Die Logik vom Glücklichsein

fZragnxurso


Guten Abend *:)

_<Tsunaemix_


[[http://www.spiegel.de/video/video-1174685.html Das große Fressen.]] :-o


Schönen Tag allerseits. *:)

S$etzexn6


Ich glaube nicht, dass es eine Auflösung des Lebensgeschehens gibt.

Wir werden niemals wissen wer wir waren.

Wir sind wie eine Zwiebel, wir bestehen aus tausend Schichten. Wir sind die Zwiebel, wir sind die Schichten. Wir sind das, was nicht beschrieben werden kann. Wir sind eine Zusammensetzung, ein Puzzle ohne Bild.

Ich habe nach Wahrheiten gesucht und keine gefunden oder zu viele, die einander widersprachen.

Also habe ich beschlossen, einfach da zu sein.

Am Lebensende werde ich nicht wissen, ob ich mehr gewann oder verlor, obwohl ich selbst mein Leben gelebt haben werde, werde ich kein Urteil fällen können. Ich werde keine Nieten gezogen haben, die ich zählen könnte. Ich werde keine Glücksmomente aufrechnen können.

Aber ich werde sagen: Ich war da.

Glück? Nicht messbar, nicht definierbar, nicht belegbar. Ebenso wie Trauer.

Im Endeffekt sterben wir genauso nackt wie wir geboren wurden. Wir nehmen die ganzen Rätsel mit, die uns in die Wiege gelegt wurden.

_.Tsuhna7mi_


Das Leben ist und bleibt ein Faszinosum. :)z

Wenn man so will, dann bleibt uns nur die Beobachtung und die Schlussfolgerung, mit anderen Worten: die Wahrnehmung und die Erkenntnis.

_rTsuEn,amxi_


Meines Erachtens verläuft das "ganz Kleine" und das "ganz Große" nach ganz ähnlichen oder gar denselben "Regeln" – und dazwischen wir.

_RTsuLnam[i_


Wenn man nun alles andere ausblendet und sich nur den Menschen anschaut, beispielsweise Mensch B und Mensch M, dann liegt der meines Erachtens sinnvolle Brückenschlag darin, zu erkennen, dass Mensch B zwar ein anderes Leben als Mensch M führt, aber es dennoch das gleiche Leben ist.

S*etz_en6


die Wahrnehmung und die Erkenntnis.

Aber diese sind nicht nur subjektiv sondern auch noch von so vielen Faktoren abhängig. Die Wirklichkeit, die sowieso schon subjektiv ist, ist immer auch verschleiert.

Ein Beispiel: Ich kannte einen Mann. Im weitesten Sinne war er mir ein Freund (nicht mein Partner). Er war humorvoll und unbezwingbar. Wenn ich umfiel, hatte er noch einen lockeren Spruch auf den Lippen. Er war einfach unkaputtbar. Er verdient all meine Achtung, es war mir so fremd in all seiner Zuversicht.

Kurz vor Weihnachten ging er wegen Schmerzen zum Arzt. Diagnose: Krebs, der Körper voller Metastasen. Sie gaben ihm maximal ein halbes Jahr.

Nicht mal einen Monat später, vor kurzem, starb er. Ich habe ihn vorher noch gesehen, wir sprachen miteinander. Er war verbittert und gebrochen. Es war nichts mehr von dem Menschen übrig, der er mal war. Er verfluchte sein Leben und haderte. Verständlicherweise.

Er starb unversöhnt.

Wie sieht seine Lebensbilanz jetzt aus? Positiv, weil er Jahrzehnte ein optimistischer Mensch war? Oder negativ, weil er am Ende unter Schmerzen unversöhnt starb?

L%ewiQaxn


Er ist tot. Er muss sich ueber Lebensbilanzen keine Gedanken mehr machen.

Ganz ehrlich, es war wie es war. Im Guten wie im Boesen. Ob seine "Lebensbilanz" unter dem Strich "positiv" oder "negativ" war, erscheint mir eine irgendwie auf ein Leben im Nachhinein kuenstlich aufgesetzte Frage.

S#e&tze+n6


Inwiefern ist diese Frage künstlich, wenn ich sie mir stelle?

Dass sie für ihn sinnlos ist, ist klar. Er ist tot.

Aber ich finde diese Frage dennoch wichtig. Für mich.

_ETsun,ami_


[...]

Er starb unversöhnt.

Wie sieht seine Lebensbilanz jetzt aus? Positiv, weil er Jahrzehnte ein optimistischer Mensch war? Oder negativ, weil er am Ende unter Schmerzen unversöhnt starb?

Natürlich kann eine Betrachtung nur sehr subjektiv sein – sei es seine, deine, meine oder die eines jedweden anderen Menschen. Und trotz der jeweils subjektiven Sichtweise oder Empfinden dürfte jede Sichtweise [passendes Wort] sein.

Er starb unversöhnt.

Das verstehe ich nicht ganz, weil es so klingt, als habe er "offene Rechnungen gehabt". Welche bzw. gegenüber wem oder was hätte dies der Fall sein können?

Wie sieht seine Lebensbilanz jetzt aus?

Wollte bzw. musste er denn eine "Lebensbilanz" ziehen? Auf welcher Grundlage bzw. mit welchen Kriterien hätte eine solche erfolgen sollen?

Positiv, weil er Jahrzehnte ein optimistischer Mensch war? Oder negativ, weil er am Ende unter Schmerzen unversöhnt starb?

Wenn ich deine Worte interpretiere und mir anmaße, davon auszugehen, dass er größtenteils zuversichtlich das Leben genossen und anderen Zuversicht und Freude geschenkt hat, dann würde ich für ihn eine positive "Lebensbilanz" ziehen.

Sgetzexn6


Das verstehe ich nicht ganz, weil es so klingt, als habe er "offene Rechnungen gehabt". Welche bzw. gegenüber wem oder was hätte dies der Fall sein können?

Offene Rechnungen nicht. Da er ein allzeit offenes Wesen hatte, wussten alle, was Sache ist. Er war unversöhnt, weil er noch vieles vor hatte. Er hat mir diese Dinge aufgezählt und es waren Dinge, die ihm wirklich wichtig waren. Dinge, die er immer aufgeschoben hatte.

Wollte bzw. musste er denn eine "Lebensbilanz" ziehen? Auf welcher Grundlage bzw. mit welchen Kriterien hätte eine solche erfolgen sollen?

Nein, du hast Recht, er muss das nicht. Er kann es ja auch nicht mehr. Die Kriterien? Keine Ahnung. Vielleicht die einfache Frage: Würde ich dieses Leben -auch wenn es genau so wieder laufen würde- noch einmal leben wollen, wenn ich die Wahl hätte?

Ich weiß nicht, wie er -trotz seines Optimismus'- diese Frage in seinen letzten Tagen unter Schmerzen mit "ja" beantwortet hätte.

Wenn ich deine Worte interpretiere und mir anmaße, davon auszugehen, dass er größtenteils zuversichtlich das Leben genossen und anderen Zuversicht und Freude geschenkt hat, dann würde ich für ihn eine positive "Lebensbilanz" ziehen.

Dem stimme ich zu. Ich glaube, es ist ein rein egoistisches Motiv, das mich zu dieser Frage verleitet. Ich wüsste einfach gerne, dass er trotz allem glücklich war. Dass er die oben gestellte Frage "Würdest du dieses Leben auch wenn es genau so wieder laufen würde- genau so noch einmal leben wollen, wenn du die Wahl hättest?" mit Ja beantworten würde.

_ Tsu!namxi_


Ich glaube, dass Menschen – je nach Wesen – "nur" wegen Tod und Schmerzen sich nicht zwingend eine negative Lebensbilanz attestieren.

Für schmerzvoller halte ich persönlich es, wenn man sich auf dem Sterbebett sagt "Ich habe nicht gelebt."

In diesem Sinne ist die Voraussicht auf das Gegenteil "Ich habe gelebt." vielleicht unüblich, aber sinnvoll.

_ATs>unamxi_


Ich glaube, Zenjor und/oder schnattergusche (vielleicht sogar einmal ich selbst) sagten sinngemäß einmal, dass sie in Frieden sterben wollen und daher jetzt schon in Frieden leben.

_6Tsunxami_


Manchmal führen kleinste Schritte auf zuvor unbekannten Wegen zu gewaltigen Erkenntnissen.

_7T0sunsami_


Spiegel, Erkenntnis, Zuversicht, Trauer, das Kleine, das Große, der Mensch und das Leben:

[[http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,812005,00.html]]

[[http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811973,00.html]]

[[http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811974,00.html]]

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