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Die Logik vom Glücklichsein

jpunifpexr


Das Wichtigste ist, dass ich selbst glücklich bin.

Wenn du selbst glücklich bist, hast du trotzdem das Gefühl gewaltigen Schaden zu verursachen?

Ist das nicht ein widerspruch?

Wenn du dich glücklich fühlst ist der Schaden, den andere haben nicht groß genug, dein Gefühl zu ändern, ergo zu vernachlässigen.

Dann ist das doch okay.

Oder habe ich jetzt irgendwo was wesentliches verpasst?

Ich denke, ich verabschiede mich an der Stelle. Ich habe wohl den Faden verloren.

_7TsunIamxi_


Bloß wie hört man auf an etwas zu glauben? Wenn schon die persönliche Wahrheit oft unbewusst ist, ist es mit dem Glauben anders?

Der Glaube ist oftmals nur ein Derivat für die Wahrheit, der man sich nie gestellt hat.

Wenn du selbst glücklich bist, hast du trotzdem das Gefühl gewaltigen Schaden zu verursachen?

Ist das nicht ein widerspruch?

Nein, das ist kein Widerspruch.

Ich kann mich ganz toll und glücklich fühlen, und trotzdem dabei Schaden verursachen.

Es würde dich vielleicht verwundern, doch viele Menschen verursachen Schaden, ohne sich dabei schlecht oder unglücklich zu fühlen.

Vielmehr noch: Sie fühlen sich keiner Schuld bewußt.

Llewidan


Tsunami

Ich glaube, du hast recht, dass ich bei der Aussage, eine persoenliche Wahrheit sei so gut wie die Person gluecklich sei, etwas ueber das Ziel hinausgeschossen habe. Ich habe da gewisse Dinge, die ich denke, zu sehr verallgemeinert (auch wenn ich nicht, wie von dir untergeschoben, behauptet habe, "jedes Mittel sei recht"). Ich habe das eigentlich eher im kleinen Stil gemeint. Ich finde naemlich schon interessant und bedenkenswert, inwiefern unser Glueck davon abhaengt, was wir glauben und wie wir die Welt sehen, also unserer persoenlichen Wahrheit. Und ich finde, es ist eine wichtige Frage, die einen Menschen auch gluecklicher machen kann, bis zu welchem gerade man an der persoenlichen Weltsicht (bzw. persoenlichen Wahrheit) drehen kann, zum Beispiel um gluecklicher zu werden. Aber auch, andererseits, was man nicht aendern kann und besser akzeptiert, anstatt es zu bekaempfen (das magst du, wenn du das so sehen willst, "objektive Wahrheit" nennen, aber man braucht dieses Konzept eigentlich nicht dazu – denn es sind nicht unbedingt dieselben Dinge, die verschiedene Menschen nicht aendern koenne, wenn auch teilweise schon).

Man braucht "objektive Wahrheit" im uebrigen auch nicht, um seine eigene Wahrheit in Frage zu stellen. Der ganz persoenliche Eindruck, dass es etwas zu verbessern gaebe im Leben, reicht aus. Und daher ist die persoenliche Wahrheit auch bloss fuer denjenigen ein sanftes Ruhekissen, der sanft zu ruhen in der Lage ist – dem es gut geht, so gut, dass er nichts mehr aendern mag (und meistens fuehrt das dazu, dass es auch dem irgendwann nicht mehr gut geht).

Du wirst jemanden, der sanft ruht, sowieso nicht aufschrecken koennen – ob du jetzt mit objektiver Wahrheit kommst oder nicht. Unsereins, der mit dem Leben nicht 100% zufrieden ist, wird auch scheinbare Wahrheiten immer wieder hinterfragen muessen. Auch wenn unsere Wahrheiten persoenlich sind, reichen sie uns nicht als Ruhekissen.

Kann Wahrheit schlecht sein?

Aus meiner Sicht ist Wahrheit an sich nicht gut oder schlecht – sie ist einfach.

Kynacxks


In Bhutan ist Glück eines der Staatsziele. Interessant zu lesen: [[http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0504/002_glueck.jsp Bhutan: Glück als Staatsziel]]

K|nacxks


Video: [[http://www.wdr.de/tv/fsstd-technik/redir.jsp?t=http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtv.phtml?ref=70093 Die Wissenschaft vom Glück]]

_yTsDun[ami_


Zur "Gross National Happiness" habe ich auch noch [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/442963/11445529/ ein paar Links]].

Und ja, Herausforderungen machen glücklich.

Es gibt schier unschaffbare Herausforderungen, doch die meisten sind schaffbar. :-D

_.Tsuna(mix_


Simple +2

Neuer Tag, neues Glück.

LFewi@an


Hart am Rande des Fadenthemas, aber trotzdem lesenswert:

Artus P. Feldmann ueber "Information". (Irgendwie verbandelt mit der Idee der "objektiven Wahrheit".)

[[http://www.boag-online.de/pdf/12064-02_Mythen_Informationen.pdf]]

_~Tsu)namiu_


Aah, BOAG, daran kann ich mich erinnern. ;-)

Wirklich lesenswert, obwohl mir die Gedankengänge nicht fremd sind. Immer wieder schön, zu sehen, dass man auch mit Gedanken und Ansichten, welche nicht der Masse entsprechen, nicht alleine ist. Ist man allerdings nie. Wenn man offenen Auges durch die Welt geht, ist man niemals alleine.

Gerade der letzte Teil der Schrift ist (über-)denkenswert:

»Unser Leben zerfällt in zwei Hälften, und jede dieser Hälften hat eine besondere Aufgabe. In der ersten Hälfte werden uns von allerlei fremden Menschen eine Menge von Ansichten, Urteilen und Meinungen mitgeteilt, und wir haben die Aufgabe, diese Ansichten auswendig zu lernen; in unserer zweiten Lebenshälfte haben wir die Aufgabe, diese Ansichten teils zu vergessen, teils durch ihr Gegenteil zu ersetzen.«

Ein wahrer Gedankenschmaus. Für mich bedeutet es, mich von Familie und Gesellschaft abzunabeln, um es genauso gut oder besser zu machen, um in der Folge, wieder zu ihr zurückzufinden oder meiner eigenen Wege zu gehen.

knleincerprexis


Glücklich sein ist sowas,weil jeder stets das will was er gerade nicht hat,und ist deshalb unglücklich.

aber jedem sind andere dinge wichtig.Der eine Geld der andere Liebe und wieder andere Gesundheit.

Ich zb wäre über eine bessere Gesundheit glücklich,dann hätte ich auch mehr geld:)

Aber die Liebe kann Krankheit erträglicher machen!

YgalngYixn


Die dinge die wirklich glücklich machen haben nichts mit geld oder prestige zu tun

_oTsun{ami_


kleinerpreis

Glücklich sein ist sowas,weil jeder stets das will was er gerade nicht hat,und ist deshalb unglücklich.

Wenn es so ist, dann ist man natürlich niemals glücklich. Denn man kann unaufhörlich Dinge wollen, die man nicht hat.

Die Kunst liegt wohl auch in der Demut – glücklich sein mit dem, was man hat.

aber jedem sind andere dinge wichtig.Der eine Geld der andere Liebe und wieder andere Gesundheit.

Mit einer solchen Aussage, wie sie hier schon zuhauf vorgekommen ist, wäre ich sehr vorsichtig. Denn, wenn du kein Geld, keine Liebe und keine Gesundheit hast, dann darf ich dich herzlich im Kreis der Unglücklichen begrüßen.

Ich zb wäre über eine bessere Gesundheit glücklich,dann hätte ich auch mehr geld:)

Aber die Liebe kann Krankheit erträglicher machen! :-(

Du siehst selbst, Glücklichsein ist nicht gänzlich frei von Regeln.

kNleinercprLeixs


Gibt es Nuancen zwischen unzufrieden und unglücklich?

g>raxum


Die Kunst liegt wohl auch in der Demut – glücklich sein mit dem, was man hat.

Wirklich? Ich habe Schwierigkeiten mit den Begriff Demut. Für mich ist das eine moralische Kategorie in die Menschen gepresst werden um sie klein, dankbar und angepasst zu halten.

Vielleicht sehe ich das übertrieben, aber für mich ist es nicht erklärbar warum jemand demütig sein müsste, ich sehe darin keine Notwendigkeit um glücklicher oder irgendetwas zu sein. Dadurch ist man höchstens Besitzer einer neuen Zwangsjacke.

_3Tsurnoamxi_


Gefühle und so

DieHäsin schrieb vor Kurzem:

Glück ist ein Gefühl.

Jau, da gehe ich voll mit. Es ist irgendwie logisch, dass wenn man sich nicht so fühlt, man auch nicht glücklich ist.

Gefühle sind allerdings nicht entkoppelt bzw. schweben nicht im luftleeren Raum. Wenn man es sich genau anschaut, dann kann man für jedes Gefühl einen Impulsgeber finden. Dieser Impulsgeber findet sich in anderen Menschen, in einem selbst oder, ganz allgemein, in der persönlichen Umwelt.

Glück kann, ganz allgemein gesprochen, also die Folge von einem Kompliment, einer Erkenntnis oder einer schönen Blumenwiese sein.

Glück ist niemals unabhängig von Mitmenschen, Umständen und Entwicklung.

Das heißt, man kann das Glück bzw. das entsprechende Gefühl nicht direkt hervorrufen, aber man hat Einfluß auf seine Mitmenschen, die Umstände und die persönliche Entwicklung, welche letzten Endes die Rahmenbedingungen vorgeben, die das Glück befördern oder es erschweren.

Es gibt Umstände, die das Glück nahezu unmöglich machen, und es gibt Umstände, die dem Glück sehr förderlich sind.

Im Endeffekt heißt das:

Man kann an seinem Glück arbeiten.

bzw.

Man ist seines Glückes Schmied.

Hier kommen wir dann auch zur [[http://de.wikipedia.org/wiki/Demut#Begriffserkl.C3.A4rung Demut]]. Was Demut ist oder nicht, obliegt sicherlich der persönlichen Nutzung bzw. Definition des Wortes.

Im Kontext dieses Fadens ist mit Demut einfach die Demut gegenüber dem Leben gemeint.

Das ist insbesondere die Demut, anzuerkennen, dass dem Leben, Gefühlen und Glück, Prinzipien und Regeln zugrundeliegen, welchen man nur auf Gefahr des Unglücklichseins zuwiderhandeln kann. Gleichzeitig ist auch die Demut gemeint, zu akzeptieren, dass gewisse Dinge nicht veränderbar bzw. schmiedbar sind, und dies für ein glückliches Leben weder wichtig, noch notwendig ist.

Gibt es Nuancen zwischen unzufrieden und unglücklich?

Auch das hängt von der persönlichen Nutzung bzw. Definition der Worte ab. Natürlich kann ich sagen "Ich bin zufrieden." oder "Ich bin glücklich.", und vielleicht noch ein "weil..." anhängen. Das macht aber nur Sinn, wenn ich jemand anderem meinen Gefühlszustand kommunizieren will. Ob und wie ich das jedoch tue, ob ich es überhaupt kann oder will, das unterliegt einer großen Vielfältigkeit.

Bei Gefühlen geht es meines Erachtens darum, dass sie positiv/angenehm sind oder aber negativ/unangenehm. Ob ich dann die positiven Gefühle als "zufrieden" oder "glücklich" bezeichne, sie nuanciere oder auf eine bestimmte Weise kommuniziere, halte ich eher für nachrangig.

Wenn man so will, dann ist Glück einfach nur ein Sammelbegriff für alle positiven Gefühle, welche den negativen gegenüberstehen.

Die Logik für ein glückliches Leben ist dann ganz simpel:

Möglichst viele positive Gefühle und möglichst wenige negative Gefühle.

:-D

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