Die Logik vom Glücklichsein

JIenWJenU9x4


Menschen, die anderen schaden, sind verrückt an etwas geworden, dass sie erlebt haben, etwas dass schlimm für sie war. Sie sind nicht wieder gesund geworden. Behaupten jetzt aber, sie wären "mit sich im Reinen" und glücklich. Ich halte das für unmöglich und total unlogisch.

Wenn man sich oder anderen schadet ist man voll von Angst. Wie soll es einem dann gut gehen?

Ich habe mich viel damit beschäftigt und ich kenne viele Menschen, die von sich behaupten würden, sie wären mit sich im Reinen oder die das früher behauptet hätten. Setzt man sich mit denen mal ein Stündchen zusammen heulen viele von denen Rotz und Wasser, weil die gar nicht im Reinen mit sich sind.

Oder sie wollen nicht weiter mit einem reden oder starren auf einmal ganz apathisch vor sich hin.

JNenJeqn94


Wobei: Ich kenne auch Leute, die zu anderen garstig sind und ungluecklich. Klar gibt es das. Aber die Frage ist, gibt es ueberhaupt keine anderen? Wie kann man das aus Erfahrung ueberhaupt wissen?

Das hab ich nicht verstanden.

Ich glaube schon, dass es Leute gibt, die zufrieden mit sich sind, falls man das falsch verstanden hat. Nur keine, die sich oder anderen schaden oder denen geschadet wird und die wirklich glücklich sind.

L@ewixan


OK, diese Erfahrungen von dir respektiere ich. Ich glaube auch, dass das in vielen Faellen so ist. Wobei ich das Gegenteil nicht unbedingt "unlogisch" oder "unmoeglich" finde. Das mit dem "man schadet sich oder anderen" ist in vielen Faellen nicht so schwarz/weiss. Wer hat nie mal ein Insekt getoetet? Zwischen Menschen gibt es Konflikte, und viele Menschen lernen nicht, diese ohne Gewalt zu loesen. Viele Menschen leben in einer Umgebung, in der klar ist, wer der "Feind" ist. Das wird nicht hinterfragt, und wenn man dann einem "Feind" schadet, dann hat man sich gemaess der Kultur, die einen umgibt, nihts zuschulden kommen lassen. Jemand, der aus religioesen Gruenden ein Bombenattentat begeht, ist moeglicherweise ein ungluecklicher Mensch, aber ich glaube nicht, er ist es, weil er dieses Attentat begeht. Das entspricht vermutlich eher seinen tiefsten Ueberzeugungen. Er glaubt, dass er vor Gott das Richtige tut. Denke ich jedenfalls. Und deswegen kann er im Prinzip auch gluecklich sein, und ich vermute, einige von denen sind gluecklich.

N0o_ZNaxme_


Ich bin mir nicht sicher, ob eure Unhaltungen sinnhaftig oder sinnlos sind.

AQlic'eim?Wondevrlanxd


Ich bin mir auch nicht sicher, ob dieser spezielle Kommentar von Dir jetzt sinnhaftig oder sinnlos ist... ;-) :=o :-p

S+aldxo


Pardon, ich bin etwas spät, war die letzten Tage schwer beschäftigt (很忙 wie hier die Eingeborenen sagen).

Erst heute, wo ich weiss, was mich all die Jahre gehindert hat, gluecklich zu sein, weiss ich, was sie damals gemeint hat. Ich war nicht gluecklich, ich war zufrieden.

Kannst du das genauer erklaeren?

Ich wills versuchen.

Ich gebs nur ungern zu, aber ich war bis vor wenigen Jahren so ein Mensch, wie ihn Jenjen umschrieben hat. Ich war ein netter Kerl und alles, aber wenn ich das Gefühl hatte, persönlich angegriffen zu werden, dann habe ich verbal wild um mich gehauen. Nicht, indem ich ausfällig geworden bin, aber ich war halt stachelig. Ich habe dann immer gedacht, ich müsste mich beim nächsten Mal einfach noch mehr anstrengen oder eine noch bessere Strategie fahren, um nicht mehr angegriffen werden zu können. Dabei war es das gar nicht. Wenn ich glücklicher (vor allem mit mir) gewesen wäre, dann hätte ich anders auf solche Reize von außen reagiert.

Kann ein Arsch nicht mit sich selbst im Reinen sein?

Es ist, wie jemand schon sagte: ein Mensch, der sich aggressiv, verletzend oder beleidigend gegenüber anderen verhält, der merkt das natürlich. Auch wenn er im ersten Moment auf Verteidigung geht ("Du hast ja angefangen", "Selbst schuld", "gar nicht wahr" usw), so versteht er doch schon irgendwo (auf jeden Fall im Unterbewusstsein und das soll man nicht unterschätzen), dass er auf dem falschen Pfad ist. Er ist der Geisterfahrer und damit er weiterfahren kann, behauptet er, alle anderen seien es. Das MUSS ihm selbst irgendwie auffallen. Man kann aber jahrzehntelang so weiterfahren, ohne umdrehen zu müssen. Da gibt es viele Mitmenschen. Gerade hier im Forum sind viele. Einer klagt z.B., seine Frau wolle nicht mehr mit ihm schlafen. Er jammert, wie schlimm doch die Welt ist und ist felsenfest davon überzeugt, dass seine Frau die Böse ist, will aber partout nicht die Frage beantworten, was er denn selber tun kann, um die Situation zu verbessern. Denn sie sei ja schuld.

Er fühlt sich im recht und mit sich im Reinen, aber von außen betrachtet kann er es eigentlich nicht sein.

Interessant, dass No_Name das hier sinnfrei findet, das passt voll ins Bild.

S,alOdo


Ok, ich muss mich korrigieren, so hat er das nicht gesagt. |-o

Lmew%ian


Ich finde die Frage ziemlich interessant, ob und inwiefern jemand, der anderen schadet, gluecklich bzw. mit sich selber im Reinen sein kann. Wenn es so waere, wie JenJen sagt, also dass das nicht der Fall ist, dann muesste es doch im Grunde viel einfacher sein, die Menschen zu einem friedlichen Zusammenleben, wo niemand dem anderen schadet, zu ueberzeugen. Dann waeren Altruismus und Egoismus versoehnt, denn sie liefen auf dasselbe hinaus. Leider habe ich nicht den Eindruck, dass es so einfach ist.

JRenVJenx94


OK, diese Erfahrungen von dir respektiere ich. Ich glaube auch, dass das in vielen Faellen so ist. Wobei ich das Gegenteil nicht unbedingt "unlogisch" oder "unmoeglich" finde. Das mit dem "man schadet sich oder anderen" ist in vielen Faellen nicht so schwarz/weiss. Wer hat nie mal ein Insekt getoetet? Zwischen Menschen gibt es Konflikte, und viele Menschen lernen nicht, diese ohne Gewalt zu loesen. Viele Menschen leben in einer Umgebung, in der klar ist, wer der "Feind" ist. Das wird nicht hinterfragt, und wenn man dann einem "Feind" schadet, dann hat man sich gemaess der Kultur, die einen umgibt, nihts zuschulden kommen lassen. Jemand, der aus religioesen Gruenden ein Bombenattentat begeht, ist moeglicherweise ein ungluecklicher Mensch, aber ich glaube nicht, er ist es, weil er dieses Attentat begeht. Das entspricht vermutlich eher seinen tiefsten Ueberzeugungen. Er glaubt, dass er vor Gott das Richtige tut. Denke ich jedenfalls. Und deswegen kann er im Prinzip auch gluecklich sein, und ich vermute, einige von denen sind gluecklich.

Ich meine anderen Menschen schaden, Tiere...das ist nochmal eine ganz andere Geschichte, Veggie / Fleischfresser-Konflikt und so. Es geht mir auch nicht darum, wenn man jemanden nicht gut versteht und ihn deswegen verletzt und es geht mir auch nicht um Unfälle.

Der Einfachheit halber: ich finde Menschen sind verrückt und damit weniger glücklich in ihrem Leben, wenn sie verbale oder körperliche Gewalt anwenden, bzw wenn sie bei irgendeiner Art von Gewalt wegsehen.

Weißt du, ich habe früher auch nicht gewusst, wie man Konflikte ohne Gewalt löst. Dadurch war ich erfüllt von Wut & Hass und damit von Angst. Liebe fühlt sich aber viel schöner an.

Das habe ich aber erst dieses Jahr gemerkt. Der Mensch der ein Bombenattentat begeht, wäre auf jeden Fall glücklicher, würde er nicht irgendwelche Menschen als zu hassenden Feind betrachten.

Das Problem ist, dass man Menschen nicht zeigen kann, was geistige Gesundheit ist. Man kann ihnen nicht sagen, hey, mach das und das und du bist gesund. Sie müssen es selbst lernen.

Es ist nicht so leicht verrückte Menschen wieder gesund zu machen und ein langer, langer Weg. (ich erinnere: ich denke, dass Menschen die anderen schaden, verrückt sind.)

Leider machen Therapien oft nicht gesund, weil die Therapeuten nur in der Theorie verstehen, was nun gesund ist, es aber gar nicht selber sind, geschweige denn in der Praxis wissen wie man wieder gesund wird.

Man müsste sich mit fast jedem Menschen über Monate auseinander setzen, sofern man denn wirklich weiß, wie man Leute dazu bringt, selber zu verstehen, was mit ihnen los ist und es schafft ihnen begreifbar zu machen, wo sie hin wollen sollten und wie das geht.

Das kann kaum jemand.

Außerdem dürfte der verrückte Mensch der gesund werden soll in den Wochen in denen man versucht ihm die ganzen Dinge begreifbar zu machen, keinen Kontakt mit Menschen haben, die ebenso verrückt sind wie er, heißt, man müsste schon mit diesem Menschen zusammen wohnen.

Dann dürfte dieser Mensch natürlich nicht einfach wieder zurückgehen, da er "rückfällig" werden würde. Das heißt, man müsste solange sehr viel Kontakt mit dem Menschen haben, bis er Leute gefunden hat die nicht verrückt sind und mit dem Menschen das Leben verbringen wollen, sie müssten auf sich gegenseitig aufpassen und so weiter...

Also, so leicht ist das nicht. Es ist möglich, aber im Moment nicht umsetzbar.

Nur weil man denkt, man wäre glücklich und im Recht, heißt das noch lange nicht, dass man nicht viel glücklicher sein kann.

Es ist, wie jemand schon sagte: ein Mensch, der sich aggressiv, verletzend oder beleidigend gegenüber anderen verhält, der merkt das natürlich. Auch wenn er im ersten Moment auf Verteidigung geht ("Du hast ja angefangen", "Selbst schuld", "gar nicht wahr" usw), so versteht er doch schon irgendwo (auf jeden Fall im Unterbewusstsein und das soll man nicht unterschätzen), dass er auf dem falschen Pfad ist. Er ist der Geisterfahrer und damit er weiterfahren kann, behauptet er, alle anderen seien es. Das MUSS ihm selbst irgendwie auffallen. Man kann aber jahrzehntelang so weiterfahren, ohne umdrehen zu müssen. Da gibt es viele Mitmenschen. Gerade hier im Forum sind viele. Einer klagt z.B., seine Frau wolle nicht mehr mit ihm schlafen. Er jammert, wie schlimm doch die Welt ist und ist felsenfest davon überzeugt, dass seine Frau die Böse ist, will aber partout nicht die Frage beantworten, was er denn selber tun kann, um die Situation zu verbessern. Denn sie sei ja schuld.

Er fühlt sich im recht und mit sich im Reinen, aber von außen betrachtet kann er es eigentlich nicht sein.

Ich denke auch, dass die meisten das merken, vorausgesetzt sie haben mal Menschen erlebt, die anders sind als sie. Was bei den Bombenattentätern in Lewians Beispiel unter Umständen nicht der Fall ist.

L=e~wi{axn


Im Grunde finde ich das alles richtig, was JenJen geschrieben hat, abgesehen von den ueblichen unnoetigen Verallgemeinerungen. Ich denke allerdings nicht, dass man die Bewertung, was "einem anderen schaden/Boeses tun" von der Kultur abkoppeln kann, in der sich jemand bewegt, also von dem "Wertesystem" um ihn herum. Wobei das heutzutage schon einfacher ist, weil die meisten Menschen (oder jedenfalls ziemlich viele) ja Information von ueberall aus der Welt haben. Die meisten Menschen muessen schon erst mal eine andere Art zu leben irgendwie erleben/vorgefuehrt bekommen, um sich aus den Werten ihres Umfeldes zu loesen.

Ich glaube allerdings auch, dass Gewaltfreiheit eine recht neuartige Idee ist. Ich glaube, dass es in der Urzeit der Menschheit in gewisser Weise eine natuerliche Sache gewesen ist, dass es gewalttaetige Auseinandersetzungen gab. Jedenfalls aus Notlagen heraus; also ein Stamm lebt irgendwo, wo die Nahrung nicht mehr reicht. Kann sein, dass der Stamm sich untereinander mehr oder weniger gewaltfrei organisiert hat. Trotzdem, wenn die dann woanders hingehen, wo ein anderer Stamm lebt, und da anfangen, deren Nahrung mitzuessen, dann wird es normalerweise eher Gewalt und Krieg (bzw. Scharmuetzel) gegeben haben als dass man sich zusammengesetzt hat um das Ganze friedlich zu klaeren. Glaubt ihr nicht? Ich bin mir nicht sicher, aber so stelle ich mir das vor. Ich glaube nicht, dass es in der Urzeit der Menschheit allzuviel Solidaritaet "unter Menschen" gab in dem Sinne, dass man sich mit voellig fremden Menschen (z.B. von einem anderen Stamm) eher zusammengehoerig gefuehlt hat als mit Tieren.

Dass man versucht, zu verhandeln und es friedlich zu klaeren, scheint mir ein Zeichen fortschreitender Zivilisation zu sein, und insofern ist Gewaltfreiheit nicht als "natuerlich" oder "urspruenglich" zu bezeichnen. Wobei ich allerdings auch nicht finde, dass unbedingt "natuerlich=gut und richtig" gilt.

J(enJenx94


Ich glaube auch, dass es damals noch viel willkürliche Gewalt gab, damals gings auch noch ums überleben. Heute müssen wir hier in Deutschland niemanden mehr umbringen um was zu essen, daher passiert auch relativ wenig Gewalt. In sehr armen Ländern sieht das dann schon ganz anders aus.

Hätten damals alle einen Supermarkt vor der Tür gehabt, hätte das bestimmt ganz anders ausgesehen.

N0o_NaOmex_


Wünschen einen guten Morgen. *:)

Nao_Namaex_


Bonsoir, mes amis. *:)

Y+a~ngYin


Bonsoir. ;-) :)_ *:)

A)licei mWon{dXerlaxnd


Bonsoir. *:)

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