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Amisulprid und Seroquel - Warum?

DQragohndreaCm hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da mir hier schon sehr oft geholfen wurde und ein Freund von mir derzeit ein paar Probleme hat, wende ich mich an euch.

Er war vor einiger Zeit aufgrund akuter Selbstmordgefahr in der Psychiatrie, als seine Freundin ihn verließ. Er war vielleicht eine Woche da und ging dann, da er nicht mehr dort sein wollte und das Gefühl hatte, dass oben genannte Medikation ihm helfe.

Er sagt, dass man ihm eine Art Hyperaktivität diagnostizierte und er die Tabletten bekommt, damit er "runter kommt", ruhiger und ausgeglichener wird.

Nun aber die Nebenwirkungen:

- Gelenkschmerzen, Steifheit der Bewegungen, allgemein Einschränkung der Bewegungsfähigkeit

- Einschränkung der Libido

- Gewichtszunahme

- Schlafstörungen

Er hat mittlerweile das Gefühl, dass ihm die Tabletten nicht mehr helfen. Er findet sie nahezu unerträglich und will einfach wieder normal schlafen, seine normalen Bewegungen zurück gewinnen, wieder Lust verspüren und seine alte Figur zurück. Kennt ihr vielleicht in NRW einen guten Therapeuten oder vielleicht allgemein Therapieformen, die er ausprobieren kann? Er will keine Medikamente mehr nehmen, sondern wirklich gesund werden.

Antworten
DPrago,ndrxeam


So in der Nähe vom Landkreis Wesel.

gHweDnd=olynn


Wenn ihm die Tabletten vom Arzt verschrieben worden sind, kann er die nicht mal einfach so nur weil ihm die Nebenwirkungen anfangs etwas zusetzen, einfach mal wieder absetzen. Um wirklich gesund zu werden, wird er die Medikamente brauchen. Und Seroquel hat meines Wissens nach die wenigsten Nebenwirkungen von allen Psychopharmaka, deswegen wird es auch immer zuerst verschrieben. Das ist Vorschrift.

a'g1unaoh


Hallo,

ob die psychiatrische Diagnose korrekt und ob seine damalige Krise nur vorübergehend war und ob die Medikation richtig und gut ist, kann hier wohl keiner sagen.

Scheinbar hat er die Neuroleptika als Dauermedikation verordnet bekommen. Sofern er sie durchgehend eingenommen hat, weiß man auch nicht, wie es ihm ohne gehen würde.

Sollte es sich damals nur um eine vorübergehende Kriese gehandelt haben so sollte auch die Medikation nur vorübergehend sein. Hätten die Psychodocs auch was zu sagen müssen.

Falls Dein Freund die Absicht hat, die Medis abzusetzen, kann ich Euch nur den ganz dringenden und unbedingt zu berücksichtigenden Tipp geben, diese Medikamente nur auszuschleichen, d.h. schrittweise runterdosieren und immer mindestens eine Woche bis zur nächsten Dosisreduzierung abwarten, wie sich das psychisch und physisch auswirkt. Ist das Gefühl dabei nicht gut (was auch immer), dann wieder etwas raufdosieren und nach einer weiteren Woche wieder versuchen.

Dein Freund sollte auf vermehrte Unruhe und anderes gefaßt sein und versuchen, sich damit abzufinden, optimistisch sein, sich ablenken, Sport machen, positive Aktionen angehen, da das meist nach wenigen Tagen nachläßt.

Das Ausschleichen/Reduzieren ist umso länger durchzuführen, je länger der Patient die Neuroleptika bereits genommen hat.

Aber bitte nicht falsch verstehen, ich rate keinesfalls dazu, die Neroleptika abzusetzen. Nur, falls er das vorhat, ist meine Warnung wie oben geschrieben.

Am besten natürlich nur mit Begleitung eines guten Therapeuten/Psychiater. Nur einen guten finden ist schon schwer! Noch schwerer einen, der mit Absetzen bzw. Reduzierung von Psychopillen konform geht.

Auf gar keinen Fall die Medis von heut auf morgen abrupt absetzen; es kann zu verschiedenen Überreaktionen kommen. Große Gefahr ist sonst auch die sog. "Absetzpsychose"

Viele Infos gibts auch im Netz, wenn Du unter dem entsprechenden Namen + ausschleichen suchst. Oder generelll unter Neuroleptika + ausschleichen.

Erfahrungen eines Bekannten von mir: Empfehlung der Ärzte: Lebenslang hochdosiertes Neuroleptikum (sogar als Depotspritze) - keinesfalls absetzen, weil er die angeblich braucht. Über ein halbes jahr, in winzigen Dosen hat der Betreffende das Medikament ausgeschlichen - folgenlos - allerdings mit zeitweiligen erheblichen Auswirkungen, hat er aber mit Freunden und Famile durchgestanden.

Danach war der Tag war wieder erlebenswert. Heute ist er gering dosiert mit einem anderen Neurolpetikum. Gewicht ist runter, Libido wieder da - alle anderen Nebenwirkungen auch weg.

Alles geschah eigenverantwortlich. Ganz im Gegensatz zu der Auffassung der Ärzte, nach deren Medikationsempfehlung der Betroffene kaum noch am Leben teilnehmen konnte. War alles wie in Watte, emotionslos, getippelt, wie ein Parkinsonkranker, ging fast über in Fettleibigkeit. Naja, wir sind das Risiko eingegangen - und hatten eben Glück.

Ihr müßt selbst entscheiden.

Liebe Grüße

agunah

DkragonKdrexam


Danke für eure Ratschläge!

Er hatte nicht vor, die Medikamente ohne Arzt abzusetzen, sondern wollte sich einfach im Voraus über eventuelle andere Möglichkeiten informieren.

@ Agnuah:

Dass die Ärzte vom Absetzen nicht sonderlich begeistert sind, klingt schon mal leicht entmutigend. Toll, dass dein Bekannter das so super geschafft hat! Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!

Dxrag`onXdreaDm


Ich meinte Agunah, entschuldigung |-o

a4g8unah


Hallo,

aufgrund der geschilderten, erheblichen Nebenwirkungen sollte man aber schon bei einem Arzt zumindest auf eine (langsame!) Reduzierung drängen. Meist ist es so, daß Die Ärzte die Dosis beibehalten wollen und lieber gegen die Nebenwirkungen ein zusätzliches Medikament verschreiben. Ohne auszuprobieren, ob evtl. auch eine Reduzierung helfen könnte.

Wie empfohlen, informiert Euch im Netz auf sachlichen Seiten über die ganze Angelegenheit.

Dauermedikation nach einer psychischen Kriese, die evtl. nur vorübergehend war, kann nicht der Sinn sein.

Ganz wichtig ist auch, daß Dein Bekannter sich die Befundberichte der Psychiatrie beschafft. Die meisten Leute machen das gar nicht und wissen nicht einmal ihre Diagnose. Wer weiß, evtl. steht da sogar was drin über Überprüfung der Medikation nach Ende der seinerzeitigen Kriese.

Guten Rutsch!

agunah

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