Die Logik vom Glücklichsein

Suetzexn6


Wenn ich an meinen Tod denke, ist dies ein sehr friedlicher Gedanke. Seit ich ein Testament habe, habe ich das Gefühl, dass für alles gesorgt ist.

Näher kann ich das nicht beschreiben, aber es ist so.

In der 10. Klasse hatte ich Ethik als Wahlfach. Unsere total durchgeknallte Ethiklehrerin wollte, dass wir unsere eigene Todesanzeige verfassen. Einige meiner Mitschüler weigerten sich, andere hingegen gingen eifrig ans Werk. Im Nachhinein wurde die Lehrerin für dieses Vorgehen abgemacht und musste es vor einem Disziplinarausschuss verteidigen. Erstaunlicherweise hatten sich Eltern beschwert, deren Kind einer der Schüler war, der die Aufgabe gerne angegangen war.

Ich erinnere mich noch, dass ich es spannend fand, die Todesanzeige zu erstellen. Weil mir bewusst wurde, was ich alles gerne in ihr stehen haben wollen würde und was ich zu Lebzeiten noch machen muss, damit diese Dinge wirklich im Nachhinein drin stehen können.

Als ich ein kleines Kind war, war meine Schwerbehinderung wesentlich stärker ausgeprägt als heute. Mehr als einmal sprang ich dem Tod von der Schippe. Ich weiß noch, wie angsterfüllt mein Vater aussah als er meinte, mir beim Sterben zuzusehen und er sagte "Kind, jetzt nicht sterben!" und ich wollte ihm gerne sagen, dass es nicht schlimm sei, wenn es doch geschähe, aber ich hatte da bereits eine Sauerstoffmaske auf dem Gesicht.

Ich glaube, dass die Vorstellung an den eigenen Tod so etwas wie der Glaube an Gott ist: Dem einen fällt es ganz leicht, dem anderen weniger. Und nicht immer weiß man, warum man zu den einen oder zu den anderen gehört.

Wenn man mich fragt: "Glaubst du an Gott?" dann kann ich aus tiefstem Herzen sagen: "Ja, er war immer bei mir."..und das, obwohl ich überhaupt nicht christlich sozialisiert wurde und mich 20 Jahre lang nicht bewusst mit Gott beschäftigte. Ich weiß einfach, dass er da ist, ohne es beschreiben zu können. Ich bin mir sicher. Genauso ist es bei meinem Tod: Ich weiß, dass er mir Frieden bringt. Wie dieser Frieden aussieht und ob er mit Gott zu tun hat, weiß ich nicht.

Ich bin mit mir versöhnt, mit meiner Schuld und meiner Unzulänglichkeit. Ich habe kein allzeit gutes Leben geführt, habe viele Dinge falsch gemacht und mache sie noch immer falsch. Ich bin verzweifelt und orientierungslos. Aber ich verstehe meine Motive und dieses Verständnis gleicht einer Versöhnung.

Und ich wünsche mir, dass die Menschen, die ich sterben sah, auch mit sich im Reinen sind.

SyetzAenO6


Und sind wir mal ehrlich: Selbst wenn ich irre, dann war es doch bis zum Tod ein schöner Irrglaube.

_CTsunaxmi_


Wir müssen nicht alles glauben, doch irgendwas müssen wir glauben. Ist sonst zu viel Leere zwischen dem, was wir wissen und dem ganzen Rest. Doch wenn im Dunkeln der große Zeh plötzlich schmerzt, dann hat man sich einfach an seinem Nachtschränkchen gestoßen.

S7etzexn6


Eine Schülerin fragte mich: "Warum glauben Sie an Gott?"

Ich sagte: "Keine Ahnung."

S*etz'en6


Noch einmal Synecdoche:

I wish we had this when we were young. And all those years in between.

Knowing that you don't know is the first and most essential step to knowing, you know?

I don't know what I'm doing.

Now it is waiting and nobody cares. And when you're wait is over this room will still exist and it will continue to hold shoes and dress and boxes and maybe someday another waiting person. And maybe not. The room doesn't care either.

What was once before you - an exciting, mysterious future - is now behind you. Lived; understood; disappointing. You realize you are not special. You have struggled into existence, and are now slipping silently out of it. This is everyone's experience. Every single one. The specifics hardly matter. Everyone's everyone. So you are Adele, Hazel, Claire, Olive. You are Ellen. All her meager sadnesses are yours; all her loneliness; the gray, straw-like hair; her red raw hands. It's yours. It is time for you to understand this.

_DTs-unaxmi_


Ich selbst glaube, dass ich an das glaube, was viele Gott nennen. Wäre ich in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen, würde ich es ganz anders nennen oder gar keinen Namen dafür haben – alles natürlich nur rein hypothetisch.

So, wie es ist, hat es sich einfach ergeben. Einfach durch bestimmte Erlebnisse und "ernste Zwiesprachen mit dem Leben".

Das Ganze ist für mich nach wie vor namenlos, doch über die Grenzen des "Wissens" hinaus existent.

S=etzzenq6


Manchmal -für manche- ist der Tod auch der einzige Trost.

Man sollte dem Tod somit eine gewisse heilende Wirkung nicht absprechen.

_zTsAuna6mix_


ich denke das die wurzel jeglicher angst eigentlich die angst vor dem eigenen tod ist.

Das glaube ich nicht... viele Menschen haben doch Angst vor Dingen, die ihnen erspart blieben, waeren sie tot. Die Schmerzen und der Verlust an Lebensqualitaet, den eine qualvollen Erkrankung mit sich bringen kann, schreckt doch viele mehr als der Tod, zu dem sie vielleicht fuehrt, oder?

Was ist die größte Angst des Menschen?

Ist es nicht – zumindest für die meisten von uns – die Angst vor dem Tod?

Natürlich könnte man sagen, dass die Angst vor körperlichem und/oder seelischem Schmerz größer ist, doch wenn ich mir die Realität so anschaue, dann wird im Gros der Schmerz immer "vorgezogen", nicht der Tod.

S+etkzexn6


Früher war meine größte Angst der Tod derer, die ich liebe.

Heute habe ich eher Angst davor, den falschen Weg zu gehen, weil ich nicht mehr weiß, was gut ist.

_cTsunrami_


Mir schießt gerade ein Gedanke durch den Kopf:

Plan des Lebens

S%etz,en6


Klar denke ich einerseits, dass der Weg, den ich gehe, der Weg ist, den ich wohl auch gehen sollte. Dass sich mein Weg nicht primär dadurch auszeichnet, dass er richtig oder falsch ist, sondern dadurch, dass er schlichtweg mein Weg ist.

Aber war, wenn ich falsch abbiege? Ist meine jetzige Station so eingeplant?

Ich mache derzeit vieles, was harsch kritisiert wird. Da stellt sich mir natürlich die Frage: Wer hat denn jetzt Recht?

fXragnYursTo


Ist dein Weg denn vorgezeichnet? Oder kannst du nicht vielmehr jeden Tag neu entscheiden wie er weitergeht?

H!aMrder


Sterben muss ein Jeder von uns irgendwann!

Ich auch! Doch ich möchte unbewußt sterben!

Am liebsten wäre mir der Tod bei etwas was ich gerne tue!

HxardeSr


Sterben muss ein Jeder von uns irgendwann!

Ich auch! Doch ich möchte unbewußt sterben!

Am liebsten wäre mir der Tod bei etwas was ich gerne tue!

S.etzexn6


Ist dein Weg denn vorgezeichnet? Oder kannst du nicht vielmehr jeden Tag neu entscheiden wie er weitergeht?

Beisst sich da nicht die Schlange in den Schwanz?

Vielleicht sind auch die Entscheidungen, die ich jeden Tag neu treffe, vorgezeichnet. Das weiß doch niemand.

Vielleicht war vorgezeichnet, dass ich gestern falsch abbog und mich heute frage, ob ich falsch abbog.

Ich habe keine Ahnung. Selbst wenn du der Ansicht sein solltest, dass der Weg nicht vorgezeichnet ist, sondern man sich jeden Tag vollkommen frei und ohne schicksalhafte Fügung entscheidet: Macht das die Wegsuche leichter?

Angenommen ich sage mir jetzt: Ich bin mein Leben, ich mache meinen Weg, ich entscheide. Dann bringt mich diese Erkenntnis noch immer nicht weiter in Bezug auf die Wahl, die ich treffen sollte.

Frei entscheiden zu können heißt nicht zwangsläufig richtig zu entscheiden. Denn was ist denn richtig?

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