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Panische Angst vor der Vergänglichkeit - Hilfe!

d{elaBwarex_deTlicatxe hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben,

ich habe vorhin zum zweiten Mal in meinem Leben den Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button" gesehen, diesmal mit meinen Eltern, und bin fast zusammengebrochen und habe mehrmals losgeheult. Das wäre vielleicht normal, wenn ich weiblich wäre, aber ich bin ein junger Mann und das deutet eigentlich auf meine psychische Instabilität hin.

Ich kann einfach den Gedanken der Vergänglichkeit nicht ertragen. Schon wenn ich darüber nachdenke, fange ich an zu heulen. Ihr müsst wissen, meine Eltern sind beide bereits in zweiter Ehe verheiratet und auch nicht mehr die Jüngsten. Ich bin neidisch auf Schulkollegen, deren Eltern 10, 15 oder gar 20 Jahre jünger sind. Ich liebe meine Eltern über alles, weil ich mit ihnen wirklich Glück hatte, aber ich kann es nicht ertragen, dass es sie in einigen Jahrzehnten nicht mehr geben wird. Das selbe gilt natürlich auch für meine Großeltern.

Ich habe auch eine Katze, die ich schon seit 11 Jahren besitze und bekommen habe, als ich 10 war. Ich WEIß einfach, dass es sie in 10 Jahren nicht mehr geben wird und das kann ich nicht ertragen!! Es macht mich direkt fertig und ich fange an zu heulen, wenn ich daran denke :°(

Ich will doch noch so viel länger mit meinen Eltern zusammen sein. Was ist, wenn das ewige Leben nur eine Illusion ist, eine psychische Stütze, die sich die Menschen selbst aufgebaut haben, um nicht völlig zusammenzubrechen?

Ich habe mich vorhin mit roten Augen im Spiegel angesehen.

Vor 5 Jahren habe ich mich immer darüber gefreut, absolut keine Falten auf der Stirn zu haben ...

Ich hatte nie Falten auf der Stirn.

Heute schaue ich mich an und entdecke zwei, drei Fältchen.

Ich will das alles nicht wahrhaben . Ich weiß nicht, warum mich das so fertig macht.

Der Film stellt die ganze Vergänglichkeit so eindrucksvoll und traurig dar. Wir merken vor allem, wie wichtig uns jemand war, wenn wir ihn verlieren. Aber wenn ich jetzt schon weiß, wie wichtig mir beispielsweise meine Familie ist?!

Ihr müsst jetzt eine total falsche Vorstellung von mir haben. Ich habe gute Freunde und bin sonst immer recht fröhlich, aber bei diesem Thema (gerade weil meine Eltern schon älter sind) habe ich wahnsinnige Verlustängste, die durch solche Filme immer noch auf eine Spitze getrieben werden ...

ES IST ZUM VERZWEIFELN - ich fühle mich kraftlos und ausgelaugt

Bitte helft mir, bevor ich noch in psychologische Behandlung muss

Vielen Dank :°(

Antworten
G@rauGamsel


Den von Dir genannten Film kenne ich nicht.

Was ich kenne, ist Deine Angst vor dem Verlust Deiner Eltern - mein Sohn empfand genau wie Du, wenn er sich vorstellte, wie es sein wird, wenn wir Eltern mal nicht mehr da sind.

Oft habe ich ihm gesagt, dass es das Natürlichste der Welt ist, dass die Kinder die Eltern beerdigen - und nicht umgekehrt.

Auf mein Anraten hin hat unser Sohn im Alter von 25Jahren einen Psychiater aufgesucht und ihm von seiner Angst erzählt. Er hat auch die Therapie gemacht, zu der ihm der Psychiater geraten hat. Es waren zum Teil "harte Sitzungen", wie mir Sohnemann anvertraute, und auch harte Arbeit an sich selbst.

Seit ein paar Jahren ist seine übergrosse Verlustangst nun eine normale Verlustangst - er hat gelernt, damit zu leben. Er ist so stark geworden, dass er es sogar geschafft hat, mich nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus zu fahren...

Am Schluss von Deinem Post erbittest Du Hilfe, damit Du nicht in psych. Behandlung musst... Und jetzt kommt die Grauamsel daher und rät Dir genau zu dem! Mit einem schmerzenden Körper geht man zum Hausarzt, mit einer verängstigten Seele zum Psychiater - da ist doch nichts Schlimmes dran!:)* :)*

Liebe Grüsse von der Grauamsel

PS Für Eltern ist es schön, feinfühlige "Kinder" zu haben und von ihnen geliebt zu werden.

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