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Die Logik vom Glücklichsein

_.Tsunaxmi_


Schritt 3:

Alles bereit. Arbeitsfläche, Werkzeuge, Gestell, alles schön beleuchtet.

Die [[http://www.youtube.com/watch?v=JtyByefOvgQ Operation]] kann beginnen.

Zweifel. Zweifel, ob das wirklich so schlau ist, was ich da gerade mache.

Allerdings kann ich mit der Brille, so wie sie ist, ohnehin nichts anfangen. Der Optiker könnte mit geringfügig besserer Ausstattung Ähnliches tun, aber er würde es nicht tun, weil der Aufwand bzw. Risiko relativ hoch sind. Auf eigene Verantwortung würde er mich wahrscheinlich in seiner Werkstatt arbeiten lassen, in der er mir auch schon gezeigt hat, wie die Gläser mit einem CNC-Gerät automatisch in Paßform geschliffen werden, aber da wäre das Risiko eines Kontrollbesuchs der Revision zu hoch. Die hätten sicherlich kein Verständnis für sowas.

Langfristig muss ich wohl mal nach einem vernünftigen Gestell Ausschau halten, was allerdings Geld und Zeit kostet, und beides habe ich irgendwie gerade nicht.

Okay, hin und her, tief durchatmen, und los.

_wTsuSn6amix_


Hmm... sehr schwierig. Noch habe ich nichts kaputt gemacht, aber die Stellen, an denen ich eigentlich biegen müsste, sind extrem starr, was ja schon irgendwie für Qualität spricht, aber mir hilft das gerade gar nicht weiter. Kommt einem vor, als sei es Gußeisen. Ich werde jetzt einfach mal an anderen Stellen biegen, um das gewünschte Ergebnis hinzukriegen, allerdings mit der Gefahr, dass die Gläser dann am Ende wirklich nicht mehr reinpassen. Joa, sieht gerade nicht besonders erfolgversprechend aus.

_`Ts#uvncamix_


Verrückt. Auf der einen Seite konnte ich mit der Hand das Gußeisen fast auf senkrecht biegen, ohne meines Erachtens was an der Glasfassungsgeometrie geändert zu haben (Glas sollte noch passen), aber auf der anderen Seite konnte ich vielleicht gerade mal einen Millimeter bewegen. Damn.

Vorläufiges Resultat: Total schiefe Brille.

_<Tsuonami_


Jetzt habe ich doch nochmal mit der Zange und Klopapier gearbeitet, weil mir meine Finger vom ganzen Biegen schon weh taten. Jetzt habe ich annähernd eine sog. 4-Punkt-Auflage, also nicht mehr schief, sondern eher symmetrisch.

_(Tsuna@mi_


Argh. Was mache ich da eigentlich gerade?

Bin mir gar nicht so sicher, dass sich überhaupt was geändert hat. Na ja, ein paar Grad werden's schon sein. Noch ist nichts kaputt, allerdings ist jetzt schon absehbar, dass das eine Glas nicht ohne Weiteres wieder reingehen wird. Beim anderen scheint's aber merkwürdiger Weise okay zu sein. Wahrscheinlich an einer falschen Stelle zu viel gebogen. Na ja, mal sehen.

lmiviaxo


Vorläufiges Resultat: Total schiefe Brille.

oje...

würde ja nur zu gern das resultat sehen.

bist du eigentlich kurz oder weitsichtig?

und hast du eine hornhautkrümmung?

PTe&rlia


Argh. Was mache ich da eigentlich gerade?

Das frag ich mich auch ;-) Bist du Optiker?

Bin ja in gewisser Weise ne Self-made-Frau aber glücklich sein ist manchmal auch darin bedingt, dass man sich helfen lässt. Und zwar von Menschen die sich in einer Materie besser auskennen als man selbst? Warum schraubst du da rum?

_[Tsuna<mxi_


würde ja nur zu gern das resultat sehen.

Hier ist ein [[http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Geraet_beim_Optiker.jpg&filetimestamp=20050503163343 Bild]] von meiner Brille. Kleiner Scherz. Das ist ein Photoropter. [[http://www.gosportsspex.co.uk/images/Oakley/SquareWire2/Oakley_Square2_400.jpg So]] sieht meine Brille im Original aus. Wird nicht mehr produziert. Habe vor ca. 6 Monaten das letzte verfügbare Modell in einem Onlineshop gekauft. Leider sieht man auf dem Foto die Geometrie der Brille nicht richtig, und somit auch nicht den Winkel, an dem ich gerade arbeite.

bist du eigentlich kurz oder weitsichtig?

und hast du eine hornhautkrümmung?

Kurzsichtig, mit relativ hoher Brechstärke, plus Astigmatismus.

...

Immer noch nichts kaputt. Den krassen Winkel habe ich ganz gut entschärft, denke ich. Die Gläser scheinen noch ganz gut reinzupassen. Ich denke, ich werde das Ganze jetzt zusammenschrauben. Wäre schön, wenn es hält.

Wenn es hält, dann bin ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich das sehen will, was ich dann sehe.

":/

_bTsun]amxi_


Das frag ich mich auch ;-) Bist du Optiker?

Bin ja in gewisser Weise ne Self-made-Frau aber glücklich sein ist manchmal auch darin bedingt, dass man sich helfen lässt. Und zwar von Menschen die sich in einer Materie besser auskennen als man selbst? Warum schraubst du da rum?

Alles richtig.

Ich habe gestern noch festgestellt, dass der Optiker (sicherlich nicht absichtlich) bei seinem speziellen Biegeservice für mich, der auch zuverlässig zaghaft war, die Bügel genau in die falsche Richtung gebogen hat, und daher der Seheindruck dann noch schräger war, als vorher. Das schmälert mein Vertrauen in Optiker nicht. Ich hatte viele gute Gespräche mit etlichen Optikern und Augenärzten, und wem sonst noch, nur geholfen hat es nicht. Sofern sich nicht demnächst ein Wunder tut, werde ich auch weiterhin regelmäßig zum Optiker gehen. ;-)

Aber jetzt werde ich erstmal schrauben.

lXiv`ixao


Kurzsichtig, mit relativ hoher Brechstärke, plus Astigmatismus.

ich bin auch kurzsichtig... ca.-3 Dioptrien- hab seit einiger zeit auch einen astigmatismus diagnostiziert bekommen... und mit der neuen Brille war es echt merkwürdig... ich hatte das Gefühl, der Boden würde sich wölben

- fand das gar nicht so schlimm, war wie ... betrunken sein :-) meine Augen (oder mein Gehirn) haben sich mit der Zeit dran gewöhnt. hast du es sonst schon mal mit Kontaktlinsen probiert?

ich will nur nochmal kurz auf den Faden Titel zurückkommen:

ich habe vor kurzem die Frage gestellt, wie eng "das Glücklich Sein" mit "der eigenen Aktivität" verwoben wäre...

in deiner momentanen Situation gehst du ja dies bezüglich aufs Ganze, denn nur du weißt, was du eigentlich brauchst...

_PTsunEami_


Ja, ich denke, Aktivität/Tätigkeit hat einen bedeutenden Einfluß darauf, ob man glücklich ist. Damit meine ich nicht unbedingt das, was ich gerade abziehe. Ich konnte zu meiner jetzigen Situation irgendwie nicht anders. Die Alternative wäre eine mir unangenehme Starre gewesen. Ich wollte jetzt und mit den mir jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln wissen, woran ich mit dieser Sache bin. Das ist alles. Ich wußte auch vorher schon, dass es mich zumidest insofern weiterbringen würde, als dass ich eine neue Erkenntnis gewinne – zumindest jene, ob ich mit meinem Verdacht richtig liege oder nicht.

Eine neue, customized und gut funktionierende Brille ist dabei nicht herausgekommen. Die eine Schraube lässt sich gar nicht mehr reindrehen und beim Reindrehen der anderen zieht sich das Gestell so zusammen, dass sich der ursprüngliche Winkel wieder einstellt.

Das macht aber alles nichts, denn gewonnen habe ich trotzdem. Denn ich habe vor dem Einschrauben die Gläser locker in der Fassung fixiert und somit die Brille mit korrektem Winkel testweise aufgesetzt, und bam, und oh Wunder, das nenne ich Sehen. Das war wie Schwimmen und Fliegen gleichzeitig. Habe mir gleich diverse Sachen angeschaut, mit und ohne Text, ein paar Bücher aus dem Regal genommen und Seiten überflogen – was ich mittlerweile schon seit Jahren nicht mehr kann. In der Regel fällt mir das Lesen eines einzelnen Satzes so schwer, dass ich beim Lesen des zweiten, den ersten schon wieder vergessen habe.

Die paar Minuten vorhin und die Erkenntnis daraus, war die ganze Sache schon Wert. Jetzt bin ich einen gewaltigen Schritt weiter. Jetzt weiß ich, an welchem kleinen idiotischen Fakt ich in der Vergangenheit immer gescheitert bin, und weiß, worauf ich beim nächsten Mal zu achten habe. Keine Versuche mehr, nur eine ganz normale Brille. Kontaktlinsen sind übrigens nicht so mein Favorit, aber hätten – in der Retrospektive – mein Problem gleichermaßen gelöst.

Ob und wann ich die Zeit und das Geld für den nächsten und letzten Schritt meiner Reise durchs Sehen aufbringen kann, das weiß ich nicht, doch zumindest ist die Richtung klar. Das reicht mir fürs Erste.

Die vielen Tage meiner letzten Jahre waren nicht die schönsten, weil ich so wenig tun konnte (Stichwort: Aktivität), doch es gibt eine Sache, die kann ich immer tun bzw. immer sehen:

Nach nicht so schönen Tagen kommen wieder bessere Tage.

Das ist immer so.

Ganz bestimmt. ;-) :-D

l3iviaxo


Denn ich habe vor dem Einschrauben die Gläser locker in der Fassung fixiert und somit die Brille mit korrektem Winkel testweise aufgesetzt, und bam, und oh Wunder, das nenne ich Sehen. Das war wie Schwimmen und Fliegen gleichzeitig.

juhu

es liegt also am gestell...

dann kann ich jetzt auch beruhigt schlafen gehen. zzz

l=iv>iwao


Nach nicht so schönen Tagen kommen wieder bessere Tage.**

Das ist immer so.

Ganz bestimmt. ;-) :-D

:)^

_kTsun amxi_


Aktivität

Die letzten drei Zeilen meines vorherigen Post muss ich korrigieren bzw. ergänzen.

Es ist nicht unerheblich, was man für die schönen Tage (Glücklichsein?) tut. So kann man sich zum Beispiel in die Scheiße reiten oder sich einen Platz an der Sonne suchen – vielleicht ganz oben auf einem hohen Berg, wo Tiere noch nicht alle in Massenkäfigen vegetieren, der Käse noch aus Milch besteht und man selbst, die Frau, die Kinder und die Solidarität zu den Nachbarn die einzige Versicherung ist.

Haha, ein bisschen Gesellschaftskritik muss auch mal sein. ;-)

Aber ganz im Ernst, es gibt Mittel und Wege, sich derbst in die Scheiße zu reiten – wo die Sonnentage dann extrem kurz werden.

Deshalb halte ich sehr viel von Wissen und Bildung. Meines Erachtens ist es sehr viel besser, sich voll wissend und bewußt in die Scheiße zu reiten als nichtsahnend in ein dunkles Loch zu fallen, zumal mit einem gewissen Grad an Wissen und Bewußtheit noch Gegenmaßnahmen möglich sind, mit Unwissenheit nicht.

Ja, Aktivität hat einen ganz speziellen Charakter, und zwar den des Menschen, der aktiv ist.

Aktivität ist höchst komplex und einfach zugleich.

In einem einfachen Sinne dreht es sich einfach um die folgende Fragen:

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Was hast du aus deinem Leben gemacht?

In einem komplexeren Sinne gibt es soetwas wie Inaktivität gar nicht. Selbst Nichtstun ist eine Aktivität – in dem Sinne, dass es kausal ist und Konsequenzen hat – entweder in den eigenen Augen oder der anderer.

Nichts bleibt ohne Effekt.

Jedes kleinste Detail (zum Beispiel Gedanken, Gefühle, Worte, Taten) baut auf dem vorherigen auf und speichert sich zu nahezu unlöschbarer Erinnerung auf, baut daraus das eigene Leben und beeinflußt damit das Leben anderer, so wie die Details anderer das eigene Leben beeinflußen.

Wer hier nur an der Oberfläche kratzt, hat wahrscheinlich noch nichtmal die Hälfte der gigantischen Vernetzung des Lebens gesehen – geschweige denn, verstanden.

Keine allgemeingültigen Regeln und Prinzipien des Lebens, außer denen der Bank, der Versicherung und der Politik. Think twice!

Keine Logik im Leben? Keine Logik im Glücklichsein?

Think twice!

Und wie ist das mit einer Wahrheit außerhalb der eigenen?

Think twice! ;-)

Lnewixan


Klingt ja mal nach einem echten (Teil-)Erfolg. Verflixtes Ding. Viel Glueck, dass es nun bald richtig hinhaut! :)*

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