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Meine Gedanken / das Leben frisst mich auf...

V8iRTxUE hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

Ich will es kurz machen, und zwar. Früher war ich faul, hatte danach einen Scheiß Job, der mir absolut keinen Spaß gemacht hat. War immer total down. Danach habe ich das Abi berufsbegleitend, neben meiner 40h Arbeitswoche, nachgemacht, um mir danach meinen Traum eines FH-Studiums zu erfüllen. Nun bin ich fast am Ende des Studiums. Ein Semester fehlt noch. Das Problem daran ist nur, dass ich keine Kraft mehr habe 40h arbeiten zu gehen und dann in die FH und am Wochenende lernen und Referate und Projekte zu machen. Mein Leben besteht seit 5 Jahren aus: 6 Uhr morgens aufstehen, bis 16:00 arbeiten und von 17:00 - 22:00 in die FH. Und Samstags von 08:00 bis 17:00. Der Druck, in der Arbeit, in der Schule. Ich habe keinen Ausgleich dafür. An den freien Tagen lerne ich. Der Druck, in der Arbeit, in der Schule. Die Angst, zu versagen, so knapp vor meinem Traum zu scheitern. Das reißt mich in ein tiefes Loch.

Ich habe keine Freunde, kein Hobby, keine Freundin - hatte noch nie eine(bin 25). Ich habe einfach keine Zeit, für nichts. Jetzt fehlt nur noch ein Semester, um meinem Traum gerecht zu werden. Aber je näher der Abschluss, umso instabiler werde ich. Ich fühle mich so, als ob ich es mir nicht verdient hätte, einmal glücklich zu sein, einmal etwas zu erreichen, wofür ich hart gearbeitet habe. Woher nehme ich bloß die Kraft, den Rest auch noch bravorös zu meistern... Ich bin ein Perfektionist, habe fast alle Prüfungen meiner Abendschul-Karriere mit der max. Punktezahl bestanden.

Meint ihr, hilft ein Gespräch mit einem Therapeuten, aber der kann mir bei meinen Problemen auch nicht helfen. Und Psychopharma kommen sowieso nicht in Frage.

Ich erwarte mir hier auch keine Lösung oder ähnliches. Wollte es einfach nur mal niederschreiben. Vielleicht gehts ja jemandem ähnlich.

Bye %-|

Antworten
ZfirJkusäLffcxhen


Da hilft nur: Das eine Semester noch durchhalten. Und danach belohnst du dich einfach mal selber mit einer schönen Reise oder etwas ähnlichem.

Oder, falls möglich, gönn dir zwischendurch eine Auszeit. Ich hab zwar nicht studiert, aber gibt es nicht auch Semesterferien, wo du wenigstens mal abschalten kannst?

N$aBdja,lVein


virtue, super, wie das bis jetzt geschafft hast. Respekt!

Aber weisst du, der Mensch hält viel aus. In vielen Ländern der Welt arbeiten Menschen 14 Stunden am Tag und haben zum Teil einen Arbeitsweg von je 2 Stunden (kenne da jemanden in Hong Kong) und wenn der nach Hause kommt, dann hängt ihm ein Kind am Fuss und will Aufmerksamkeit.

Was ich damit sagen will ist, dass du auch den Endspurt noch packst. Du wirst deine Traum erreichen und nicht zusammenbrechen. Wichtig ist, dass du deine Gedanken änderst. Wenn ich deinen Text Wort für Wort lese, dann lese ich doch etwas Selbstmitleid (entschuldige das Wort).

... der Druck ... reisst mich in ein tiefes Loch ...Ich habe keine Freundin, keine Hobbys... ich fühle mich ... als ob ich es nicht verdient hätte ... usw

Damit ist jetzt Schluss. Aendere deine Gedanken! Wenn negative Gedanken auftauchen, dann sag dir ich habe die Kraft, die alles schafft. Wenn der Gedanke kommt, du hättest keine Zeit, dann sag dir der Tag hat 24 Stunden und eine Nacht, ich schaffe das mit Leichtigkeit. Wenn du das Gefühl hast, du hast keine Freunde, dann sag dir meine Studienkollegen und meine Arbeitskollegen mögen mich sehr, ich bin Teil ihres Lebens. Ich geh jetzt und frage den Kollegen xy, ob er Lust auf Kaffee hat. Sag dir ich liebe mich, weil ich ein Perfektionist bin. Ich mache alles ordentlich, ich bin gut. Jeder Arbeitgeber kann froh sein, dass er mich hat.

Du wirst sehen, nach einiger Zeit ändert sich dein Gemütszustand, das verspreche ich dir.

ZSwaHck44


Hallo ViRTUE, so wie ich das sehe, bist Du dabei, in eine depressive Phase zu rutschen. Perfektionist zu sein, kann im Leben oft vorteilhaft sein, aber es fällt auf, dass es gerade Perfektionisten sind (nach eigener Aussage), die sich oft eine Depression einfangen. Ich habe in meinem Leben leider genügend Zeit gehabt, über das Zustandekommen von Depressionen nachzudenken. Du kannst jeden Menschen an seine Grenzen bringen, wenn Du ihm nur genügend Aufgaben aufhalst. Während der "Normalbürger" anscheinend versucht, dann ein bißchen weniger genau zu arbeiten, kommt das für den Perfektionisten absolut nicht in Frage. Einzige Möglichkeit: die Arbeitszeit erhöhen - wegen der Endlichkeit eines Tages nicht grenzenlos praktiziertbar. Die Arbeitszeit nimmt also zugunsten der Freizeit mit Familienleben und Hobbies zu. Man fährt also quasi mit 120% seiner Kapazität und für das Aufladen der Batterien fehlt die Zeit. Diese Phase ist deshalb so gefährlich, weil man in dieser Zeit die Verteidigungsfähigkeit verliert: Dem Chef oder den Kollegen zu sagen, dass irgendeine Arbeit ja Aufgabe eines Kollegen sei, ist wegen Energiearmut nicht mehr machbar - und damit ist man schon am Rand der Katastrophe. Übertragen auf Dich heißt das: Wenn Du es nicht schaffst, Dich in irgendeiner Weise zu entlasten - z.B. statt 40 h nur 30 h zu arbeiten, sehe ich schwarz für Dich. Leider haben Perfektionisten eine Haltung, die direkt in den Abgrund führen kann: Sie erklären nämlich alles, was sie entlasten könnte, für unmöglich. Du kannst das an Dir selbst sehen: Es gibt nur zwei Dinge, die Dir helfen könnten, nämlich eine Psychotherapie und/oder Psychopharmaka - und genau die erklärst Du zum no-go. Nadjalein hat Dir positives Denken vorgeschlagen, aber aufgrund meiner Erfahrung halte ich das nicht mehr für durchführbar, wenn Du die Schwelle der Verteidigungsunfähigkeit bereits überschritten hast. Für diese von ihr vorgeschlagene Haltung brauchst Du nämlich Energie (die Du derzeit eventuell schon nicht mehr hast).

Prüfungsangst zu haben, ist normal. Du bist aber nicht mehr in einer normalen Situation, sondern Du merkst, dass Dir zunehmend die Kräfte fehlen (kenne ich auch), und ziehst den Schluß, dass Dein Ziel ins Wanken gerät. Ich kann das alles gut nachvollziehen. Kurz und gut: DU mußt etwas ändern, sonst läuft alles wie bislang - dem Abgrund entgegen.

Ich wünsche Dir, dass Du noch rechtzeitig die Kurve kratzt.

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