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Wie kann ich meiner Frau beistehen? (Depressionen, etc.)

FxlyDtt


Hallo!

Nun, gestern hatte ich wieder ein Gespräch mit Arzt und Psychologin, die mir das "Behandlungskonzept" für meine Frau erklärt haben...

Meine Frau ist seit ein paar Tagen nicht mal mehr richtig ansprechbar... :°( Sie liegt teilnahmslos im Bett, ohne jede Art von Gefühlsregung lässt sie alle Untersuchungen, Berührungen seitens der Ärzte oder des Pflegepersonals über sich ergehen, obwohl sie sich davor immer vehement gegen alles gewehrt hatte... Irgendwie zweifle ich sogar stark daran, dass sie das, was um sie herum so passiert, richtig wahrnimmt? Ich verstehe nicht, woher das so plötzlich kommt und so schnell solche heftigen Ausmaße annimmt... :°(

Die Psychologin (oder ist es eine Psychiaterin? Weiß nicht so genau...) spricht von einem "Nervenzusammenbruch ausgelöst durch eine posttraumatische Belastungsstörung". Sie erklärte mir einigermaßen, was das bedeutet und sagte, dass sie den Eindruck habe, meine Frau leide an einer sehr, sehr schweren Psychose mit "schizodepressiven Symptomen". Das musste ich erstmal googeln, aber nun mich ich noch mehr durcheinander und verwirrt als vorher. Ich habe mich ein wenig eingelesen und was da so geschrieben stand,... macht mir Angst. :-( :-/ Gut, die Psychologin und der Arzt betonten, dass es bisher nur eine Vermutung, ein Verdacht ist, aber trotzdem bin ich schrecklich verunsichert und habe richtig große Angst.

Der Plan des Ärzteteams ist nun, meiner Frau erstmal "in Ruhe" zu lassen. Sie bekommt Kalorien über die Nasensonde zugeführt und leichte Beruhigungsmittel (irgendein Medikament mit "Da....." oder "Do.....".). Sie wird von der Psychologin zwar "betreut", aber im Moment ist sie nicht mal in der Lage ein normales Gespräch zu führen... Wenn sie wieder soweit "stabil" ist, körperlich und psychisch, wird man mit "richtigen" Therapien beginnen und versuchen, herauszufinden, was ihr fehlt und wie man ihr am Besten helfen kann.

Klingt das vernünftig und okay oder meint ihr, dass dieses Konzept Blödsinn ist? Ich habe einfach zu wenig Erfahrung, um beurteilen zu können, ob die Behandlung so Sinn macht oder nicht? Einige von euch wirken so erfahren und scheinen eine Menge zu wissen!

Bitte helft mir! DANKE!!!

LG Flytt

Z_wacCk4x4


Schon als Du von den Verschwörungstheorie Deiner Frau erzählt hast, dachte ich mir "Oha, vielleicht schizo", aber ich hatte Hemmungen, Dich damit zu beunruhigen. Jetzt, nachdem die Ärzte das auch angesprochen haben, muß man sich damit befassen. Unter wikipedia.org findest Du zum Stichwort "Psychose" unter anderem diesen Satz:

Der Begriff wird üblicherweise in Abgrenzung zum Begriff Neurose verwendet und zwar für psychische Störungen, die schwer sind, sich nicht oder zumindest nicht alleine durch Psychotherapie beeinflussen lassen und sich nicht ohne weiteres aus einem lebensgeschichtlichen Kontext heraus ableiten lassen.

Das heißt, gefragt ist hier nicht ein Psychologe, sondern ein Psychiater. Als erstes solltest Du eruieren, ob es in diesem KH überhaupt einen Psychiater gibt. (Ich glaube nicht, denn wenn man im KH vor allem auf Psychotherapie setzt, steht das doch etwas im Konflikt mit obigem Zitat.) Ich glaube, Du solltest wissen, welche Medikamente in welcher Dosis Deine Frau zur "Stabilisierung" bekommt. Anhand dieser Liste kannst Du dann leicht feststellen, wie ernsthaft diese Psychose medikamentös behandelt wird. Bis zum Beweis des Gegenteils wirst Du Dich vielleicht dem Gedanken nähern müssen, dass Deine Frau in diesem KH nicht optimal behandelt werden kann, dass aber eine adäquate Behandlung dringend erforderlich wäre. An Deiner Stelle würde ich 1-2 Tage Urlaub nehmen, mich nach der besten psychiatrischen Klinik im weiten Umfeld erkundigen, mit dieser persönlich Kontakt aufnehmen und dort für Deine Frau eine Zweitmeinung einholen, die dann möglicherweise zu einer Verlegung führt.

Ich bin kein Arzt, aber der Zustand Deiner Frau scheint mir ernst. Das einzige, was Du tun kannst, ist, für sie den "richtigen" Arzt zu finden.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und das Beste für Deine Frau.

Ziwac_k4x4


Flytt, wo wohnst Du?

ljilox77


Hallo,

was Zwack44 schreibt, dem hab ich nichts zuzufügen, er bringt es sehr gut auf den Punkt.

Flytt, ich drück dir die Daumen das deiner Frau bald möglichst und sehr gut geholfen werden kann.

Ich würde mich freuen, weiterhin von dir zu hören, vorallem von einer stetigen Besserung des Gesundheitszustandes deiner Frau!

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

FVl.yxtt


Wenn ich es nun richtig verstanden habe, bedeutet das, dass meine Frau, sollte sie wirklich an einer Psychose leiden, unbedingt eine Behandlung mit Medikamenten braucht?

Ich habe mich gerade informiert. In dem KH gibt es keinen Psychiater, nur klinische Psychologen.

Zwack, du meinst also, ich sollte eine andere Klinik mit Psychiatrie finden und mich erkundigen, ob meine Frau dort besser aufgehoben wäre und eine entsprechene Behandlung bekommen könnte?

Obwohl bisher "nur" von einer Vermutung, einem Verdacht auf Psychose die Rede ist?

Oh, Mann. Ich bin grade so durch den Wind. Zuerst dachte ich, dass sie einfach total erschöpft, ausgebrannt ist und eine depressive Phase hat, aber wie es scheint, ist es viel, viel schlimmer... :°( Woher kommt das so plötzlich? Wenn es wirklich so schlimm ist, Psychose mit solchen schizodepressiven Symptomen wird es bestimmt eine ganze Weile dauern, bis meine Frau wieder einigermaßen gesund ist, oder?

Unser Baby ist doch erst 7 Wochen alt und die anderen beide Mäuse auch noch klein... :-(

In jeden Fall aber möchte ich euch danken für eure Unterstützung durch so viele hilfreiche Ratschläge und den lieben Zuspruch! Danke!!!

LG Flytt

PS: Zwack, wir sind in Österreich Bez. Rohrbach, OÖ

Z$wa7c:k44


Die Angst Deiner Frau, die "Bösen" aus dem Krankenhaus wollen ihr etwas tun, entspricht ja nicht der Realität; man nennt das Wahnvorstellungen; in diesem Fall klingt es nach Verfolgungswahn. So etwas kann ein Schizophrenie-Symptom sein, und da helfen absolut keine Psychologen (steht so ähnlich ja auch im Internet). Ich habe einmal persönlich miterlebt, wie ein Kollege während der Arbeit von jetzt auf gleich etwas Ähnliches hatte. Wenn man das zum ersten Mal sieht, ist man erst einmal baff - das ist eben das Ersterlebnis. Der Mann wurde flugs in die Psychiatrie gefahren, mußte da ein paar Tage stationär verbleiben und wurde mit Medikamenten behandelt, bis er wieder symptomfrei war. Er wurde wieder arbeitsfähig und steht wahrscheinlich heute noch in Arbeit und Brot. Ich kann Deine Frau nicht sehen, aber ich habe das Gefühl, die beiden Fälle unterscheiden sich nicht großartig. Also in eine wohlrenommierte Psychiatrie!

Dass Dich dies jetzt so überfällt, tut mir sehr leid. Ich kann mir vorstellen, dass Du Dich an den Gedanken erst einmal gewöhnen mußt. Aber bring Deine Frau in gute Hände; sie könnte gefährdet sein. Deine muntere Kinderschar wirst Du anschließend sicher irgendwie unterkriegen, aber das ist, wenn auch lästig, im Hinblick auf den Zustand Deiner Frau ein zweitrangiges Problem. In Deutschland gäbe es die Möglichkeit, von der Krankenkasse eine Hilfskraft bezahlt zu bekommen.

Wie schnell die Behandlung anschlägt, weiß ich nicht - hängt sicher auch vom Zustand des Patienten ab; das Untergewicht macht die Sache sicherlich nicht leichter. Mit anderen Worten: Im KH kann man manche Medikamente höher dosieren als bei ambulanter Behandlung; an Grenzen stößt der Arzt natürlich, wenn der körperliche Zustand des Patienten keine Höchstdosis zuläßt. Es kann auch sein, dass Deine Frau die Medikamente zur Prophylaxe lebenslang nehmen muß; weiß ich aber nicht genau.

Österreich hat gute Kliniken. Du findest bestimmt eine, und eigentlich sollten die KH-Ärzte dabei helfen. Ich drücke Dir und Deiner ganzen Familie die Daumen!

Weißt Du in der Zwischenzeit, welche Medikamente Deine Frau bekommt?

Fxlyxtt


Danke für deine Hilfe, Zwack! Ehrlich, danke!


Meine Frau bekommt Diazepam und Haldon, laut Arzt in "niedriger Dosierung".

FKlytxt


Hoppla, Haldol mit L am Ende sollte das heißen.

LG Flytt

Kye?strxa


@ Flytt

Ich kann "fachlich" wenig dazu sagen, dazu habe ich zu wenig Ahnung. ich wollte Dir nur schreiben, dass mich euer Schiksal sehr berührt, v.a. auch mit wieviel Liebe und Fürsorge über Deine Frau schreibst.

Ich wünsche Euch alles Glück der Welt @:) :)* :)* :)* :)*

F+lyBtt


Danke dir, Kestra! :-)

LG Flytt

M;elis}sao_19x82


ich finde es auch super wie sehr du versuchst deine frau zu unterstützen. sie kann stolz auf so einen mann sein ... und 3 kinder zu versorgen ist auch nicht einfach. ich wünsche dir viel kraft und hoffentlich wird es deiner frau schon bald besser gehen :)* :)* :)*

Fulytxt


Vielen Dank!:-)

Ich versuche einfach so gut es geht und soweit es mir möglich ist, meiner Frau zu helfen, sie zu beschützen, unterstützen,... einfach für sie da zu sein. Die Kinder und sie sind mein Ein und Alles... Es ist ein Alptraum, sie so leiden zu sehen... :°( Hoffentlich kommen bald wieder bessere Zeiten für uns!

LG und DANKE EUCH! Flytt

Z<waGckx44


Hallo Flytt, Diazepam ist unter dem Handelsnamen Valium bekannt; wirkt angstlösend, antiepileptisch, muskelentspannend und sedierend. Wikipedia.org sagt dazu:

Es ist bekannt, dass es bei Verwendung von Diazepam zu paradoxen Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutausbrüchen, Alpträumen, Halluzinationen, Psychosen, auffälligem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen kommen kann.

Haldol (Haloperidol) ist ein Mittel, das laut Wikipedia

u. a. zur Behandlung akuter Psychosen mit Wahn, Halluzinationen oder Denk- und Bewusstseinsstörungen eingesetzt (wird).

Also das erste zur Beruhigung, das zweite für die Psyche. Und jetzt kommt die wichtige Frage: Wie sehr vertraust Du diesen KH-Ärzten? Es geht hier nicht um die Frage, ob die Ärzte tun, was sie können, sondern darum, ob es vielleicht bessere gibt (Für mich ist das A & O immer der bestmögliche Arzt). Ob die KH-Ärzte überfordert sind, wirst Du nicht exakt feststellen können; aber was sie Dir über die Krankheit, die geplante Behandlung und zur Frage, ob Deine Frau woanders nicht vielleicht besser aufgehoben wäre, erzählen, muß zumindest logisch sein. Außerdem wäre für mich auch entscheidend, wieviele solche psychiatrische Fälle das KH pro Jahr durchlaufen. Damit hast Du einen Eindruck von Status quo.

Wenn Du mit der Information über Deine Frau in eine Klinik gehst, die alternativ in Frage käme, wird man Dich mit Sicherheit anhören und Dich entsprechend beraten. Falls man empfiehlt, Deine Frau dorthin zu bringen, hast Du eine Entscheidung zu treffen. Dabei kann Dir niemand aus dem Forum helfen; Dein Verstand und Bauchgefühl werden Dich schon richtig leiten.

Ich bin von Grund auf mißtrauisch, nicht weil ich Medizinmänner für Scharlatane halte, sondern weil ich oft erlebt habe, dass es gut ist mitzudenken. Wer als Arzt eine Koryphäe ist, hat nichts dagegen. Reg Dich bitte nicht auf; ich werde Dir jetzt zeigen, wie ein kritischer Patient denken könnte. Frage: Hat der plötzliche Eintritt von Angst vor dem Klinikpersonal und das Abreißen von Infusionsschläuchen bestanden, bevor man Deiner Frau Medikamente gegeben hat, oder erst mit den Medikamenten? Wie Du oben siehst, können beim Diazepam sog. paradoxe Reaktionen eintreten; das ist das (evtl. verstärkte) Auftreten gerade der Symptome, die das Arzneimittel eigentlich zum Verschwinden bringen sollte. Wahnvorstellungen sind als unerwünschte Nebenwirkungen genannt. Wenn man z.B. das Untergewicht Deiner Frau nicht berücksichtigt hätte, könnte ja sein, dass die dadurch entstandene Überdosierung zu solcher paradoxer Reaktion geführt hätte. Das kann von der Dosis abhängen (deshalb hatte ich vorher auch gesagt "Art und Dosis der Medikamente"). Wenn Du also das, wie Du Deine Frau erlebt hast zusammen mit der Art der Behandlung einem kompetenten Psychiater schilderst, wird er Dir schon sagen können, ob das vernünftig klingt. Du hast dann eine zweite Meinung, und mehr kannst Du dann als Ehemann der Patientin erst einmal nicht tun; aber eine solche zweite Meinung wäre mir in Deinem Fall schon wichtig.

Sollte es so laufen, dass Deine zweite Anlaufstelle die Ordnungsmäßigkeit der Behandlung bestätigt und versichert, besser könne man ihr dort auch nicht helfen, ist keine weitere Aktion von Deiner Seite notwendig. Du kannst dann aber am Abend beruhigt einschlafen, weil Du Dich im Rahmen Deiner Möglichkeiten davon überzeugt hast, dass Deine Frau in besten Händen ist. Dass das so sein möge, wünsche ich Dir von ganzem Herzen.

FBlytxt


Wie immer... DANKE, Zwack!

Ich hoffe, dass ich morgen nach dem WE einiges in die Wege leiten kann. Habe mich gestern und heute so gut es ging, schlau gemacht und auch mit vier anderen Kliniken in der nahen und nicht so nahen Umgebung telefoniert.

Werde euch hier, die mir mit so vielen Informationen und liebem Zuspruch weitergeholfen haben, auf dem Laufenden halten, wie es weitergeht! Hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich kann ich bald Gutes berichten!

LG Flytt

k\arYo\nik


Hallo Flytt,

erst einmal ganz viel Kraft :)* wünsche ich dir! Und alles Gute für deine Frau!

Zur Sache kann ich nix beitragen. Aber:

Wegen der Kinder: Bei uns in Dtd. gibt es die Möglichkeit, für die Zeit des KH- Aufenthaltes der Mutter (weil die die Hauptbezugsperson ist) Hilfe von der Krankenkasse zur Betreuung der Kinder/ aber auch Haushalt zu bekommen.

Vielleicht hilft dir das zumindest kindertechnisch bissel weiter!

Noch mal alles Gute!

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