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Warum gleich Paroxetin?

gwoldeng'loLves hat die Diskussion gestartet


Ich stelle diese Frage aus einem einfachen Grund. Meine Freundin bekam von einer Allgemeinmedizinerin im April dieses Jahres Paroxetin (20mg) verschrieben. Grund dafür waren Angstzustände und Herzrasen. Ohne grosse weitere Nachfragen warum und woher wurde sofort dieser Wirkstoff verschrieben. Nach Recherchen und Erfahrungsberichten ist das Zeugs nicht ganz ungefährlich. Eigentlich sollte ein Arzt doch erst mal die Ursachen erforschen bevor sofort an den Symtomen gedocktert wird. Bzw erst mal ein spezialist zu Rate gezogen werden. Auf jedenfall hat sich ihrer Lebenssituation inzwischen geändert und sie fühlt sich viel wohler. ( Die Tabletten bekam sie vor meiner Zeit mit Ihr) Sie nimmt die Dinger nun seit April und möchte sie schnellst möglich loswerden wegen der Nebenwirkungen ( Orgasmusunfähigkeit usw) . Hat jemand diesen Wirkstoff hier schon mal ohne Probleme abgesetzt??.

Desweitern meine Frage ist es möglich evtl Klage gegen die Ärztin einzureichen wegen fehlender Aufklärung ??? Es wurde nicht auf Abhängikeit und Nebenwirkungen hingewiesen. Nur lapidar erklärt: Mal ein Jahr nehmen und dann sehen wie es ist. Das kann es doch wohl nicht sein. Man macht sich mit den Dingern ja mehr Probleme als vorher. Ihre Lebensituation ist ja sehr gut , Job , glückliche Beziehung , und Kinderwunsch usw also nur positive Dinge.

Leider sind im Netz meist nur Berichte zu lesen wie schwierig das zu sein scheint. Das meiste ist doch eine Kopfsache:

Gruss Rüdiger

Danke im vorraus

Antworten
gLolde7ngleoves


keiner Erfahrung damit ???

R;ave-nxya


Hallo Rüdiger,

vorweg, nein ich habe keine eigenen Erfahrungen mit diesem Medikament.

Ich bekomme Doxepine.

was ich mich aber frage, ist, warum Deine Freundin nicht noch mal mit dem Arzt spricht. Es ist doch klasse das es ihr besser geht- was zum Teil auch an den Medi s liegen könnte.

Mein Doc hat mir auch erklärt ich muss das Doxepine über einen längeren Zeitraum nehmen und wenn ich es absetzen möchte muss ich es - wie alle Antidepressiva >aus schleichen< und sollte vorher noch mal mit ihm darüber reden.

Ich kann verstehen dass Du wütend bist , darüber dass der Arzt angeblich Deine Freundin nicht richtig aufgeklärt hat über das Medikament. Und auch darüber, dass es mit dem Sex nicht so toll klappt. Für mich, würde ich das auch als Belastung im Raum stehen und , ich würde mit meinem Arzt noch mal darüber reden. Zumal das Medikament das Deine Freundin bekommt im Verruf steht die Brustkrebsgefahr um ein 7 Faches zu vergrößern.

S6igbutxe


Ich bin generell sehr skeptisch wenn Hausärzte Psychopharmaka verschreiben. Der Arzt hätte sie damals an einen Psychiater überweisen sollen, das wäre viel seriöser. Das sie von dem Medikament angeblich süchtig geworden ist ist es so eine Sache. Offiziell gilt Paroxetin nicht als suchtmachendes Medikament wobei Erfahrungsberichte von Patienten dies widerlegen. Von einer Klage diesbezüglich kann ich euch nur abraten... wird nur Geld kosten und wird garantiert zu keinem Ergebnis führen. :|N Kann ich mir zumindest beim besten Willen NICHT vorstellen.

Die Nebenwirkungen von Paroxetin können tatsächlich heftig sein - allerdings sind diese auch in der Packungsbeilage aufgelistet. Hat sie diese nicht gelesen bevor sie das Medikament einnahm?

Ich habe schon mal Paroxetin genommen und habe es problemlos absetzen können. Habe es aber nicht lange genommen. Wenn du/ihr Bedenken habts würde ich vor dem Absetzen zu einem guten Psychiater gehen und ihn um Rat fragen wie sie das am besten machen sollte - sofort absetzen oder ausschleichen.

Viel Glück wünsche ich dir/euch @:) :)*

AtzuceHnxa1


Desweitern meine Frage ist es möglich evtl Klage gegen die Ärztin einzureichen wegen fehlender Aufklärung

Ist deine Freundin minderjährig, wenn nicht würde ich so etwas nicht machen.

Ich habe noch nicht erlebt, dass Hausärzte auf Nebenwirkungen hinweisen. Es wird wohl angenommen, dass Erwachsene die Packungsbeilage lesen. :-/

ADs machen so viel ich bis jetzt gehört habe nicht abhängig.(Absetzsymptome, ja!)

Ich hatte bei Paroxetin keine Schwierigkeiten.

S%ilxber


Zumal das Medikament das Deine Freundin bekommt im Verruf steht die Brustkrebsgefahr um ein 7 Faches zu vergrößern.

hast du dafür Quellen? Das stimmt anscheinend nämlich nicht. [[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19226540?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum klick]]

das müsste doch sicherlich auch in der Packungsbeilage stehen.

Zum Thema: Eine Klage halte ich hier sowieso für unangebracht, weil der Arzt nicht fahrlässig gehandelt hat (zumal man als Patient die Packungsbeilage lesen kann). Über die Methode, einfach direkt Antidepressiva zu verschreiben, kann man sich streiten, ich finde das auch nicht gut. Aber so schlimm finde ich es nun auch wieder nicht. Paroxetin kann Absetzsymptome verursachen, macht aber nicht körperlich abhängig - eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen ist z.B. nochmal ein ganz anderes Kaliber. Paroxetin lässt sich zudem relativ gut mit der Suspension ausschleichen. Ich habe das so gemacht und damit keinerlei Absetzsymptome mehr gehabt. :)^

sJoaIp b'ubble


Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Ich nehme Paroxetin seit einigen Jahren und muss sagen ohne dieses Mittel war mein Leben nicht lebenswert. Angstzustände ohne Ende, Schlafstörungen, Herzrasen, Sozialphobie usw.

Ich bin dankbar das es Paroxetin gibt. Ich habe keinerlei Nebenwirkungen, lasse mein Blut jedes halbe Jahr untersuchen, ( alles ok ), meine Orgasmen sind völlig in Ordnung und schön ;-) und Brustkrebs habe ich auch keinen. Letzte Mammographie aufgrund etwas anderem war vor 3 Monaten.

Heute bin ich dank des Mittels in der Lage mich normal und ohne Angst mit anderen auszutauschen und mein Selbstbewusstsein ist enorm gewachsen durch die positiven Erfahrungen die ich mit anderen Menschen mache. ( Nur weil ich mich nun traue mit anderen zu kommunizieren ).

Also, lass deiner Freundin dieses schöne Gefühl, es geht ihr ja besser. Was anders wird wenn sie es absetzt.

LG,

Rtave^nhyxa


@ Silber:

[[http://www.cbc.ca/news/story/2002/02/14/depressioncancer_020214.html]]

[[http://www.bv-neurologe.de/main/img_neuro.php?SID&amp;datei_id=2602]]

[[http://wapedia.mobi/de/Serotonin-Wiederaufnahmehemmer#4.]]

Ich bin kein Fachmann für Medikamente und ich weiß selbst dass alle Medis auch unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Ich hab viele Jahre Vioxx genommen und meine Gefäße sind trotz dieses Medikamentes und des Nikotinkonsumes top... und andere Menschen sind dank Vioxx gestorben. Es ist ein Risiko - ja- und, es muss nicht schädlich sein.

In den ersten Tagen in dem ich Doxepine genommen hab rannte ich wie ein Zombie rum , hatte übelste Kreislaufprobleme , starke Mundtrockenheit, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen und konnte nicht richtig pullern. Inzwischen hab ich überhaubt keine Probleme mehr mit diesen Nebenwirkungen und bin Dankbar dass ich dieses Medikament nehmen kann, da es mir hilft zu schlafen und ich auch wieder vernünftig esse. Einige Menschen nehmen stark zu durch Doxepin. Ich hatte 48 Kg bei beginn der Therapie und bin jetzt ( zum Glück ! ) bei 51 Kg und halte dieses Gewicht seit 2 Monaten.

Ich bin wirklich kein Fan von Psychopharmaka , aber es gibt Situationen wo sie durchaus angemessen sind. In meinem Fall ist das so , und soap bubble scheint ja auch zufrieden zu sein mit ihrem Medikament.

SYil-ber


und soap bubble scheint ja auch zufrieden zu sein mit ihrem Medikament.

ich bin auch zufrieden mit meinem. ;-) ich glaube, Risiken hat man bei fast jedem Medikament, beim einen mehr, beim anderen weniger. Wenn man als Alternative den ganzen psychischen Kram - Depressionen, Suizidgedanken etc. - hat, nimmt man das eher in Kauf, denke ich. Ich bin also keinesfalls gegen Psychopharmaka, falls das so rüberkam. Ich finde aber, manchmal werden gerade Antidepressiva sehr vorschnell verschrieben.

Was es nun mit dem Krebs auf sich hat ist mir nicht klar. Einmal heisst es, Risiko erhöht, dann wieder, Risiko nicht erhöht? :-/

RTavexnya


@ Silber:

Ich bin grade nicht völlig klar in meinem Denken und sehr schnell zu verwirren. Und ich weiß, das es Jahre lang hieß Nikotin zB. würde nur psychisch abhängig machen . Heute weiß man, das es auch körperlich abhängig macht. Was ich damit ausdrücken will ist das um die Krebswahrscheinlichkeit noch gestritten wird. Das Medikament ist im Verruf , heißt nicht definitiv es macht Krebs. Sorry, ich bin müde und sollte jetzt schlafen. Vielleicht hast Du mich ja trotz dem verstanden. Liebe Grüße und Gute Nacht @:)

gEolde@nglo9ves


Danke erst mal für die netten und auch aufschlussreichen Antworten. Ein paar Fragen will ich noch beantworten. Nein meine Freundin ist nicht minderjährig. Und ja klar liest man die Packungsbeilage , nur mal ehrlich , wenn man bei manchen Medi das liest würde man es am liebsten wegschmeissen. Ein Arzt solle da einfach genauer aufklären. Und ich bin einfach der Meinung ein Allgemeinmediziner kann nicht nach einem 15 min Gespräch so ein Mittel verschreiben. Klar hat es seine Daseinsberechtigung und es hilft auch vielen Leuten die darauf angewiesen sind. Nur war es eben so dass vorallem äusser Umstände die Ursache waren, als die abgestellt wurden gings ihr selbst mit dem Medikament besser und bisher haben wir auch noch keine Reaktion auf das Absetzen feststellen können , ausser dass sie besser schlafen kann.

Mir ging es einfach darum wie weit Aufklärungspflicht für einen Arzt besteht der sowas verschreibt. Theoretisch könnte das auch jemanden verschreiben werden der nicht Lesen kann , was wäre dann ???

Gruss Rüdiger

g;old"engloxves


Also, lass deiner Freundin dieses schöne Gefühl, es geht ihr ja besser. Was anders wird wenn sie es absetzt.

Also Soup , ja ich finde es gut wenn es dir hilft. Aber es muss nicht zwangsläufig anders werden wenn man es absetzt. Sie möchte es ja auch nicht mehr nehmen , weil eben auch manche Gefühle die normal sind eingeschränkt werden. Das meiste ist eben eine Kopfsache und ich denke wenn sie es wirklich will , wird sie auch ohne leben können und wahrscheinlich besser, schliesslich war es ja nicht so dass sie unter starken Depris oder so gelitten hat, sondern das manche Gefühle eigentlich normal waren ( trauer , schlaflosigkeit schlecht drauf) die aber jeder Mensch fühlt nur einige gehen damit eben besser um andere nicht. Und um ein derartiges Medi zu verschreiben denke ich einfach ,dass erst mal die Ursachen geklärt werden sollen bevor an den Symtomen rumgemacht wird. Vieles was sie früher belastet hat haben wir durch Gespräche aus der Welt schaffen können. Aber wie gesagt ich möchte hier nichts verteufeln , mir gehts mehr um die Sorglosigkeit der Ärzte.

PS: Die Ärztin die das Medi verschreiben hat ist inzwischen in der Schweiz deswegen konnten wir sie nicht merh fragen.

sqoap %bubbxle


Wenn sie es wirklich so leichtfertig verschrieben hat dann muss ich dir Recht geben goldengloves. Bei mir war es ja was ganz anderes. Ich hatte durch den Tod unserer Tochter schwerste Depressionen und Angstzustände und habe mich total zurückgezogen weil ich dachte es versteht mich sowieso niemand. Mir hat das Paroxetin dann auch ein Neurologe verschrieben nach einigen Gesprächen und nicht nach 15 Minuten.

Darfst also ruhig sauer sein ;-).

Ich wünsche deiner Freundin viel Glück beim Absetzen und das ihr es auch Medis hinkriegt :)^.

*:)

suoap bAubblxe


Sorry, ich meinte: das ihr es auch ohne Medis hinkriegt.

M.ayf=lower


Das mit der Nebenwirkungsaufklärung ist so eine Sache:

Tatsache ist, dass der Patient mit der Erwartung zum Arzt geht, dass dieser ihm etwas verschreibt, was sofort oder zumindest möglichst schnell sein Leiden lindert oder gar zum Verschwinden bringt. Der Patient will ebenso, dass ihm der Arzt Sicherheit vermittelt und ihn nicht derart aufklärt, dass er (oder sie) nach dem Arztbesuch noch unsicherer ist, als vorher.

Deine Freundin hat das Medikament nun seit 6 Monaten genommen. Ich nehme an, dass sie zwischenzeitlich wieder zum Arzt musste, um sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen. Dabei wurde sie sicher gefragt, ob sie es gut vertrage und sich die Symptome verringert haben. Wenn sie dann "ja" gesagt hat, wurde die Medikation beibehalten.

Dass es ihr heute besser geht ist wunderbar. Meist ist es ja die Verbindung von Veränderungen der Lebensumstände mit unterstützenden Medikamenten, welche eine Verbesserung der Lebensqualität bringen.

Wenn sie sich soweit stabil fühlt, dass sie eine Reduktion oder gar ein Absetzen des Medikamentes für machbar hält, dann soll sie dies aber unter Absprache mit dem verschreibenden Arzt machen. Ein plötzliches Absetzen wird i.d.R. bei Psychopharmaka wegen möglicher Rebound-Effekte nicht empfohlen.

schliesslich war es ja nicht so dass sie unter starken Depris oder so gelitten hat, sondern das manche Gefühle eigentlich normal waren ( trauer , schlaflosigkeit schlecht drauf) die aber jeder Mensch fühlt nur einige gehen damit eben besser um andere nicht. Und um ein derartiges Medi zu verschreiben denke ich einfach ,dass erst mal die Ursachen geklärt werden sollen bevor an den Symtomen rumgemacht wird.

Wenn ein Mensch Angstzustände mit Herzrasen hat, dann herrscht bei ihm ein akuter und sehr starker Stresszustand. Häufig werden vom Patienten auch organische Ursachen vermutet (z.B. drohender Herzinfarkt) was zusätzlich grosse Aengste bis hin zu Todesangst auslöst. Kann die Person über einen längeren Zeitraum auch nicht mehr schlafen (weil sie z.B. Angst hat, im Schlaf vom Herzrasen überrascht zu werden), dann steuert sie unaufhaltsam auf einen Zusammenbruch hin. Diese Entwicklung versucht man zu unterbrechen, indem man der Person ein beruhigendes und angstlösendes Medikament verabreicht.

In einer aktuen Situation die Lebensumstände eigenhändig lösen zu wollen, gelingt praktisch niemandem. Die Kräfte sind aufgebraucht, die Person ist psychisch am Anschlag, da geht meist nichts mehr. Häufig haben diese Menschen auch verschiedene, z.T. schon lange bestehende "Baustellen" in ihrem Leben. Wären die so einfach zu lösen gewesen, hätten sie das selbst getan.

Der Moment, in welcher eine Person ein Psychopharmakon akzeptiert, ist meist auch der Moment des Zugebens, dass man ein psychisches Problem hat. Bis dahin hat sich die Person vielleicht mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, dass "das Problem vielleicht psychisch oder psychosomatisch sein könnte".

Häufig braucht es aber diesen Moment des Erkennens, um eine Richtungsänderung vornehmen zu können. Auch können viele Menschen nur aus der Retrospektive erkennen, was sie eigentlich derart kaputt gemacht hat.

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