Die Logik vom Glücklichsein

Y2ang&Yxin


setzen6 du bist eine tapfere frau :)z :)*

Beella$Smwan-cCullen


tsunami

Ich habe den Eindruck, dass ich so nicht leben kann. Irgendwie überleben schon, aber nicht wirklich leben, weil mir die Einschränkung wirklich enorm groß erscheint.

es wäre ein versuch wert,...

das leben von einem anderen blickwinkel zu wählen.......

gesunde hände und füsse...gesunder kopf und gesunder verstand..

nun liegt es immer an uns selbst..was wir darauss machen.

ich versuche es auch gerade.........mit einem anderen körperlichen leid.

aber tsunami ich sage dir,....es ist nicht die einschränkung......am körper....es ist

die einschränkung im KOPF...die das leiden so schwer macht..

es gibt aber wege darüber mit ´´kämpfergeist´´ hinwegzukommen. ich spüre das du ihn hast...versuche die kraft-umzulenken.

_wTsu|namix_


Lewian

Hmm... ich muss zugestehen, dass ich nur wenig an das Glücklichsein denke, bzw. dieses Gefühl des Glücklichseins anstrebe. Indirekt schon, aber wie ich bereits vormals erläuterte, strebe ich primär Gesundheit und somit auch Handlungsfähigkeit an. Insofern ist meine Sehbehinderung welche sich gleichermaßen negativ auf Geist und Körper auswirkt wie eine Krankheit für mich.

Die Frage, die sich für mich stellt, ist, ob es ein Heilmittel für diese Krankheit gibt. Ganz subjektiv gesehen, ja. Etwas objektiver gesehen, vielleicht. Für mich sieht das so aus, dass auch nur eine kleine Chance auf Heilung für mich rechtfertigt, diese Krankheit nicht einfach so zu akzeptieren. Ein bisschen haben diese ganzen Versuche mit den Gläsern den Effekt, wie eine Therapie, die besser und besser anschlägt, weil ich eben schon besser sehe, als vor zwei oder drei Jahren, sowieso besser als vor vier Jahren und auch besser, als vor vier Monaten. Trotz aller Rückschritte, Fehlversuche und irriger Annahmen zeigt der Trend meines Erachtens deutlich nach oben. Und weil dieser Trend beständig ist, mache ich weiter. Wenn man sich das Ganze bildlich als Chart vorstellt, dann war das am Anfang ein gewaltiges Zickzack und mittlerweile gleicht das Ganze einer annähernd geraden Trendlinie. Diesen Punkt empfinde ich tatsächlich als Vorteil und gravierenden Fortschritt. (Natürlich mag ich mich hier auch sehr täuschen)

Was allerdings hinzukommt, ist, dass eine andere Trendlinie permanent nach unten zeigt, und zwar die meiner finanziellen Umstände, meiner Wohnumstände und die meiner Arbeit betreffend. Ich sehe mich schon bildlich vor der Bahnhofsmission oder Arbeitslosengeld beantragen. Und ich wäre vermutlich gar nicht depressiv, sondern würde mir sagen: "Dann eben so, dann musst du halt wieder bei Null anfangen, du kennst es ja". Es wäre hart, aber lebbar - wenn ich keine andere Wahl habe. Und selbst dann würde ich mit dem Sehen und den Gläsern keine Ruhe geben, aber es würde mir schon rein aus finanziellen Gründen sehr viel schwerer fallen. Von daher ist es auch in gewisser Weise effizient, es jetzt mit aller Macht zu versuchen, als irgendwann später. Später wird meines Erachtens zu spät und sehr ineffizient sein. Ich halte es weder für notwendig, sinnvoll oder produktiv, mein Leben "auf der Straße" zu verbringen. In gewisser Weise lebe ich ja schon auf der Straße. Meine Wohnung hat ungelogen den Hygienegrad einer Müllhalde. Eigentlich habe ich schon das Leben, was ich nicht will, weil es ungesund, unproduktiv und ineffizient ist. Ich weiß aber, dass es noch ein ganzes Stück nach unten gehen kann und wird, wenn ich das mit der anderen Trendlinie, also mit den Gläsern nicht bald hinkriege, denn die Dauerbelastung und -beschränkung bleibt, auch wenn es punktuell bedeutend besser geworden ist.

Heute zum Beispiel, nachdem ich am Freitag neue Gläser bekommen habe, bin ich so wenig erschöpft, wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Das ist sehr positiv, ein Lichtblick - natürlich nur unter der Prämisse, dass ich mir das nicht irgendwie einbilde.

Das Problem aus meiner Sicht (was das Gluecklich-sein betrifft) ist nicht so sehr die Zeit und Energie, die das Weitermachen kostet, sondern dass du anscheinend nicht glaubst, die Situation wie sie ist ertragen zu koennen. Zu sagen "ich kann so nicht leben" klingt mir nach einer sehr gluecksbehindernden Einstellung.

Die Sache ist die, dass die Seheinschränkung nicht wirklich mein Glück gefährdet, sondern meine Existenz und meine Handlungsfähigkeit. Und, klar, muss ich zugestehen, dass es für mich zum persönlichen Glück gehört, nicht in Existenznot zu sein und auch nicht enorm in meiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt zu sein - zumindest dann nicht, wenn ich es auch anders machen bzw. ändern kann.

Syet2zen6


aber tsunami ich sage dir,....es ist nicht die einschränkung......am körper....es ist

die einschränkung im KOPF...die das leiden so schwer macht..

:)z

_\Tsubnamxi_


Schön. Schönen Feierabend. :-D

Meine Augen und Kopf sind abgespannt und entspannt – mehr als sonst. Auch der Überblick ist besser, die Erschöpfung ziemlich gering. Alles relativ – relativ zu lange und Altbekanntem. Schon ein Fortschritt – insbesondere, da es nach einem vollen Arbeitstag ist und auch nicht der erste Tag der Gewöhnung. Von daher kommt dem Ganzen meines Erachtens schon eine nicht zu unterschätzende Aussagekraft zu.

Ich sehe die Buchstaben auf der Tastatur und dem Monitor in Anbetracht aller Umstände und im Verhältnis sehr klar und entspannt. Noch nicht das Gelbe vom Ei, aber wirklich beträchtlich besser. Zu "meinem Glück" fehlt nur, dass ich Texte auch entspannt "überfliegen" kann. Diesen kleinen Kniff kriege ich hoffentlich auch noch hin. Vielleicht liegt es wirklich nur noch daran, dass ich die Helligkeit, Grelligkeit bzw. Weißfaktor geringfügig reduzieren muss. Dieser bereits in die Wege geleitete Schritt wird sicherlich eine bedeutende Besserung bringen.

Wenn ich nicht einen gewissen Zeit- und Gelddruck verspüren würde, dann würde ich mich einfach nur freuen, dass ich so unglaublich nah rangekommen bin.

Ich brauche keine Perfektion, sondern "nur" das Gute oder das Bestmögliche, wobei ich da auf jeden Fall noch Spielraum habe, und es wahrscheinlich am Ende doch irgendwie eine Perfektion ist. Doch Sehen ist mein wichtigstes Werkzeug und essentieller Faktor für meine Handlungsfähigkeit – da kann und will ich keine Abstriche machen. Vielleicht nur noch ein einziger Schritt, aber, wenn ich nicht plötzlich erblinde oder so, maximal noch drei oder vier Schritte. Ich greife lieber etwas höher, als zu niedrig. Ich kann es abschätzen – zu viel versucht, zu viele Wege gegangen – alle Wegpunkte abgespeichert und zu einem aussagekräftigen Koordinatensystem verknüpft. Ist ein bisschen wie Schiffeversenken, und ich habe noch vier Pins, um die allerletzen Koordinaten anzusteuern.

_fTsun9amix_


Ich weiß nicht, ob es besser wäre, wenn ich schon da wäre. Ich denke, der Weg dorthin ist genauso wichtig wie dort anzukommen, zumal ich nirgendwo eine "Abkürzung" gesehen habe. Auch jetzt nicht. Ich glaube, da ist keine Abkürzung. Ich drehe mich nicht im Kreis, ich gehe nicht rückwärts – schon vorwärts. Vielleicht langsam und nicht geradlinig, aber vorwärts. Es ist ja nicht gleichgegeblieben, auch nicht schlechter geworden, sondern besser.

Habe eine durchaus faktische Grundlage, habe Zuversicht und erkenne eine Notwendigkeit. Das reicht, um weiterzugehen. Die Sache ist einfach die, dass ich keinerlei vernünftige Alternative sehe, als das Problem zu lösen, weil es einfach ein zu gravierendes Problem ist, und die Nichtlösbarkeit – zumindest momentan – keinesfalls absehbar ist.

LGew-ixan


Tsunami

Ich glaube, mein wesentlicher Punkt war wirklich, dass dein Leben jetzt stattfindet, und so ist, wie es ist. Und wenn du so schreibst:

Ich denke, der Weg dorthin ist genauso wichtig wie dort anzukommen, zumal ich nirgendwo eine "Abkürzung" gesehen habe. Auch jetzt nicht. Ich glaube, da ist keine Abkürzung. Ich drehe mich nicht im Kreis, ich gehe nicht rückwärts – schon vorwärts. Vielleicht langsam und nicht geradlinig, aber vorwärts. Es ist ja nicht gleichgegeblieben, auch nicht schlechter geworden, sondern besser.

...gefaellt mir das schon viel besser. Aber ich denke, das ist eine Sache, die du dir vielleicht ganz bewusst klarmachen solltest: Dass du das alles nicht bloss tust, weil du dir "dein richtiges Leben" in der Zukunft vorstellst, welches hoffentlich aufgrund besserem Sehvermoegens besser ist als jetzt, sondern auch, weil dein Leben jetzt auch schon stattfindet, und Teil davon diese Suche ist, diese Experimente, diese "Forschung in eigener Sache". Ich hoffe, du kannst auch daran mal eine ganz gegenwaertige, geniessenswerte Seite finden. Das kann ja auch ganz interessant sein, diese Friemelei, diese Detektivarbeit, und wenn das so ist, finde ich deine Suche ganz richtig. Entscheide dich fuer diesen Weg nicht, weil du deine Gegenwart unertraeglich findest und das Leben in der Zukunft suchst, sondern mache dir klar, wie dieser Weg deine Gegenwart bereichert, trotz der vorhandenen Sehprobleme. Und pass auf, dass dir diese Suche nichts anderes kaputt macht, das dein Leben lebenswert macht.

S@etzexn6


Kann es sein, dass das Glücksgefühl tiefer wird, wenn wir einmal sehr unglücklich waren?

Ich habe die Vermutung, dass ich Glück heute tiefer wahrnehme als vor der Krise.

SVetezen6


Und: Je gefasster ich lebe, umso tiefer ergreift mich das Glück.

YtangYxin


So ich werde jetzt ganz "gefasst" schlafen gehen ;-)

gute nacht ihr lieben :)_ *:) @:)

zzz zzz zzz zzz

_-Tsu-namix_


Danke für deine Anregungen, Lewian. Die Gedanken sind mir keinesfalls fremd und ich erachte sie als sehr wichtig.

Die Sache ist die, dass ich mich teilweise sehr gehetzt fühle, insbesondere im Rahmen der Arbeit, aber auch privat, fast immer eigentlich. Es klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber die Hetzerei lässt nach, wenn ich für mich alleine bin oder mit Menschen zusammen, die keine all zu hohen Ansprüche an mich stellen. In meinem jetzigen (mittlerweile besseren) Zustand bin ich ich und entspannt, wenn ich mehr oder weniger gar nichts tun muss und insbesondere nicht in einer bestimmten Geschwindigkeit. Es gibt diese für mich sehr wertvollen Situationen und Menschen. Dann komme ich zur Ruhe, welche ich teils dringend brauche. In vielen anderen Situationen, nicht nur die Arbeit, aber auch der Straßenverkehr oder Gespräche mit zum Beispiel Verkäufern, bin ich sehr angestrengt, um "übliche" Dinge "richtig" und in entsprechender Geschwindigkeit zu machen, weil mich das "reduzierte Sehen" enorm viel Kraft kostet. Habe allerdings auch keine Alternative, weil ich sonst durchs gesellschaftliche Raster falle, was am Ende "Existenzverlust" bedeutet – wobei das Arbeitsumfeld sicherlich prekärer ist als das Gespräch mit Verkäufern. Dieser "Normal-Modus", welcher mich enorm anstrengt, sichert mir mein "Überleben" und führt durch Gewöhnung dazu, dass ich latent immer gehetzt bin und Dinge richtig machen will. Klingt hoffentlich nicht so schlimm, wie ich mir das vorstellen kann, aber erklärt vielleicht einen durch Gewohnheit entstandenen Mechanismus bzw. Modus, in dem ich mich teils und weitläufig befinde. Mir ist das bewusst, aber zur Zeit sehe ich keine Alternative zu diesem Verhalten und den Implikationen auf meinen Geist und Gemüt. Da sind offensichtliche Anforderungen, die ich nicht besonders gut erfüllen kann oder nur unter unverhältnismäßiger Anstrengung und Energieeinbußen.

Ganz nüchtern betrachtet, habe ich nur zwei Möglichkeiten. Entweder reduziere ich die Anforderungen (z.B. Job oder Lebensort) oder ich erhöhe meine Handlungskapazitäten (hauptsächlich meine Sehfähigkeit). Noch erscheint mir die zweite Option die mögliche und bessere.

Muss allerdings sagen, dass das alles, so gerne ich mich auch mit Details beschäftige, gerade in meinen Ruhephasen in relativ weite Ferne rückt und ich einen besseren Überblick bekomme bzw. mich besser orientieren kann, weil es doch irgendwie nur "Randbedingungen" sind. Ich unterscheide schon deutlich und bewusst zwischen den "Umständen", die mir im Leben begegnen und dem, wie ich mich diesen "Umständen" gegenüber verhalte. Mein Verhalten erachte ich generell wichtiger als die Umstände. Und so sind meine Umstände – zumindest jetzt gerade – eben so wie sie eben sind. Was mein Verhalten betrifft, finde ich innerhalb meiner Erfahrungen, Reflektionen und Handlungsmöglichkeiten kein besseres. Ich nehme das durchaus mit Ernst und Spaß. Mal mehr das eine, mal mehr das andere.

_1Tsuna(mix_


Was mein Verhalten betrifft, finde ich innerhalb meiner Erfahrungen, Reflektionen und Handlungsmöglichkeiten gerade kein besseres.

_qTsgunmami_


Gut. Kein so schlechter Tag.

Wünsche eine gute Nacht. *:)

_JTsunNami_


Es ist komisch, fühlt sich komisch an – nicht schlecht, nicht gut, nur prägnanter. Nicht, dass ich nicht ständig in einer Metamorphose wäre, aber manchmal fühlt man, wie sich Dinge nicht nur ein wenig verändern, sondern enorm.

Es ist so, als würde ich nüchterner und wacher werden. Ist so, als würde ich nunmehr nicht mehr nur denken, simulieren, phantasieren, träumen und mir Dinge vorstellen, sondern handeln. Ist so, als hätte ich jetzt genug geträumt, und als müssten meine Träume den Test der "wahren Welt" bestehen.

Vermutlich wird das hart und gar nicht romantisch. Merke schon jetzt, wie hart die Realität ist, und andererseits wie beständig meine Träume.

Ich schätze, das wird noch spannend. :-D

_2T@sun3a7m^ix_


Langsam verstehe ich, beziehungsweise, ich verstehe mehr und mehr wie ich ticke, also, wie das mit mir und der Welt und dem Leben läuft. Je mehr ich vorankomme, desto komplizierter und im Endeffekt einfacher wird es. Faszinierend.

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