Die Logik vom Glücklichsein

SQetzxen6


Ich weiß nicht, weshalb mir sowas so wichtig ist. Immer wenn jemand stirbt, habe ich Angst, dass derjenige nicht glücklich war. Weil mir durch seinen Tod bewusst wird, dass es nun keine Möglichkeit mehr gibt, etwas zu ändern.

Natürlich sollte einem vor dem Tod eines Menschen bewusst werden, dass man vielleicht zu seinem Glück beitragen könnte. Die Lebzeiten sind das Entscheidende.

Aber es ist trotzdem so: Ich habe Angst, dass er sein Leben auf den letzten Metern verflucht hat. Selbst wenn er es getan hat, ist es vielleicht nicht so schlimm, weil er ja die Meter zuvor hoffnungsvoll war.

Aber ich wünschte trotzdem, dass er sagen würde: Es ist in Ordnung so.

S[etze1nx6


Ich war noch nie traurig, weil ich jemanden durch den Tod verlor. Ich war immer nur traurig, weil derjenige sein Leben verloren hat.

_(TsKunamxi_


Setzen, ich verstehe, was du meinst. Du hast sicherlich Gründe, es auf deine Weise zu sehen, genauso wie ich Gründe habe, es auf meine Weise zu sehen. Ich möchte weder die eine, noch die andere Sichtweise bewerten, doch gerne aussagen, wie ich es sehe.

Meine Aussage bewegt sich im Kontext dessen, was ich hier im Faden oder auch an anderer Stelle schon geschrieben habe.

Meines Erachtens geht es im Leben nicht primär um das Glück oder gar das ultimative Glück, also das gute Gefühl oder das Höchste der Gefühle. Gefühle sind in meiner Sicht der Dinge eine Belohnung und ein Kompass – und zwar für Eigen- bzw. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Das heißt aber auch, dass man über seine höchst eigenen Handlungen für sein Glück verantwortlich ist.

Erstmal denke ich, dass die eigenen Handlungen und das damit hoffentlich verbundene Glück an höchster Stelle stehen, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, warum das Glück eines anderen über dem eigenen stehen sollte.

Im Kontext mit einem oder anderen Menschen – was wir Familie, Gesellschaft oder Partnerschaft nennen -, ergibt sich eine spezielle Facette, und zwar einfach jene, dass andere mit den eigenen Handlungen bzw. Glück kompatibel sind oder nicht – einige sehr und andere gar nicht.

L#ewixan


Setzen6

Vielleicht ist die Frage fuer dich nicht kuenstlich. Mir kommt sie kuenstlich vor. Ich denke, ein Mensch ist manchmal gluecklich, manchmal ungluecklich, manchmal indifferent oder noch anderes. Ich sehe nicht, wie man das gegeneinander aufrechnen koennte um ein einziges Ergebnis zu bekommen fuer ein ganzen Leben, unter dem Strich "gluecklich" oder "nicht gluecklich". Auch deine Frage, ob er das Leben genauso nochmal fuehren wuerde, ist aus meiner Sicht kuenstlich. Auch wenn man dasselbe Leben nochmal "genauso" lebt, ist es doch nicht mehr dasselbe. Selbst wenn man die Frage mit "nein" beantwortet, heisst das nicht viel; warum muesste man ein zweites Mal haben, wenn man schon ein erstes hatte? Ich glaube, es gibt keine Antworten auf diese Fragen. Ausser du erfindest dir welche.

_ATsunaxmi_


Wohl kann es sein, dass man sein Leben verliert, ohne gestorben zu sein. Mir will allerdings nicht in den Sinn, ob man darüber traurig sein muss bzw. sollte – ganz unabhängig davon, ob es einen selbst oder einen anderen betrifft.

_2T<sunxami_


Übrigens ist es mir durchaus nachvollziehbar, dass man sich mit Drogen abschießt, verzweifelt ist, andere Menschen und/oder sich selbst hasst, sein Leben bewusst oder unbewusst verkürzt.

_#TsunCami]_


Wie ich schon sagte:

Manchmal haben wir keine Wahl.

_rTsuonamiJ_


Wenn ich es recht betrachte, dann war mein eigenes Leben schon sehr viel länger und glücklicher, als das vieler anderer.

Ja: ich habe Bonuszeit.

_bTsuanamxi_


Nutze ich die mir verbliebene Zeit? Sicher.

Wie, für was und auf welche Weise? Richtig, das bleibt unklar.

Einen Teil entscheide ich, einen anderen nicht.

_dTsuna0mi_


Es schneit. :)z

_RT}sunaHmix_


Setzen

Ich glaube nicht, dass es eine Auflösung des Lebensgeschehens gibt.

Ich glaube, das Leben kann sich nicht auflösen – daher auch die Welt, die Generationen und die Lebensgeschehnisse nicht. In gewisser Weise geht es immer weiter.

Wir werden niemals wissen wer wir waren.

Irgendwann einmal waren wir "nichts".

Wir sind wie eine Zwiebel, wir bestehen aus tausend Schichten. Wir sind die Zwiebel, wir sind die Schichten. Wir sind das, was nicht beschrieben werden kann. Wir sind eine Zusammensetzung, ein Puzzle ohne Bild.

Wir sind ein Teil des Ganzen und ähnlich einem Gen oder Bildpunkt eines Hologramms bereits das Ganze.

Hologramm – Auszug aus der Wikipedia:

Jeder Punkt des abgebildeten Objektes beeinflusst das Wellenmuster des gesamten holografischen Bildträgers. Wenn also ein Hologramm zerteilt wird, kommt bei der Rekonstruktion noch immer das ganze Bild zustande. Das Aufteilen des Hologramms in einzelne Stücke führt lediglich zu einer Verschlechterung der Auflösung des Bildes und zu einer Verringerung des ansehbaren räumlichen Bildwinkels.

Pars pro toto.

...

Ich habe nach Wahrheiten gesucht und keine gefunden oder zu viele, die einander widersprachen.

Widersprüche sind etwas, was der Mensch erfindet.

Also habe ich beschlossen, einfach da zu sein.

Wenn du es nicht beschließen würdest, dann wäre es trotzdem so.

Am Lebensende werde ich nicht wissen, ob ich mehr gewann oder verlor, obwohl ich selbst mein Leben gelebt haben werde, werde ich kein Urteil fällen können. Ich werde keine Nieten gezogen haben, die ich zählen könnte. Ich werde keine Glücksmomente aufrechnen können.

Du wirst ein Teil des Ganzen gewesen sein.

Aber ich werde sagen: Ich war da.

Glück? Nicht messbar, nicht definierbar, nicht belegbar. Ebenso wie Trauer.

Die Empfindung ist schon die Existenz.

Im Endeffekt sterben wir genauso nackt wie wir geboren wurden. Wir nehmen die ganzen Rätsel mit, die uns in die Wiege gelegt wurden.

Wir beginnen und beenden einfach nur einen Teil einer Entdeckungsreise, welche selbst viel größer ist, als wir selbst bzw. das einzelne Individuum.

YPa>ngYxin


_Tsunami_ das war ein toller ausführlicher beitrag mit vielen nachdenkenswerten sätzen. :)= @:)

_qTs~unam)i_


Guten Morgen. *:)

f{ra1gnvursxo


Schönen Sonntag *:)

_qTs^uinamix_


Oha, oh je, oh shit. I don't know.

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