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Die Logik vom Glücklichsein

cUeterum 4cens|exo


Unser Leben ist dadurch viel leichter.

Ist das so?

Ich finde, ein Kind ist seiner Umwelt geradezu ausgeliefert. Es ist abhängig von Eltern, Lehrerern, Nachbarn, bei Kälte erfriert es, solange es noch nicht schwimmen kann, ertrinkt es, sehr kurze Zeit ohne Liebe und Zuwendung empfindet es schon als sehr schlimm, es macht zwangsläufig viel mehr falsch als ein Erwachsener und wird öfter getadelt, gegen Nichtbeachtung oder ungerechtes Behandeln kann es sich kaum zur Wehr setzen, es gerät schnell in schlechte Gesellschaft usw. Kindliche Wünsche sind in der Regel unrealistisch (Berufswünsche z. B.), was Enttäuschungen zur Folge hat, Kinder haben ein schlechtes Zeitgefühl, ein schwaches Selbstwertgefühl, eher Angst (im Dunkeln)...

Eigentlich haben Kinder nur einen Vorteil: sie wissen von dieser Aufzählung nichts, und die Erkenntnis kommt nur langsam, in einem Tempo, wo man sie meist ohne Schaden verarbeiten kann.

cTeteruEm c}ensyeo


Man kann auch mit enormer Erfahrung und Kompetenz kindlich sein.

Man kann das sein, was man für kindlich hält.

skchlei.erwxeiss


Ob Du glücklich bist, hängt also von anderen Menschen ab.

Nicht nur. Aber unter anderem. :)z

sNchnXattezrguschxe


Man kann auch mit enormer Erfahrung und Kompetenz kindlich sein. Das ist weder peinlich, noch schadhaft.

Kindlich und kindisch sind nicht nur vom Wort her unterschiedlich. Die größten Denker und kreativsten Köpfe sind nicht kindisch, sondern kindlich. Sie sind weniger oder un-bekümmert, und denken nicht ständig an alle möglichen Gefahren dieser Welt. Damit haben sie sich den kindlichen Blick fürs Detail bewahrt. Sie nehmen die Dinge nicht erst dann wahr, wenn sie die schon erklären können, sondern können (noch) staunen und sich wundern wie Kinder.

Einstein war kindlich. Goethe auch. Schweitzer behielt eine kindliche Herzlichkeit. Die Reihe der kindlichen Großen ließe sich noch lange fortsetzen.

cXetgeru:m cenxseo


Die Reihe der kindlichen Großen ließe sich noch lange fortsetzen.

Schade, das hätte mich jetzt interessiert. Ich denke, man kann auch eine Reihe aufstellen, die das Gegenteil beweist. Wobei es natürlich von vornherein schwer ist, das Nichtvorhandensein einer Sache zu belegen. :-/

Sie nehmen die Dinge nicht erst dann wahr, wenn sie die schon erklären können, sondern können (noch) staunen und sich wundern wie Kinder.

Erstens: wieso beschränkst Du das auf die "größten Denker und kreativsten Köpfe"? Nicht, weil Du es durch die Medien von denen eher erfährst?

Zweitens: ich kann staunen wie ein Kind und die Dinge trotzdem erklären! Was nun? Ich finde, das schließt sich überhaupt nicht aus. Im Gegenteil: Das kindliche Sehen gehört zur Vielseitigkeit, zur Fähigkeit, eine Sache auf die verschiedenste Weise zu betrachten. Gleichzeitig ist es auch erholsam, mal oberflächlich zu sein, mal nicht einer Sache auf den Grund gehen zu müssen.

können (noch) staunen

Ich denke übrigens, daß das angelernt ist. Das echte kindliche Sehen verschwindet mit der Pubertät. Es muß verschwinden, weil es den jungen Erwachsenen behindern würde, sich seinen Platz im Leben zu erarbeiten und zu erkämpfen. Darum schrieb ich weiter oben:

Man kann das sein, was man für kindlich hält.

K$l"eene]_8x5


Ich finde es ist schwer zu umschreiben.

Den an dem einen Tag ist man in der Situation super glücklich und an einem anderen Tag sehr unglücklich.

Ich denk das Glück ist nur von momenten abhängig und wie man es aufnimmt.

Und logischerweise natürlich von Person zu Person sehr unterschiedlich. :)z

Die einen sind glücklich wenn sie wie Kinder im Schnee rumtollen können, die anderen wenn sie mit einem Glas Wein und einem Buch abends abschalten und ausruhen können.

Z%enxjor


Schnatter

Sie nehmen die Dinge nicht erst dann wahr, wenn sie die schon erklären können, sondern können (noch) staunen und sich wundern wie Kinder.

:)^

_(Tsun"amix_


Sie nehmen die Dinge nicht erst dann wahr, wenn sie die schon erklären können, sondern können (noch) staunen und sich wundern wie Kinder.

Auch von mir ein :)^.

Das ist eine große Fähigkeit von Kindern - Dinge angemessen zu handhaben, ohne sie komplett erklären zu können. Das ist eine Fähigkeit, die dem Erwachsenen oftmals verloren gegangen ist. Stattdessen lieber Erklären. %-| Als ob irgendjemand es verstanden hätte.

[[http://www.youtube.com/watch?v=XlexKlg1jI8 Spock]] musste sich auch entscheiden. ;-)

_pTsUunamxi_


Kleene

Ich denk das Glück ist nur von momenten abhängig und wie man es aufnimmt.

Da ist ein kleiner Denkfehler drin. Denn unabhängig davon, wie viele und welcher Art die Glücksmomente sind, die dir begegnen, so ist die Aufnahme (und Weiterverwertung) eine Sache deines Charakters, deiner Persönlichkeit und deiner Einstellung. Und diese Dinge wiederum sind nicht von Momenten abhängig, sondern viel mehr von Dingen wie Lernen, Bildung, Verständnis, Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung.

Eine auf ein bestimmtes Stadium entwickelte Persönlichkeit - mit Verstand, Gefühl, kämpferischen und optimistischen Elementen - ist nicht heute da und morgen weg.

Es ist wie mit dem Fahrradfahren. Man verlernt es nicht.

_WTsuRnamxi_


Ob Du glücklich bist, hängt also von anderen Menschen ab.

Nicht nur. Aber unter anderem. :)z

Das ist genau richtig und weise gesprochen.

Das Glücklichsein hängt von einem selbst ab und von anderen. Doch primär hängt es von einem selbst ab und der Einstellung zu anderen. Doch beides liegt in der eigenen Entscheidungssphäre, das ist das einzige, worauf man direkten Einfluß hat - nicht wie andere sich verhalten, sondern wie man sich selbst verhält.

Alle um mich herum könnten unglücklich sein, doch es würde mich nicht davon abhalten, selbst glücklich zu sein, und zu hoffen, dass es die anderen auch werden.

_@Tsugnamxi_


ceterum

Ich finde, ein Kind ist seiner Umwelt geradezu ausgeliefert. Es ist abhängig von Eltern, Lehrerern, Nachbarn, bei Kälte erfriert es, solange es noch nicht schwimmen kann, ertrinkt es, sehr kurze Zeit ohne Liebe und Zuwendung empfindet es schon als sehr schlimm, es macht zwangsläufig viel mehr falsch als ein Erwachsener und wird öfter getadelt, gegen Nichtbeachtung oder ungerechtes Behandeln kann es sich kaum zur Wehr setzen, es gerät schnell in schlechte Gesellschaft usw. Kindliche Wünsche sind in der Regel unrealistisch (Berufswünsche z. B.), was Enttäuschungen zur Folge hat, Kinder haben ein schlechtes Zeitgefühl, ein schwaches Selbstwertgefühl, eher Angst (im Dunkeln)...

Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen deiner Interpretation eines Kindes und eines Erwachsenen.

B@lzong


Ich glaube auch, dass glücklichsein von der eigenen Einstellung abängt. Mir wurde aber schon gesagt, Glück ist ein momentaner Zustand. Es ist nicht immer vorhanden. Viel wichtiger ist die Erkenntnis zufriedenzusein, denn dies würde letztendlich zum glücklichsein führen...

_kTscunaJmi_


Blong

Ich glaube auch, dass glücklichsein von der eigenen Einstellung abängt. Mir wurde aber schon gesagt, Glück ist ein momentaner Zustand. Es ist nicht immer vorhanden. Viel wichtiger ist die Erkenntnis zufriedenzusein, denn dies würde letztendlich zum glücklichsein führen...

Es ist sehr wahr und richtig, was du schreibst. Denn, wie soll man glücklich sein, ohne zufrieden zu sein. Doch Zufriedenheit hat auch viel mit Verständnis und insbesondere Demut (gegenüber dem Leben) zu tun.

Und Demut ist leider heutzutage Mangelware, denn die Verkäufer des "Glücks" stehen an jeder Straßenecke.

s'chnatteWrgus^che


Demut wird heute gern als eine Sache der Kirchen angesehen. Spätestens seit Nietzsche sie als Zeichen von Feigheit und Schwäche deklariert hat, die zur Hingabe an den Glauben an Gott führen, gilt die Dienstbarkeit in den Augen vieler sich modern vorkommender Menschen als unmodern.

Demut ist aber ein wichtiger "Wohlfühlfaktor". Es geht darum, sich als Individuum in die Gemeinschaft der Wesen einzubringen, und damit (für sich) den eigenen Wert zu beschreiben. Eine Grundlage des Glücklichseins (als dauerhaften Zustand, nicht des kurzen Glücksmoments) ist das Selbstwertgefühl. Es entsteht als Antwort auf die elementare Frage nach dem Sinn des Lebens. Dem Sinn des eigenen Lebens.

Das gilt für jemanden in einem dicht besiedelten Gebiet genau so wie für jemanden auf einer einsamen Insel. Die Gemeinschaft der Wesen umfaßt nicht nur die menschliche Gesellschaft, sondern auch Umwelt der Tiere und Pflanzen. Nur wer in seiner Umgebung funktioniert, kann auf Dauer glücklich sein. Dazu streben wir ein harmonisches Miteinander an.

Hier schließt sich wieder der Kreis zum Kindlichsein. Ein Kind macht Fehler und sammelt Erfahrungen. Es ist glücklich, wenn es in dem, was es als seine Umwelt ausgemacht hat, harmonisch lebt. Der Erwachsene mit seinen scheinbar so großen und reifen Geistesgaben denkt weiter. Entscheidungen fällt er nicht mehr aus dem Bauch heraus, sondern mit dem Kopf. Dieses Muster ist ein Ergebnis der Erziehung. Von hier und jetzt zieht er Vergleiche zur Vergangenheit, in der er seine Erfahrungen gemacht hat, und versucht damit die Möglichkeiten für seine Zukunft abzuwägen. Da liegt bereits der nächste Stolperstein. Denn wenn die Zukunft sich anders entwickelt, wird er unglücklich. Je fester er sich auf einen Weg in die Zukunft eingeschossen hat, um so schwieriger wird es für ihn, sich den anderen Gegebenheiten anzupassen. Aber es ist wichtig für das Selbstwertgefühl, in der Gemeinschaft zu funktionieren, ihr also zu dienen, demütig zu sein. Das bringt Harmonie, und damit Glücklichsein.

_yTsunxami_


:)^

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Jetzt könnte man deine Aussage hin und her wenden, ihr in der eigenen Interpretation eine andere Farbe verpassen, doch man kommt nicht umher, anzuerkennen, dass der Wesenskern deiner Aussage valide ist.

Man muss sich nur vorstellen, und es klingt wie ein Utopia, dass die Menschen um einen herum glücklich sind, weniger selbstsüchtig als vielmehr selbstliebend, weniger herrschend als vielmehr dienend, bestrebt um das Gemeinwohl sowie das eigene Wohl. Eine glückliche Gemeinschaft, in der Menschen ihr Glücklichsein miteinander teilen, sich gegenseitig fordern und fördern, um die Grundlage für und das Leben in einer glücklichen und harmonierenden Gesellschaft hervorzubringen. Dazu muss man auch gar nicht großartig suchen, man muss es nur freilegen. Das ist doch eine nette Idee. Wer würde das nicht wollen?

Doch dazu bedarf es eines Umdenkens. Denn da ist durchaus diese Stimme, die sagt "So ist das Leben nicht, so sind Menschen nicht, so bin ich nicht. Das ist unmöglich". Und schon hat man sich sein geistiges Hamsterrad und eine selbsterfüllende Prophezeihung kreiert.

Es wäre so einfach, wenn alle bereits in einem "Glücks-Zug" sitzen würden und man müsste nur noch zur "Herde" aufspringen und mitfahren. Alerdings ist es genau anders herum. Man muss den Zug selber bauen, was in der Gemeinschaft natürlich sehr viel einfacher ist, so dass andere mit aufspringen können. Und dieses Unterfangen, dieses Unternehmen, den Zug zu bauen, ist harte Arbeit - hauptsächlich harte Arbeit an sich selbst und seinen Einstellungen.

Wenn man sich ein sinnvolles Verständnis von Demut, Harmonie, Glück und Glücklich-Sein erarbeitet hat, dann kann man diverse Aktivitäten in seinem Leben, eigentlich alles, danach ausrichten. Und diese Aktivitäten wiederum haben Folgen und zeigen Ergebnisse, sind die Sprossen auf der "Leiter zum Glück". Die Leiter zum Glück ist nichts anderes als die eigene Persönlichkeit und das Erklimmen der Leiter nichts anderes als Persönlichkeitsentwicklung. Hin und wieder brechen ein paar Sprossen der Leiter durch, doch die Leiter bleibt da und kann weiterhin erklommen werden. Menschen klettern heutzutage an Hochhauswänden hoch, besteigen den Mount Everest oder den K2, haben nach unzähligen Fehlversuchen, die Glühbirne erfunden, die Mikrowelle, die Solarzelle, und vieles mehr. Menschen organisieren Hilfsprojekte für die ärmsten unserer Gesellschaft/Welt, treten nach wie vor für Gerechtigkeit und aktzeptable Lebensumstände für alle ein. Da sollte es am Besteigen einer Leiter nicht scheitern. Es ist tatsächlich so, dass das Besteigen der Leiter, also die Persönlichkeitsentwicklung, sogar die Grundlage und der Katalysator für die großartigen Dinge sind, welche tagtäglich geleistet werden.

Das ist alles nicht einfach, aber es ist möglich.

Wenn ich Arzt werden will, dann werde ich nicht Mechatronik studieren. Wenn ich Künstler werden will, dann werde ich keine Ausbildung zum Bürokaufmann machen. Wenn ich ein Kreuzworträtsel lösen will, dann brauche ich dazu keinen Hammer.

Wenn ich glücklich sein will, dann fange ich nicht damit an, zu postulieren, dass es nicht möglich ist oder nur von Zufällen abhängig.

Der Mensch hat eine erstaunliche Fähigkeit. Er findet Wege und Möglichkeiten für so ziemlich alles, was er wirklich will und sich wünscht.

Man kann von seinen Mitmenschen oder der Welt nicht erwarten, dass sie das tun, wozu man selbst nicht imstande ist. Der Beweis, dass bestimmte Dinge möglich sind, muss oftmals von einem selbst erbracht werden, bevor andere es glauben oder gleich tun können.

So glaubten Menschen, dass die Erde eine Scheibe sei, dass der Mensch nicht fliegen könne und schon gar nicht zum Mond. Es musste schon immer von einigen Wenigen der Beweis angetreten werden, damit ganze Generationen es glauben, gar wissen, und davon leben konnten.

Manchmal hat man das Glück, dass andere stellvertretend den Beweis antreten, doch in manchen Dingen muss man das selber tun. So auch beim Glücklichsein.

Für das Glücklichsein, das Glücklichsein mit sich selbst und anderen, und die parallel dazu verlaufende Persönlichkeitsentwicklung, trägt niemand anders die Verantwortung als man selbst.

Diesem Gedanken, und auch hier schließt sich ein kleiner Kreis, hatte ich schon auf Seite 3 des Fadens vorgegriffen. Ich ergänze mal:

If you want a better world, a happy world, a happy life, then...

[[http://www.youtube.com/watch?v=SgtWIx2zLtk&NR=1 Start with the man in the mirror]]

Vielleicht steht es ja diesmal in einem besseren Kontext.

Da fällt mir noch ein Typ ein, der ziemlich glücklich zu sein scheint:

[[http://www.youtube.com/watch?v=zlfKdbWwruY Where the hell is Matt?]]

Und weil ich schon gerade dabei bin, hier nochmal

[[http://www.youtube.com/watch?v=d6wRkzCW5qI Inspiration]]

Und last, but not least, so wie der Linux Pinguin sagen würde:

Where do you want to go tomorrow?

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