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Die Logik vom Glücklichsein

_>Tsun~amix_


Signalfarbe

Ganz genau. :-D :)^

s7chna(ttergxusche


Lewian

Eine Tendenz der Gefühle kann ich hier nicht beschreiben.

Für mich sind Meinungen gleichwertig. Wenn jemand eine andere hat als ich, wird er damit interessant. Auf diese Weise kann ich lernen. Entweder gewinne ich neue Ideen und Ansichten, oder ich bin gezwungen, mich mit meinen eigenen intensiver auseinanderzusetzen, um sie bekräftigen zu können. Beides hat für mich einen hohen Wert. Deshalb sind für mich sind auch die Menschen interessant, die eine andere Meinung haben als ich. Sie haben andere Erfahrungen gesammelt und sind zu anderen Schlüssen gekommen. In mir steckt auch immer der kleine Zweifel "ist das so?" bei meinen eigenen Überlegungen. In einer Diskussion kann ich eine mir fremde Denkweise als Gesamtheit erfassen. Nicht das gesamte Denken eines Menschen, sondern die Denkweise im jeweiligen speziellen Punkt.

Ich diskutiere deshalb emotionslos. Foren haben den Vorteil, daß man sich mit der Antwort Zeit lassen kann. Und besonders wenn ich mich angegriffen fühle, antworte ich prinzipiell frühestens am nächsten Tag. Denn dann hat mich etwas emotional auf negative Weise berührt. Früher hätte ich da gekontert. Aber das würde auf einen Kampf hinauslaufen, den ich nur verlieren kann. Für dieses Risiko bin ich mir zu wichtig. Ich lasse die Emotionen abklingen und versuche herauszufinden, an welcher Stelle ich verletzbar war. Das gibt mir wichtige Hinweise zur Selbsterkenntnis. Erst wenn ich das nüchtern ausgewertet habe und die negativen Emotionen abgeklungen sind, antworte ich auch.

Der Streit mit ceterum censeo ist in mir genau so emotionslos verlaufen. Mehr noch, er ist sogar für mich wertlos. Denn ich kann keinen Menschen mit anderer Meinung entdecken, von dem ich lernen kann. Dazu wechselt diese Meinung zu oft, ist widersprüchlich. Auf mein Glück hat es keinen Einfluß. Es würde mich auf gewisse Weise glücklich machen, wenn ich ihm helfen könnte, die Gründe für seine wechselhaften Ansichten zu erkennen. Aber selbst das nur in geringem Umfang. Denn ich habe ihn schon im letzten Frühjahr in einem Faden kennengelernt und weiß, daß er seitdem auf mich immer ähnlich reagiert. Ich bin mir keiner Schuld bewußt und war dazu übergegangen, ihn einfach zu ignorieren. Denn unbewußt scheine ich ihn doch zu verletzen. Aber selbst das Ignorieren um der ungestörten Diskussionen willen versteht er gegen mich auszulegen, wie [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/511854/13918842/ hier]] zu sehen war. Mir erscheint es aber als der sinnvollere Weg auch wieder für die Zukunft.

sic7hnatter'gusch\e


SignalfarbeZ

Wo ist die Option "weder glücklich noch unglücklich?"

Der dazu neutrale Weg wäre unbewußte Verdrängung oder Ausblendung. Das ist ein unbewußter Vorgang, durch den die Psyche uns schützen kann.

Wir haben jeden Tag eine riesige Anzahl von Wahrnehmungen. Sie alle werden im Unterbewußtsein abgespeichert. Einige werden wie durch einen Filter in unser Bewußtsein durchgelassen. Die erfassen wir dann emotional oder rational, oft in Kombination. Über die Bewertung als "glücklich" oder "unglücklich" entscheidet die emotionale Bewertung. Die rationale Bewertung kann darauf nicht direkt Einfluß nehmen, sondern nur in einem längeren Prozeß allmählich den Filter verändern. Weil die Gefühle aber immer im Bereich des Bewußtseins angesiedelt sind, ist ein neutraler Umgang damit nicht möglich.

Diese Zusammenhänge halte ich für wichtig beim Verständnis des so oft propagierten positiven Denkens. Das Ziel ist ganz klar. Durch positives Denken werden wir glücklicher. Aber dazu reicht es nicht, sich die Dinge schönzureden, und vor den schlechten den Kopf in den Sand zu stecken. Das wäre nichts anderes als ein Selbstbetrug. Positives Denken geht an unsere Grundhaltungen. Der Weg ist nicht immer einfach, und bei manchen auch schmerzhaft. Aber er verschiebt im Laufe der Zeit und durch viel Übung den Filter unserer Wahrnehmung. Er verändert also das, was wir als wahr annehmen. Den vereisten und gefährlichen Fußweg, oder die Vögel darauf, die mir bereitwillig eine Gasse freimachen, um mich durchzulassen. ich nehme beides wahr, aber wo liegt meine Aufmerksamkeit? Negativ oder positiv. Ein Steinchen zu meinem Unglücklichsein oder eins zu meinem Glücklichsein.

ZDenjoxr


Glück wird nicht als ein Ergebnis bestimmter Bedingungen erzeugt.

Bestimmte Bedingungen werden als ein Ergebnis des Glücklichseins hervorgebracht.

Sollte man vielleicht mal drüber nachdenken ;-D Denn...

...es wird immer die Wahrheit bleiben, daß das Sein der Erfahrung vorausgeht

und sie herbeiführt.

Nicht auf meinem Mist gewachsen. Aber, um so länger ich darüber nachdenke... :)z

In diesem Sinne einen nachdenklichen Wochenstart

d#akoJbxar


Liebe und gewisse Augenblicke im Leben machen glücklich.

Spass und Humor macht vor allem glücklich, weil man häufig lachen muss und Dinge nicht so eng mehr sieht.

Wenn man einen liebe(n) und verständnisvolle(n) Partner/in hat, dann kann man auch bei der Sexualität viel Glück erfahren.

Geld und Beruf machen nicht als einziges glücklich.

Für mich ist es immer Glück, wenn Dinge doch nicht so schlimm eintreten, wie es erst den Eindruck oder Vorahnung hatte.

Glück ist eben sehr facettenreich.

Gesundheit kann schon Glück sein oder wenn man intensiv seinen Hobbys nachgeht.

L_ewia/n


"Glueck besteht nicht darin, zu bekommen, was man will, sondern zu wollen, was man bekommt."

(Leo Tolstoi - evtl. nicht wortgetreu, da aus dem Gedaechtnis und dem Englischen zitiert)

SzignalfarxbeZ


Ja, hört sich ja so als Aphorisme schön an, aber es soll Leute geben, deren Welt von schicksalhaften Todesfällen und ähnlichem gezeichnet ist/wurde und das will sicherlich niemand. Trotzdem kann man glücklich sein, auch wenn man Dinge in seinem Leben erleben muss, die man so nicht gerne erlebt hätte.

jFunixper


Ich denke, dass Glück oder Unglück etwas mit Erwartung zu tun hat.

Da kann ich Tolstoi zustimmen, und auch SignalfarbeZ.

Glück oder Unglück ist nicht nur von den äußeren Umständen abhängig, sondern davon wie ich diese sehe und annehme.

Deine äußeren Umstände können dich nicht glücklich oder unglücklich machen, dass kannst nur du selbst.

Richtig oder Falsch?

S&ignal<farxbeZ


Ganz genau. Wenn das Leben von einer permanenten Erwartungshaltung geprägt ist, hat man kaum mehr die Chance überhaupt Glück zu empfinden, denn Erwartungen werden nicht immer erfüllt und das Leben hält einige Unannehmlichkeiten für einen bereit. Erwartungen haben es nunmal ansich, auch oftmals Unzufriedenheit hervorzurufen.

Glück zu empfinden hängt viel eher mit der eigenen inneren Einstellung zusammen.

Wie ich vorhin schon schrieb, wer darauf wartet dass ihn andere Menschen/Dinge und Situationen permanent glücklich machen, der hat eine schlechte Ausgangsposition. Denn es liegt in der Natur der Dinge, dass einen früher oder später eine Situation oder ein Mensch enttäuscht. Wenn das eigene Glück dann an solche Erlebnisse gekoppelt ist, dann ist auf kurze oder lange Sicht niemand mehr fähig dazu Glück zu empfinden.

cDeterumm cAensweo


Lewian

Macht euch dieser Streit tendenziell eher gluecklich oder eher ungluecklich?

Von mir eine klare Antwort: unglücklich. Besonders bestätigt dadurch, daß ich nun gelesen habe, daß das Gegenüber emotionslos agierte bzw. reagierte. Ich muß sagen, daß ich derartiges bisher weder in einem Forum noch auf der Ebene der persönlichen Auseinandersetzung erlebt habe. Einem Gesprächspartner emotionslos gegenüberzutreten käme - für mich - einer Mißachtung der Würde seiner Persönlichkeit gleich - und demzufolge nicht in Frage. Aus diesem Unglück aber habe ich zumindest etwas über die Vielfältigkeit menschlicher Charaktere gelernt *:)

_tTsunXamix_


Wer hat denn hier die Zitate-Box geöffnet?

Ich mag Zitate. :-D

Dann werde ich auch mal ein paar beisteuern. Here we go:


Alle Menschen wollen glücklich sein.

-- Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), Philosoph, Zitat aus: Nikomachische Ethik


Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein.

-- Sokrates (469 - 399 v. Chr.), Philosoph


Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern.

-- Carmen Sylva (1843 - 1916), Schriftstellerin und Königin


Was wir brauchen, um glücklich zu sein, ist wenig. Aber wir steigern Bedingungen für Glück ins Endlose und beklagen unser Unglück.

-- Kristiane Allert-Wybranietz (1955 - ), deutsche Schriftstellerin


Glück ist nicht eine Station, wo man ankommt, sondern eine Art zu reisen.

-- Margaret Lee Rumbeck (1905 - 1956), amerikanische Schriftstellerin


Leider erkennen viele Menschen erst im Unglück, dass sie vorher glücklich waren.

-- Bertrand Russell (1872 - 1970), Philosoph, Zitat aus: Eroberung des Glücks


Wenn ich mit intellektuellen Freunden spreche, festigt sich in mir die Überzeugung, vollkommenes Glück sei ein unnerreichbarer Wunschtraum. Spreche ich jedoch mit meinem Gärtner, bin ich vom Gegenteil überzeugt.

-- Bertrand Russell (1872 - 1970), Philosoph, Zitat aus: "Schriften"

sFchnatt=er:guschxe


SignalfarbeZ

Wenn das Leben von einer permanenten Erwartungshaltung geprägt ist, hat man kaum mehr die Chance überhaupt Glück zu empfinden, denn Erwartungen werden nicht immer erfüllt und das Leben hält einige Unannehmlichkeiten für einen bereit. Erwartungen haben es nunmal ansich, auch oftmals Unzufriedenheit hervorzurufen.

Eine interessante Beobachtung! Sie führt mich gedanklich wieder an den früher angeführten Aspekt der Kindlichkeit. Kindliche Neugier... Wenn an Stelle der Erwartungshaltung die Neugier tritt, sehe ich darin wieder eine Chance für das Glücklichsein.

Erwartungen enthalten bereits die Bewertung eines noch nicht eingetroffenen Ereignisses. Wer neugierig darauf ist, was ihn erwartet, erlebt es unvoreingenommen. Er kann es beobachten und dann an den Ergebnissen bewerten. Wenn man so mit jedem neuen Tag umgeht, den man erlebt, ist das Leben nicht nur spannend, sondern bietet viele Chancen. Am Morgen neugierig in den tag starten, und am Abend dankbar für das sein, was er einem gegeben hat, gehört für mich auch zum dauerhaften Glück.

Nicht jedes Ereignis ist angenehm oder positiv. Aber es bietet neue Erkenntnisse und Erfahrungen, oder auch neue Einblicke. Ohne Erwartung bleibt es offen, was man an diesem Ereignis bewertet.

LNewiavn


Ich frage mich bei so einigen Beitraegen verschiedener Autor&innen, ob es dem Glueck so zutraeglich ist, es allzusehr zu sezieren. Letztlich stoesst man immer an die Grenzen der Sprache dabei. (Der Gebrauch des Wortes Glueck ist meiner Meinung nach zum Sezieren ergiebiger als das Glueck selbst.)

Das Glueck ist vielleicht auch verletzlich... sozusagen ein scheues Reh (wie das Kapital 8-)).

Im Uebrigen glaube ich, dass ceterum censeos Standpunkt eigentlich gar nicht so durcheinander und widerspruechlich ist, wie er hier immer wieder gescholten wird, auch wenn es nicht unbedingt meiner ist. Wenn man ihn wohlwollend liest, kann man das schon irgendwie alles zusammenbringen. Man muss halt auf der Rechnung haben, dass, wenn die Sprache benutzt wird, um nichtsprachliche und zum Teil paradoxe Dinge wiederzugeben, es manchmal an der Oberflaeche wie ein Widerspruch aussieht. Wobei natuerlich meine nicht widerspruechliche Lesart genauso seinen eigenen Vorstellungen zuwiderlaufen kann wie anderer Leute widerspruechliche. Es ist aber auch nicht das Allerwichtigste bei der Kommunikation, immer alles praezise so zu verstehen, wie es gemeint ist.

Jedenfalls hatte ich beim Streit der beiden Herren mehrfach den Eindruck, sie lassen sich dazu verleiten, die Beitraege des anderen gezielt so zu lesen, dass sie keinen Sinn machen (mindestens wird keine Muehe aufgewandt, es umgekehrt zu tun - aber wenn etwas beglueckend waere, dann doch das?). Das passiert in Diskussionen natuerlich ueberhaupt haeufig, aber wie bereits gesagt, aus meiner Sicht ist es in diesem Faden besonders bemerkenswert.

_ETs[unLamxi_


[[http://www.gluecksarchiv.de/inhalt/glueck.htm Was andere über das Glücklichsein schreiben.]]

Und hier noch [[http://www.youtube.com/watch?v=HZ4oimG8dr8 Sonnencreme]].

Allen einen schönen Tag. :)*

SEi*gnaNl]farbexZ


Ich frage mich bei so einigen Beitraegen verschiedener Autor&innen, ob es dem Glueck so zutraeglich ist, es allzusehr zu sezieren.

Meinem persönlichen Glück ist das ziemlich egal. Ich fühl mich deswegen nicht besser, schlechter oder in irgendeiner Art und Weise beeinflusst, wenn ich hier versuche differenziert über Glück und Glücksempfinden zu schreiben.

Ist es nicht Sinn dieses Fadens, dass man kritisch vorgeht und dabei auch an die Grenzen der Sprache gerät?

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