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Die Logik vom Glücklichsein

s3chnat@ter`gusczhe


_Tsunami_

Egoismus und sein naher Verwandter, die Eifersucht, sind meines Erachtens die Relikte uralter Verlustängste...

Können wir die "Relikte" streichen? Jeder von uns trägt Verlustängste in sich. Von der grundlegenden Angst vor dem Verlust des Lebens bis hin zur Angst vor Verlust der Kontrolle über etwas.

... aber in einer Zeit, wo Menschen zu vernuftbegabten/-betonten Menschen evolviert sind, mehr Schaden anrichten, als Nutzen haben - insbesondere in Bezug auf das Glücklichsein des Einzelnen und der Gemeinschaft.

Hier sehe ich die Frage des Umgangs mit dem Egoismus als entscheidend an. Mir sind Menschen suspekt, die sich für überhaupt nicht egoistisch halten. Um mit etwas umgehen zu können, muß man es wahrnehmen. Erst dann kann die Vernunft ansetzen.

Anderen zu ihrem Glück zu verhelfen, halte ich für eine ehrenwerte und sinnvolle Angelegenheit. Doch dies würde voraussetzen, dass es doch einen gemeinsamen Nenner für das Glücklichsein gibt. Und den scheint es nicht zu geben.

Ich halte es für einen Vorgang, in dem wir weitgehend ohne Absicht sind. Wer glücklich ist, teilt sein Glück automatisch mit anderen. Man strahlt es aus, und je nach eigenem Befinden reagiert ein anderer darauf. Es kann ansteckend sein oder auch verletzend.

Sein Glück mit (einer) bestimmten Person(en) teilen zu wollen, also eine Absicht in diesen Vorgang zu packen, setzt diesen gemeinsamen Nenner voraus. Ich kann weder mein Glück mit jemandem teilen, der darauf keinen Wert legt, noch erwarten, daß jemand sein Glück mit mir teilt, ohne es dabei zu verlieren. Das ist eine ausgesprochen egoistische Form der "Teilung des Glücks". Denn dabei wird das Glück instrumentalisiert, um sich selbst glücklich zu machen.

Daß wir geteiltes Glück als verdoppelt empfinden liegt an der Reflexion des Ausdrucks des Glücks. Das passiert uns einfach, so lange wir keine Erwartung daran knüpfen. Kommt die ins Spiel, dann kann die Erwartung erfüllt oder enttäuscht werden. Bei einer Enttäuschung schwächen wir auch unser eigenes Glücksgefühl. Oft erkennen wir nicht, daß es an unserer eigenen Erwartung liegt, und projizieren die Ursache der Enttäuschung nach außen, in die fehlende Reflexion. So wird aus Glück Depression, aus Freude Traurigkeit, aus Liebe Haß. Dabei hätte eine Korrektur der Erwartung an die (möglicherweise veränderte) Realität das verhindern können.

Was auch oft übersehen wird: Gemeinsam empfundenes Glück ist nicht notwendigerweise gemeinsames Glück. Menschen können Glücksmomente gemeinsam erfahren, ohne daß die jeweils anderen die Auslöser dafür sind. Partnerschaften, die auf diesem Irrtum beruhen, sind oft sehr labil. Denn der Partner ist jederzeit austauschbar gegen eine andere Person, die in den gleichen Momenten auch das gleiche Glücksgefühl entwickeln kann.

Mit dieser Freiheit lassen sich ganze Welten zerstören und erschaffen, wenn der Mensch erstmal ausgelotet hat, welche Mächte in ihm liegen. Der Mensch ist nicht allmächtig, doch ist er sehr mächtig - jeder Einzelne.

Das und viele weitere interessante Dinge sind auf [[http://www.amazon.de/dp/3867280673?tag=kayalami-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3867280673&adid=0Y5RDQ36QGSCCGA8HW66& dieser Doppel-DVD]] erklärt. Es ist ein mehrstündiger Vortrag des amerikanischen Wissenschaftlers Gregg Braden in Italien, der auch auf deutsch übersetzt wurde.

sucZhnat.ter~guscxhe


sarasvati

ich glaube dass wir glück nur übersehen weil wir es gewohnt sind nicht glücklich zu sein.

Aus dieser Gemeinschaft ("wir") nehme ich mich aus. ;-) Mich hat das Leben das genaue Gegenteil gelehrt.

ein schlüssel zum glücklichsein für mich persönlich ist die fähigkeit freundlich und fröhlich zu sein und mich auch so zu fühlen.

:)^ Oft reicht ganz wenig aus. Was wir ausstrahlen, wird reflektiert. Auch wenn das Ausstrahlen erst einmal Überwindung kosten sollte, wird durch die Reflexion das Gefühl auch in einem selbst geweckt.

cfete,rum` cexnseo


sarasvati

ich glaube dass wir glück nur übersehen weil wir es gewohnt sind nicht glücklich zu sein.

Der zweite Teil des Satzes stimmt natürlich. Es wäre wohl schlimm und ermüdend, ständig die Anwesenheit von Glück zu verspüren. Sehr bald wäre es dann keins mehr.

Aber deswegen das Glück übersehen? Ich sehe es eher andersrum: Während der Abwesenheit von Glück (was natürlich nicht Unglück heißt) habe ich ständig die unterschwellige Hoffnung auf Glück. Da es eine Hoffnung ist und keine Erwartung, bin ich auch sehr sensibel dafür und erlebe es auch über kurz oder lang.

c etekrum cdensxeo


Menschen können Glücksmomente gemeinsam erfahren, ohne daß die jeweils anderen die Auslöser dafür sind. Partnerschaften, die auf diesem Irrtum beruhen, sind oft sehr labil.

Das klingt aber jetzt sehr konstruiert. Wer baut denn seine Partnerschaft auf Glücksmomente auf? In einer Partnerschaft arbeitet und schläft, lacht und weint, freut sich und trauert, tröstet und erfährt man Trost zusammen. Es muß ein sehr kindliches Gemüt sein, wer das alles gegen ein paar Glücksmomente eintauscht.

Lhew_iaxn


Das Wort "Egoismus" klingt viel negativer als "auf sich selber achten, sich selber achten, und fuer sich selber sorgen". Letzteres finde ich sehr erstrebenswert.

Ausserdem wird "Egoismus" oft als Gegensatz zu "Ruecksicht" und "auf andere achten" dargestellt. Ich denke aber, dass Ruecksicht und Gemeinsinn und Eigensinn sich gegenseitig bedingen. Gemeinsinn kommt aus dem Eigensinn durch die Erkenntnis, dass wir nie von anderen Menschen getrennt sind, durch die Erfahrung der grundlegenden gegenseitigen Abhaengigkeit zwischen den Menschen. Ich denke, es ist ein Irrtum (und es ist erfahrbar, dass es ein Irrtum ist), die anderen Menschen als grundsaetzlich getrennt von mir selber zu beachten. Es ist erfahrbar (wenn es auch in manchen Faellen evtl. erfordert, dass man speziell darauf achtet oder gar darauf trainiert ist), wieviel von dem, was ich als "in mir" empfinde, von anderen Menschen kommt, und es ist auch erfahrbar, dass meine Weltwahrnehmung (und die anderen Menschen als Bestandteil derselben) ein Teil von mir ist.

Andererseits kommt der Eigensinn aus dem Gemeinsinn, alleine schon weil das Wort "Ich", das einen grossen Unterschied macht in der Selsbt- und Aussenwahrnehmung, eben ein Wort ist und aus der Kommunikation, also aus der Gemeinschaft gelernt wird. Kein Mensch koennte in irgendeiner unnatuerlichen Form Egoist sein, ohne dafuer ganz entscheidende Elemente aus der Gemeinschaft zu holen. Kein Egoist kann der Gemeinschaft entkommen.

Um das Ganze mal auf das Glueck zu beziehen (ein Begriff, dem ich wie gesagt skeptisch gegenueberstehe): Ich denke, dass es eine Frage der Erfahrung und der Achtsamkeit ist, fuer sich zu sehen, dass, und inwiefern, das eigene Glueck mit anderen Menschen und deren Wohlergehen (bzw. mit der Wahrnehmung, die man von ihrem Wohlergehen hat) zusammenhaengt.

cTeterHum ce8nsxeo


Lewian

Das Wort "Egoismus" klingt viel negativer als "auf sich selber achten, sich selber achten, und fuer sich selber sorgen".

Es ist ja auch was ganz anderes :-D

Ein -ismus entsteht immer aus einer (großen) Menge von Eigenschaften oder Handlungsweisen, die verallgemeinerungswürdig sind. Wer auf sich selbst achtet, der ist nur ein Egoist, wenn es zu einer einer Charaktereigenschaft gehört, die regelmäßig zum Schaden anderer ausgelebt wird. So gesehen, würde ich nur wenige Menschen als Egoisten bezeichnen (na gut, solche verkneife ich mir auch in meinem Bekanntenkreis... ;-D ).

Ansonsten denke ich ähnlich wie Du:

Dem Eigensinn sollte dir Erkenntnis folgen, daß auch andere einen solchen haben, den es zu respektieren gilt.

scchna1tterguxsche


Das Wort "Egoismus" klingt viel negativer als "auf sich selber achten, sich selber achten, und fuer sich selber sorgen". Letzteres finde ich sehr erstrebenswert.

Dieses "(auf) sich selber achten" paßt auch eher zum Egozentrismus als zum Egoismus.

Der Egozentriker steht selbst (ego) im Mittelpunkt (Zentrum) seines Lebens. Das heißt nicht, daß er dabei andere ausschließt oder benachteiligt. Er achtet nur darauf, nicht sich selbst zu benachteiligen. Er liebt seinen Nächsten wie sich selbst, aber nicht mehr als sich selbst. Als Mitglied der Gemeinschaft liegt ihm das Wohl der anderen ebenso am Herzen. Denn sein eigenes Wohl hängt davon ab.

Der Egoist achtet darauf, daß es ihm am besten geht. Ihm ist es egal, ob das auf Kosten Anderer geht. Sie zu benachteiligen ist zwar nicht unbedingt seine Absicht, aber wenn es passieren sollte, nimmt er es billigend in Kauf. Damit steht er häufig im Konflikt zur Gemeinschaft, projiziert die Ursache aber auf die Anderen.

cSeter]um cEensexo


Er liebt seinen Nächsten wie sich selbst, aber nicht mehr als sich selbst. Als Mitglied der Gemeinschaft liegt ihm das Wohl der anderen ebenso am Herzen.

liest sich wie aus einem Horoskop Das alles entnimmst Du dem Wort Egozentriker? Für mich ist Egozentrik in erster Linie eine Einstellungsfrage. Wie die sich äußert, ist abhängig vom Charakter individuell sehr verschieden.

projiziert die Ursache aber auf die Anderen.

Dasselbe. Das gibt das Wort Egoist nicht her.

Oder sind das Deine Erfahrungswerte?

foroAggRyxxx


für mich persönlich bedeutet "glücklich sein" angstfrei zu leben!

_rTVsunzaxmi_


Ganz toll. Ich schreibe und schreibe... und dann fickt mich mein Computer mit einem [[http://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Screen_%28Fehlermeldung%29 BSOD]]. Argh. Was für eine Scheiße.

Ich wünsche allen einen schönen / glücklichen Sonntag. @:)

_8TsQunamxi_


Übrigens habe ich gerade festgestellt, dass ein BSOD auch [[http://x86code.com/bsod.bmp so]] aussehen kann. Bei mir sah er anders aus.

cXeSteru0m ceinsexo


Egal - halte Dich an den zweiten... ;-D

:)_

Loara}7x9


hihihi...wünsch Euch auch einen glücklichen Samstag...!!!

_{Tsunaxmi_


Glücklich sein ist machbar.

[[http://www.youtube.com/watch?v=jpEnFwiqdx8 Did you know?]]

schnattergusche

Ich arbeite gerade die "göttliche Matrix" durch - bin gewissermaßen mittendrin. ;-)

Sehr spannend.

Spontan fällt mir Folgendes dazu ein:

In großer Macht liegt große Verantwortung - unter anderem die Verantwortung für das Glücklichsein.

s[chnattrerxguschxe


Diese Doppel-DVD ist eine ausgezeichnete Zusammenfassung mehrerer Bücher.

[[http://www.amazon.de/dp/3867280215?tag=kayalami-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3867280215&adid=1BJMCX6PYJY4H53CBHQ9& Im Einklang mit der göttlichen Matrix]]

[[http://www.amazon.de/dp/3937883207?tag=kayalami-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3937883207&adid=0YWGGENJ7ERV5M7WN1C1& Verlorene Geheimnisse des Betens]]

[[http://www.amazon.de/dp/3929475855?tag=kayalami-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3929475855&adid=03SV5SR9P0MK7DC59VDE& Das Erwachen der neuen Erde]]

Du wirst es Dir sicher auch im Originalton anhören. Da wirkt es nicht so ermüdend. Inhaltlich ist so vieles verpackt, daß man sich den Vortrag locker stundenweise ansehen kann. Und dann mal wieder Pause machen und verarbeiten.

Was ich auch interessant fand ist sein Buch [[http://www.amazon.de/dp/3867280878?tag=kayalami-21&camp=1410&creative=6378&linkCode=as1&creativeASIN=3867280878&adid=0N8HD69S6KXDH4QKTN67& Fractal Time]].

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