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Erfahrungen mit Lamictal bei Bi-Polarität?

LGobpixta hat die Diskussion gestartet


Guten Morgen!

Ich nehme seit mehreren Wochen Lamictal und bin jetzt bei einer Dosis von 200mg angelangt. In letzter Zeit schwitze ich enorm beim schlafen - also wirklich so stark, dass mein Schlafzeug und auch mein Laken vollkommen nass sind am Morgen. Ansonsten schlafe ich aber sehr gut, und ich bin mit der Wirkung von dem Medikament sehr zufrieden - ich war selten so ausgeglichen. Ich frag mich jetzt, ob das eine Nebenwirkung sein könnte, in der Packungsbeilage habe ich davon nichts finden können.

Hat jemand von euch vielleicht auch schon diese Erfahrung gemacht? Und wenn ja, vergeht das wieder?

Antworten
Zxwac+k44


Ich sehe außer auf dem Beipackzettel gerne unter sanego.de nach, habe aber dort auch keinen Hinweis auf übermäßiges Schwitzen gefunden. Meine ADs führen auch zu starkem Schwitzen; dagegen nehme ich Sormodren.

Lto0pit$a


Hallo Zwack!

Sanego hab ich beim googeln auch gerade gefunden, lustig! Hab natürlich auch gleich meine Erfahrungen mit der mittlerweile leider langen Liste an Psychopharmaka eingetragen.

Lamictal ist das erste Medikament bei dem ich so schwitze, bei den anderen ADs ist das nie aufgetreten. Außerdem ist Lamictal doch kein AD sondern eine Phasenprophylaxe, hast du da andere Informationen?

Z wacGk4=4


Lamictal doch kein AD sondern eine Phasenprophylaxe

Das weiß ich. Habe es ja auch einmal selbst genommen (als elmendos). Die Wirkung von Sormodren sollte unabhängig davon sein, ob Du wegen eines ADs oder eines Phasenprophylaktikums ins Schwitzen gerätst. Allerdings: Bei Verwendung von Sormodren wird auch der Mund trockener, weil es nicht nur die Schweiß-, sondern auch die Speicheldrüsen bremst.

S&ilbxer


Ich habe ebenfalls eine Weile lang Lamotrigin genommen, 150mg. Ob ich stärker geschwitzt habe kann ich nicht beurteilen, da ich parallel dazu verschiedene andere Medikamente genommen habe, u.a. Paroxetin, das häufig zu verstärktem Schwitzen führt.

Ich würde starkes nächtliches Schwitzen, das über einen längeren Zeitraum besteht, ärztlich abklären lassen.

L}opixta


Hallo ihr zwei!

Vielen Dank für die Antworten.

Das Sormodren klingt für mich ein bisserl wie den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben - in der Nacht würde ich nicht mehr schwitzen, hätte aber den ganzen Tag einen trockenen Mund... naja. Ich hab allerdings gleichzeitig mit dem nächtlichen Schwitzen wieder sehr intensiv und realistisch zu träumen begonnen - und das meistens eher nicht schön. Vielleicht ist auch da ein Zusammenhang.

Ja, ich werd das ärztlich abklären lassen. Nächste Woche bin ich wieder bei meiner Psychiaterin und werde sie darauf ansprechen. Jetzt, wo ich über Erfahrungen anderer auf Sanego und in englischen Foren gelesen habe bemerke ich auch, dass ich andere Nebenwirkungen habe die ich zuvor nicht mit dem Lamictal in Zusammenhang gebracht habe - ich suche oft erfolglos nach Worten, Ausdrücken. Ich habe starken Haarausfall bekommen, und, womit ich aber anscheinend eher zu wenigen zähle, ich kann nicht aufhören zu essen. Es klingt vielleicht blöd, aber gerade die letzten 2 stören mich sehr, ich war immer so stolz auf meine dichten langen Haare und darauf dass ich sehr zierlich bin. |-o

Es ist wirklich eine verzwickte Situation, weil gegen die Schwankungen hilft mir das Lamictal bisher gut.

Ich hoffe, ich finde mit Unterstützung meiner Psychiaterin einen guten Weg. Im Moment deprimiert mich das etwas, dass es anscheinend kein wirksames Medikament für mich gibt ohne Nebenwirkungen.

ZLwac%k4x4


Lopita, hab doch bitte Geduld. Es gibt auch für Dich das "richtige" Medikament. Entweder Du akzeptierst das nächtliche Schwitzen als "normalen" Teil Deines Lebens (dann hättest Du ja anscheinend keine Probleme mehr) oder Du gehst weiterhin auf die Suche nach einer besseren Medikation: Du könntest Lithium als Phasenprophylaktikum probieren (trotz der geringen therapeutischen Bandbreite) oder es auch ohne Phasenprophylaktikum versuchen (200 mg elmendos wirkten bei mir depressionsfördernd!).

LXo!pixta


Zwack, ich war schon 12 Jahre geduldig. Hin und wieder hab ich aber doch auch Tage an denen ich das nicht mehr lustig finde. Ich würde so gerne wissen wie ein Leben ohne den Aufs und den wesentlich häufigeren Abs ist.

Die Hoffnung hab ich aber noch nicht aufgegeben. Es bleibt mir ja auch nix anderes über.

Ja, mit dem Schwitzen könnte ich leben. Aber mit den anderen Nebenwirkungen bin ich in wenigen Monaten kahl und fett. Damit mag ich nicht leben.

Ich versuche guter Dinge zu sein, dass sich schon was finden wird. Sorry, dass mein Post nach Selbstmitglied klingt, aber vielleicht kennst du ja auch die Momente wo man sich fragt, wieso man denn mit dem Mist gestraft ist...

Swilbwer


@ Lopita:

Das mit dem Träumen könnte durchaus damit im Zusammenhang stehen. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, da beim Arzt nachzufragen.

Interessant wäre ja zu wissen, woher der Haarausfall kommt. also ob es eine direkte Nebenwirkung vom Lamictal ist, oder doch eher eine Folge einer Nebenwirkung vom Lamictal. Denn je nachdem könnte man dann vielleicht was dagegen machen. (Die Kombination von Haarausfall und Gewichtsveränderung lässt mich direkt an die Schilddrüse denken...)

Das mit dem Essen: Vielleicht lässt diese Nebenwirkung wieder nach; das ist ja bei vielen Medikamenten so, dass sich die Nebenwirkungen nach und nach geben. Du hast ja die Dosierung kontinuierlich gesteigert, so wie man es bei diesem Wirkstoff halt eben macht, warst also noch nicht wochenlang auf der gleichen Dosierung (oder?) - vielleicht ändert sich was, wenn du bei dieser Zieldosis angelangt bist und nicht mehr weiter steigern musst.

Ich sehe das übrigens nicht als Selbstmitleid. @:)

Z1wackx44


Lopita, Du nimmst doch wahrscheinlich nicht nur Lamictal, oder? Was denn noch?

Ldopi2txa


Hallo ihr zwei!

Gestern war ich bei meiner Psychiaterin und habe die NW vom Lamictal angesprochen. Die einzige NW die sie vom Lamictal kennt, ist die Sache mit dem Wörter nicht finden - ich soll auf 150 reduzieren.

Zum Haarausfall meint sie, es könnte auch von psychischem Stress kommen, und damit kann sie natürlich auch recht haben. Es passiert soviel in letzter Zeit, was gar nicht alles negativ ist aber doch anstrengend. ZB. hab ich seit diesem Monat einen neuen Job in einer Branche, in der ich noch nie gearbeitet habe, nachdem ich ein halbes Jahr krankgeschrieben war. Und obwohl mir das wirklich Spass macht, bin ich vollkommen fix und fertig wenn ich nach Hause komme und könnte sofort ins Bett fallen.

So. Die Sache mit dem Essen: seit ich 16 bin hab ich, naja, sagen wir einmal ein sehr gespanntes Verhältnis zum Essen. Ihrer Meinung nach sehe ich genauso aus wie vor 2 Wochen und brauche jetzt einfach mehr Energie. Ich hab keine Waage zu Hause, vielleicht hat sie Recht. Gestörte Selbstwahrnehmung und so :=o

Und wenn ich vernünftig darüber nachdenke, wärs sogar gesund ein bisserl zu zunehmen. Ein Hund, die Sache mit der Vernunft!

Jedenfalls hat mir der Termin bei ihr gut getan, ich bin jetzt wieder ein Stück entspannter.

Zu Zwacks Frage:

bis jetzt hab ich zum Lamictal Seroxat genommen. Ich kenn das schon seit Jahren und bei mir hats immer sehr gut gewirkt. Das nächtliche Schwitzen kommt wohl daher, denn - so wie ich gestern gelernt habe - können auch neue Nebenwirkungen nach Jahren auftreten, weil bei mir ja auch Änderungen passieren.

Ich muss jetzt auch gestehen, dass ich das Seroxat eigenhändig letzte Woche abgesetzt habe, ohne auszuschleichen. Ja, ich weiß, das soll man nicht. Mir sind die Tabletten ausgegangen und ich hatte keine Lust mir die Zeit zu nehmen neue zu holen. Ich hab das Seroxat auch ziemlich satt, denn obwohl es mich zuverlässig vor Depressionen schützt kann ich bei bleibendem Libido nicht kommen - und das empfinde ich schon als Einschränkung meiner Lebensqualität. Statt dem Seroxat bekomme ich jetzt Wellbutrin. Mal sehen, was das mit mir macht.

Wie ist das eigentlich bei euch beiden? Geh ich richtig in der Annahme, dass ihr selbst Erfahrungen mit Bipolarität habt? Wenn ja, ist das vorbeigegangen oder habt ihr gelernt damit zu leben?

Liebe Grüße

L:opxita


Ah, Silber, das hab ich fast vergessen. Ja, das Lamictal wurde langsam gesteigert - zuerst in 25mg Stufen, dann 50mg.

S?ilSbexr


Ich hab keine Waage zu Hause, vielleicht hat sie Recht. Gestörte Selbstwahrnehmung und so

du solltest es ja auch an den Klamotten merken, oder?

Wegen Haarausfall: Ich würde sowas wie Eisenmangel oder Schilddrüsenfehlfunktion trotzdem im Hinterkopf behalten und abklären lassen, falls es nicht besser wird.

Jedenfalls hat mir der Termin bei ihr gut getan, ich bin jetzt wieder ein Stück entspannter.

:)^ :-)

Geh ich richtig in der Annahme, dass ihr selbst Erfahrungen mit Bipolarität habt?

Nein, es bestand mal ganz kurz der Verdacht, hat sich zum Glück nie bewahrheitet. Lamictal habe ich damals bekommen, weil ich emotional sehr instabil war, d.h. ich schwankte mehrmals täglich von zutiefst depressiv bis zu hypomanisch (richtig manisch war ich zum Glück nie). Lamictal hat das behoben, nach einem Jahr habe ich es abgesetzt und seitdem nie wieder Probleme in der Hinsicht gehabt. :-)

ah ja - viel Glück mit dem Wellbutrin. Das ist mein gegenwärtiges Antidepressivum; es hilft mir gut. :-)

Z'wack|44


Hallo Lopita, ja, dass ein neuer Job anfangs stressig ist, weil man sich gerne in Bestform präsentieren will, während man aber auf dem internen "Klavier" natürlich noch nicht spielen kann, ist wohl wahr. Auf der anderen Seite kann daraus aber auch ein großes Erfolgserlebnis resultieren, wenn alles klappt; dass dies in Deinem Fall so sein wird, bezweifle ich nicht im mindesten.

Auch ich habe keine Erfahrung mit bipolaren Störungen ("nur" mit Depression), habe aber trotzdem elmendos als Phasenprophylaktikum ausprobiert - leider, wie schon gesagt, ohne Erfolg. Gegen Lithium habe ich mich wegen der geringen therapeutischen Bandbreite und wegen der möglichen Nebenwirkungen erfolgreich gewehrt. Als AD nehme ich im Augenblick übrigens, genau wie Silber, Bupropion (zusammen mit 2 mg Edronax). Seroxat habe ich noch nicht probiert - allerdings Sertralin. Was die beklagte Nebenwirkung bei Dir angeht, drücke ich zunächst die Daumen, dass Du mit Wellbutrin bessere Erfahrungen machst. Falls nicht, könntest Du es einmal mit einer Wirkstoffkombination probieren, bei der sich hoffentlich die positiven Wirkungen addieren, die Nebenwirkungen (sofern sie unterschiedlich sind) aber nicht kumulieren.

Nicht aufgeben; Du schaffst das schon!

LVoipixta


ein update

Mit dem neuen AD hat das Schwitzen in der Nacht aufgehört und das andere Übel ist auch beseitigt, aber von der Wirkung spür ich natürlich noch nichts. Das plötzliche Absetzen vom Seroxat hat mir lustige Entzugserscheinungen über eine Woche beschert, aber da bin ich selbst schuld.

Mein Haarausfall scheint mir besser geworden zu sein, das Kurzzeitgedächtnis hat immer wieder kleine Aussetzer. Mit dem Futtern kann ich immer noch nicht aufhören - ich trage meine Kleidung sehr figurbetont, und hat es sich vor einer Woche nur ein bisserl enger angefühlt, bekomme ich jetzt bei manchen Hosen den Reißverschluß nicht mehr zu. Ich fühl mich eklhaft mit diesem Kontrollverlust.

Am Montag hat man mir nach meinem Probemonat mitgeteilt, dass sie mich nicht weiter anstellen wollen. Sie waren zwar sehr zufrieden mit dem was ich gemacht habe und haben auch gute Verwendung für all das, aber in Zukunft wollen sie den Themenbereich den ich abgedeckt habe entweder gar nicht mehr für ihr Büro nutzen oder extern vergeben. Ich hab jetzt überhaupt keinen Plan wie es beruflich mit mir weitergehen soll und fühle mich ziemlich besch...eiden.

Zwack und Silber, es scheint mir ihr habt das alles ganz gut in den Griff bekommen, das ist schön! Ich bin allerdings erstaunt, dass hier über Bipolarität nichts zu finden ist, normalerweise gibts doch nichts was es nicht gibt auf med1.

Ich schwanke auch zwischen Hypomanie und Depression, eine richtige Manie habe ich glaube ich noch nie gehabt, wohl aber Phasen in der Hypomanie in denen ich selbst befürchtet habe den Verstand zu verlieren - irgendwo ist da das geile Gefühl vom ständig aktiv sein wollen und können, tausend Dinge gleichzeitig anpacken zu können und allgemein ziemlich super zu sein gekippt und es war alles einfach viel zu schnell in meinem Kopf, keinen Gedanken konnte ich halten. Gut gegangen ist es mir da nur beim fortgehen - je lauter und voller der Club desto besser. Irgendwie hat das zu dem Chaos im Kopf gepasst.

Ich mach mir Sorgen, dass ich mein ganzes Leben damit zu kämpfen habe. Eine konkrete Aussage über die Chancen, ob die Krankheit heilbar sein kann hab ich von meiner Psychiaterin keine bekommen, was ich jetzt nicht umbedingt positiv in meinem Sinn sehe.

Jetzt im Moment bin ich ziemlich down, und wär ganz froh über eine kleine Hypomanie. ;-)

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