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Die Logik vom Glücklichsein

_*TsEun1ami_


Ebbuschka

Und ich wäre mit fetten Geldsorgen definitiv auch nicht glücklich, egal ob mit oder ohne Freund.

Ich denke, das ist genau das, was Aristoteles gesagt hat. Geld macht ihn nicht glücklich.

Du sagst, dass du mit Geldsorgen nicht glücklich sein kannst.

Beides widerspricht sich ja nicht.

_yTsu-namix_


drug

Dann haben wir wohl eine unterschiedliche Auffassung von Glück. Ich für meinen Teil definiere Glück als einen gewissen emotionalen (ist vielleicht ein besseres Wort als "mental") Zustand jener Abschnitte meiner Persönlichkeit, die Emotionen erzeugen und kontrollieren. Daher sehe ich Glück als eine rein objektiv zu betrachtende Konfiguration gewisser Hirnareale. Dabei lasse ich aber den Begriff der Zeit und den Begriff der Kausalität, die dieses Glück erzeugt hat, erst einmal außen vor. Das bedeutet, das ich schon behaupte, glücklich zu sein, wenn ich eben zu einem definierten Zeitpunkt jene Gehirnkonfiguration aufweise. Ob dies jetzt durch Drogenkonsum kommt, oder durch eine andere Kausalität, welche ich in meinem letzten Beitrag näher erläutert habe, ist zu diesem Zeitpunkt egal - ich bin glücklich. Du hingegen scheinst in deiner Definition zusätzlich zu dieser reinen "Glückserscheinung" noch die Aspekte der Kausalität und der Zeit hinzuzunehmen, also eine gewisse Glücksdauer und eine entsprechende Begründung für Glück vorauszusetzen. Sehe ich das richtig?

Du hast es genau richtig erkannt und benannt. Unser beider Verständnis/Definition von Glücklichsein ist sehr unterschiedlich.

_gTsunua mi_


Muss noch ergänzen.

Ich meine mit Glücklichsein nicht das kurzfristige Glück, welches man sich "erkaufen" kann, sondern das "dauerhafte" Glücklichsein, welches man sich erarbeiten kann, und welches bei einem bleibt.

cKeterum cexnseo


das "dauerhafte" Glücklichsein, ...welches bei einem bleibt.

Sowas gibt es? Das steht tatsächlich im krassen Gegensatz zu den meisten Meinungen hier, wie z. B. die von Hanna-Maria:

Glück ist .. ein persönlich erlebter Augenblick der Erfüllung.

Ein Dauerglück erscheint mir nicht ertrebenswert.

sUchnaCttergusxche


Ich meine mit Glücklichsein nicht das kurzfristige Glück, welches man sich "erkaufen" kann, sondern das "dauerhafte" Glücklichsein, welches man sich erarbeiten kann, und welches bei einem bleibt.

Deine Unterscheidung zwischen dem augenblicklichen Glück und dem dauerhaften Glücklichsein entspricht auch meinem Verständnis. Ein unglücklicher Mensch kann auch Augenblicke des Glücks erleben. Genau so wie ein glücklicher Mensch unglückliche Momente haben wird. Ich verstehe unter Glücklichsein, daß die Augenblicke des Glücks und ihr Nachhall in mir deutlich überwiegen.

Das ist vom Geld unabhängig. Aber nicht von den Sorgen, die man sich macht, wenn man zu wenig Geld hat. Wer erkennt, daß die Sorgen nichts an einer finanziell prekären Situation ändern, kann man auch mit leeren Taschen glücklich sein. Das Gefühl verläßt ihn dann nur kurzzeitig, wenn er sich mit seiner finanziellen Armut beschäftigt. Wenn ein Millionär Angst davor hat, seinen Reichtum zu verlieren, wird ihn das Geld nicht glücklich machen. Er kennt Glück dann nur als Gefühl für die Momente, in denen er seine grundlegende Angst vergißt.

cVeteru#m 4censxeo


Das ist vom Geld unabhängig.

Hier spricht der gut versorgte Mitteleuropäer %-| Wenn man Glück vom materiellen Wohlstand völlig entkoppeln kann, dann geht es einem wirklich gut. Leider werden ein paar Milliarden Menschen da ganz anderer Meinung sein :-/

_NTsun@amxi_


ceterum

Ein Dauerglück erscheint mir nicht ertrebenswert.

Sondern?

Ich finde, man kann gar nicht glücklich genug sein, um nicht weiterhin für sich und andere danach zu streben.

schnattergusche

Deine Unterscheidung zwischen dem augenblicklichen Glück und dem dauerhaften Glücklichsein entspricht auch meinem Verständnis. Ein unglücklicher Mensch kann auch Augenblicke des Glücks erleben. Genau so wie ein glücklicher Mensch unglückliche Momente haben wird. Ich verstehe unter Glücklichsein, daß die Augenblicke des Glücks und ihr Nachhall in mir deutlich überwiegen.

Exakt so sehe ich das auch.

In meiner persönlichen Sicht gibt es noch einen Unterschied zwischen dem Glück, welches mir "passiert", und dem, welches ich mir "erarbeite", wobei ich glaube, dass das Glück, welches ich mir selbst erarbeite, (um mit deinen Worten zu sprechen) länger nachhallt.

Das ist vom Geld unabhängig. Aber nicht von den Sorgen, die man sich macht, wenn man zu wenig Geld hat. Wer erkennt, daß die Sorgen nichts an einer finanziell prekären Situation ändern, kann man auch mit leeren Taschen glücklich sein. Das Gefühl verläßt ihn dann nur kurzzeitig, wenn er sich mit seiner finanziellen Armut beschäftigt. Wenn ein Millionär Angst davor hat, seinen Reichtum zu verlieren, wird ihn das Geld nicht glücklich machen. Er kennt Glück dann nur als Gefühl für die Momente, in denen er seine grundlegende Angst vergißt.

Auch hier stimme ich dir zu.

Ich finde es interessant/bezeichnend, dass man beim Thema Glücklichsein so schnell auf das Thema Geld kommt, als wäre Glücklichsein tatsächlich vom Geld abhängig. Mitnichten.

Es gibt diesbezüglich zwei Worte, die ich überlegenswert finde:

Geld macht nicht glücklich, aber ohne Geld ist man unglücklich.

Ich habe keine ärmeren Menschen gesehen, als jene, die viel Geld haben wollen, und wenn sie es haben, keinen anderen Sinn in ihrem Leben sehen, als noch mehr Geld daraus zu machen.

Man sollte erkennen, dass Geld in seinen vielfältigen und allgemein akzeptierten Erscheinungsformen doch nur ein Tauschmittel ist.

Man kann sich damit Essen, Wohnung und Kleidung kaufen. Das ist, was Geld für dich tun kann. Es kann einem durch Tausch die notwendigen Mittel zum Überleben verschaffen. Mehr nicht.

Leben und Glücklichsein ist ein ganz anderes Kaliber. Jeder Mensch, der wohlhabend und nicht gänzlich vertrottelt ist, wird das bestätigen können.

ceterum

Wenn man Glück vom materiellen Wohlstand völlig entkoppeln kann, dann geht es einem wirklich gut.

Ich denke, du schreibst es genau richtig.

Leider werden ein paar Milliarden Menschen da ganz anderer Meinung sein :-/

Gerade die von dir genannten Menschen ([[http://www.deutschlandnetz.de/modules/news/article.php?storyid=86 sicherlich meinst du jene ca. 3 Milliarden Menschen, welche von weniger als 2 Euro am Tag leben müssen]]) wären glücklich, wenn ihr Glücklichsein nicht an materiellen Wohlstand "gekoppelt" wäre, den sie nun mal nicht haben.

c&eterpum Ocensexo


Ein Dauerglück erscheint mir nicht ertrebenswert.

Sondern?

Glück, ... welches ich mir "erarbeite",... länger nachhallt.

Glück hat für mich was mit Staunen, Hoffnung, Überraschung zu tun. Was ich mir erarbeite, ist kein Glück, es ist eher ein Vertragsbestandteil. Ich arbeite ja darauf hin. Auf Glück kann ich nicht hinarbeiten, da gehört für mich immer etwas unerwartetes dazu. Ansonsten würde ich es Zufriedenheit nennen.

Man kann sich damit Essen, Wohnung und Kleidung kaufen. ... Mehr nicht.

Doch. In einem bestimmten Rahmen kann man sich solch unverzichtbare Werte, wie Gesundheit (teure Medikamente, beste Ärzte) und Sicherheit (Versicherungen, beste Anwälte) kaufen.

die von dir genannten Menschen ... wären glücklich, wenn ihr Glücklichsein nicht an materiellen Wohlstand "gekoppelt" wäre,

Sicher. Aber bis es soweit ist, diskutiere ich das Glück nicht (nur) philosophisch, sondern (auch) pragmatisch. :-)

M(itss_*T


Also ich bin glücklich.

Ich hab VERDAMMTES Glück in Österreich geboren worden zu sein. Ich glaub, besser gehts gar nicht. Ich bin gesund und sehe nicht schlecht aus ;-D Mit Geld kann ich zwar nicht so gut umgehen, aber wenn es nicht anders ginge, würde es schon klappen mit weniger auszukommen.

Ich habe einen Job der mir Spaß macht und verdiene nicht schlecht dabei. Ich habe eine eigene Wohnung und komm gut zurecht, zwei süße Kätzchen, Freunde, Familie und ziehe demnächst mit meinem Freund zusammen.

Wenn ich nicht so glücklich gewesen wäre und dies auch ausgestrahlt hätte, hätte ich niemals SO EINEN Menschen wie ich ihn jetzt als Partner habe, bekommen.

Wäre ich unzufrieden und jammernd durch die Welt gegangen, hätte ich acuh einen unzufriedenen, jammernden Partner abgekriegt, da bin ich mir sicher.

Ich bin sehr dankbar für das was ich habe und denke mir oft, wow, was hab ich für ein Glück.

HIanna-MHaria


Miss_T - WUNDERBAR, was du ausstrahlst!!! :-D :-D :-D :)^ @:)

Ja, es ist genau das, was du beschreibst:

Vielen Menschen fehlt es an Dankbarkeit für das, was sie haben, auch wenn es manchmal wenig ist. Sie erwarten "Glück" von aussen oder gar, dass sie es nur durch einen anderen Menschen erlangen. Aber Glück muss zuerst in uns selbst entstehen, durch die Art und Weise, wie wir mit uns selbst umgehen und uns selbst annehmen. Das erfordert Gelassenheit und Dankbarkeit. Wenn wir mit uns selbst glücklich sind, dann werden wir das auch ausstrahlen und genau dasselbe wiederum anziehen... und natürlich funktioniert das Ganze auch andersherum in negativer Richtung! ;-) :)*

M%isds_T


;) Ich würde niemals mein Glück von jemand anders abhängig machen. Klar, würde mich mein Freund verlassen wäre ich sicher todtraurig aber ich würde ihn nicht dafür verantwortlich machen, dass ich in dem Moment unglücklich bin.

_eTsuunamix_


Hmm... passt jetzt nicht direkt zum Kontext, aber mit ein bisschen Wohlwollen schon:

[[http://www.youtube.com/watch?v=SgtWIx2zLtk&NR=1 Start with the man in the mirror]]

_*Tsuknpamix_


Sorry guys, aber ich fühle mich gerade danach (auch hier) meiner Lieblings-Clips zu posten:

[[http://www.youtube.com/watch?v=d6wRkzCW5qI Inspiration]]

Now, I can die. ;-)

c*et;ernum1 cens}exo


Miss und Hanna

Ich finde es etwas traurig, wie Ihr Euch fast sträubt, durch einen anderen Menschen glücklich zu werden. Es st für mich fast die vollendetste Form von Glück, wenn man es zusammen mit einem Partner erleben und genießen kann. Das eigene Ich-Glück aufzugeben und vertrauensvoll ins Wir einfließen lassen. Man sagt nicht umsonst: Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt. Wenn man es mal erlebt hat, dann erscheint einem das frühere, privat-egoistische Glück geradezu armselig dagegen.

HJann9a-Mapria


Ich finde es etwas traurig, wie Ihr Euch fast sträubt, durch einen anderen Menschen glücklich zu werden.

Weil man nicht durch einen anderen Menschen glücklich werden kann, sondern höchstens mit ihm. Darin liegt ein feiner aber sehr wichtiger Unterschied! Das durch legt dem Menschen, von dem man erwartet, durch ihn glücklich zu sein, eine schwere Bürde auf. Man macht ihn für sein persönliches Glück verantwortlich. Ein Mensch kann und darf aber nicht für das Glück eines anderen verantwortlich sein, sondern nur für sein eigenes! :)^ Nimmt ein Mensch aber trotzdem diese Bürde auf sich und erreicht es nicht, dass der andere glücklich ist, kann dies zu Schuldgefühlen und Depressionen führen. Genauso ist der andere Mensch, der sein Glück in diesem Menschen sieht, nicht frei. Da er ja den anderen Menschen für sein Glücklichsein braucht, hat er sich von ihm abhängig gemacht und wird ihn im schlimmsten Falle mit seiner Liebe (für die er es hält) schier ersticken... Wir haben hier das klassische Muster von Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit!

Ich spreche aus Erfahrung und habe dieses Muster in meinem Leben oft genug in der Rolle des Co-Abhängigen wiederholt, bis ich endlich davon frei geworden bin. Und gerade deshalb bin ich jetzt so glücklich wie nie zuvor, weil ich gelernt habe, durch mich selbst glücklich zu sein und niemand anderen mehr glücklich machen zu müssen. Erst das hat es möglich gemacht, auch Liebe miteinander zu genießen, ohne den Druck, sich gegenseitig glücklich machen zu wollen oder zu müssen.

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