» »

Die Logik vom Glücklichsein

i'an.a


malguckn31

Machst du yoga?

eYich=oern chen


Nun habe ich doch tatsaechlich den warmen Sonnenschein und das warme Meer links liegen gelassen und mich durch den ganzen Faden gewuhlen.

Gute Beitraege, vieles auch nicht verstanden. Aber, was bis zum Schluss in mir geblieben ist:

_tsunamie_

Ich sehe Dich als eine Kaempfernatur mit viel Optimismus. Bei Deiner Augengeschichte mit den Zahlenschritten, bekam ich Wut.Am liebsten haette ich einen Augenspezialisten fuer Dich in Paris gesucht.

Was soll denn der Optiker, der nur die Glaeser macht?

Um auf Deine Eingangsfrage zu antworten; Fuer mich persoenlich ist Glueck keine Logik, Glueck ist (Bonheur) eine Momentsache. Persoenlich habe ich es "nur" dreimal intensivst erlebt. Warum "nur" in "? Es hat mich naemlich entsetzt, das von meinen Bekannten, Freunden keiner verstanden hat, welches Gefuehl ich hier versuchte zu beschreiben. Es ist naemlich nicht zu beschreiben. Also hatte ich schon das "Glueck" so ein Gefuehl haben zu koennen. Es ist sehr kurz aber unbeschreiblich intensiv.

Das verstehe ich unter "Glueck".

Was andere unter "gluecklich sein " verstehen, ist fuer mich auch das "zufrieden sein". Und das ist individuell.

Ich kenne einen Menschen der die Einsamkeit suchte. Er kommt alle paar Jahre aus seiner einsamen Holzhuette hervor. Er ist mit sich im klaren und seines Lebens zufrieden. Er braucht darueber nicht zu sprechen, man sieht es ihm an.

graum schreibt:

Vielleicht sehe ich das übertrieben, aber für mich ist es nicht erklärbar warum jemand demütig sein müsste, ich sehe darin keine Notwendigkeit um glücklicher oder irgendetwas zu sein. Dadurch ist man höchstens Besitzer einer neuen Zwangsjacke.

Hier kann ich nur mit dem Kopf nicken. Das Wort Demut und das Wort Hoffnung sind zwei Woerter, die ich nicht mag.

crazyleni

Glück ist reine Illusion, Täuschung, ein Moment der vergeht, noch ehe er angefangen hat.

Ein Moment der vergeht, da stimme ich Dir zu. Es ist ein kurzer Moment. Aber, wenn Du dieses gefuehlt hattest,nur einmal, wirst Du nicht an Illusion oder an eine Taeuschung denken.

Aber wie geschrieben , hier spreche ich von einem so intensiven Gefuehl was ich als Glueck ertrachte und Du vielleicht etwas ganz anderes meinst.

Der fuer mich als Zitatensammlerin der schoenste Satz in diesen Thread, Autor Lewian:

Es ist das Leben... bevor ich es fuer "wertvoll" erklaere, lasse ich es zunaest mal bloss sein.

Ein wenig abgeaendert habe ich mir diesen Satz aber persoenlich schon, da ich auf diesen Planeten nichts wertloses sehe.

" Es ist das Leben...bevor ich es erklaere, lasse ich es zunaechst mal blos sein."

L*ewxian


Crazyleni

Aber was ist mit Menschen, die sich über wenig bis gar nichts freuen können, was verbindet mich dann noch, gemessen daran, mit dem "Mensch-sein"?Welche Form ist essentieller?Ist meine Freude und Begeisterungsfähigkeit dann nicht auch nur ein Trugbild und die Welt in Wirklichkeit ein pessimistischer Moloch? Aber wahrscheinlich müßte ich dazu nochmal Schopenhauer studieren.

Ich bin Konstruktivist; ich bin nicht interessiert an der Welt unabhaengig davon, wie wir sie sehen. Wenn ich mich freue, freue ich mich, und die Welt darf sein, wie auch immer sie sein mag. Und ich muss mich darueber nicht mit anderen Menschen einigen.

Mit einem Menschen, der sich nicht oder nicht gut freuen kann, verbindet mich Mitleid (das ist u.a. auch so gemeint, dass es mir in manchen Situationen auch so geht – ich kann das nachfuehlen, jedenfalls momentweise).

Andererseits:

Jeder Mensch hat mehr gemein mit einem Stein, einem Baum oder einer Ratte, als mit anderen Menschen

(Heinz-Rudolf Kunze, aus dem Gedaechtnis zitiert... und "das Gegenteil ist auch wahr.")

Ja, aber ist ein reines "sein" überhaupt möglich, sofern man bewußt denkt?Ich weiß nicht, ob das Kontinuum so etwas zuläßt. Höchstens im Babyalter, weil man hier die Welt noch nicht so bewußt wahrnimmt..

Im Gegensatz dazu, was in diesem Faden sonst an allen Ecken gepredigt wird, nehme ich das Denken aus dem Sein nicht heraus. Es gehoert zu meinem Sein (und in dem Sinne zu dem von mir erfahrenen Kontinuum), dass ich denke. Ich haenge nicht der offenbar sonst sehr weit verbreiteten Sehnsucht an, das Denken abzuschalten. Ich versuche lieber, unguenstiges Denken (was mich ungluecklich macht) durch guenstigeres zu ersetzen. Sich vom Denken manchmal distanzieren zu koennen, und das Denken nicht so ernst zu nehmen, das finde ich auch ganz gut. Aber es ganz abschalten? Mal abgesehen von den damit zusammenhaengenden Verlusten lieb gewordener Gedankengaenge erscheint mir das als allzu aussichtsloses Unterfangen, mich daran aufzureiben.

Denkend das Denken zu verfluchen, heisst die Gegenwart zu verfluchen. Das macht nicht gluecklich, da bin ich recht sicher.

Noch ein Zitat, weil es so schoen brutal provokativ ist (in derselben Liga wie "Ich bin fuer hoehere Steuern):

Der beste Freund des Menschen ist der Kopf.

(Christoph Schlingensief)

imanxa


Guten Morgääääähn

Schade komme, das ich nicht so gut schreiben kann wie ihr. Ich möchte meinen Senf gerne dazu geben, habe aber nicht dasselbe intellektuelle Wissen wie ihr (was jetzt nicht bedeutet , das ich nicht intelligend bin....nöööö bin nur unwissend).

Was Lewian über das Denken schreibt gefällt mir sehr, wobei ich aber auch das Gefühl des Nichtdenkens (bei Yoga od. ähnlichem) als Glück empfinden kann.

Das hier gefällt mir auch sehr gut:

Der beste Freund des Menschen ist der Kopf.

(Christoph Schlingensief)

g%rauSm


Ja , ich kann Lewian da auch nur beipflichten.

Man ist seinen eigenen Denken doch stets ausgesetzt, was will man schon dagegen machen ausser ständig ein Mantra zu bedienen. Manche religiösen Eiferer schaffen es ihr eigenes Denken so weit zu verdrängen dass sie tatsächlich mit einen glücklichen Lächeln gesegnet sind.

Mir kommt es etwas merkwürdig vor, wenn ich um glücklich zu sein mein eigenes Wesen erstmal abstellen muss.

i9ana


Mir kommt es etwas merkwürdig vor, wenn ich um glücklich zu sein mein eigenes Wesen erstmal abstellen muss.

Klappt aber!

Nur ständig und zu jeder Zeit meine Gedanken zu kontrollieren, ist als wenn ich mein Kind ständig kontrolliere und es nie alleine zum Spielen raus lasse.

Hm....irgendwie

-tC:razyl2eni-


@ Lewian

Der beste Freund des Menschen ist der Kopf.

Aber er kann auch sein schlimmster Feind sein.

Aber es ganz abschalten? Mal abgesehen von den damit zusammenhaengenden Verlusten lieb gewordener Gedankengaenge erscheint mir das als allzu aussichtsloses Unterfangen, mich daran aufzureiben.

Ich schaffe es sowieso nicht. Genausowenig kann ich absolute Stille fühlen/empfinden, obwohl ich es so gern würde. Stille kann eine große Lautstärke entwickeln.

_AT]sUunaIm>ix_


eichhörnchen

Danke. Danke für dein Mitgefühl.

Obwohl ich das nie gedacht hätte, ist diese Sache tatsächlich zur größten Herausforderung meines aktuellen Lebens geworden. Meines Erachtens nicht meine erste Herausforderung, aber vielleicht meine letzte. Ich kann das nicht wissen. Ich kann nur versuchen, es wieder in Ordnung zu bringen.

Ich denke allerdings, dass diese Zeit – mittlerweile bin ich im fünften Jahr – auch etwas Gutes an sich hat. Ich habe gelernt, wie es sein kann, dass man durch äußere Umstände einem Burnout sehr nahe kommt, wie es sein kann, dass man sein psychisches Gleichgewicht verliert. Meines Erachtens sind meine Sicherungen nicht durchgebrannt, aber das ist nur meine persönliche Wahrheit.

Für meinen Versuch Nr. 84 – nur ein einzelnes neues Glas – habe ich fast eine Woche und viele Stunden im Refraktionsraum meines Optikers verbracht. Da habe ich Glück, denn er läßt mir dort freie Hand und größtmögliche Zeit. Vielleicht gibt es Alternativen, doch mir ist keine bekannt, die ich nicht schon des Öfteren versucht hätte, und so bleiben mir nur meine persönlichen Bastelarbeiten, welche bisher noch den besten Effekt gezeigt haben.

Warum es so ist, wie es ist, und in der Vergangenheit nicht schon besser war, das weiß ich nicht, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass morgen oder übermorgen, wenn ich das Resultat in Empfang nehmen darf, das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Entweder ist es dann nicht in Ordnung (objektiv gesehen: sehr wahrscheinlich) und ich darf mich mit sowas wie Verzweiflung beschäftigen, was mir allerdings in diesem konkreten Kontext nicht mehr fremd ist, oder ich kann wieder Bücher lesen, in einer Zeitung schmökern, das Leben sehen, wie es ist, und endlich daran arbeiten, mein gesamtes Leben in geordnete Bahnen zu lenken.

Wenn es gut ist, dann sehe ich mich allerdings vor die selbe Situation gestellt, wie ein Gefängnisinsasse, der nach fünf Jahren entlassen wird: Erstmal die Euphorie über die Freiheit, aber dann vielleicht die Erkenntnis, dass man gar nicht mehr fähig ist, ein normales Leben in Freiheit zu führen.

_ET;sudnxami_


Get busy living or get busy dying

Assoziationsketten sind erstaunlich, denke ich.

Der Gefängnisinsasse erinnert mich an [[http://www.youtube.com/watch?v=KtwXlIwozog diese Szene]] aus [[http://www.youtube.com/watch?v=vG8waVVl5SY The Shawshank Redemption]] – einer der all time greatest movies.

_OTsuxnami_


Schlingensief

Dem bin ich nur wenige Male begegnet – auf rein medialer Ebene – sehr eindrucksvoll.

Tribute to Christoph Schlingensief

[[http://www.youtube.com/watch?v=BhZRclRzFVc&feature=related Harald Schmidt macht Schlingensief fertig]]

[[http://www.youtube.com/watch?v=pgl-9Ke47ic Schlingensief bei Beckmann]]

[[http://www.youtube.com/watch?v=hjaNFabIjSY Christoph Schlingensief (†49) – Ich hab' kein Bock auf Himmel]]

- Craozyl`enix-


@ eichoernchen

Aber wie geschrieben , hier spreche ich von einem so intensiven Gefuehl was ich als Glueck ertrachte und Du vielleicht etwas ganz anderes meinst.

Diese Gefühle hatte ich auch, aber ich weiß nicht, ob ich die als Glücksgefühl bezeichnen kann.

_2Ts.unxami_


Lewian

Deinem [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/511854/15467803/ Beitrag vom 11.09.]] kann ich sehr gut zustimmen. Ausgehend davon, dass die Verständnisverluste nur gering sind, sehe ich es annähernd genauso.

Ehrlich gesagt, kann ich die Frage nach dem Wert des Lebens nur bedingt beantworten, oder habe es schon getan. Genaugenommen, ist der ganze Faden hier eine Antwort darauf, und natürlich nicht nur das von mir Geschriebene. Alles, was Wert hat, wurde hier bereits ge- bzw. beschrieben.

Es sind unzählig viele Dinge, von denen sich eben jeder ein paar herauspickt. Die Prioritäten mögen unterschiedlich sein, doch die Richtung ist immer dieselbe.

Nur ein extremer Individualist würde sich herausnehmen, zu behaupten, dass er auf den Rest der Welt scheißen könne.


Übrigens halte ich Gefühle für genauso wichtig wie Gedanken, deshalb sind wir mit beidem begabt. Doch wenn ich mich – in einem virtuellen Szenario – für eins von beiden entscheiden müsste, dann würde ich die Gefühle wählen.

_gTsNun*ami_


Das Leben ist einfach und gut

Ich denke, das Leben ist einfach und gut.

Das Leben ist im wahrsten Sinne des Wortes eher bunt als grau. Ja, das Leben ist farbenfroh, was man in der Natur deutlich besser wahrnimmt als in einem Betonklotz.

Das Leben ist ein perfekter Organismus des Aufwachsens und des Vergehens. Ein sich ständig regenerierender Kreislauf.

Was daran unglücklich sein soll, verstehe ich wirklich nicht.

Alles einfach und sogar schätzenswert. (meine Meinung)

Ich freue mich, dass ich für eine gewisse Zeit an diesem Kreislauf teilnehmen darf. Vielleicht bekomme ich sogar zu gegebener Zeit eine oder mehrere Teilnahmeverlängerungen. Entweder nach dem hinduistischen Glauben der Wiedergeburt oder weil Quanten/Photonen, aus denen ich nunmal bestehe, nicht verlorengehen, sondern nur transformiert werden.

Ehrlich gesagt, ist es aber egal, ob oder wieviele Leben ich haben werde:

Eins nach dem anderen.

In aller Einfachheit kann es allerdings auch kompliziert werden.

Kompliziert wird es, wenn das Leben mit Meinungen, Urteilen, Erwartungen und Ansprüchen "bereichert" wird.

In seiner persönlichen Wahrheit denkt man leicht, dass das Leben den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird, doch mir scheint es wahrscheinlicher, dass man (zurecht) dem Leben gegenüber in die Knie geht – also Demut beweist.

Man könnte auch sagen, das Leben hat keine Hintergedanken, es spielt mit offenen Karten. Das Leben ist gewissermaßen das Haus, der Dealer – mit ganz klaren Regeln.

Ich kenne das aus meiner Zeit als Spieler, und so wenig es für eine profane Spielbank gilt, so gilt es doch für das Leben:

Man kann das Haus nicht betrügen.

Ja, ganz richtig, alles das, was ich schrieb, macht keinerlei Sinn, wenn es die Wahrheit nicht gibt.


Ich möchte in keinster Weise proklamieren, dass das Leben kompliziert ist, aber es kann sehr schwer und sehr anstrengend sein.

Zur Schule zu gehen, zu lernen, ein Haus zu bauen oder ein Kind großzuziehen – das alles ist nicht wirklich kompliziert, aber es erfordert viel Kraft, Zeit und Aufwand – es ist harte Arbeit.

Man sollte wissen, warum man etwas tun will, und es dann mit den besten zur Verfügung stehenden Mitteln tun.

Der soeben geschriebene Satz ist mir sehr wichtig, denn das ist das, was ich den Rest meines Lebens tun werde.

l0iviWao


Man sollte wissen, warum man etwas tun will, und es dann mit den besten zur Verfügung stehenden Mitteln tun.

genau richtig :-)

...

tausend Gedanken weiter...

...

ist Aktivität eine Voraussetzung fürs Glücklich sein?

LdePwian


Leni

Der beste Freund des Menschen ist der Kopf.

Aber er kann auch sein schlimmster Feind sein.

Ja, auch das...

Hinweis

Dieser Faden ist geschlossen, Sie können deshalb nicht mehr antworten. Aber schauen Sie doch in die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder besuchen Sie eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH