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Depressionen, ein Werkzeug der Evolution?

B^uk>ephBalxos


@ regentröpfchen

ich denke, dass eine soziale Phobie für meine schwarzen Gedanken verantwortlich ist, nur warum soll das ein Schutzmechanismus sein?

jede party, jedes clubbing ist enormer Stress für mich. ich habe panische angst, wenn sich andere amusieren. Ich gehe nicht ans handy ran, aus Angst was zu sagen, was dem anderen missfallen könnte...

Dennoch zwinge ich mich dazu, in letzter Zeit aber immer weniger. Ich will ja eigentlich auch glücklich sein, aber der das ging immer nach hinten los. Meine Angst wurde immer schlimmer, sogar panisch. Lauf nur noch wie ein roboter herum, der gerade noch funktioniert, aber immer weniger lust hat...

Das ist doch eigentlich kein Schutzmechanismus oder?

Finde das mich die Welt bzw. Natur einfach nicht haben will...

AFnuxra


@ TE

Den Kranken wird unter normalen Umständen bestmöglich geholfen, jeder versucht sein bestes zu geben, dass er wieder gesund wird. Leider ist das nicht immer möglich.

Einem Menschen, der in einer Depression steckt, wird an den richtigen Stellen auch bestmöglich geholfen. Zumindest meiner Erfahrung nach. Das Problem besteht meiner Meinung nach auch darin, dass der Depressive dort (an den hilfreichen Stellen) oft gar nicht erst ankommt. Die depressiven Symptome rauben ihm unter Umständen die Kraft zum Arzt zu gehen, und die Mitmenschen erkennen oft nicht, dass er in einer so misslichen Lage steckt. Damit bleiben viele Depressive allein, und fühlen sich noch wertloser als so schon.

Das ist der Unterschied zu offensichtlichen Krankheiten. Eine Depression ist nicht fassbar, nicht unbedingt zu ersehen. Selbst die körperlichen Symptome (Gewichtsverlust) können völlig vorbei gedeutet werden.

Heilung ist nicht immer möglich, allerdings ist Heilung auch bei anderen Krankheiten nicht immer möglich. Hiv oder Krebs sind nur Beispiele, es gibt auch sehr viele psychische Erkrankungen, die zwar behandelt werden können und doch in manchem Fällen trotzdem zum Freitod führen.

Das mit den talentierten Menschen sehe ich ein bisschen anders: Wenn man sich vor Augen hält, was beispielsweise Friedrich Dürrenmatt, Kurt Cobain, Heath Ledger, Kurt Gödel, etc... für einen Aufwand trieben, um aus dieser Spirale herauszukommen, doch alle sind sie gescheitert. Ich denke nicht dass das mit Talent zu tun hat.

Dazu hatte ich nichts geschrieben… :|N

Aber zu diesem Aspekt: Warum sollte Mutter Natur, ihre selbst erschaffenen Talente wieder aussieben? Das passt für mich nicht.

@ Waterli

Ich glaub die Natur hat nicht mit einer ignoranten Gesellschaft gerechnet.

Das sehe ich ganz genauso.

@ Scheherzerade

Die Evolution will, dass sich die die sich auf der Welt wohlfühlen fortpflanzen. Somit sollen die Depressiven aussortiert werden. Ich finde das okay...

Bitte ignoriert meinen letzten Beitrag, der war schlecht, tut mir leid.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, sind die Depressiven sehr nachdenklich. Warum sollte die Evolution nachdenkliche Menschen aussortieren, nur weil sie manchmal verzweifeln? Denken ist Fortschritt oder nicht?

@ Chris

Derzeit ist es halt so das man überall Pokerface zeigen, und immer sowie überall mit Erfolgen um sich Schmeißen muss um was zu gelten.Gesteht man Fehler ein wird man ausradiert.Oder ausgenutzt um die Ziele des anderen zu verwirklichen.

Stellt sich halt für mich die Frage, ob man das fortpflanzen und weiter geben sollte. Ich habe da meine Zweifel.

Depressivität ist sicher komplizierter als das man eine Patentantwort geben könnte.

Da hast du völlig recht. Nicht nur der Stoffwechsel, sondern auch viele äußere Faktoren tragen dazu bei, dass man in diese Löcher fällt. Stress, Niederlagen usw.

Noch mal @TE

Ich wünsche dir alles Liebe, hoffe du kannst deine Gedanken ordnen und gut schlafen… :)*

Cohvrins_dxmf


Stellt sich halt für mich die Frage, ob man das fortpflanzen und weiter geben sollte. Ich habe da meine Zweifel.

Meine Meinung ist ein klares Nein!

Die Natur achtet nur auf die Gesundheit und das gute Vermischen der Gene.Der stärkste siegt im Leben danach weiterhin.Die Empahtie ist auch wegen unseres hohen Wohlstands auf dem Rückzug.Das ist reinstes Wasser auf den Mühlen der Depressiven die sich jeden Tag in ihrer "ich bin hier so fehl am Platz" doppelt und dreifach bestätigt sehen.

atrmfini}us9


Das tolle/blöde an der Evolution ist doch, dass mit ihr so gut wie alles erklärt werden kann. Aber das bringt doch nichts. Der Evolution wird hier in diesem Thread eine quasi göttliche Weisheit zugeschrieben. Ich finde, das geht zu weit.

Vor allem das, was Chris_dmf hier von sich gibt.

CBhriRs_dmxf


Der Evolution wird hier in diesem Thread eine quasi göttliche Weisheit zugeschrieben

Manchmal frage ich mich WAS ihr hier eigentlich lest. :-/ Ich halte die Evolution für nicht gerade "Intelligent" da sie wie nun schon tausendmal geschrieben NUR auf Gesundheit und das vermischen der Gene achtet.Andere eigentlich wunderbare Dinge im Menchen sieht sie nicht,die blinde Nuss.Deutlich genug für dich, arminius?

a\rminixus9


Hallo Chris, ein bisschen verbittet klingt das schon, was Du schreibst.

Ich hatte auch schon mal schwere Depressionen, da hab ich mich auch als der Abfall der Evolution empfunden. Aber das ist eindeutig ein Krankheitssymptom!

Du hast natürlich Recht, die Welt ist nicht gerecht. Das gilt es erstmal zu akzeptieren.

m5nWb


Hmm... hab mir jetzt nur wenig von dem Faden durchgelesen.... aber zum Anfangsbeitrag: Ich sehe Depressionen nicht in der Art wie du es beschrieben hast als Mittel zur Aussortierung "schwacher" Menschen. Vielmehr sehe ich sie als einen Heilungsprozess des Körpers. Mir ist klar, dass das viele anders sehen... drum eine kurze Erklärung: Ich denke eine Depression entsteht, wenn man ein Ereignis nicht verarbeitet hat. Dadurch ist das Gehirn gewissermaßen in sich gespalten... ein Teil kennt die Wahrheit, ein anderer will sie nicht wahrhaben. So arbeitet das Gehirn gewissermaßeng egen sich selbst. Durch eine "psychische Erkrankung", um es mal allgemeiner zu formulieren, zieht das Gehirn die Aufmerksamkeit aus anderen Bereichen ab, damit man sie für sich selbst und seinen Körper aufbringen kann. Vielleicht hast du schonmal bemerkt, dass Menschen, die eine Depression oder Panikattacken oder Ähnliches wirklich durchleben und sie irgendwann hinter sich lassen können, oft eine stärkere und authentischere Persönlichkeit entwickeln. Menschen, die ein schlimmes Ereignis verdrängen und versuchen, Spaß zu haben, würde ich hingegen tendentiell eher als oberflächlich bezeichnen. Und sie haben unter der Oberfläche mehr wunde Punkte als jemand, der seine Themen verarbeitet hat. Sollten sie mit einer heftigeren Situation konfrontiert werden, die alles wieder aufwühlt, dann können sie nicht so gut damit umgehen wie jemand, der ein Thema abgearbeitet hat und damit umgehen kann.

Somit sehe ich Depressionen usw. als einen Reorganisationsprozess des Gehirns bzw. der menschlichen Geistes. Aber dieser Prozess braucht auch die bewusste Mitarbeit des Menschen, er kann nicht einfach so nebenbei ablaufen. Wenn ein Mensch ein unverarbeitetes Thema nicht anschauen möchte und gleichzeitig versucht, gegen die Depression anzukämpfen, dann könnte deine ursprüngliche Aussage tatsächlich einen wahren Hintergrund haben: Die Evolution würde dann diejenigen aussortieren, die sich ihren Problemen nicht stellen. Oder sich in Vorstellungen flüchten, wie das Leben zu sein hätte, während sie gleichzeitig das reale Leben ignorieren/verdrängen (was definiiv ein Nachteil aus aus Sicht der Evolution sein dürfte).

Ich glaube ein Problem an Depressionen ist ach das Bild, das unsere Gesellschaft vermittelt. Wir glauben so sehr an irgendwelche Behauptungen und Versprechungen, die uns z.B. die Medien und die Gesellschaft machen, und tun uns dann schwer mit Situationen, die nicht mehr in diesen Rahmen passen. Zum Beispiel scheinen in unserer Gesellschaft viele Menschen ein Problem mit dem Tod zu haben... sie können mit ihm nicht umgehen. Er ist nicht Teil des gesellschaftlichen Lebens, und gewisse Formen von Leid werden in unserem Weltbild, wo es so sehr um Erfolg, Schönheit, Konsum und so weiter geht, ausgeschlossen. Werden wir dann damit konfrontiert, so können wir nicht damit umgehen. Und müssen im Extremfall unser gesamtes Weltbild in Frage stellen... vielleicht sogar unser gesamtes Leben. Und dies kann einen ziemlich heftigen Reorganisationsprozess im Gehirn bedeten, dem vielleicht viele nicht mehr standhalten können.

Ich möchte dazu noch anmerken, dass Depressionen besonders häufig in den "entwickelten Ländern" ein Problem sind... nach dem was ich immer wieder gehört habe sind in den ärmeren Ländern die Menschen tendentiell deutlich entspannter und glücklicher. Auch scheinen Depressionen weniger zu werden, je natürlicher das Umfeld der Menschen ist (in Städten gibt es mehr Depressionen als auf dem Land). Und ich vermute, dass Depressionen auch mit Abhängigkeiten in Verbindung stehen...

Achja, und Depressionen stehen auch mit der Sensibilität einer Person in Verbindung. Ein kräftiger Hau-Drauf-Typ wird mit großer Wahrscheinlichkeit weniger anfällig für eine Depression sein als ein sanfter, ruhiger, einfühlsamer Mensch. Je feinfühliger ein Mensch ist, umso intensiver nimmt er sein Umfeld und Situationen wahr. Und umso mehr Eindrücke erhält er, die möglcherweise mit seinem Weltbild nicht übereinstimmen, und die er in sein Weltbild integrieren muss

Letztendlich sit es immer eine Frage der Sichtweise. Man kann Feinfühligkeit oder Depressionen als eine Last ansehen... aber man kann sie bergen auch ein ungeheures Potential, sich weiterzuentwickeln. Gerade dadurch, dass sie nicht einfach sind.

Viele Grüße! *:)

m&nb


huch ich seh grad die letzten Beiträge... die Evolution ist doch kein Wesen, und schon gar kein denkendes Wesen mit Absichten... sie ist einfach nur ein Mechanismus der Natur bzw. die Folge der Naturgesetze. Gerade derer Gesetze, die unsere Existenz überhaupt ermöglichen...

Bevor ihr euch "aussortiert" fühlt, fragt euch doch lieber einmal, welche Chance euch die Evolution durch eure Gefühle und Instinkte gibt... worin ihr Sinn liegen könnte. Mir kommt es so vor als würde in der "bösen Evolution" einfach nur jemand gesucht, den man für sein Schicksal verantwortlich machen kann und an dem man die Verantwortung für sein Leben abgeben kann. Vielleicht ist dann gerade die Entscheidung, selbst die Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen (auch damit auch für, was man "noch nicht gelernt" hat) ein erster Schritt in Richtung Heilung...

B#u'kiep<haxlos


@ mnb

mir hat dein Beitrag sehr gefallen, ich werde darüber nachdenken, danke!

aZrmirniuxs9


mnb

Das hast Du schön geschrieben, Du sprichst mir aus dem Herzen!x:)

s_cullxie


mnb: :)^ :)z :)z :)z

rLege!ntröpchxen


Bukephalos

Ich bezweifel, dass jemand als Sozialphobiker auf die Welt kommt. Die Phobie ist erlernt. Wenn jmd besonders als Baby, als Kind ungenügend Liebe, vorwiegend Ablehnung kriegte (vllt. später noch gemobbt wurde), nimmt es mich nicht wunder, dass der sich selbst mal ablehnt (ok, die werden nicht alle eine soziale Phobie kriegen... manche werden vllt aggressiv oder so, manche sind da vllt. nicht so empfindlich, sensibel und stecken das einfach weg...). Weil man als kleines Kind abhängig von den Eltern ist, die einen zB ständig kritisieren, beleidigen, schlagen, ablehnen, dem Kind wird sich der Gedanke aufdrängen, dass es einen minderen Wert hat... da nimmt das Kind doch die Verhaltensweise an oder? Wär ja normal, das Kind braucht seine Eltern zum Überleben, das Kind orierntiert sich noch an den Eltern. Will nicht sagen, dass das Monstereltern wären oder dass es ausschließlich an den Eltern läge (im Gegensatz zu meinen Geschwistern ist bei mir sicher was schiefgelaufen, aber das kann ich ja nicht auf meine Eltern schieben, meine Geschiwster sind ja auch nicht "missraten" und haben dieselben Eltern). Das ist denk ich also alles insofern Schutzmechanismus, dass derjenige Situationen aus dem Weg geht, in denen er abgewiesen werden könnte: um nicht abgewiesen zu werden, sich selbst (vor Ablehnung) zu schützen, die er ja glaubt erfahren zu werden (das was der halt erlernt hat). ich weiß nicht wie ich das anders erklären kann, aber vllt. verstehst du was ich meine.

Du hattest auf der 1. Seite was mit Einbahnstraße geschrieben... Ich bin mir sicher, dass die Möglichkeit besteht, daraus zu finden. Es ist keine Einbahnstraße. Vielleicht schafft man es nicht immer ganz alleine, aber dann kann man Hilfe in Anspruch nehmen.

sscu/llie


ich kann dir auch zustimmen :)z..es passt auch zu dem Faden von

Chance 007 bei med 1 er heisst...emotionaler missbrauch

m}nxb


Danke für den netten Zuspruch zu meinem Beitrag :-D

Zum Thema Einbahnstraße fällt mir gerade noch was ein: Eine Einbahnstraße ist niemals eine Sackgasse ;-) Ein "Zurück" gibt es nicht (das würde eine Strafe bzw. Bußgeld nach sich ziehen). Aber wenn man sie durchquert hat, geht es wieder befreit weiter :-)

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