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Mirtazapin gegen Schlafstörungen

FOrankyJ69NRxW hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Ich habe heute das Medikament Mirtazapin gegen meine Schlafstörungen verschrieben bekommen. Ich soll 15 mg jeden Abend nehmen. Ich habe es nicht wegen Depressionen verschrieben bekommen, sondern eher dafür, das ich Alkoholiker bin und seit dem ich keinen Alk mehr trinke nicht mehr richtig schlafen kann.

Nun hab ich (blöderweise) mal im Internet geschaut, was das für ein Medikament ist. Es soll ja teilweise zu heftigen Nebenwirkungen kommen. Allerdings wohl nicht bei der geringen Dosis von 15 mg.

Wer hat Erfahrungen mit diesem Medikament bei Schlafstörungen?

Wem hat es geholfen, wer rät eher von ab?

Gruß

Franky

Antworten
BXlues,pirxit


ich nehm 15 mg abends zum einschlafen nebenwirkung:manchmal krasse Träume (steht auch im Beipackzettel)gruss

FararnkyH69NRxW


@ Bluespirit

Danke für die Antwort. Na krasse Träume hab ich auch bisher ohne das Medikament. Wenn ich schlafe träume ich nur Scheisse und komm Morgens kaum aus dem Bett.

Hast Du irgendwelche nennenswerten Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme (nehm das Medikament nicht, wenn ich dadurch dicker werde ;-)... hab mir grad im Fitnessstudio ne sportliche Figur antrainiert...).

Ich will einfach nur gut einschlafen, durchschlafen und morgens ohne sich total platt zu fühlen aufstehen. Meine Psychologin meint, das es dafür sehr gut geeignet ist.

*@Starltight*8x1


Ich nehm 30 mg abends. Angefangen hab ich auch mit 15 mg. Anfangs konnte ich auch wirklich gut schlafen, war allerdings auch ständig müde. Dann gings schlechter mit dem Schlafen, hab dann auf 30 mg hoch dosiert. Aber einschlafen kann ich immer noch nicht so gut. Und Träume hab ich auch ziemlich intensiv, wie Bluespirit ja auch schon geschrieben hat. Und mittlerweile 3 kg zugenommen :-/

*pStatrli*ght*x81


Hast Du irgendwelche nennenswerten Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme (nehm das Medikament nicht, wenn ich dadurch dicker werde

Ich glaub das ist auch bei jedem anders. Wenn man darauf achtet, was man isst, nimmt man vielleicht nicht zu. Allerdings hab ich immer ziemlich Heisshunger seit ich die nehme.

Ich will einfach nur gut einschlafen, durchschlafen und morgens ohne sich total platt zu fühlen aufstehen.

Also ich fühl mich morgens ziemlich platt. Ist aber wahrscheinlich auch nicht bei jedem so. Ich würde es an Deiner Stelle einfach ausprobieren. Es hat ja keinen Abhängigkeits-Effekt.

Fcrank1y69NxRW


@ *Starlight*81

Danke. Also ich esse eh schon sehr diszipliniert, weil ich auch mit dem Rauchen aufgehört habe. Hab kein Gramm deshalb bisher zugenommen.

Nun, ich werde es mal ausprobieren. Hab aber noch nie Psychopharmaka genommen.

*ZStarl&ightx*81


Hab ich vorher auch nicht, und war anfangs auch skeptisch gegenüber solchen Mitteln. Aber ich bekomm es gegen Panikattacken und Angstzustände. Und bis jetzt hilft es mir da sehr gut.

F}ranky(6X9NRW


Panikattacken und Angstzustände habe ich nicht. Mir ist es halt wegen meiner Schlaflosigkeit verschrieben worden.

Nur wegen Schlaflosigkeit.

Will nur deswegen nicht mit Medikamenten auf mich schiessen nach dem Motto... "Spatzen mit Kanonen erlegen".

B6lueispei3rit


ja Gewichtszunahme,istca 10kg ist bei mir aber nicht tragisch,da eher ein dürrer hering war,mehr solls aber nicht werden weg.Sport ;-)

F<räulepinCx.


Nehme seit 3 1/2 Jahren Mirtazapin zur Nacht als Kombi-AD und bin da immer gut mit gefahren.

Jetzt hat es allerdings kaum mehr positive schlaffördernde Wirkung, so daß ich mit meiner Psychiaterin hier mal sprechen werde, ob man man anderes zur Nacht nehmen kann (Tropfen oder so).

Ich habe damit immer sehr gut geschlafen und bin morgens frisch aufgewacht.

Anfangs nahm ich 45 mg, dann runter bis auf 15 mg und nun wieder hoch auf 45 mg (aber nur, da ich ein anderes AD für tagsüber absetzen mußte und nun ein neues AD einschleiche).

Habe immer die Schmelztabletten verschreiben lassen, die gehen schneller ins Blut und die Müdigkeit setzte schneller ein.

Ich hatte deutlich Gewichtszunahme, bedingt durch den Heisshunger und die damit verbundenen Essenattacken - war manchmal wirklich leider so, völlig außer Kontrolle die Leckereien essen, obwohl man weiß, es setzt super an.

Aber die Gewichtszunahme kann auch noch vom anderen AD sein, das kann ich nicht sagen.

Habe insgesamt in 3 Jahren 20 kg zugenommen, das ist sehr viel und bin auch unglücklich damit. Aber lieber gut den Alltag übersehen und Nachts schlafen können, da bin ich lieber fett...

Aber vielleicht solltest Du einfach nochmal klären, wenn Du es nur zum Schlafen brauchst, ob es dann wirklich ein AD sein soll. Also es soll ja wirklich sehr gute Tropfen geben, da könntest Du dann je nach Bedarf nehmen und müßtest nicht täglich ein Medikament nehmen.

Viele Grüsse

SpilbPer


da könntest Du dann je nach Bedarf nehmen und müßtest nicht täglich ein Medikament nehmen.

Das ist bei Antidepressiva auch möglich (wenn man, wie hier, den antidepressiven Effekt nicht benötigt), da man hier eher von der Nebenwirkung (also von der Müdigkeit) profitiert als von der eigentlichen Wirkung. Der Gewöhnungseffekt ist leider häufig, eben weil Nebenwirkungen mit der Zeit weniger werden und somit auch die Müdigkeit. Die Erfahrung habe ich auch gemacht, sowohl bei Trimipramin als auch bei Doxepin (beides trizyklische Antidepressiva). Mirtazapin ist bekannt dafür, häufig für Heisshunger zu sorgen. Das einzige mir bekannte Antidepressivum, das müde macht, aber Gewichtszunahme gar nicht erst in den Nebenwirkungen erwähnt hat, ist Trazodon. Wobei man auch von anderen Wirkstoffen nicht zwangsläufig zunimmt, bei mir war das weder beim Doxepin noch beim Trimipramin der Fall.

Alternativen zu Antidepressiva wären z.B.:

-Zolpidem oder Zopiclon: Haben beide den Nachteil, dass sie bei täglicher Einahme ein gewisses Mass an Abhängigkeit mit sich bringen können (nebst Gewöhnungseffekt, d.h. es wirkt nach einer Weile evtl. nicht mehr gleich gut), vor allem kann es nach dem Absetzen nebst körperlichen Symptomen zu sogenannter Rebound-Schlaflosigkeit kommen, sprich nach dem Absetzen sind die Schlafprobleme erstmal noch schlimmer als vorher. Das trifft aber, wie gesagt, nur auf Dauereinnahme zu.

-Antihistaminika der ersten Generation, da diese als Nebenwirkung müde machen. Von diesem Effekt kann man profitieren, manche Wirkstoffe sind auch offiziell als Schlafmittel (rezeptfrei sogar) zugelassen (z.B. Diphenhydramin, Doxylamin). Promethazin ist auch eine Möglichkeit, jedoch verschreibungspflichtig, soweit ich weiss.

-Davon halte ich wenig, aber das ist nur meine persönliche Laienmeinung, manche Ärzte sehen es anders: Neuroleptika. Da reicht dann normalerweise schon eine niedrige Dosis, so dass die Nebenwirkungen überschaubar sind. Ich halte trotzdem nichts davon, finde es, wenn man "nur" (im Sinne von "sonst keine anderen Symptome") Schlafstörungen hat, übertrieben. Zudem hat man hier auch sehr häufig die Gewichtszunahme. Letztendlich ist das aber natürlich Entscheidung des Arztes, wie gesagt, manche finden das eine gute Möglichkeit.

F ranfky6!9NRW


Vielen Dank für die Antworten.

Ich bin bei meiner Therapeutin in Behandlung wegen meines Alkoholproblems, um eine dauerhafte Abstinenz zu unterstützen. Sie fragte mich, wie es mir geht und ich sagte soweit ganz gut, bis auf meine Schlafprobleme. Nachdem wir eine ganze Menge anderer Sachen, wie übermässigen Koffeiin- oder Nikotionkonsum ausgeschlossen hatten meinte sie, das ich das Medikament mal ausprobieren sollte.

Sie wies aber gleich darauf hin, das ich mich nicht erschrecken soll, das es ein Antidepresiva ist. Das sei für mich nicht für Belang.

Ich komm wirklich gut mit ihr zurecht und vertraue ihr auch. Dennoch werde ich bei der nächsten Sitzung nochmal hinterfragen, ob dann was anderes nicht vielleicht doch besser wäre. Werde das Medikament solange erst mal nicht zu mir nehmen.

Ich versuche mal Baldrian-Tropfen oder sowas. Vielleicht hilft es ja... oder wie heisst das andere? Johanniskraut? Wobei ich bin nicht unruhig oder nervös.

Meine Probleme rühren dadrin, das ich einfach erstmal nicht müde bin, wenn ich ins Bett gehe. Also ich bin nicht müde und kann nicht schlafen, sondern ich bin einfach nicht müde. Guck dann lange Fernsehen und penn dann so um 1 Uhr ein. Bin dann natürlich schon total k.o. wenn morgens um 6 Uhr der Wecker geht und hab natürlich gar keine Lust aufzustehen. Bleib dann lieber noch ne Stunde liegen (hab Gleitzeit auf der Arbeit).

Diese Müdigkeit zieht sich dann ein wenig über den Tag, bis ich so ab spät nachmittags wieder total "fit" bin.... der "tote" Punkt überwunden ist. Und so wiederholt es sich dann halt.

Am Wochenende schlaf ich locker bis 11-12 Uhr durch.

Ich wach übrigens auch nicht oft auf, wenn ich schlafe. Träume auch... ne Menge Unsinn teilweise. Schlaf halt nur schlecht ein.

Ich denke, das liegt daran, das ich in meiner aktiven Alkoholiker-Phase mich Abends in den Schlaf getrunken habe. Das fällt nun ja weg - seit ein paar Wochen.

Vielleicht braucht mein Körper auch einfach nur Zeit um sich wieder an einen normalen Schlaf-Wach-Rhytmus zu gewöhnen.

Aber ätzend ist es schon, wenn man erst "mitten in der Nacht" einschläft und morgens total müde, matschig in der Birne ist.

Nur, wie schon erwähnt, ich nehme natürlich nicht in Kauf, ein Medikament zu nehmen, bei dem ich auseinandergehe wie nen Hefeteig ;-). Soll keine übertriebene Eitelkeit sein. Aber mein Aussehen ist mir ja auch irgendwie wichtig.

Sonst brauch ich nachher wirklich noch Anti-Depresiva :-/

S8ilbexr


oder wie heisst das andere? Johanniskraut? Wobei ich bin nicht unruhig oder nervös.

Johanniskraut dürfte wenig helfen, da es eigentlich auch eher antidepressiv wirkt. Du darfst es so oder so nicht nehmen, wenn du Mirtazapin oder ein anderes Antidepressivum (naja, je nach Wirkstoff) nimmst, es kann wechselwirken.

Nebst Baldrian wirken, soweit ich das im Hinterkopf habe, auch Hopfen und Passionsblume irgendwie beruhigend. Weil aber auch pflanzliche Wirkstoffe Medikamente sind wie andere auch, d.h. ebenso ihre Neben- und Wechselwirkungen haben können, ist es sinnvoll, das ebenfalls mit deiner Therapeutin zu besprechen.

du schreibst, du bist nicht müde, wenn du ins Bett gehst - das meinst du auf den Kopf bezogen, nicht auf den Körper, oder? D.h. du bist körperlich müde, aber dein Kopf ist es nicht? Da wäre es nämlich überlegenswert, was in Richtung Entspannungstechniken zu erlernen - Autogenes Training, PMR, was dir da auch immer zusagt. Vielleicht klappt es so ja auch ohne Medikamente?

Soll keine übertriebene Eitelkeit sein. Aber mein Aussehen ist mir ja auch irgendwie wichtig.

das finde ich sehr nachvollziehbar. ;-)

FjranPky69xNRW


@ Silber

Will es ohne Medikamente schaffen.

Mach in der nächsten Woche autogenes Training mit. Da wollen mich 2 gute Freunde mit hinnehmen. Und geh einfach mal mit.

Weisst Du was mir grade hilft? Hört sich bescheuert an. Aber lade mir grad ne Menge 3 Fragezeichen und Fünf Freunde-Hörspiele aus dem Netz runter. Die alten guten Hörspiele. Die sind spannend. Und machen müde. Diese Hörspiele hör ich beim pennen. Darf man keinen erzählen, das ich das höre.... war übrigens auch nen Tipp von meiner Psychologin.

Aber ich schlaf gut ein dabei....peinlich... oder?

Stilb6er


Nein, das finde ich gar nicht peinlich! :-D ich habe mir in den letzten Monaten auch zig Kinderkassetten von früher angeschafft - zum gleichen Zweck. ;-) ist doch gut, wenn dir das hilft. :)z

Ich habe mir beim Autogenen Training eine CD gekauft, weil ich es einfacher finde, das nach Anleitung zu machen, also wenn mir jemand die Formeln vorsagt. Das wäre also auch eine Möglichkeit, wenn dir diese Methode zusagt. Nicht jeder kann damit was anfangen, andere mögen Progressive Muskelrelaxation lieber (das mag ich wiederum gar nicht).

Experimentieren schadet nicht - solange man bei konstruktiven Dingen bleibt, die einem nicht schaden. :-)

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