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Plötzlicher heftiger Anfall von Verfolgungswahn/ Paranoia

INndigoxAZ hat die Diskussion gestartet


Hallo Fories,

ich bin ziemlich verzweifelt, um ehrlich zu sein.

Jemand aus meinem engsten Familienkreis ist seit einigen Tagen in der geschlossenen Abteilung einer Klinik, weil er sich ganz plötzlich verfolgt fühlt, deswegen auch die Polizei gerufen hat und Angst davor hat, dass ihn jemand ermordert oder sogar uns -seiner Familie- schaden möchte.

Er hat sich um 180 Grad gewendet, ist von einem Tag auf den anderen ein völlig anderer geworden, ich habe das Gefühl einen völlig Fremden vor mir zu haben. Man kann überhaupt nicht vernünftig mit ihm reden, er wird immer sofort wütend oder sagt, wir würden das sowieso nicht verstehen. Er verteilt Briefe an alle seine Besucher die wir im Falle seiner Ermordung an die Presse weiterleiten sollen, darin stehen die in seinen Augen Drahzieher. Die ganze Situation ist ist völlig verrückt, er war in dne dreißig Jahren seines Lebens nie labil und nun ist er binnen weniger Tage in eine ganz eigene Welt abgedriftet, spinnt sich was zusammen und hat auch seine ganzen Gewohnheiten völlig umgeworfen.

Die Angst um ihn lähmt mein Herz und ich weiß nicht mehr wohin damit. Ich würde gerne eure Erfahrunge dazu lesen, denn ich weiß aus Verzweiflung gar nicht mehr wie ich den Tag überstehen soll, dass frisst mich auf. Dazu muss man sagen, dass ich Selbst zu Depressionen neige, vor 15 Jahren war ich deswegen beim Psychologen (nie in einer Klinik), also vielleicht eine gwisse Anfälligkeit für Psychosen auch in den Genen liegt, nur war er immer das blühende Leben und habe das Gefühl in einen schreclichen Albtraum zu rauschen. Ich habe Panik davor, dass er sich völlig abschottet.

Hilfelose Grüße Indigo

Antworten
gJwendcolylnn


Hallo Indigo,

Er hat sich um 180 Grad gewendet, ist von einem Tag auf den anderen ein völlig anderer geworden, ich habe das Gefühl einen völlig Fremden vor mir zu haben. Man kann überhaupt nicht vernünftig mit ihm reden, er wird immer sofort wütend oder sagt, wir würden das sowieso nicht verstehen. Er verteilt Briefe an alle seine Besucher die wir im Falle seiner Ermordung an die Presse weiterleiten sollen, darin stehen die in seinen Augen Drahzieher.

Das klingt schon sehr nach Ausbruch einer Psychose, und es ist gut, dass er jetzt in der Psychiatrie ist, denn dort wird ihm am besten geholfen. Es wird allerdings eine Zeitlang dauern, bis wieder ein normaler Umgang mit ihm möglich ist. Vermutlich bekommt er Psychopharmaka?

IZndi}goxAZ


Ja,

er bekommt Beruhigungsmittel und irgendein anderes, dazu steht noch eine Untersuchung seines Kopfes an.

Aber über den Therapieplan ist nichts vernünftiges aus den Ärzten raus zu bekommen.

Ich bin fix und fertig und kann gerade nur noch weinen, mir ist es unbegreiflich wie in gesunder junger Mann plötzlich so abdrehen kann. Und ich habe wahnsinnige Ansgt das er entlassen werden will, denn da er nicht selbstmordgefährdet ist -er denkt ja "nur" andere wollten ihn umbringen- können ihn die Ärzte nicht dort festhalten. Und ich habe auch Angst, dass er noch mehr abdreht umgeben von den noch Abgedrehteren die da rum rennen :°(

Gruß Jenny

g'wend-olyxnn


Und ich habe wahnsinnige Ansgt das er entlassen werden will, denn da er nicht selbstmordgefährdet ist -er denkt ja "nur" andere wollten ihn umbringen

Denkst du wirklich, in dem Zustand würden sie ihn entlassen? :-/ Wie alt ist er denn und aus welchem Grund ist er denn eingewiesen worden?

Aber über den Therapieplan ist nichts vernünftiges aus den Ärzten raus zu bekommen.

Den werden sie auch erst festlegen können, wenn sie ihn über einen längeren Zeitraum beobachtet haben. Das dauert einige Zeit.

Ich kann verstehen, wie du dich fühlst :)* :)* :)*

Es ist als Angehöriger sehr schwer zu begreifen, was da passiert ist.

g7wend$oliynn


Das hab ich wohl gerade falsch interpretiert: Meintest du mit Therapieplan eine Gesprächstherapie? Daran ist zunächst während der akuten Psychose gar nicht zu denken.

I'ndi6goAZ


Wie oben geschriebn ist er 30 Jahre alt.

Sie können ihn nicht festhalten, sofern er das nicht mehr möchte und das waren die Worte eines Arztes und nicht meine. Zum Glück haben sie ihm das nicht gesagt!!!!

Er will natürlich auch unbedingt raus und hört bisher nur auf die Ärzte, weil er denkt er kommt so schneller raus. Er sagte, er würde alles machen was die wollen, hauptsache er kommt schnell raus. Er hat wie gesagt auch Angst, dass seine Feinde ihn dort drin finden und umbringen und es dann wie Selbstmord aussehen lassen. Er ruft auch dauernd in seiner Firma und un betuert, dass er wieer arbeiten wolle.

Es sind aber fast die einfachen Dinge die mich noch mehr schockieren, zum Beipsiel: Plötzlich trinkt er Cola light.

Das ist eigentlich mein Getränk und er versäumt nie zu erwähnen wie ekelhaft er das Zeug findet.

Nun trinkt er es, das ist für mich derart schockierend, das kann sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen.

Ich weiß nicht, ob ich hysterisch lachen oder heulen soll.

Eingeliefert wurde er, weil er einen Nervenzusammenbruch hatte an dem Tag an dem er in seiner Firma einen wichtigen Vortrag hätte halten sollten, ich denke seine Freundin und sein Chef waren da die treibende Kraft.

Keine Ahnung was ich mir Therapieplan meine, ich bin gerade völlig überfordert. Ich meine so genrell wie man nun gedenkt weiter zu behandeln, darüber hat bisher kein Arzt eine Aussage gemacht.

Gruß

g$wendoxlynn


Wie oben geschriebn ist er 30 Jahre alt

Ich hab oben keine Altersangabe gelesen, und weil du gesagt hast, "junger Mann", dachte ich, er sei vielleicht noch nicht volljährig, aber wenn er schon 30 ist, hat sich die Möglichkeit erledigt, dass seine Eltern da mitreden könnten :-/

Sie können ihn nicht festhalten, sofern er das nicht mehr möchte und das waren die Worte eines Arztes und nicht meine. Zum Glück haben sie ihm das nicht gesagt!!!!

Er will natürlich auch unbedingt raus und hört bisher nur auf die Ärzte, weil er denkt er kommt so schneller raus. Er sagte, er würde alles machen was die wollen, hauptsache er kommt schnell raus. Er hat wie gesagt auch Angst, dass seine Feinde ihn dort drin finden und umbringen und es dann wie Selbstmord aussehen lassen. Er ruft auch dauernd in seiner Firma und un betuert, dass er wieer arbeiten wolle.

Wenn es dir möglich ist, besuche ihn dort und versuch, ihn noch "ein wenig" zum Bleiben zu überreden. @:) Und die anderen Familienmitglieder auch.

Es sind aber fast die einfachen Dinge die mich noch mehr schockieren, zum Beipsiel: Plötzlich trinkt er Cola light.

Das ist eigentlich mein Getränk und er versäumt nie zu erwähnen wie ekelhaft er das Zeug findet.

Nun trinkt er es, das ist für mich derart schockierend, das kann sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen.

Doch, kann man. Wenn man merkt, dass sich Verhaltensmuster total ändern, kann einem das schon unheimlich werden.

I-n1dikgoAZ


Ich schon wieder,

ich würde auch gerne wissen, wie der Verlauf der Behandlung aussehen wird und wie überhaupt die Chancen für ihn stehen. Kann man überhaupt irgendwann von einer Heilung sprechen oder wird das nun eine lebenslange Psychose werden?

Ich habe eben leider einen Artikel gelesen, der mich noch mehr beunruhigt als ich es schon bin.

Dort ist die Rede davon, dass ist so eine Psychsose erst ausgebrochen, es auf eine lebenslange Störung hinausläuft und sogar von der dauerhaften Unterbringung des Patienten ist die Rede. Ich glaub ich dreh gleich durch, vor einigen Wochen haben wir noch zusammen gelacht und gefeiert und nun ist er in einer Klinik weggespeert.

Das ist wie in meinem schlimmsten Albtraum, nur noch schlimmer.

Es geht hier übrigens um meinen Bruder, wir sind nur zwei Jahre auseinander und ich liebe ihn wirklich sehr, auch wenn wir uns nicht täglich sehen, haben wir doch einen guten Kontakt, ich verstehe die Welt nicht mehr.

Ich habe Magenkrämpfe und zittere wie verrückt. Es macht mich fertig, dass ich gar nicht helfen kann und ich trau mich auch gar nicht mehr ihn zu besuchen, weil mich sein abgehobenes Gerede völlig fertig macht, ich muss dann sehr an mich hlaten nicht wütend zu werden, was uns beiden auch nicht hilft.

Gruß

I1ndig%oAZ


Hi Gwen,

er bekommt viel Besuch, ich liege derzeit mit Bronchitis flach und kann noch nicht hin.

Zum Bleiben überreden sagt sich so leicht, er ist doch völlig unerreichbar für uns in seinem Wahn.

Unheimlich ist noch verflixt milde ausgedrückt, es macht mich derart fertig, dass ich selber durchdrehen könnte. Meine gesamte Familie leidet auch immens, mein Vater ist völlig am Ende und meine Mutetr steht auch ganz neben sich.

Gruß Jenny

I]n_digo6AZ


Achso: Die Ärzte haben in seinem Beisein zu meiner Mutter davon gesprochen, dass bei einem so plötzlichen Geschehen es wahrscheinlich auch rasch wieder abklingen würde.

Sagen sie das nur um ihn zu beruhigen?

Gruß Jenny

gtwendAolyxnn


Achso: Die Ärzte haben in seinem Beisein zu meiner Mutter davon gesprochen, dass bei einem so plötzlichen Geschehen es wahrscheinlich auch rasch wieder abklingen würde.

Sagen sie das nur um ihn zu beruhigen?

Nein, das stimmt schon. Je plötzlicher und ohne Vorzeichen die Psychose ausbricht, umso besser sind die Heilungschancen. Das war nicht nur zur Beruhigung. Schlimmer ist es, wenn die Krankheit sich schleichend über Jahre anbahnt.

Ich habe eben leider einen Artikel gelesen, der mich noch mehr beunruhigt als ich es schon bin.

Dort ist die Rede davon, dass ist so eine Psychsose erst ausgebrochen, es auf eine lebenslange Störung hinausläuft und sogar von der dauerhaften Unterbringung des Patienten ist die Rede. Ich glaub ich dreh gleich durch, vor einigen Wochen haben wir noch zusammen gelacht und gefeiert und nun ist er in einer Klinik weggespeert.

Es gibt leichte, mittelschwere oder schwere Psychosen mit entsprechendem Verlauf. Es kann bei manchen Patienten auf eine lebenslange Störung mit dauerhafter Unterbringung hinauslaufen, dann sind das aber die ganz schweren Fälle. Dann gibt es die mittelschweren, wo die Störung zwar bleibt, der Patient aber gut lernen kann, damit umzugehen. Und dann gibt es die, die einen akuten und heftigen Schub haben, der sich mit Normalität abwechselt. Und einige werden sogar wieder ganz gesund und können selbst darüber lachen, was sie in ihrer Psychose von sich gegeben haben. Ich habe mehrere Erfahrungsberichte darüber gelesen.

IIndrigoAxZ


Gwen,

ich hoffe du hast Recht und er fängt sich wieder, denn ich sehe garade aus erster Hand, dass daran eine Familie durchaus zerbrechen kann. Mein Vater ist beruflich schon sehr belastet, ihn trifft es daher sehr hart.

Meine Mutter verbringt den halben Tag dort und muss das Ganze dann verarbeiten.

Ich selbst fühle mich als wäre ich selbst reif für die Klappse, ich beiße so fest die Zähne aufeinander das mein ganzer Kiefer schmerzt (ich bin ein Stress-Knirscher), kann nichts essen (und wenn bleibt es nicht drin), habe Stressdurchfall und dann noch die akute Bonchitis. Ich habe neulich geträumt mein Bruder hätte einen Unfall gehabt, bin tränenüberströmt aufgewacht und fühle mich nun, als sei der Traum in die Realität eingedrungen.

Es war wirklich plötzlich, eben noch war er mein Bruder und binnen von einigen Wochen ist er zu einem Wahnsinnigen mutiert, mit dem ich nicht umgehen kann. Ich bin völlig verzweifelt, ich weiß das habe ich schon mehrfach erwähnt, aber irgendwo muss ich meinen Balast abladen, sonst flippe ich aus.

Ich wünschte es würde auch noch jemand schreiben der aus erster Hand damit Erfahrungen machen konnte.

Es ist so verstörend, dass kann sich keiner vorstellen der es nicht selber erlebt hat.

Meine Oma war im Endstadium ihrer Krebserkrankung auch so, als das Gehirn zerfressen war, das war schon das schlimmste was ich erleben durfte (dachte ich bisher) und nun das ist noch tausendfach schlimmer.

Gruß

g7wendoelynn


Ich wünschte es würde auch noch jemand schreiben der aus erster Hand damit Erfahrungen machen konnte.

Es ist so verstörend, dass kann sich keiner vorstellen der es nicht selber erlebt hat.

Es schreibt dir die ganze Zeit hier schon jemand, der aus erster Hand damit Erfahrungen damit gemacht hat.

Und ich weiß, wie verstörend das alles ist.

Und aus Erfahrung weiß ich auch, dass es nicht so bleibt. Wenn die Medikamente erst mal angeschlagen haben, wird dein Bruder auch wieder der Alte.

gEwenbdolxynn


Es war wirklich plötzlich, eben noch war er mein Bruder und binnen von einigen Wochen ist er zu einem Wahnsinnigen mutiert, mit dem ich nicht umgehen kann. Ich bin völlig verzweifelt, ich weiß das habe ich schon mehrfach erwähnt, aber irgendwo muss ich meinen Balast abladen, sonst flippe ich aus.

Ja, es ist, als ob ein völllig Fremder da auf einmal vor einem stünde.

Meine Oma war im Endstadium ihrer Krebserkrankung auch so, als das Gehirn zerfressen war, das war schon das schlimmste was ich erleben durfte (dachte ich bisher) und nun das ist noch tausendfach schlimmer.

Ich dachte bei meiner Scheidung, dass das Schlimmste war, was ich je erleben durfte. Und Jahre später ging die Welt dann zum zweiten Mal unter .....ich verstehe dich sehr gut.

Hast du denn wenigstens einen lieben Freund oder Freundin, mit denen du dich austauschen und die dir bisschen Trost geben können?

cueteiruYm cenxseo


Kann man überhaupt irgendwann von einer Heilung sprechen oder wird das nun eine lebenslange Psychose werden?

Dazu kann man erst etwas sagen, wenn alle Untersuchungen gemacht und ausgewertet wurden. So eine Psychose kann rein psychischer, aber auch organischer Ursache sein. Entsprechend unterschiedlich wird die Therapie aussehen und auch der Krankheitsverlauf. Solange man nicht genaues weiß außer ein paar Symptome, muß man nicht den Teufel an die Wand malen. :)*

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