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Gesprächiger werden

GYreenixus hat die Diskussion gestartet


Ich habe ein Problem: Ich bin nicht sehr gesprächtig. Bitte nicht lachen, ist für mich ein ernstes Problem ;-)

Wenn ich neue Leute kennenlerne, höre ich öfters sowas wie: "Du sagst ja gar nichts!" oder "Erzähl doch mal was!" oder "Bist du immer so still?" ...

Ich sitze dann immer da und suche krampfhaft nach Gesprächsthemen. Ja, ich weiß, es gibt ja so die typischen Smalltalk-Themen. Man kann über Wetter, Nachrichten, Familie, Hobbys usw reden. Aber das bringt mich ja auch nicht weiter. Ich kann ja nicht jedes Mal über die aktuellen Nachrichten reden.

Die Anderen erzählen immer etwas - meistens sinnloses. :-D Das könnte ich ja auch. Eigentlich. Aber ich komme dann in dem Moment nicht auf irgendwelche Ideen. Ich denke dann auch gerade über nichts nach. Praktisch Leere in meinem Kopf. :-D Ist das bei Anderen (bei euch) anders? Schwirrt euch immer gerade was im Kopf rum?

Versteht ihr mein Problem? Könnt ihr mir helfen? Was kann man da machen?

PS: Vielleicht haltet ihr das für das falsche Forum. Aber ich wusste nicht, wo das besser passen würde.

Antworten
b4ra[xtxon


Also, bei mir ist das so, wenn ich mit Leuten zusammen bin, mit denen ich vertraut bin und mich wohl fühle, dann rede ich wie ein Wasserfall. Also von Natur aus bin ich extrem kommunikativ und rede gern und viel.

Aber treffe ich auf neue Leute, oder bin mit Leuten zusammen, denen ich nicht 100% vertraue, dann bin ich auch schüchtern und relativ still, zurückhaltend und kontrolliert.

Leute, die nicht wissen, wie ich in echt bin, denken dann sicher auch von mir, dass ich ein ruhigerer Mensch bin. Das stört mich auch oft, dass ich dieses falsche Bild vermittle, anstatt einfach ich selbst zu sein.

Im Endeffekt liegt es halt einfach daran, dass wir innerlich glauben, so wie wir sind nicht von anderen akzeptiert zu werden. Wir haben Angst, abgelehnt zu werden, halt für lächerlich, kindisch, langweilig, nerdig, was auch immer gehalten zu werden, wenn wir uns geben, wie wir sind.

Bei mir kam dieses unbewusste Denkmuster durch Mobbing während der Schulzeit.

Wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein hat und davon ausgeht, dass man liebenswert ist und andere einen toll finden, dann denkt man nicht mehr darüber nach, was andere von einem halten könnten, und man redet einfach drauf los und verhällt sich authentisch

L)ewiaxn


Greenius

Fuer mich klingt es danach, dass du dir selber viel Druck machst. Du meinst, reden zu muessen, weil es "gefragt" ist, also quasi fuer die anderen.

Ich glaube, es ist ein wichtiges Thema im Leben fuer viele Menschen, dass man in gewisser Hinsicht nicht so ist, wie die Umwelt es anscheinend erwartet, und dann sagt man sich selbst: "Ich will anders sein."

Aber du koenntest auch mal in die andere Richtung denken. Mal abgesehen von den Erwartungen der anderen, kannst du dich nicht eigentlich so in Ordnung finden, wie du bist? Also als jemand, der z.B. kein grosser Smalltalker ist? Meistens, wenn man mit sich selber zufrieden ist, hat man auch eine positive Ausstrahlung gegenueber anderen. Stille Leute werden auch akzeptiert. Es kommt ein bisschen darauf an, das du deine Stille in positiver Weise vertreten kannst, d.h. ohne den anderen indirekt die Botschaft zu uebermitteln, dass du ihren Smalltalk doof findest ("tut mir leid, ich bin kein grosser Smalltalker" vs. "ach, dieser oberflaechliche Quatsch interessiert mich nicht"). Das groesste Problem, das Menschen (vor allem solche mit schlechtem Selbstbewusstsein) mit stillen Leuten oft haben, ist, dass sie sich beobachtet fuehlen und sich insgeheim ausmalen, dass der stille Mensch eigentlich alles viel besser weiss und sie laecherlich findet oder so. Die sind dann oft ganz ueberrascht, wenn ein ansonsten stiller Mensch sich als ein guter Kerl herausstellt. Still sein an sich ist ja nichts schlechtes... gibt ja genuegend Leute, die den Luftraum mit Worten vollmachen.

Du kannst ja was sagen, wenn du deinetwegen Lust hast, was zu sagen. Das ist dann auch interessanter als wenn du dich zu Smalltalk zwingst, auf den du keine Lust hast.

M|alci;ah-xS


Ich bin in der Hinsicht wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Wenn ich in einen Haufen gackernder Hühner gerate, die nichts besseres im Sinn haben, als sich selbst zu inszenieren und auf die Meinung und Äußerung anderer wenig Wert legen, lege ich auch wenig Wert drauf, mir die Bemühungen als Unterhalterin zu geben. Demnach kommen auch öfter die Äußerungen "du bist aber ruhig!" - tja, kein Wunder, selbst schuld :-p

Wenn ich aber einen Gesprächspartner habe, bei dem ich merke, er interessiert sich für mich, dann kann es auch mal vorkommen, dass ich erzähle, erzähle, erzähle...... tendenziell ruhigere (oder gelassenere) Menschen führen -wenn nicht sogar bessere- Gespräche, weil sie einander zuhören und den anderen nicht "überfahren".... von dieser Eigenschaft kannst du sicherlich im geeigneten Moment auch Gewinn machen, wenn du jemanden findest, der das zu schätzen weiß....

allerdings sollte man auch zwischen "ruhig" und "schüchtern" unterscheiden. Bei zwei schüchternen Menschen gestaltet sich das Reden dann allerdings doch schwerer, hier solltest du einfach an deinem Selbstvertrauen arbeiten! Du bist Du, und nichts anderes solltest du darstellen. Denn du hast ja auch das Bedürfnis, Menschen zu finden, die dich so mögen, und das kannst du nur, wenn du authentisch bist!

Es kommt immer darauf an, wen du vor dir hast, wem du vertraust und wer dich wissen lässt, dass du auch interessante Dinge zu erzählen hast ;-)

s@ealoxve


Maliah-S, :)^ :)^ :)^ @:)

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