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Als Missbrauchsopfer zum Gynäkologen

b0laXcknwxhite


@ tatua

Ich hatte diese Zwischenfragen vorgeschlagen, weil ich bei dem Thema stumm wurde, wenn ich in Panik kam. Ich konnte hätte selber nicht mehr sagen, dass ich einen Abbruch der Untersuchung wollte und da war es gut, dass die Ärztin gefragt hat.

Stimmt, das wäre bei mir sicher auch angebracht. Ich wäre, glaube ich, nämlich auch nicht in der Lage, die Untersuchung von selbst abzubrechen, ohne Nachfrage. Das ist ein guter Hinweis, danke!

Ist es gut, wenn eine Helferin mit im Raum ist, oder bedeutet das zusätzlichen Streß?

Ich wäre, glaube ich, lieber alleine mit der Ärztin. Ich will mich nicht gleich zwei Menschen so "offenbaren". Werde mir diese Fragen/Antworten mal notieren. Dann hab ich eine Liste, an der ich mich bei dem ersten Gespräch orientieren (festhalten) kann. Auch wenn ich alles schon so oft (zu oft) in Gedanken durchgespielt habe, an die Sache mit der Helferin habe ich noch gar nicht gedacht :-o

Willst du, dass die Ärztin genau erklärt, was sie tut, oder soll sie die Klappe halten?

Keine Ahnung :-(

Wäre es gut, wenn sie dir beruhigend über das Bein oder den Bauchstreicht, wenn du verkrampfst oder flippst du dann innerlich erst recht aus?

Wieder keine Ahnung. Ich kann ja nur mutmaßen. Spontan denke ich, dass beruhigendes Streicheln schon irgendwie gut wäre. Aber ich käme mir irgendwie blöd vor, das der Ärztin im Vorfeld zu sagen :-/ Ich meine, wie soll ich das forumlieren? Wenn sie es von sich aus tut/erfragt, ok, aber ich kann doch nicht sagen "falls ich verkrampfe, tätscheln sie mich bitte" :-| Das wäre mir ziemlich peinlich.

h{ei:di6$9


hm als opfer mußtest du doch sicher damals schon zum fa, so wars bei meiner tochter

bilackn+w<hixte


@ Noemi

Er hat mir halt das mit der Arzthelferin angeboten. Er hat mich damit ernst genommen und das nicht übergangen. Ich wüsste nicht, was er da noch hätte mich fragen sollen. Er hat sich dann mit meinem gesundheitlichen Problem befasst und mit mir darüber geredet.

Ich bin schwierig, ich weiß. Könnte spontan auch nicht sagen, was er da noch hätte fragen/reden sollen. Aber wenn ich mir vorstelle, ich offenbare mich dem Arzt mit größter Überwindung, erzähle ihm meine tiefsten Ängste und er fragt dann "nur": Ok, soll ich eine Arzthelferin dazuholen? - Ich weiß nicht, irgendwie wäre mir das zu wenig :-/

N5oeomi


Die Helferin war bei mir gut, dass ich nicht vom Unterbewusstsein heraus denke der Arzt tut mir etwas.

Ich bekam damals nach meinem Missbrauch für die gynäkologische Untersuchung eine Vollnarkose.

bmlackn2whitxe


Hallo heidi69!

hm als opfer mußtest du doch sicher damals schon zum fa

Nein, ich habe damals keine Anzeige erstattet.

W6aterl3i


Ich würde sagen geh zu der Ärztin die Erfahrung hat. Die ist auf jeden Fall einfühlsamer. Die anderen Ärzte machen das alles wirklich nur medizinisch, schnell schnell und sind mit solchen Problemen wohl echt überfordert. Eh die dann was falsch machen, geh da lieber gar nicht hin.

Du solltest vielleicht doch mal zur Therapie gehen, nicht nur wegen dem Frauenarzt. Aber wie ist es denn mit Männern, geht das überhaupt? Wenn nicht, dann willst du doch nicht dein ganzen Leben so weitermachen, oder? Kann ja sein, dass du das ok findest und nicht drunter leidest, aber wenn du doch drunter leidest, dann solltest du echt mal was dran arbeiten. Ich weiß, viele haben das Problem mit jemand anders nicht reden zu wollen. Allerdings wenn du bei nem Psychologen nicht reden kannst, wo dann? Ich persönlich find es wesentlich schwerer mit Freunden oder meiner Mutter zu reden als mit der Psychologin, weil die "normalen Leute" einfach null Verständnis haben, immer ihre Meinung aufzwängen oder so. Meine Psychologin bohrt zwar auch und verteilt auch ihre Meinung, aber irgendwie so, dass ich damit klarkomme und nicht noch heulend da raus geh... du kannst so jemandem schon vertrauen, dafür sind die ja da. :)*

tHatBuxa


"falls ich verkrampfe, tätscheln sie mich bitte"

So klingt es vielleicht etwas blöd

Aber wenn du z.B. sagt, "Es hilft mir, wenn sie mich anfassen, wenn ich mich verkrampfe, dann kann ich mich leichter wieder entspannen!" dann klingt das nicht doof. :|N

Ich denke eine gute Frauenärztin ist froh, wenn du ihr sagen kannst, was dir gut tut und was nicht, sie möchte ja auch, dass die Untersuchung gut läuft.

Ich kenne dich ja gar nicht, meine Punkte waren nur Beispiele, ich will dir damit sagen, dass du dich so gut vorbereiten solltest, wie du kannst um dir die möglichst optimalen Bedingungen zu schaffen :)

Sonst kann es eben sein, dass die Helferin bei der Untersuchung drin bleibt obwohl es für die Gynäkologin genau ok gewesen wäre, sie hinauszuschicken. Du bist Expertin für dich, du weißt am Besten, was dir gut tut.

:)_ tatua

N$o.exmi


Ich sagte ihm, dass ich mit 11 missbraucht wurde. Was soll er da noch fragen. Von wem? Wo? Das ist Sache von Therapeutinnen. Weitere Fragen können auch Opfer erneut traumatisieren, eine Untersuchung unmöglich machen, aufdringlich wirken. Der Arzt weiß ja nicht, inwieweit das aufgearbeitet wurde.

Mein Vater findet als Arzt den Umgang mit Missbrauchsopfer durchaus problematisch und weiß oft nicht, wie er sich am besten verhalten soll. Eines weiß er: Er frägt lieber zu wenig, als zu viel.

h4eidix69


da solltest du wohl eher erst zum psychologen gehen und der erste besuch beim fa wird erst ein gespräch sein

b4lacknnwhitxe


Hallo Waterli,

danke für deine Einschätzung.

Ich würde sagen geh zu der Ärztin die Erfahrung hat. Die ist auf jeden Fall einfühlsamer. Die anderen Ärzte machen das alles wirklich nur medizinisch, schnell schnell und sind mit solchen Problemen wohl echt überfordert. Eh die dann was falsch machen, geh da lieber gar nicht hin.

Vielleicht hast du Recht. Aber eigentlich habe ich auf dem anderen Gebiet (Oralphobie) ja genau die entgegengesetzte Erfahrung gemacht. Da war die "nicht-erfahrene" Ärztin 100 mal einfühlsamer. Das verunsichert mich halt :-/

Du solltest vielleicht doch mal zur Therapie gehen, nicht nur wegen dem Frauenarzt. Aber wie ist es denn mit Männern, geht das überhaupt?

Das mit dem Frauenarztbesuch ist eigentlich mein einziges "Problemgebiet". Die Oralphobie habe ich schon länger abgelegt, eigentlich nach den ersten "einfühlsamen" Behandlungen der Zahnärztin. Ähnlich erhoffe ich mir das auch beim Thema Gyn.

Mit Männern habe ich ansonsten kein Problem, lebe in einer glücklichen Partnerschaft und habe auch männliche Freunde. Vertrauten Menschen öffne ich mich gerne und bedenkenlos. Ich habe nur Schwierigkeiten, mich vor einer fremden Person auszuziehen und mich dann auch noch "dort" von ihr anfassen zu lassen :-o :°( Bei meinem Partner ist das gar kein Problem. Wir haben eine schöne, problemlose Sexualität.

]^Ouht[xChi


ich hab ähnliches erleben müssen wie du. ich habe mir eine frauenärztin gesucht - und gut ist. gar nicht viele sorgen machen, die ärztin sieht dich eh nur kurz und die hat keinen besonderen spaß daran, dich da aufm stuhl zu sehen. du bist dort nichts besonderes, nur eine frau auf dem untersuchungsstuhl. und wenn du ihr sagst, dass du sehr empfindlich bist, wird sie das sicher zur kenntniss nehmen und vorsichtig sein. für mich war allerdings nicht wichtig, dass sie vorsichtig ist bei ihren untersuchungen, sondern, dass sie schnell vorrüber sind. deswegen hab ich nichts gesagt und sie mal machen lassen - so verging die zeit schneller ;-)

bxlacfkncwhixte


@ tatua

So klingt es vielleicht etwas blöd

Klar, das war nur "überspitzt" formuliert, um zum Ausdruck zu bringen, wie schambehaftet das für mich ist.

Aber wenn du z.B. sagt, "Es hilft mir, wenn sie mich anfassen, wenn ich mich verkrampfe, dann kann ich mich leichter wieder entspannen!" dann klingt das nicht doof. :|N

Hm, ja, die Formulierung ist schon ok. Ich hoffe, dass ich es über mich bringe, das zu sagen. Aber danke auf jeden Fall. Hast mir mit diesen Fragen/Antworten wirklich weitergeholfen :)_

Sonst kann es eben sein, dass die Helferin bei der Untersuchung drin bleibt obwohl es für die Gynäkologin genau ok gewesen wäre, sie hinauszuschicken. Du bist Expertin für dich, du weißt am Besten, was dir gut tut.

Ja, stimmt :)z

tQa(tua


Das schaffst du schon :)^

Ich hoffen ganz doll für dich, dass du dich traust, dass es eine gute Erfahrung wird und dass du in ein paar Jahren ganz selbstverständlich zum FA gehen kannst, ohne Angst im Bauch @:)

Ich habe das geschafft und der FA ist kein Thema mehr für mich - allerdings ist bei mir der Zahnarzt weiter Horror, aus ähnlichen Gründen, wie du sie beschreibst.

Jeden Lebensbereich, den du dir zurückeroberst ist ein Gewinn :)*

:)_

NboeKmi


Nach dem ersten Frauenärztinnenbesuch fühlte ich mich sehr schmutzig und musste oft baden. Nach dem 2. Besuch war alles normal und alle weiteren Besuche unproblematisch. Beim ersten Frauenarzt hatte ich das gesagt und eine Arzthelferin war dabei. Da fühlte ich mich nicht schmutzig. Seither ist auch jede Untersuchung von einem Mann unproblematisch.

Männliche Freunde habe ich einige, auch schon eine längere Beziehung, aber schlafen konnte ich bisher noch mit niemanden.

Diese ganzen Dinge sind bei jedem sehr verschieden.

bplaScknwhitxe


@ Noemi

Ich sagte ihm, dass ich mit 11 missbraucht wurde. Was soll er da noch fragen.

Keine Ahnung. Mir wäre es nur einfach "zu wenig" Reaktion. Kann es nicht näher beschreiben. Ich würde innerlich wohl schreien "Hallo? Hast du überhaupt verstanden, was ich dir da gerade gesagt habe?!".

Weitere Fragen können auch Opfer erneut traumatisieren, eine Untersuchung unmöglich machen, aufdringlich wirken. Der Arzt weiß ja nicht, inwieweit das aufgearbeitet wurde. Mein Vater findet als Arzt den Umgang mit Missbrauchsopfer durchaus problematisch und weiß oft nicht, wie er sich am besten verhalten soll. Eines weiß er: Er frägt lieber zu wenig, als zu viel.

Ja, das ist für das Gros der Patienten sicher auch gut so. Ich bin halt schwierig(er) :-(

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Die für mich beste Reaktion hat vor ein paar Jahren meine Hausärztin gezeigt. Sie stand auf und umarmte mich einfach. Völlig "unprofessionell", ich weiß. Für andere Betroffene wäre das vielleicht eine Grenzüberschreitung gewesen, sie hat die fachliche Distanz nicht eingehalten. Ich war hingegen froh über so viel Menschlichkeit. Ein Arzt muss nicht mein Freund sein, aber ich komme nicht damit klar, nur medizinisch korrekt "abgefertigt" zu werden.

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