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Depressionen oder Selbstmitleid

C.ontEramorxe hat die Diskussion gestartet


Hi

Mir hat sich vor ein paar Tagen die Frage getellt, wie man eigentlich den Unterschied zwichen Depressionen und Selbstmitleid erkennen kann.

Würde gerne ma wissen, was ihr dazu meint.

lg contramore

Antworten
s7chngecke1x985


Für mich ist der Unterschied zw. Depression und Selbstmitleid:

Bei der Depression WILL man was gegen seinen Zustand unternehmen und das Leben meistern, aber man KANN nicht.

Bei Selbstmitleid KÖNNTE man sein Leben meistern, aber man WILL nicht, weil man sich im Selbstmitleid suhlt. :-/

C>ontyra6more


ja das stimmt.

Aber wie mekrt man denn, ob man Depressionen hat oder nur selbstmitleidig ist??

rLedrhai'n


Dem doc erst mal seine Gefühle schildern? So hab ich das gemacht, bin depri..

ofliv!ia4=7


Meine Erfahrung ist, das alle Depressiven, die ich kannte, sich schon immer selbst bemitleidet haben. Ich denke, das steht im Zusammenhang. Ich würde sogar soweit gehen, das diese Menschen sehr egoistisch sind und labil. Ihr Denken dreht sich nur um sich selbst.

Sie geben meist auch anderen Menschen die Schuld für ihre Situation. Obwohl sie und ihr Verhalten selbst die Ursache sind. Um diese Erkenntnis zu gewinnen, bedarf es Selbstkritik und Einsicht. Auslöser sind oft der Verlust eines wichtigen Menschen, Trennung o.ä. Nicht jeder schafft es sich aus einem tiefen Loch wieder herauszuholen und zieht sich dann in sich zurück.

Sucht nach Erklärungen für die Situation und zuletzt die Schuld dafür bei sich selbst.

Sie bauen sich ihre eigenen kleine Welt in der Einsamkeit.

f isch<erxin


@ olivia

:-o

Also da muss ich doch mal meinen Senf dazu abgeben...

Eine diagnostizierte Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung! Solche pauschalen Unterstellungen, wie man sei selbst die Ursache, man sei egoistisch, labil und nicht dazu in der Lage selbstkritisch zu sein, die finde ich ganz schön daneben und naiv. Sehr viele an Depressionen erkrankte Menschen zerbrechen geradezu daran, dass sie viel zu selbstkritisch sind und Fehler nur bei sich und nicht bei anderen suchen.

Anders ist es mit Menschen, die eben mal einen depressive Verstimmung haben. Das gehört wohl zum Leben, es ist nicht immer alles rosig und schön. Aus diesen Phasen kann man sich auch aus eigener Kraft befreien, wenn man sich genug in Selbstmitleid gesuhlt hat... Aber sowas hat jeder mal. Wenn diese Verstimmung jedoch immer wieder, sogar immer heftiger zurückkehrt, dann sollte man sich Gedanken über eine Depression machen. Im übrigen kann das immer noch ein Psychtherapeut am besten beurteilen.

AWero[pargita


Meine Erfahrung ist, das alle Depressiven, die ich kannte, sich schon immer selbst bemitleidet haben. Ich denke, das steht im Zusammenhang. Ich würde sogar soweit gehen, das diese Menschen sehr egoistisch sind und labil. Ihr Denken dreht sich nur um sich selbst.

Ehrlich, das kann man so nicht stehen lassen. Viele depressive Menschen rutschen in die Depression und merken es erstmal selbst gar nicht, gerade WEIL sie eben nicht auf sich und ihren Körper hören. Es gibt zB jede Menge Frauen, die sich womöglich durch Doppelbelastung und ihren Verpflichtungen so überfordert fühlen und so wenig Rücksicht auf sich nehmen, dass sie eben in die Depression rutschen, so dass sich das erst mal "nur" mit massiven Schlafproblemen, Lethargie, Verlust der Freude an früheren Hobbys etc. äußert. Erst wenn sie dann lernen bewusst auf sich selbst zu achten und nicht in Familien- und Jobtrubel unterzugehen, haben sie die Chance die Depression zu überwinden.

Egoistisch und labil sind vielleicht die Menschen in deiner Umgebung, aber mit Sicherheit nicht "die Depressiven", bitte wirf das nicht in einen Topf, das ist äußerst ungerecht.

Viele Menschen leiden gerade an Depressionen, weil sie das Gefühl haben nicht den Erwartungen ihrer Umgebung gerecht zu werden, sie messen also eher dem Urteil anderer Menschen zu viel Bedeutung zu, als dass sie zu sehr egozentriert wären. Egozentrierte Menschen sind nämlich oft sehr zufrieden mit sich und der Umwelt und gar nicht depressiv.

Es gibt also die egoistischen und die depressiven - es mag sein, dass das manchmal zusammenfällt, aber das ist dann wohl so zu sehen, wie manche Leute unter Migräne leiden und einen Fußpilz habe. Das kann gemeinsam auftreten, aber allen Migränepatienten deshalb einen Fußpilz anzudichten würde niemand ernsthaft versuchen. Scheinkorrelation nennt man das übrigens ganz wissenschaftlich... ;-D

Ich würde daher die Unterscheidung eher so wie schnecke1985 sehen, die meisten Depressiven wollen ihre Situation verändern (zumindest am Anfang, bei schweren Depressionen, kann eine allgemeine Lethargie einsetzen) und können es nicht, während selbstmitleidige Menschen sich oft gerne in der dieser Opferrolle sehen. Persönlich habe ich auch oft die Erfahrung gemacht, dass depressive Menschen ihre Depression gerne verstecken, dh. nach außen hin gerne lustig und unkompliziert wirken und nur daheim heulen, während "selbstmitleidige" Menschen dieses Mitleid (und die damit verbundene Aufmerksamkeit) auch gerne bei anderen Menschen suchen und daher oft massiv und auch bei Menschen, die sie gar nicht gut kennen, über ihre Situation klagen.

Finde aber, dass bei beiden Dingen einmal ein Therapeut befragt werden sollte, bei Depressionen, weil das einem das Leben ganz schön zerstören kann und bei Selbstmitleid, weil dahinter oft ein anderer Drang, zB der Drang nach Aufmerksamkeit von anderen Leuten, steht, was auch nicht so gut ist.

f"ischeRrixn


@ Aeropagita

:)^

A^eropagxita


Nachtrag: Mein Beitrag ist übrigens nur für länger andauernde Zustände zu sehen!! Phasen mit schlechter Stimmung und auch Phasen, wo man sich gern mal im Selbstmitleid suhlt, hat wohl jeder und das ist auch gut so, es geht aber auch wieder vorrüber! ;-)

Sollten diese Phase allerdings über mehrere Monate oder sogar Jahre bestehen, dann finde aber eben eine Therapie angebracht!

opliIvoia4x7


Vielleicht klang es für Betroffenene etwas hart, aber ich selbst habe eine mahnischdepressive Schwester und habe auch selbst in einem therapeutischen Beruf gearbeitet.

Sicher kann man das nicht pauschalisieren. Deshalb schrieb ich auch von meiner Erfahrung.

Man muß sicher auch depressive Verstimmungen und eine mahnische Depressivität unterscheiden.

Jeder Mensch ist mal depressiv. Auch mich schließe ich dabei nicht aus.

Und glaubt mir, ich habe einiges hinter mir und weiß wovon ich rede. Bei meiner Arbeit habe ich die unterschiedlichsten Varianten erlebt. Meistens können sie ihre Situation nicht realistisch einschätzen. Den Umgang mit meiner Schwester und Mutter mußte ich lernen. Richtig schlimme Kranke Depressive können auch andere mit krank machen. Aber auf jeden Fall sollten sich die Betreffenden fachliche Hilfe holen. Darin stimme ich sofort zu. Und die Angehörigen sollten sich einer Selbsthilfegruppe anschließen.

SZasch)ax_S


Für mich selber kann ich nicht sprechen, hab aber schon eine Weile wegen Angststörung mit der Psychiatrie zu tun und hab da auch einige Leute kennengelernt mit starken Depression. Eine gute Bekannte ist gerade vorgestern wieder in die Klinik.

Natürlich hat Depression was mit Selbstmitleid zu tun, sehr sogar! Ich sehe es doch an der Bekannten fast täglich und sie leidet, wie ihre Mutter, seit vielen Jahren an Depression. Sie kümmert sich nur um Andere, wenn es ihnen schlecht geht und letztlich geht es ihr dann schlecht, sie denkt nicht an sich. Das sieht sie zumindest so und ich als Aussenstehender kann nur sagen, alles Quatsch! Das ist nichts weiter als Selbstmitleid und Schwarzseherei. Sie bemitleidet sich ständig selbst. Vieles was sie macht betrachtet sie als dumm und zum Schluss tut sie sich dann selber leid.

Depressive Menschen versinken doch ständig im Sumpf ihres Selbstmitleids. Für sich keinen Ausweg sehen und ständige Zweifel an sich, was ist das denn? Selbstmitleid und Depression.

f\ischerpin


Vielleicht klang es für Betroffenene etwas hart, aber ich selbst habe eine mahnischdepressive Schwester und habe auch selbst in einem therapeutischen Beruf gearbeitet.

Warum für Betroffene? Ich habe keine Depression und finde dennoch, dass Deine Sichtweise an Depressionen Erkrankten Unrecht tut. Sicherlich gibt es aber unterschiedliche Abstufungen und ich leugne nicht, dass ein hochgradig erkrankter Mensch einen gewissen Kontrollverlust erfährt und eine sehr eingeschränkte Sicht der Dinge hat.

Ich bin dennoch das Ansicht, dass Selbstmitleid etwas ist, was man aktiv "betreibt", Depressionen hingegen lassen sich in dem Sinne nicht "steuern", deswegen ist der Leidensdruck ja auch so hoch.

sSchnLeckex1985


@ fischerin

:)^

@ all

Manchmal haben depressive Menschen auch allen Grund zum Selbstmitleid. Will heißen, Depressionen kommen oft nicht aus dem Nichts heraus, sondern gehen oft mit äußerst belastenden Situationen / Erlebnissen Hand in Hand. Von daher finde ich, dass all diejenigen, die Depressiven Selbstmitleid und Schwarzseherei unterstellen, erstmal ein paar Schritte in deren Schuhen tun sollten, bevor sie über die Situation anderer urteilen :-/

srchn|eckse1x985


PS: die Betroffenen mit der Diagnose gleichzusetzen (XY = depressiv, also auch so und so) ist menschenverachtend, weil es die persönliche Individualität außen vor lässt. Ein an Depression erkrankter Mensch hat zwar krankhafte Anteile in sich, aber die Persönlichkeit dahinter geht deswegen doch nicht automatisch flöten. :|N

S.asch$a_S


Natürlich ist es Selbstmitleid und Schwarzseherei und wenn man dagegen nichts tun kann, dann ist es krank = Depression. Ich hab doch genug Gruppengespräche in der Klinik mitgemacht und da ging es genau darum. Selbstmitleid, Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl.

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