist so, dass ich mich seit Jahren schon immer mehr von Freunden und Bekannten zurückgezogen habe. Ich fand es zunehmend anstrengend, in Gegenwart von Menschen zu sein. Ein großer Faktor ist da wohl mein Selbstbewusstsein, was nicht vorhanden ist. Die ständigen Bemühungen, beliebt zu sein und gut anzukommen, gut auszusehen etc, die Überlegungen vor jedem Satz "Was sag ich jetzt, was kommt blöd, was kommt schlau"....ich konnte kaum noch frei "Ich" sein.....DAnn kam meine Depression und von da an wollte ich niemanden mehr sehen. Weiter die Maske der gut-gelaunten zu tragen - nein das konnte ich nicht mehr. Mir ging es scheisse, und ich konnte es nicht zeigen, ich wollte es nicht zeigen. Ich war so enttäuscht von mir selbst, wie soll mich so jemand mögen.

Mittlerweile geht es mir besser, aber ich habe das Gefühl, ich habe den Umgang mit Mitmenschen total verlernt. Wenn ich heute in Gesellschaft bin, dann bin ich stumm. Ich bin leer im Kopf, weiß über nichts zu reden, das ist so peinlich und nicht auszuhalten. Ich habe auch immernoch keine Lust und keinen Mut, mich mit Menschen zu treffen. Familientreffen, Geburstage sind eine Qual. Alte Freunde wiedersehen - nein, keine Lust. Und keinen Mut. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Ich fühl mich so allein. Wie gerne hätte ich wieder jemanden, mit dem ich mich ungezwungen und gerne treffe, mit dem ich mich austauschen kann, ganz locker. Wie gern würd ich einfach wieder leben. Aber ich weiß einfach nicht wo ich ansetzen soll. Schon seit Monaten versuche ich mich dazu bekommen, mich im Fitnessstudio anzumelden, oder im Sportverein, wo ich Menschen kennenlernen könnte. Ich trau mich verdammtnochmal nicht.

Dazu kommt, dass Freunde es wohl nicht leicht bei mir haben. Ich verlier schnell das Interesse an Menschen. Aber wenn ich jemanden an mich ranlasse und zulasse, dass ich eine Freundschaft aufbauen kann, dann bin ich ein toller Freund...Ich weiß nicht, ob das alles ein Symptom einer Persönlichkeitsstörung oder einfach "Verlernen" von sozialen Kompetenzen ist. Denn ich war früher gerne unter Menschen, immer unterwegs - ich war so fröhlich....

Ich würde gerne mit Menschen reden, denen es genauso geht. Diese Gratwanderung zwischen nicht alleine sein wollen und nicht unter Menschen sein können.

Verzweifelte Grüße

M~yLiyfeUnxcut

09.09.09  17:45

irgendwie scheinen meine Beiträge nie sonderlich auf Interesse zu stoßen....:(

MjyOLifeU;ncuxt

09.09.09  18:41

huhu. *:)

aaalso, mir gehts ähnlich. ich hab zwar freunde, aber ich bin nicht der mensch, der sich jeden tag treffen/reden/spaß haben will. ich brauch meistens viel zeit für mich und jaaa.

mitmenschen und freunde sind bei mir oft mit "stress" verbunden, fertig machen, mit dem auto fahren, spät nach hause kommmen, müde sein, wenig schlaf haben, enge räume, viele/fremde menschen. (ach ja: emetophobie...)

mein problem mit "neuen freunden" ist es, dass ich mich immer gezwungen fühl mit wegzugehen.

weil ich denke, wenn ich meistens "nein" sage, sie bald kein interesse an mir haben/denken ich hab keine lust auf sie...usw. :-/

hm, einen rat kann ich dir ansonsten nicht geben.naja, obwohl: tu das, wonach dir ist und hab mut. :)*

k/alte=r_k~affee

09.09.09  18:45

Ich denke mal daß dein zurückhaltendes Verhalten auch sehr stark mit deinen Erlebnissen zusammenhängt, die Du in [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/462075/11978233/ diesem Beitrag]] selbst dargestellt hast. Um wirklich wieder Lebensfreude zu bekommen, wäre der Eintritt in einem Sportverein eine sehr gute Entscheidung. Versuche dich doch mal einer Laufgruppe anzuschließen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man dort sehr ungezwungen miteinander umgeht und schnell mit den anderen in's Gespräch kommt.

Der Sport wird dir gut Tun und auch deine ganzen anderen Beschwerden die Du in deinen Fäden geschildert hast werden sich erheblich bessern.

Ich weiß nicht, ob das alles ein Symptom einer Persönlichkeitsstörung oder einfach "Verlernen" von sozialen Kompetenzen ist.

Betrachte daß ganze doch mal ganz nüchtern: Eine Persönlichkeitsstörung hast Du sicherlich nicht. Aber es kann durchaus sein, daß Du verlernt hast auf Menschen zuzugehen und neue Kontakte zu knüpfen.

SBtu{rm

09.09.09  18:59

Danke für eure Antworten @:)

@ kalter kaffee

mein problem mit "neuen freunden" ist es, dass ich mich immer gezwungen fühl mit wegzugehen.

weil ich denke, wenn ich meistens "nein" sage, sie bald kein interesse an mir haben/denken ich hab keine lust auf sie...usw. :-/

So hab ich auch die meisten Chancen verspielt. Ich gehe dann nicht aus Angst trotzdem mit sondern sage wirklich ab, wenn mir nicht danach ist. Und das kommt bei den meisten halt wie Desinteresse an und dann nimmt auch deren Interesse ab. Dabei ist mir oft (spontan) einfach überhaupt nicht nach Treffen...

Emetophobie ist zwar oft anwesend, aber zum Glück weniger der Grund, dass ich nicht weggehe...Es schränkt halt nur gewisse Dinge ein bei mir.

@ Sturm

Naja die Persönlichkeitsstörung ist schon diagnostiziert, aber ich nehm die Diagnose nicht so ernst, demnach weiß ich nicht woran ich bin. Ist auch eigentlich nicht wichtig - wenn mich die Eigenschaften störenn und ich die wirklich beseitigen möchte, dann schaff ich das auch...

Laufen ist nun so garnicht mein Ding, aber so etwas in der Richtung wär echt förderlich. Ich bring den Mut einfach nicht auf.

Zumindest hab ich Freitag einen Termin, wo ich mir eine mögliche Reitbeteiligung anschauen gehe (ja ich werde mich trauen!)....wieder EIN Lichtblick...

MNyLif$eeUncuxt

09.09.09  19:10

Nur Mut!:)_ ;-) :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

Setuxrm

09.09.09  20:13

Angststörung? Sozialphobie? Ängste, in bestimmten Situationen mit Menschen zusammenzusein? Familientreffen, Geburtstage, Fitness-Studio, Sportverein? Gut ankommen? Gut aussehen? Was sage ich jetzt? Depression.

Und: was ist Emetophobie?

F?rauM*ueller

09.09.09  20:19

Angststörung? Sozialphobie? Ängste, in bestimmten Situationen mit Menschen zusammenzusein? Familientreffen, Geburtstage, Fitness-Studio, Sportverein? Gut ankommen? Gut aussehen? Was sage ich jetzt? Depression.

wie meinst du das? :-/

Und: was ist Emetophobie?

die angst vorm erbrechen. klingt jetzt simpel, aber so simpel ist es nicht...das zieht so einiges nach sich. >:(

kEalter0_kafWfee

09.09.09  20:20

ganz klare selbstbewustseins-schwäche.

Du musst rauß! ein Mensch ist kein Einzelgänger, man brauch soziale Kontakte,

wobei ich auch eher so ein Typ bin wie es kalter_kaffee beschreibt,

ich bin auch sehr gerne für mich alleine... dann kann man rumlaufen wie man will, hat kein streß, kann tun was man will.

Aber ab und zu braucht man soziale Kontakte, sonst wirst du doch verrückt.

Ich habe 2 gute Freunde mit denen mache ich regelmäßig was, eigntlich auhc jedes Wochenende auf tour, mit Frauen habe ich auch genug Kontakt/Sex..usw:)

aber irgendwie auch keine Freundin, weil ich diese "Nähe" und Bindung dann auch nicht abkann-

deswegen wäre meine nächste Frage an dich, hast du einen Freund?

s#to!rmtrPoopexr21

09.09.09  20:26

Das ist - hört sich ejtzt blöd an - schön, dass es noch mehr Leute gibt die so fühlen und man nicht allein so ist.

Mir gehts genauso wie der Dir @ TheLifeuncut

MJa|ngu8x6

09.09.09  20:28

Zumal man immern ur die anderen Leute sieht, die ohne weiteres auf andere Leute zugehen, irgendwas reden und daraus super Unterhaltungen entstehen- und sobald man das selbst versucht ist meist nach den ersten paar Wörtern Stille

MGangLu8x6

09.09.09  20:31

ich meine, daß das, was MyLifeuncut schreibt, teilweise den Symptomen einer Sozialphobie entspricht. Aber da kommen auch sicher noch andere Sachen zu.....vielleicht sind die Ängste, in bestimmten Situationen mit Menschen zusammen zu sein, gar nicht die Hauptstörung, vielleicht ist die Emetophobie im Vordergrund. Auf jeden Fall hat MyLifeuncut eine leichte Persönlichkeitsstörung, wie sie ja auch selber bestätigt. Wie man da rauskommt? Tja, u.U. eher schwierig. Sie schreibt, sie traut sich nicht.....ja, was soll man denn machen, wenn man sich nicht traut? Aber jetzt hat sich MyLifeuncut ja erstmal vorgenommen, zu einer Reitbeteiligung zu gehen - das ist ja schon mal ein Superanfang!

:)* :)* :)*

FUraKuZMuelxler

09.09.09  21:47

deswegen wäre meine nächste Frage an dich, hast du einen Freund?

Ja, der fängt mich natürlich nach seinem Ermessen gut auf.

Zumal man immern ur die anderen Leute sieht, die ohne weiteres auf andere Leute zugehen, irgendwas reden und daraus super Unterhaltungen entstehen- und sobald man das selbst versucht ist meist nach den ersten paar Wörtern Stille

Ganz genau...wenn ich meinen Freund sehe: Der quatscht im Internet ein paar Leute an aufgrund gleicher Hobbies, 2 Wochen später trifft er sich mit denen, geht mit denen angeln, fliegt 3 mal im Jahr nach Berlin zu Internetfreunden mit denen er auch so gern und häufig quatscht.. und dann ich dagegen...das kleine Mäuschen...wobei man mir auch oft sagt, dass meine Zuirückhaltung angenehmer ist als so ein Plappermaul....aber ZU zurückhaltend und so wie jetzt ist es halt eherkontraproduktiv, wenn man Freunde sucht^^

Frau Müller, ja, die Sozialphobie (wenn ich mir das so durchlese) trifft wirklich zu. Allerdings ist es bei mir denke ich wirklich so entwickelt worden, von mir selbst, durch die Depression, vor allem aber durch meine Selbstzweifel - damit habe ich mir letztendlich alles kaputt gemacht. Wenn ich Menschen kenne (etwas besser kenne), dann bin ich ab und zu gerne im Mittelpunkt, mache Witze, nehme die Führungsposition an, wenn etwas zu erledigen ist. Das alles sagt mir, dass es nicht richtig krankhaft - sondern eher verlernt ist und ich das auch wieder erlernen kann.

~~Du kannst mich auch ruhig direkt ansprechen, brauchst nicht in der 3. Person schreiben ;-D ~~

M9yLifLeUnxcut

10.09.09  20:57

oh entschuldige, irgendjemand anderes hatte mich gefragt - aber das it ja vielleicht inzwischen schon kalter Kaffee... ;-D

Die Sozialphobie ist doch nicht von dir selbst entwickelt worden! Also wirklich nicht! Und durch die Depression hast du dir auch nicht letztendlich alles kaputt gemacht. -

Die Depression gehört auch zu einer Sozialphobie! Ist doch klar! Du (bzw. jeder Betroffene!) hast (hat!) Probleme, auf andere zuzugehen - "was sag ich jetzt - was kommt blöd - was kommt schlau", Bemühungen, beliebt zu sein und gut anzukommen, gut auszusehen, jeden Satz vorher überlegen. Dadurch sagst Du eben erst mal nichts, denn Du überlegst ja noch, was Du genau sagen könntest, dann ist die Situation schon wieder weg, Du überlegst neu, usw. Der kontakt mit den Leuten läuft nicht richtig, weil Du meistens damit beschäftigt bist, wie (negativ) Du wohl jetzt gerade wieder auf die Leute wirkst. :-/

Irgendwann hast du keinen Mut mehr, Dich mit Menschen zu treffen, Familientreffen, Geburtstage sind eine Qual, Du traust Dich nicht, Dich im Fitnessstudio oder im Sportverein anzumelden |-o

Du ziehst Dich zurück und umgibst Dich mit vielen dunklen Gedanken.

Darüber kann man dann schließlich depressiv werden.

Die Angst vor Menschen in bestimmten Situationen hast Du Dir nicht selber entwickelt - die Angst wird schon in Deinem Leben irgendeinen Grund haben. Aber keinesfalls bedeutet die Angst, daß Du Dir obendrein auch noch die Schuld für diese Störung Deiner Persönlichkeit gibst!

Schuld macht auch schon wieder depressiv!

DU HAST KEINE SCHULD !!!

:)* :)* :)* :)*

F%rau^Muel7lexr

10.09.09  22:09

Ich hab noch nie btrachtet dass die Depression aus dem sozialen Rüvkzug entstanden ist ... ich dachte immer es war andersrum. Aber genauso wie du es sagst, triffts auf mich zu.

Warum kennst du dich da so gut aus?

danke für den lieben und auch einleuchtenden beitrag @:)

MxyLif~e)Uncut

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