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Als Missbrauchsopfer zum Gynäkologen

bAla6cknwhxite


Hallo ]Out[Chi,

danke für deinen "Erfahrungsbericht".

die ärztin sieht dich eh nur kurz und die hat keinen besonderen spaß daran, dich da aufm stuhl zu sehen. du bist dort nichts besonderes, nur eine frau auf dem untersuchungsstuhl.

Das finde ich einerseits "beruhigend", weil das Ganze dann sehr steril und vollkommen un-emotional bzw. un-sexuell ist, andererseits macht es mir auch Angst. Ich will natürlich nicht, dass die Ärztin noch im Bett an mich denkt :|N aber ich will auch keine reine Nummer sein, so nach dem Motto "Nächste bitte! - Fließband".

Ich brauche, glaube ich, das Gefühl, dass mich da ein Mensch untersucht, dem nicht egal ist, wie es mir geht. Der nicht nur meine Organe sieht (krank, geheilt, gesund, tschüss) sondern mich als Person, als Ganzes.

tBat`ua


Ich war hingegen froh über so viel Menschlichkeit. Ein Arzt muss nicht mein Freund sein, aber ich komme nicht damit klar, nur medizinisch korrekt "abgefertigt" zu werden.

Kann ich total verstehen.. ich weiß als ich wieder zu meiner Neurologin, dich mich von der Behandlung einer Eßstörung vor zig Jahren kannte , ins Sprechzimmer kam und ihr den KKH-Bericht mit meiner MS-Diagnose gab hat sich auch ganz unprofessionell reagiert. Sie hat glaube ich gesagt:"Natürlich wünscht man niemand so eine Krankheit aber bei ihnen" ... langes Schweigen und dann ausbruchsartig... "das ist Scheiße und gemein!"

Hat mir unheimlich gut getan, diese menschliche Reaktion. :)z

NVoe\mi


Ich finde eine Umarmung durchaus auch in Ordnung, wenn es der Patientin, dem Patienten gut tut. Das kann durchaus proffessionell sein.

m(ea2 cuxlpa


Du solltest dich nicht darauf konzentrieren, dass du dich hinterher 'schmutzig' fühlen könntest, sondern, dass du hinterher stolz sein kannst, dich überwunden zu haben. Für die meisten ist das die normalste Sache der Welt, zeig dir selbst, dass du das auch schaffen kannst. Ohne mehrmalige Anlaufe, wirklich Zähne zusammen beißen und durch, freu dich drauf, hinterher stolz zu sein, diesen Schritt geschafft zu haben (und auch endlich Gewissheit bezüglich deiner Sorgen zu haben).

b6lackn:white


Für die meisten ist das die normalste Sache der Welt

Die meisten haben auch nicht meine Erfahrung(en) gemacht.

mKe*a culzpa


Ist mir bewusst, damit wollte ich verdeutlichen, dass es an sich keine 'schmutzige Sache' ist.

Wie gesagt, versuch dich nach Möglichkeit auf das positive Gefühl hinterher zu konzentrieren....

K>lexio


blacknwhite

Aus dem selben Grund möchte ich auch keine Psychotherapie machen. Ich will einer fremden Person nicht so viel von mir erzählen, nicht so viel preisgeben. Wissen ist Macht und die Macht über mich kann ich nur an geliebte Menschen abgeben. Die dürfen ruhig alles über mich wissen, ihnen vertraue ich.

Ich sehe es genau umgekehrt. Wenn ich offen bin, dann hat niemand Macht über mich. Deine Problematik ergibt sich also aus diesem Denkzusammenhang. Warum stört es Dich, wenn Fremde etwas über Dich wissen?

Ja, das dachte ich auch erst. Aber andererseits habe ich Angst, dass eine Ärztin, die regelmäßig mit "akuten" Fällen zu tun hat (Beweissicherung), z.B. meint "Liebe blacknwhite, bei Ihnen ist es immerhin schon fast 10 Jahre her, also stellen Sie sich mal nicht so an, ich habe gestern ein junges Mädchen untersucht, dem es gerade erst passiert ist und das hat sich auch nicht so angestellt!". Ich weiß, viele Mutmaßungen und Hirngespinste ...

Was mich wundert ist, dass Du selbst es nicht überwinden willst. Das finde ich sehr schade.

Ich hatte das Gefühl, dadurch, dass sie noch nie mit einer Angstpatientin wie mir zu tun hatte, ging sie viel vorsichtiger ran, als die Ärztin, die meinte, durch ihre "Erfahrung" schon alles über Angst und Panik zu wissen.

Sicher kannst Du bei niemandem sein, dass er sich nicht so verhält, wie Du es gerne hättest. Es geht aber gar nicht darum, sondern zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen. Die Erwartungshaltung, dass ein Spezialist nicht etwas sagen könnte, was Du nicht willst, ist mitunter nicht zutreffend. Sicher, man sollte davon ausgehen, aber doch gefasst darauf sein, dass es auch anders kommt.

Ich hatte das Gefühl, dadurch, dass sie noch nie mit einer Angstpatientin wie mir zu tun hatte, ging sie viel vorsichtiger ran, als die Ärztin, die meinte, durch ihre "Erfahrung" schon alles über Angst und Panik zu wissen.

Das Problem für Nichtbetroffene ist, dass Du seit 10 Jahren Opfer bist und viele kein Verständnis dafür haben, dass Du nichts dagegen getan hast, geschweige denn, dass Du Deine Vergangenheit nicht soweit aufgearbeitet hast zu einem Arzt gehen zu können. Insofern denken manche, dass eine Aussage, dass sich andere nicht so aufgeführt haben Dich motivieren könnten. Auch sagt es einfach aus, dass sie ohnmächtig sind, da niemandem geholfen werden kann, der sich nicht helfen will.

Ich weiß, die eigentliche Untersuchung ist im Prinzip nach zwei drei Minuten vorbei. Ich habe auch eher Angst vor dem Danach. Dass ich mich schmutzig fühle, weil ich mich einer fremden Person geöffnet habe, zum Beispiel. Klar ist das "Blödsinn", ich lasse mich ja nur aus medizinischen Gründen berühren, aber es fühlt sich einfach falsch an für mich.

Darum wäre eine Therapie anzuraten.

Die meisten haben auch nicht meine Erfahrung(en) gemacht.

Da hast Du recht. Es ist "nur" jede dritte Frau, die missbraucht wird, also sind es nicht die meisten. Dazu wären mehr als 50 % der Frauen nötig. Trotzdem gibt es einige, die es nachvollziehen können.

Wie wäre es, wenn Du privat zu einer Gynäkologin gehst. Die nehmen sich in der Regel mehr Zeit und sind auch weitaus einfühlsamer. Allerdings kann es Dir auch da passieren, dass sie nicht so reagiert, wie Du es gerne hättest.

b{lacMknwbhite


@ mea culpa

damit wollte ich verdeutlichen, dass es an sich keine 'schmutzige Sache' ist.

Mhm, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Danke, mal sehen, ob diese Betrachtungsweise mir weiterhilft.

@ Kleio

Warum stört es Dich, wenn Fremde etwas über Dich wissen?

Weil sie dann einen "Vorteil" haben. Sie wissen etwas Intimes über mich, ich nichts dergleichen über sie. Das macht mich verletzlich, schließlich könnten sie dieses "Wissen" gezielt gegen mich einsetzen.

Was mich wundert ist, dass Du selbst es nicht überwinden willst. Das finde ich sehr schade.

Was will ich deiner Meinung nach nicht überwinden? :-/ Ich arbeite seit Jahren an mir, habe es bereits geschafft, einige Denkmuster zu durchbrechen (Beispiel Oralphobie).

Sicher kannst Du bei niemandem sein, dass er sich nicht so verhält, wie Du es gerne hättest. Es geht aber gar nicht darum, sondern zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen.

Langfristig sicher, aber beim "ersten Mal" will ich nicht gleich eine schlechte Erfahrung machen. Klar muss ich irgendwie lernen, mit unvorhergesehenen, unangenehmen Situationen umzugehen, aber das geht doch nur Schritt für Schritt. Von 0 auf 100 Stelle ich mir schwer vor. Ich denke, es ist nicht ungewöhnlich, sich langsam vorzutasten.

Das Problem für Nichtbetroffene ist, dass Du seit 10 Jahren Opfer bist und viele kein Verständnis dafür haben, dass Du nichts dagegen getan hast, geschweige denn, dass Du Deine Vergangenheit nicht soweit aufgearbeitet hast zu einem Arzt gehen zu können.

Das kann ich rational schon irgendwie nachvollziehen, aber es tut mir trotzdem weh. Wenn mir eine Ärztin zum Beispiel so wie du begegnen würde, dann fiele bei mir gleich die Klappe. Du schreibst sehr klug und durchdacht, "fachlich" korrekt, alles wunderbar. Aber es wirkt auf mich so "zack zack zack, hier sind die Fakten, friss oder stirb". Ja, ich muss an mir arbeiten, ja, ich muss mir selbst helfen oder helfen lassen, aber ich bin eben noch nicht so weit. Mag sein, dass ich "langsamer" bin als andere Opfer. Mit so einer abgeklärten Art kann ich aber einfach nicht. Ich wünsche mir etwas mehr Mitgefühl.

Aber na ja, ich werde halt testen müssen, ob mir das die Ärztin geben kann...

Wie wäre es, wenn Du privat zu einer Gynäkologin gehst. Die nehmen sich in der Regel mehr Zeit und sind auch weitaus einfühlsamer.

Du meinst, auf eigene Kosten? Wie macht man das? Wenn ich nach meiner Versicherungskarte gefragt werde, sage ich, dass ich es aus eigener Tasche zahlen möchte? Ich bin aber ohnehin privatversichert.

K9leixo


blacknwhite

Weil sie dann einen "Vorteil" haben. Sie wissen etwas Intimes über mich, ich nichts dergleichen über sie. Das macht mich verletzlich, schließlich könnten sie dieses "Wissen" gezielt gegen mich einsetzen.

Das habe ich schon verstanden, dass Du es so sieht. Ich hatte Dir eine weitere mögliche Denweise dargelegt, wie Du Deine Denkweise ändern könntest.

Was will ich deiner Meinung nach nicht überwinden? :-/ Ich arbeite seit Jahren an mir, habe es bereits geschafft, einige Denkmuster zu durchbrechen (Beispiel Oralphobie).

Ich glaube Dir, dass Du seit Jahren an Dir arbeitest, aber es geht doch hier um Deine Einstellung und Dein Befinden, wenn es um den Besuch einer Gynäkologin geht und das finde ich schade, dass Du das nicht ändern willst, zumindest hast Du nicht erwähnt, dass Du daran gearbeitet hast.

Langfristig sicher, aber beim "ersten Mal" will ich nicht gleich eine schlechte Erfahrung machen. Klar muss ich irgendwie lernen, mit unvorhergesehenen, unangenehmen Situationen umzugehen, aber das geht doch nur Schritt für Schritt. Von 0 auf 100 Stelle ich mir schwer vor. Ich denke, es ist nicht ungewöhnlich, sich langsam vorzutasten.

Darum ging es mir nicht. Es hat jeder sein eigenes Tempo. Im Zusammenhang mit anderen ist es nur so, dass dieses Tempo von Mitmenschen hinterfragt werden kann, wenn jemand aus der Norm schlägt.

Das kann ich rational schon irgendwie nachvollziehen, aber es tut mir trotzdem weh. Wenn mir eine Ärztin zum Beispiel so wie du begegnen würde, dann fiele bei mir gleich die Klappe.

Ich? Nein, von mir war nicht die Rede. Dir geht es doch um Ärzte, die Dir vorwerfen könnten, dass Du Dich anstellst.

Mit so einer abgeklärten Art kann ich aber einfach nicht. Ich wünsche mir etwas mehr Mitgefühl.

Diese abgeklärte Art ist mitunter die Definition von ärztlicher Professionalität. Es geht gar nicht darum, dass niemand nachvollziehen könnte, wie es Dir geht und das liegt meiner Meinung nach gar nicht unbedingt an Deinem Problem. Viele Menschen würden sich einen therapeutischen Zugang ihrer Ärzte wünschen. Dem gegenüber stehen die gesellschaftlichen Möglichkeiten und die seelischen Folgen der Menschen, die Helfer-Berufe haben. Das wäre schlichtweg zu zerstörerisch, wenn sie mit ihren Patienten derart mitfühlen würden. In der Regel kann dieses Mitgefühl bezahlt werden, da Zeit Geld ist. Das hört sich für die meisten mehr als sachlich an, aber letztlich wünscht sich doch zumindest die Mehrheit einen Arzt, der professionell ist und nicht über seine Gefühle schlechte Arbeit leistet und eine Krankheit übersieht. Es ist eine Abwägung. Es ist sicher schön, wenn es denn solche Ausnahmen gibt, wie Deine Ärztin, die Dich einfach umarmt hat, aber andere wollen es z. B. gar nicht und andere wieder fänden es genauso schön.

Du meinst, auf eigene Kosten? Wie macht man das? Wenn ich nach meiner Versicherungskarte gefragt werde, sage ich, dass ich es aus eigener Tasche zahlen möchte? Ich bin aber ohnehin privatversichert.

Ja, auf eigene Kosten und nicht auf Krankenkasse, allerdings weiß ich nicht, wie dies in Deutschland funktioniert. Hier in Österreich haben Privatärzte ein Tarif, oft kostet es weitausweniger, als man denkt und dafür hat man dann einen Arzt, der sich einem widement und wenn es 1 Stunde dauert und einem alle Fragen beantwortet.

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