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Meine Schwester macht mich fertig

-~EaGlpEeYex-


Für meine Nichte bin ich immer stark, klar sie kriegt das Ganze alles mit und sie weiss auch, dass ich "nur" wegen ihr daheim wohne. Meine Vater kommt nur alle paar Wochenenden nach Hause und meine Mom erst recht spät am Tag. Sie genießt es mit mir ihre Hausaufgaben zumachen, zu backen oder zu kochen. Das macht sonst keiner oder eben einfach verrückte Dinge mit unseren Tieren anzustellen. Wie am vergangenen Wochenende an dem wir Stundenlang nach alten Sachen von ihr suchten und Klamotten für Hund und Katz kreierten und schneiderten bis sie passten.

Der Personalrat antwortete mir heute wie folgt (paar Auszüge):

Hallo .....,

schön, dasss Sie sich melden - ich habe mich über Ihr Lebenszeichen sehr gefreut. Was Sie über ihre letzten Wochen schreiben, hat mich sehr berührt. Ich wünsche Ihnen viel Kraft für die Therapie. In solch einer Lebenssituation brauchen Sie einfach Hilfe und Power. Denn auch wenn es sehr anstrengend ist - das berichten mir viele Kolleginnen und Kollegen in Therapie - alles noch einmal aufzurollen und "anzufassen" - was doch schon mal ruhen durfte, ist es wohl der einzige Weg, um mit den Folgen früherer Verletzungen und Erlebnisse gut leben zu lernen. Dazu brauchen Sie Mut - und es ist anstrengende Arbeit - deshalb: Durchhaltevermögen und jeden Tag wieder die Kraft, ranzugehen: das wünsche ich Ihnen ganz besonders. Sie sind also kein "Klotz am Bein", sondern ein Mensch in einer besonderen Lebenssituation, der für diese Zeitspanne auf die Hilfe anderen angewiesen ist.

(...)

Natürlich behandle ich Ihre mail gern vertraulich. Allerdings bedeutet dies dann, dass ich - solange Sie mir nichts anderes mitteilen -auch nicht mit Frau X oder Ihrer Aulsbilderin Fr. Y sprechen kann. Dennoch müssen Sie hier einen Kontakt herstellen, wenn Sie das Ausbildungsverhältnis nicht gefährden wollen. Haben Sie mal drüber nachgedacht, die Ausbildung bis zum Ende der Therapie zu unterbrechen? Sollte man das jetzt nicht mal besprechen? Auch andere Alternativen, etwa Ihren Wunsch, die Ausbildung kreativer zu gestalten, vielleicht sogar auf einen anderen Ausbildungsgang im Unternehmen zu wechseln müsste ja mal besprochen werden - sonst bleibt er ein stiller Wunsch. (...)

Daher mein Vorschlag: rufen Sie mich oder Frau Z recht bald an oder mailen Sie einem von uns, wer Sie wann telefonisch ereichen kann. Bereden Sie mit einem von uns, was der nächste Schritt sein kann. AUf irgendeinem Weg (mündlich vor Ort, am Telefon, schriftlich, über einen von uns, über eine andere Vertrauensperson, etwa Ihre Thearapeutin) müssen Sie Frau X schon antworten. Aber davor sollten Sie mit einem von uns die Lage besprechen. (...)

_____________________________________________________________________

Nu ging mir persönlich ja durch den Kopf, wie kann man die Ausbildung zur Bürokauffrau kreativer gestalten. Eigentlich gar nicht, denn Rechnungen sind nicht kreativ, alles andere als das und ich bin damit so unzufrieden. Natürlich gibt es Menschen die lieben Zahlen und Buchhaltung ... ich leider nicht, auch wenn ich wünschte es wäre so, damit ich glücklicher bin.

Ich bin nicht wirklich gut im Wünsche äußern, aber ich glaube ich weiss, dass ich den Beruf der Bürokauffrau nicht erlernen mag. Ich hatte diesen genommen, da "nix" anderes war und da dieses Unternehmen doch schon sehr groß ist und nicht ein kleiner Betrieb, der die Azubis ausnutzt. Versuche mir immer zusagen geht ja vorbei die 3 Jahre, aber das klappt ne Stunde, zwei Stunden mehr nicht und dann sitzt man da und könnte losheulen, was ich mir aber vor anderen verkneife.

Ich weiss nicht, was ich nun antworten kann, soll. Die letzte Nacht war Schlaf von 2.30 bis 5.15 Uhr und ich bin so müde und kann nicht gut schlafen. Mach mir über alles Gedanken.

Na ja...

p>ebby


hallo eagleeye,

der Personalrat klingt sehr sehr nett! Er hat soviel Verständnis für dich. Wie wäre es, wenn du IHN anrufst? Du musst ja nicht mit Frau X oder Frau Y telefonieren. Wie wäre es, wenn du mit ihm telefonierst und auch deine Ängste schilderst, die du bzgl. des Gesprächs mit Frau X oder Frau Y hast? Er wird dich sicher beruhigen können :)_

So wie es aussieht, ist er offen und könnte sicher auch vermitteln - sofern das überhaupt notwendig ist. Trau dich! Es gibt da einen Spruch, den ich sehr gut finde: "Der schlechteste Weg, den man wählen kann ist der, keinen zu wählen" - den ersten Schritt hast du gemacht. Geh einen Schritt weiter und wenn du den gemacht hast, geh den nächsten, soweit bis du am Ziel bist :)*

Du musst nicht "gut" im Wünsche äußern sein. Dir liegt der Bürokram nicht, das kann ich verstehen. Du hast gesagt, du möchtest etwas kreativeres.

Weisst du was.. es wäre doch toll, wenn du über den Personalrat ein Gespräch mit Frau X oder Y planen könntest, bei dem der Personalrat evtl. mit dabei ist?

Du kannst ihnen dort sagen, dass du unbedingt in diesem Unternehmen bleiben möchtest (und das willst du ja auch!), weil es dir die bestmögliche Ausbildung ermöglicht und du dich wohl fühlst. Dass du eben nur leider feststellen musst, dass der Beruf der Bürokauffrau nicht das Richtige für dich ist und du gerne Mediengestalterin werden würdest. Dass dir das gerade in dieser schwierigen Phase nun bewusst geworden ist, weil du einiges im Leben gerade neu ordnest.

Du schaffst das! Geh den nächsten Schritt auf deinem Weg :)_

D#echsxe


Ich kann pebby nur aus ganzem Herzen zustimmen - der Mann klingt nett und er hat ja sogar von vorneherein nicht ausgeschlossen dass man wegen deiner Unzufriedenheit in der Ausbildung eventell was tun kann.

Auch - zumindest lese ich das heraus - dass er bereit wäre stellvertretend für dich mit Frau X oder Y zu reden, zumindest eine erste Kontaktaufnahme und Erklärung, nur das müsstest du ihm erlauben.

Halt uns auf dem Laufenden (Daumen drück).

b\a2bs


pebby, super beitrag :)^

So wie es aussieht, ist er offen und könnte sicher auch vermitteln - sofern das überhaupt notwendig ist. Trau dich!

den personalrat nochmal anzusprechen und um vermittlung zu bitten, halte ich auch für eine gute idee. dann muss man sich nicht nochmal so ganz allein aufs neue überwinden, das thema anzusprechen.

Du musst nicht "gut" im Wünsche äußern sein.

:)z -EaGlEeYe-, wie schon gesagt, du musst das nicht perfekt meistern. dass es dir nicht ganz leicht fällt, mit den leuten ins persönliche gespräch zu gehen, wird jeder verstehen können.

Du kannst ihnen dort sagen, dass du unbedingt in diesem Unternehmen bleiben möchtest (und das willst du ja auch!), weil es dir die bestmögliche Ausbildung ermöglicht und du dich wohl fühlst. Dass du eben nur leider feststellen musst, dass der Beruf der Bürokauffrau nicht das Richtige für dich ist und du gerne Mediengestalterin werden würdest. Dass dir das gerade in dieser schwierigen Phase nun bewusst geworden ist, weil du einiges im Leben gerade neu ordnest.

sehr schön gesagt :-)

mach einen termin, lass das gespräch auf dich zukommen und schau einfach mal, was man dir anbieten kann. :)^

-{EaGRlEe(Yex-


So, da bin ich wieder... Hatte noch etwas mehr Email Kontakt mit dem Personalrat. Er fragte dann so Sachen wie, was ich unter Kreativität verstehe... Jedenfalls antwortete ich ihm, dass ich viel mit Grafikprogrammen arbeite, aber auch mit Programmen und zum Beispiel Familienfilme mit Menü etc. auf eine DVD zu bekommen. Am Montag oder Dienstag hat er jetzt ein Gespräch mit meiner Chefin. Mein Wunsch wäre es echt Mediengestalterin zu werden. Allerdings was ein riesen Problem sein wird, sind meine körperlichen Einschränkungen. Rückenmuskel fehlt etc. und da wir auch Kameras schleppen müssen bei uns im Betrieb, also wenn man dort die Ausbildung in diese Richtung macht kommt man nicht drum rum. Ich hab schon arg Bammel vor, dass der Schuss nach hinten los geht. Vielleicht denkt meine Chefin ja auch: Man erst auf 6 Stunden arbeit runter, weil 8 Stunden gesundheitlich nicht drin waren, jetzt kommt sie auch noch mit Ausbildungswechsel... Ich bin kein Mensch der Umstände machen will, aber manchma denk ich, umso weniger Umstände ich machen will umso mehr werden es und umso größer.

Bei der Opferberatung war ich auch.. Allerdings war die Dame dort etwa so alt wie ich und sie sagte mir, dass sie das aus der Kindheit nicht mit mir angehen kann, da es eben schon lange zurückliegt und kein aktuelles Geschehen ist. War ich sehr verwundert, hatte mich soviel Mut gekostet dort hinzugehen.

Meine Super Schwester war auch wieder hier... Meine Nichte hatte heute einen Auftritt und ich wollte nun endlich den Memory Stick haben, damit die Kleine gefilmt werden kann... Tja, gab die Antwort von meiner Schwester: Hast doch noch den anderen...Nur is der zuklein um Filme abzuspeichern.... Ich liebe das Filmen und ich wollt das alles festhalten als Erinnerung wenn die Kleine ma groß ist. Über mich gibts keine Filme aus der Kindheit... wir hatten keine Kamera und manchma denkt man sich: Ach ich würd schon gern ma sehen wie ich damals lief oder hören wie ich sprach etc... Hab leider nicht das Geld um mir nen neuen Stick zukaufen. Immer wenn ich an meine Schwester denke, kommt so eine Wut und Enttäuschung.. Brauche dann ne ganze Weile um davon erstma wieder runterzukommen.

Na ja....

-2EaG!lEeYJe-


Ist das eigentlich so richtig von der Opferberatung? Also ich meine, dass die Psychologin dort sagt, dass sie den Missbrauch aus der Kindheit nicht bearbeiten kann, da es ein Geschehen in der Vergangenheit ist?

Oh man und ich grüble die ganze Zeit wieder wegen meiner Schwester und bin auch nervös wegen der Ausbildung, was wohl der Personalrat morgen oder Dienstag sagen wird, nach Gespräch mit meiner Ausbilderin....

p+hodebe


hallo und guten morgen,

naja -die haben dort auch ihre pläne -und wenn sie es sagt..dann wirds wohl so usus sein.

dafür kannste dir ja dann auch ne stelle suchen.

die gedanken -die so ungewollt kommen...versuche in dem moment mal vor deinem gesicht in´

die hände zu klatschen -das hat bei mir schon das ein- oder andere mal gewirkt.

drück dich :)- o:)

-hEaGwlEeYxe-


Werds mal versuchen Phoebe... Danke

Hab gerade ne Email bekommen mit der Bitte um Rückruf vom Personalrat. Er sprach mit meiner Chefin. Jetzt bin ich nervös, wobei nervös untertrieben ist. Es entscheidet sich nu wohl auch viel Zukunft für mich. Gott hab ich Angst.

-zEa!GxlEBeYex-


So nun kams wie ichs befürchtet hatte, eine Ausbildung im Bereich Mediengestaltung wird von meiner Chefin als nicht geeignet für mich angesehen, aufgrund meiner körperlichen Einschränkungen. Ich könnte die Ausbildung als Bürokauffrau weiterführen oder wenn ich dies nicht mehr möchte, dann kann ich gehen. Habs geahnt aber anders erhofft. Das nette ist auch noch, dass ich zu einer anderen Azubine im Studivz zu Sylvester schrieb, dass momentan alles bei mir Scheiße ist und ich mir bestimmt ne andere Ausbildung aufgrung meiner langen Krankheit suchen muss und sie dieses an meine Chefin weiterreichte. Darauf machte der Personalrat heute aufmerksam... Hab nichts negatives über den Betrieb geschrieben nichts, sondern nur meine Vermutung/Befürchtung geschrieben....

Jetzt bin ich ratlos. Bürokauffrau kann ich nicht, Rechnungswesen ist überhaupt nicht mein Ding... Ich brauch Dinge die "bunt" sind, wo man was schafft, außer einer Rechnung auszufüllen.... Papier ist in meinen Augen sozusagen tot und das macht mir zuschaffen. Hab mich so lange zusammengerissen, aber bin müde, so müde.

Morgen kommt auch noch meine tolle Schwester. Es gruselt mich jetzt schon, wenn ich daran denke. Heißt wieder alles abschließen und hoffen, dass nichts fehlt.

-qEaGl-EeYxe-


Hmm sieht fast so aus, als wäre ich hier "Alleinunterhalter"...

v[erirrtAes sSchäfcXhen


Hallo EaGlEeYe

Ich schreibe nur selten im Forum zu den Problemen anderer Menschen (habe eben selbst so einige), doch deine Geschichte geht mir sehr nahe. Du tust mir furchtbar leid, aber das hilft dir auch nicht weiter, das weiß ich. Daher ein paar Gedanken:

Du bist, so denke ich, nach AUSSEN hin ein sehr starker Mensch, doch innerlich ein sehr verletztes junges Mädchen. Du musstest wahrscheinlich diese scheinbare Stärke aufbauen, damit du überhaupt all das, was dir angetan wurde, aushalten und irgendwie weiterleben konntest. Das, was dein so genannter Großvater mit dir gemacht hat, die Tatsache, dass dir niemand geholfen hat – nicht einmal deine eigenen Eltern! – und dann auch noch eine schlimme Krankheit. Meiner Meinung nach sind das so ungefähr die schlimmsten Dinge, die man sich vorstellen kann.

Auch ich habe viel erlebt und viel gesehen, meine Kindheit und Jugend war gar nicht toll, auch wenn ich – Gott sei Dank! – nicht missbraucht wurde. Aber auch ich habe so meine Zweifel, ob es denn wirklich soooo schlimm war. Ich frage mich oft, ob es anderen nicht noch vieeeeel schlechter geht oder ging, denke, dass ich es vergessen sollte und stärker sein sollte. Auch ich habe also eine gewisse Pseudo-Stärke nach außen hin aufgebaut, um das alles auszuhalten. Ich bin sehr weit weggegangen, sehr oft umgezogen, war in mehreren armen, teils gefährlichen Ländern. So denken Andere immer von mir, dass ich sehr, sehr stark bin und bewundern mich. Wenn sie mich dann näher kennen lernen und feststellen, dass ich sehr zurückhaltend bin, nicht so (lebens)lustig, einfach nicht jemand, mit dem man viel Spaß haben kann, oder eben auch als jemand, der sich selbst immer ziemlich negativ sieht, dann sind sie sehr irritiert. Sie sagen mir das nicht, aber lassen mich dann links liegen und finden mich ganz schnell wieder uninteressant bzw. können nicht verstehen, dass ich nicht stolz auf das bin, was ich bisher so erreicht habe (die Auslandsaufenthalte z.B.). Sie haben aber keine Ahnung, warum ich so bin und fragen auch nicht nach – entweder weil sie gar nicht darauf kommen oder weil sie sich nicht trauen, denke ich. So kennen mich die meisten Leute eben gar nicht wirklich. Aber das liegt eben auch daran, dass ich kaum etwas zeige. Ich zeige nur meine Pseudo-Stärke und die wirkt eben einfach nur distanziert. Die Leute denken dann so etwas wie: Die ist zwar ein bisschen komisch, kommt doch aber klar. Von den innerlichen Kämpfen bekommt ja keiner etwas mit…

Zurück zu dir: Ich denke, dass auch du nach außen hin so eine Pseudo-Stärke zeigst. Deine Eltern sehen anscheinend nur die bzw. wollen sicher auch gar nichts anderes sehen. So brauchen sie kein allzu schlechtes Gewissen haben. Du bist in der Lage, dich um deine Nichte zu kümmern, hast schon wahnsinnig viel für deine Schwester getan, hast die Abendschule geschafft, eine Lehrstelle bekommen. Hättest du nicht deine Krankheit, würdest du sogar noch viel mehr schaffen und alle würden davon ausgehen, dass das normal ist, denn du bist eben eine starke Frau. Dass du das aber gar nicht bist, dass du innerlich leidest, sieht keiner, will auch keiner sehen, denn das ist nicht schön.

Wichtig ist aber, glaube ich, dass DU dich besser kennen lernst. Dass DU weißt, dass du sehr verletzt bist, dass du auch schwach bist, denn du bist ein MENSCH, der noch dazu viel gelitten hat. Es ist letztendlich egal, ob andere Menschen, auch deine Eltern, dein wahres Ich kennen, aber DU solltest es kennen lernen. Warum? Damit du es beschützen und lieb haben kannst. Damit DU weißt, dass DU mehr vom Leben verdient hast! Wie andere hier schon schrieben: Es ist DEIN Leben, nicht das deiner Eltern, Schwester oder Nichte. Die Anderen schützen dich offenbar nicht, DU musst es tun. Aber nicht den Rest deines Lebens durch nach außen getragene Pseudo-Stärke, sondern durch echte, innere Stärke.

Das ist alles nicht einfach, aber man kann es lernen. Am besten in einer Therapie. Wenn dir die Opferberatung nicht helfen kann oder will, such einen geschulten Psychologen oder vielleicht besser eine Psychologin. Es dauert sehr lange; ich mache schon drei Jahre eine Therapie und die Fortschritte sind erst gering. Aber sie sind da!

Eine andere Frage: Ist deine Schwester eigentlich auch missbraucht worden? Wahrscheinlich nicht, so wie du schreibst, oder? Kannst du es 100%ig ausschließen? Vielleicht ist es ihr ja auch passiert und sie ist nur GANZ ANDERS – egoistisch eben – damit umgegangen? Mit solchen Erlebnissen gehen Menschen nämlich individuell ganz anders um.

Aber selbst wenn sie verschont wurde, ist es trotzdem interessant zu beobachten, dass es in deinem Leben immer jemanden gab, der anscheinend noch schutzbedürftiger war als du. Erst deine Schwester. Sie war jünger und hat viel Unsinn gemacht, so dass sie von den Eltern – und von dir – viel Unterstützung bekam. Alles drehte sich um sie. Auch für dich. Die Folge war, dass niemand DEINE Probleme wahrgenommen hat. Deine Eltern nicht, aber auch DU selbst nicht. Vielleicht hat es dir geholfen, dich um deine Schwester zu kümmern, da du so ein kleines Selbstwertgefühl aufbauen konntest. Du musstest nicht auf dich selbst schauen, denn auf sich selbst schauen kann auch sehr wehtun. Verstehst du, was ich meine?

Nachher kam deine Nichte. Jetzt ist SIE es, die wieder die Kleinste und Schutzbedürftigste ist. Aus Sicht deiner Eltern, aber auch aus deiner Sicht. Das ist einerseits gut und richtig, denn das Kind hat es ja auch nicht leicht. ABER: DU wirst schon wieder vernachlässigt. Von deinen Eltern, von deiner Schwester sowieso, aber eben auch von dir selbst.

Fazit: Es ist großartig und sehr lobenswert, dass du das Kind so sehr liebst und dich so gut kümmerst. Und es ist auch gut für dich, dass du zu einem Menschen eine so innige Beziehung aufbauen kannst. ABER: Dieses Kind ist dir nicht ebenbürtig. Es kann dir Liebe geben, aber es bringt dich in DEINEM Leben nicht weiter. Es kann dich nicht ermutigen, den Personalrat anzurufen, es kann dir bei deinen gesundheitlichen Problemen nicht helfen und erst recht nicht bei der Heilung deiner Seele. Die Kleine MUSS das auch nicht, das ist nicht ihre Aufgabe. Aber indem dieses minderjährige, schutzbedürftige Kind "dein Leben" ist, wie du schreibst, und wahrscheinlich die Einzige, zu der du so eine innige Beziehung hast, wird DIR immer etwas fehlen. DU bist abgelenkt und kannst dich nicht gut genug um DEIN Glück kümmern und es gibt auch sonst niemanden, der das tut.

Das alles ist natürlich nur MEINE Meinung und Interpretation, aber vielleicht regt es dich zum Nachdenken an. Es geht nicht nur darum, dass du eine Ausbildung findest, denn das wirst du früher oder später schaffen, so wie du bisher immer alles geschafft hast. Es geht, so denke ich, darum, irgendwann einmal richtig glücklich zu sein – oder?

Ich wünsche dir alles Liebe und schicke dir eine virtuelle Umarmung! :°_

-)EaG,lEeYUex-


Hallo verirrtes schäfchen,

kenn ganz viele Punkte wahrhaftig, die Du geschrieben hast.

Ich helf gern anderen, hab mich oft reingehangen bis endlich ne Lösung da war

oder einfach nur zugehört - zu sogenannten Freunden. Wenn man dann aber eben

mal nicht mehr so lustig war und mal ein Problem anschnitt und selbst ein Ohr zum Zuhören

brauchte, waren die Freunde alle so beschäftigt... Hatte es mal erlebt, bei einer von der Abendschule, welche um Mitternacht noch anrief weil sie Probs mit ihrem Freund hatte und

deswegen Hunger auf irgendso einen Muffin hatte und ich Dödel fuhr wirklich hin und fuhren bei diesem großen M ran nur um ihr diesen Muffin zu holen. Wenige Tage später fragte sie mich, ob ich net ma Bock hätte dort zuübernachten... Tu mich bei sowas argh schwer... aber hab mich breittreten lassen. Sind dann noch mit dem Auto meiner Mom einkaufen gefahren, damit sie nicht so viel schleppen muss und ich hatte auch noch die Getränke und Knabberzeug für den Abend bezahlt. Wenige Tage später als ich wieder ne Scheiß Diagnose bekam und ich sie brauchte... fuhr ich zu ihr, stand schon vor dem Haus und sie sagte, sie könne gerade nicht, ihr Freund sei da, wäre aber am Gehen, da sie Kopfweh hat und sie jetzt schlafen muss. Aber da kam kein Freund aus dem Haus... Und da wusste ich dann was los war.... Ist nur ein Beispiel von vielen und ich vertrau Leuten eh nicht schnell, fast gar nicht.

Ich bin echt erstaunt, wieviel zutrifft, von dem was Du geschrieben hast und es tut mir Leid, dass Du es auch nicht gut hattest. Ich geb Dir recht, dass ich mir eine Mauer aufbaute, aber wenn man mal Schwäche zeigt... dann heißt es sei kein Kind, übertreib nicht oder ich versteh gar nicht was Du hast.

Das meine Schwester missbraucht wurde, kann ich definitiv ausschließen, da sie dann bei meiner anderen Oma war, wenn ich meinen sogenannten Großvater und die sogenannte Großmutter besuchen musste. Es gab einmal eine Situation wo ers versuchte... Aber da ging meine sogenannte Großmutter dazwischen bevor etwas geschah. Kurz darauf sind wir umgezogen, da meine Eltern ein Jobangebot in einer anderen Stadt hatten.

Für mich ist es schlimm, dass sie mich als geisteskrank beschimpft, weil ich den Missbrauch hatte. Ich war noch sehr jung, es ging einpaar Jahre und wenn sie sowas sagt,

dann hab ich daran zuknabbern.

Derzeit türmen sich die Probleme und dieser hohe Berg scheint nicht enden zu wollen,

aber irgendwie gehts immer weiter auch wenn man nicht weiß wie.

Was die Ausbildung angeht, weiß ich, dass ich mit diesem Bürojob nicht klar komme.

Lehrstellen fallen aber nicht vom Himmel... Aber wie der Personalrat schon sagte: Bei der Mediengestaltung muss man gut zupacken können und auch mal Überstunden machen (dürfen wir eigentlich nicht in der Ausbildung, kommt vielleicht mal vor ist aber nicht die Norm) und ich solle eben an die Schwerbehinderung denken. Der Personalrat ist wahrlich ein echt Netter, hatten 25 Min. telefoniert, aber ich weiss nicht wie ich sagen soll: Ich bin so unglücklich als Bürokauffrau. Ich hab auch Angst, dann ohne etwas dazustehen.

Jetzt soll ich meiner Chefin eine Mail schicken, aber ich weiss nicht was und nicht mit welchen Formulierungen. Würde ich jemandem einen Rat geben, wäre das leichter, aber da es sich um mich handelt, weiss ich keinen.

LG EaGlEeYe

-uEaGl+EeYe-


So, habs getan und meiner Chefin eine Email geschrieben. Hab versucht alles reinzupacken was los ist, aber dennoch nicht mit der Tür ins Haus zu fallen und hab auf meine Worte geachtet. Ich wollt nicht zuschmalzig oder so schreiben.

Hoffentlich gelang es mir.

-wEaG}lEeYxe-


Hatte mir letzte Woche schweren Herzens die Email an meine Chefin mit ganz viel Mut "zusammengezaubert." Viel erklärt und so weiter, aber es kam keine Antwort. Vielleicht macht sie sich über mich lustig und denkt sich eh: Die hatn Knall. Ich weiss es nicht, ich kanns nur vermuten. Meine Schwester wollte auch schon am Mittwoch die Kleine besuchen, dann Samstag, aber nichts. Für mich ist das gut, aber die Kleine leidet unter den leeren Versprechungen. Läuft alles schief. Hatte meine Hausärztin wegen eines Schlafmittels gefragt, bekam ein Rezept mit einem Naturprodukt, es hilft null. Na ja.

-4EaGl)EeYex-


Meine Chefin hat sich auf meine Email wie befürchtet, nicht gemeldet.

Hab mir soviel Mühe gegeben und dann keine Antwort.

Wahrscheinlich hat sie sich eh gedacht: Oh wusste ich doch, die ist bescheuert.

Ich hab auch wieder mal ne schlaflose Nacht hinter mir, gerade mal 4 Stunden.

Von 6 Uhr bis 10 Uhr, vorher ging gar nichts. Das nervt so.

Am 09.02. hab ich den nächsten Termin bei einer Therapeutin.

Zettel zum Ausfüllen gab ich meiner Ärztin von der Therapeutin mit.

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