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Durch wichtige Prüfung gefallen...Hoffnungslosigkeit.

n}ichtsV bleibjt übJrxig hat die Diskussion gestartet


Hallo, liebe Community.

Ich bin 28 Jahre und hatte im Leben so einiges Pech gehabt. Ich war immer ein interessiertes, wissbegieriges Kind. Doch ich erlebte häusliche Gewalt und leider auch Missbrauch. Ich wuchs in einer ländlichen Gegend auf (700 Einwohnerkaff im tiefsten Brandenburg), die nicht die richtige für mich war. Meine Eltern waren mit alles und jedem zerstritten, beide waren psychisch krank, meine Mutter hatte paranoide Schizophrenie. Sie fingen viel Streit mit den Leuten an - ausgetragen wurde er zum Teil auf meinem Rücken. Ich war unbeschreiblich schüchtern und wurde Opfer von übelsten Mobbing, unsere Schule war ein sozialer Brennpunkt. Meine Haare wurden angesteckt, ich wurde über Jahre verprügelt und die Schule war für mich ein Ort der Angst. Ich verbrachte Jahre lang damit, mich in den Pausen im Klo zu verstecken. Die Lehrer halfen nicht, und wenn, war es eher kontraproduktiv. Auf diese Weise verlernte ich das Eingehen sozialer Bindungen, ich traute Menschen nich mehr und distanzierte mich so weit es ging von der Schule, vergrub mich in Fantasiewelten, die aus Einsamkeit geboren wurden.

Mit 16 hatte ich einen denkbar schlechten Abschluss und nahm mein Leben in die Hand. Mein Freund (heute Mann), den ich im Internet kennen gelernt hatte, holte mich zu sich nach Bayern, er fing gerade an zu studieren und hatte eine eigene Wohnung. Ich ging in eine Therapie und rechnete mit der Vergangenheit ab. Es war nicht leicht, aber ich bekam wieder Hoffnung, an meine Träume zu glauben,doch nochmal Psychologie studieren zu können. Natürlich nahm mich kein Gymnasium an mit diesen Noten, das machte mich traurig, denn ich brauche Abi. Abendgymnasium ging nicht, das war damals nur für Berufstätige. Ich sollte dann auf ein Berufskolleg. Hier machte sich meine soziale Bindungsangst bemerkbar, ich wurde wieder zum Außenseiter - zwar nicht gemobbt, aber ich gehörte nicht dazu. Ich erkrankte an Zwangserkrankungen und begab mich wieder in Therapie. Ab und zu holt mich die Vergangenheit leider ein. Ich wurde natürlich ausgeschult. Ich ging auf verschiedene Nebenjobs, wo ich auch immer wieder gemobbt wurde - es liegt an mir, ich lasse immer alles mit mir machen.

Dann schrieb ich mich für Abitur bei einer Fernschule ein, die wollen nur Bares, keine Noten. Das Lernen zu Hause klappte gut. Natürlich war viel Disziplin gefragt, das fiel mir nicht leicht, gerade wenn man sich nicht motivieren kann. Ich brauchte lange Jahre, nämlich 5 (von 3 angedachten) bis ich den Lehrgang rumbekam. Ich musste im Hotel anreisen, mein Freund kam extra mit, denn alleine hätte ich es nicht gekonnt. Die Durchfallrate beträgt 55% und leider bin ich einer davon, der es nicht geschafft hat. Seit heute weiß ich es und komme damit nicht zurecht. Ich habe nun im Mai wieder Gelegenheit, es nochmal zu probieren, aber es dauert so lange und ich fühle mich wie ein Versager. Es hätten zwei Punkte gefehlt, und erstmals im Leben war ich meinem Ziel so nah. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Werde immer älter und habe das Gefühl, allen nur auf der Tasche zu liegen. Obwohl alle mich unterstützten und mich motivieren. Es ist mir so peinlich, dass ich es nicht mal meinen Freunden sagen will und kann. Mein Freund ist z.B. auch einmal durch seine Prüfung gefallen, bis er sein Physikum hatte. Er konnte damit aber viel besser umgehen.

Was kann ich machen, um mich von diesem quälenden Versagergedanken zu befreien?

Danke fürs Lesen, leider ging es nicht kürzer :°(

Antworten
m<oonsxha


Hey du,

Du hast wahnsinnig viel Kraft weiß du das? Du hast schon so vieles in deinem Leben ertragen müssen und es ist doch super wenn du deinen Traum verfolgst.

Es haben nur 2 Punkte gefehlt, ich selbst hab abi, aber mit Prüfungen hatte ich es auch immer schwer.

Du hast einen tollen Mann zur Seite der dir hilft. Beim nächsten Mal schaffst du es bestimmt.

Weißt du denn wo dir die Punkte gefehlt haben?

s?omeo>ne Lto trxust


Ich denke du hast nach deinem Umzug nach Bayern etwas zu viel gewollt. Ich meine, es ist gut, dass du deinen Traum hast und den sollst du auch unbedingt weiter verfolgen.

Aber dein "eigentliches" Leben begann ja erst mit 16, als du umgezogen bist. Was vorher war, war ja die reinste Katastrophe, und das ohne, dass du daran irgendwie Schuld bist. Es klingt für mich so, als hättest du nach dem Umzug in die ,,neue Welt" gleich wie ein Profi loslegen wollen, der diese schlimme Vergangenheit nicht hat. Leute, die aus stabilen Verhältnissen kommen, hätten damit vielleicht kein Problem gehabt. Du hingegen kommst aber aus völlig kaputten Umständen, und deine Psyche muss ein Scherbenhaufen gewesen sein. Respekt an dich, dass du das durchgehalten hast, ohne selbst auf die schiefe Bahn zu kommen.

Ich denke, solche Probleme kann man aber auch mit einer Therapie so schnell erstmal nicht heilen; du bist gescheitert an den Ansprüchen der Schulen, weil du versucht hast, wie ein Mensch zu leben, der alle Voraussetzungen dafür hatte. Aber erstmal geht's bei dir ja auch um Wichtigeres, als um Karriere. Natürlich musst du aus Gründen der Selbstständigkeit auch beruflich aufs Pferd kommen, aber dazu muss deine Psyche erstmal völlig ausgeheilt werden. Dir fehlen so gesehen die ersten 16 Jahre, die du jetzt im Schnelldurchlauf durchmachst.

Und das mit dem Alter ist totaler Quatsch. Du könntest ja auch 120 Jahre alt werden, dann hebt sich das wieder auf :-p

Dass man beim Externenabitur hohe Durchschallquoten hat, ist nichts Neues, da hast du dir nämlich gleich die härteste Variante rausgesucht. Ich habe Abi so ebenfalls nachgeholt und niemand gibt dir anständig Rückmeldung, ob du genug gelernt hast oder aber nicht.

Übrigens: Durchfallen gehört zu einem erfolgreichen Leben dazu. Ist so. Es interessiert keinen, wie oft du scheiterst, wenn du nur immer wieder aufstehst.

Alles Gute.

g4uter r!at is~tx teuer


Prüfungen kann man wiederholen und sind nichts alles.

@ TE:

ich denke, du bist eine sehr starke person, weißt dies aber selbst nicht zu schätzen. du bist nicht etwas besonders, wenn du prüfungen auf anhieb bestehst oder dein examen mit 1 abschließt. ich habe zum beispiel meine führerscheinprüfung erst beim 6.mal (!!!!!) bestanden, bin aber ein sehr guter fahrer und das seit damals unfallfrei. es kommt drauf an, was du draus machst. ob du jetzt mit 35 anfängst oder mit 45, ist doch egal.

du brauch denke ich sehr viel kraft, das vergangene zu verarbeiten, um im alltag so tapfer bestehen zu können. das ist energie, die dir auch fehlt um soziale bindungen einzugehen oder vertrauen in menschen und dich selbst zu setzen. du hast aber bisher eigentlich mehr geleistet als viele anderes, nämlich dich unter den schlechtesten bedingungen anzupassen!!! RESPEKT!!!!!!!

D+uchesxs


Da hast du wirklich viel durchgemacht und ich finde das verdient Respekt !!

Das du auch einen netten Mann gefunden hast (der auch noch zu dir hält!) ist doch gleich noch besser UND

das du deinen Traum weiterhin verfolgst und nicht aufgibst :)^

Wenn du das nötige Geld für das Wiederholabi hast, würde ich es nochmal versuchen, denn du hast ja nichts zu verlieren. Dein Mann hält bestimmt auch weiterhin zu dir !!

Viel Glück :)*

sDensu]alit|y


Wow - von mir auch eine tiefe Verbeugung und "Hut ab".

Ich finde es bewundernswert, dass du die letzten Jahre durchgehalten hast, und dass du deine Vergangenheit aktiv bewältigen willst. :)*

was ist den schon dieses halbe jahr - gut es ist erniedrigend so knapp durch eine prüfung zu fallen - aber dass darfst du nicht auf andere übertragen! du hast schon ernorm viel geleistet - und jetzt hattest du einfach nur pech! Bei solchen Prüfungen gehört doch immer eine Portion Glück dazu! nur ned aufgeben! du schaffst das schon im Mai!

drück dir die Daumen!:)* :)* :)*

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