Emotionale Misshandlung

Auf einer anderen Plattform wurde mir ein - in meinen Augen - sehr lesenswerter Bericht zu o.g. Thema zugänglich gemacht. Den möchte ich euch nicht vorenthalten. @:) "Du trägst das […]

C&han1ce}0g0x7   08.01.10  19:34

11.01.10  20:31

theoretisch, ja.

praktisch geht jedoch vieles nicht mehr.

lMisaF_nxeu

11.01.10  20:59

Diese Vergebungskiste kkotzt mich auch an. Einmal wurde sogar explizit Vergebung von mir eingefordert. Mein Vater verlangte von mir, meiner Mutter zu vergeben. Sie weinte nämlich, woran ich natürlich schuld war, weil ich ihr ja nicht vergeben wollte.

Konkret ging es übrigens um diese Begebenheit:

Einmal sollte ich zu Weihnachten mit meinem Vater Schlittschuh laufen gehen. Ich wollte nicht. Meine Mutter redete auf mich ein, dass es ihm sehr viel bedeuten würde. Also kam ich mit. Ich stürzte natürlich volle Kanne auf dem Eis und fing mich mit einer Hand ab. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen. Meine Eltern warfen mir vor, ich würde simulieren und nur auf ihr Mitleid und auf das anderer aus sein. Sie brachten mich nicht zum Arzt. Autofahren konnte ich mit der Hand nicht. Ich fuhr 1 Woche später wieder zu meinem Studienort zurück. Mit dem Auto unter starken Schmerzen. Meine Freunde dort zwangen mich dann regelrecht zum Arzt, weil ich dann selber schon dachte, ich bilde mir das nur ein und hätte eigentlich nichts. Ich ging zum Arzt und der stellte fest, dass mein Handgelenk gebrochen war. Als ich meine Eltern anrief und es ihnen sagte, bekam ich keine Entschuldigung oder so. Nein, weit gefehlt. Sie sagten: "Du bist sogar zu blöd zum Schlittschuh laufen."

Irgendwann dämmerte ihnen wohl doch, dass sie sich irgendwie falsch verhalten hatten. Naja, ich meldete mich auch kaum noch, kam nicht mehr nach Hause etc. Dann wollten sie, dass ich ihnen vergebe. Ich habe es nicht. Ich werde es nicht.

cBoraDzo n81

11.01.10  21:28

Dann wollten sie, dass ich ihnen vergebe. Ich habe es nicht. Ich werde es nicht.

wäre auch nicht angesagt finde ich.

bei meinen eltern ist auch nicht die geringste einsicht zu erwarten. daher kein kontakt seit jahren. beide sind jetzt allein und alt, jetzt wär ich als gesellschaft gut genug, aber für mich ist das erledigt. habe von beiden weder belohnung noch bestrafung zu erwarten. meine bestrafung ihnen gegenüber ist das konsequente ignorieren und deren schlechtes gewissen, größtenteils versagt zu haben.

v5er=baYlxist

11.01.10  22:09

wir müssen nicht vergeben.nein.ganz sicher nicht.ich erlebte als kind alle-wirklich alle formen des missbrauchs.meine mutter war in einer psychoklinik,da war ich ungefähr 18,im sinne der familientherapie wurden mein bruder und ich gefragt,vor einer reihe von therapeuten!ob wir unserer mutter vergeben würden.mein bruder der arme sagte sofort ja,ich hab so lange mit der antwort gezögert,ich konnte dem druck nicht mehr standhalten und musste ja sagen!ich breue es heute immer noch.

aber-ich bin fast 50-der kontakt zu meiner mutter isst gänzlich abgebrchen meinerseits,und-nie waren meine kinder auch nur eine stunde alleine mit ihr!sie kennen sie auch nur aus der ferne.

ich bin gerade wieder durch eine schwere erkrankung meiner tochter und einen todesfall in der *missbraucherfamilie*, wieder völlig offen,aufgelöst,alles schlimme kommt immer wieder in meinem kopf,quält mich,will endlich gehört werden.

es ist nie zu spät.ich will glücklich und zufrieden mein restliches leben verbringen,ich geh an die schattenarbeit,bevor mich die kraft ganz verlassen hat und mein körper mir gar nicht mehr gehorcht und meine seele nie mehr frieden findet.

in diesem sinn-never give up @:) ]:D

scaIvara

11.01.10  22:45

es ist nie zu spät.ich will glücklich und zufrieden mein restliches leben verbringen,ich geh an die schattenarbeit,bevor mich die kraft ganz verlassen hat und mein körper mir gar nicht mehr gehorcht und meine seele nie mehr frieden findet.

ich setz hier noch mal den link zum buch "die dunkle seite der lichtjäger" (zur arbeit am schatten):

Die-dunkle-Seite-Lichtjäger-Kreativit%C3%A4t

ohne die richtige anleitung und die übungen gehts nicht.

gruß

v!erba*l#ist

11.01.10  23:57

danke @:)

s9aWvaxra

12.01.10  00:06

savara, ich bin auch bald 50 und ich habe keine eltern mehr. mit meinem vater hatte ich schon lange "gebrochen", mit meiner mutter war es schwieriger.

immer dieses aufarbeiten - ich bin damit seit jahren dran - kostet so viel energie, ich kann und will das oft nicht mehr. ich kann und wil nicht das 100000000000 buch über psychoprobleme lesen verdammt ich will lebensfreude! ist gerade ein jahr her, als ich das buch von dem hans-peter röhr über emotionalen und sex. missbrauch gelesen habe und ich musste alles alleine aufarbeiten, das geht gar nicht... oder wenn, braucht es eben so viel zeit.

aber leben glücklich, wie denn damit?

wenn man ständig aufarbeiten muss?

wenn man nie bedürfnisse gestillt bekommt? sie selber auch nicht stillen kann, weil es zu spät ist um wesentliche dinge im leben zu verändern, dem leben eine neue richtung zu geben?

das, was ich hätte erreichen können im leben, wäre meine kindheit und jugend weitestgehend normal verlaufen, kann ich nicht mehr erreichen, das ist zu spät.

das ist bei mir das eigentliche problem.

misshandeln lass ich mich nicht mehr von keinem menschen, da bleib ich lieber alleine. ich bin ja nicht ganz alleine, habe drei gute freunde.

ich hab gelernt nein zu sagen. ich kann mich gut abgrenzen.

aber beziehung kann ich abschminken. sex kann ich abschminken, zu groß die gefahr missbraucht zu werden. liebe nähe zärtlickeit kann ich abschminken.

berufl. erfolg kann ich abschminken.

etc pp.

ist ganz schwer.

lebensfreude sieht anders aus.

lMisaV_neu

12.01.10  11:57

Leider glaubten und verinnerlichten sie die Saetze(Du bist schuld...das....),die ihnen die Eltern haeufig einredeten.

In meiner Arbeit mit diesen Kindern versuche ich diesen Gedanken(sie seien schuld) entgegen zu steuern..und ihnen andere Konfliktloesungsmoeglichkeiten zu zeigen...und ihr Selbstwertgefuehl zu staerken...

naja, bei mir ist es nicht mal "schuld" die mir eingeredet wird - zumindest nicht wörtlich.

wenn, dann drückt sich das so aus, dass meine mutter weint und einen auf schwach macht, sodass ich wieder einknicke und nicht weiter meine Ansichten verteidige.

neben der schuld prägen ein kind aber doch auch schon allein so "banale" Sachen wie faul, ekelhaft, abstoßend, arrogant, auffällig.... wenn es einem oft genug gesagt wird, dann glaubt man das irgendwann....

bei mir hat das dazu geführt, dass ich mich fast selbst aufgegeben hätte, weil ich eben diese schlechten Eigenschaften angeblich besitze...

die Kraft, sich wirklich zu ändern oder zu bessern (sofern notwendig) hatte ich bisher selten - woher auch...

gottseidank habe ich ein paar menschen getroffen, die mir realistischeres Feedback geben und mein Selbstbild positiver haben werden lassen.

Aber sobald ich etwas selbstbewusster bin, lasse ich das auch meine Eltern spüren, indem ich meine Meinungen (z.B. Berufswahl, Urlaubspläne, finanzielle Unterstützung im Studium, Freundeskreis) völlig altersgemäß meistens beibehalte - auch wenn sie anderer meinung sind.

dann kommt wieder das große Heulen bei meiner Mutter - und sie sagt dann so sachen wie: "wenn ich dich so ansehe, dann muss ich ja als Mutter völlig versagt haben..."

was sagt ihr zu diesem Satz? seht ihr das als Eingeständnis, dass sie Fehler gemacht hat - oder als Vorwurf?

würde mich mal interessieren... wenn jemand lust hat zu antworten :)*

s"enshualxity

12.01.10  12:04

Emotionale Misshandlung ist sowohl die verbreitetste als auch die am wenigsten verstandene Form von Kindesmisshandlung. Über ihre Opfer wird oft hinweggesehen, einfach, weil ihre Wunden nicht sichtbar sind. In einem Zeitalter, in welchem neue Enthüllungen von unaussprechlichen Kindesmisshandlungen tägliche Kost sind, werden Schmerz und Qual jener, die "nur" emotionale Misshandlung erfahren haben, oft trivialisiert. Wir verstehen und akzeptieren, dass die Opfer von körperlicher und sexueller Misshandlung gleichermaßen Zeit wie eine spezielle Behandlung brauchen, um zu gesunden. Doch wenn es zu emotionaler Misshandlung kommt, glauben wir anscheinend, dass die Opfer "einfach darüber hinwegkommen", wenn sie Erwachsene werden.

Diese Annahme ist gefährlich falsch. Emotionale Misshandlung entstellt das Herz und schädigt die Seele. Wie Krebs verrichtet sie ihre tödlichste Arbeit im Inneren. Und, wie Krebs, kann sie, wenn sie unbehandelt bleibt, Metastasen bilden.

Willkommen in meinem Leben :-(

CUhrMis_vdxmf

12.01.10  12:06

Danke für den Link,da schreibt mir jemand aus der Seele :°( Und das passiert nicht oft.

CAhris}_dmf

12.01.10  12:26

Hallo Sensuality,

"wenn ich dich so ansehe, dann muss ich ja als Mutter völlig versagt haben..."

Diesen Satz finde ich ebenso bitter wie viele andere, die in dieselbe Richtung zielen. Nein, das ist in meinen Augen keinerlei Einsicht. Es ist eine Schuldzuweisung in Deine Richtung. Frei übersetzt: "Ich habe ALLES für Dich getan und DU bist soooo undankbar und ICH leide nun darunter." %-|

Das Geheule, wenn es grad paßt, ist in meinen Augen (manchmal sicher unbewußt ablaufend, mag sein), emotionale Erpressung!

Lg

C7h`anced00x7

12.01.10  13:29

Ich lese schon seit einiger Zeit mit und bin wirklich entsetzt und traurig und aufgewühlt.

Meine Eltern bekamen mich, als sie keine 20 waren. Dass ich nicht gerade ihr Wunschkind war, war klar. Habe ich auch oft genug zu hören bekommen. Schon als ich noch ein kleines Kind war, hat mir meine Mutter eins vorgeheult, wie schlimm sie es hat, dass niemand ihr hilft. Das ging die ganze Kindheit und Jugend hindurch so weiter. Immer diese Heulereien. Klar wars schwer für sie, aber was konnte ich als Kind denn dafür? Ständig wurde mir eingeimpft, dass ich ihnen dankbar sein muss. Dankbarkeit war immer der Punkt, um den sich alles drehte. Irgendwann bekam ich einen Bruder, ein Wunschkind. Er war toll, hübsch, klug, beliebt (nach ihrer Beschreibung) und ich war dick, dumm und hässlich ("du bist so dick, dir wachsen bald die Augen zu"). Ich war übrigens nie übergewichtig. Irgendwann hatte ich so ein schlechtes Selbstbewusstsein, dass ich kaum noch einen Satz gerade heraus bekam. In der Schule wurde ich ganz schlimm gemobbt ("du wehrst dich ja nicht"), hatte jahrelang Albträume. Ich erfülle eigentlich alle Ansprüche meiner Eltern (das, was für sie wichtig ist): Verheiratet, Haus, Autos, Kinder, Beruf. Seitdem ich selbstständig bin und Kinder habe, ist für mich alles nur noch schlimmer geworden. Mein Mann, der mich unterstützt, ist für sie "der Ar***". Sie ignorieren ihn mittlerweile. Meine Kinder werden nach Geschlecht von ihnen unterschiedlich behandelt.

Ich habe immer wieder schon monatelange Funktille zu ihnen gehabt. Es hat so viel Ärger schon gegeben. Eigentlich ging es mir besser, wenn ich nichts von ihnen höre. Irgendwann rücken sie mir dann aber wieder auf die Pelle. Manchmal denke ich, ich sollte ihnen ihr Verhalten nachsehen, da sie selbst noch so jung waren und es bestimmt nicht absichtlich gemacht haben, dass es mir dann selbst auch besser gehen würde. Ich versuche es, aber ich habe das Gefühl, dass es immer wieder von vorne los geht.

Und sie benehmen sich heute ja auch nicht großartig anders. Ja, manchmal können sie auch nett sein, klar. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen. Aber ebenso schnell geht der Schuss wieder nach hinten los. Einmal habe ich ihnen alles gesagt, alles was ich ihnen vorwerfe bzw. was mich schmerzt. Sie haben mich null ernst genommen, alles als Quatsch abgetan, nach dem Motto "jetzt spinnt sie total". Meine Mutter zetert herum, wenns ihr zu langweilig wird, wenns zu gut läuft. Und ich fühle mich gequält. Wenn ich sagen würde, "du redest absoluten Müll", hätten wir wieder den größten Krach. So lasse ich es über mich ergehen, lasse mich quälen.

Entschuldigung, dass ich jetzt so viel geschrieben habe.

-}chahrlmottex23-

12.01.10  13:32

für -charlotte23-

:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

tCime_fo(r_mxe_82

12.01.10  13:41

Dann habe ich ein schlechtes Gewissen.

Tja, da sind wir alle glaub ich gut drin...

Wie behandeln deine Eltern denn deine Kinder?

c+orazton81

12.01.10  13:51

Charlotte :Wenn deine Eltern verstehen wuerden was du sagst,wuerde fuer sie wahrscheinlich eine Verdraengungs-Welt zusammenbrechen..

Wahrscheinlich sind sie nur mit sich selber beschaeftigt,leben in ihrer eigenen Welt, in ihrem Kinofilm,koennen nur ihre eigenen Probleme verstehen(wenn ueberhaupt). Nur ihre eigene Welt und ihre Lebenseinstellung/Werte/Aengste usw..werden fuer sie wichtig sein..

Deine Person werden sie kaum wahrnehmen koennen...sie koennen dich nicht verstehen...

Es ist bestimmt wichtig...das du daran denkst was und wer dir gut tut und du dich vor deinen Eltern schuetzt,nicht abwerten und verletzen laesst und dich von ihnen abgrenzt,ihr Gerede nicht so ernst und persoenlich nimmst...

Ihr Gerede wird mehr mit ihrer Biographie in Zusammenhang stehen..

Z.B....leider wurden frueher oft Soehne stark von den Eltern bevorzugt

s|cuellixe

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