Die Logik vom Glücklichsein

_6Tsun6amix_


Vermutlich ist es gut, hin und wieder eine Bestandsaufnahme zu machen – sich bewusst zu werden, wo man war, wo man ist und wo man hin will.

Wenn ein anderer Mensch einen selbst ernsthaft und interessiert fragt:

Wofür lebst du eigentlich?

... ich finde, dann sollte ein gewachsener und erwachsener Mensch diese Frage beantworten können.

Jestem, ich kann mir deine Frage schon vorstellen. Glaub' mir, du bist besser damit beraten, dir diese Frage selbst zu beantworten.

Jnestxem


nein, keine Fragen mehr

_QTsunjami_


Würde, Geist und Gnade

Ahhhhhh, wie krass ist das denn? Ich bin gerade beim Linken für den "Seelen-Faden" auf Hermann Bader gestoßen bzw. seine [[http://www.baderbuch.de Internetseite]].

Was er zum Beispiel zur Würde schreibt, mal zwei Auszüge:

Der Mensch hat die freie Wahl und ist Herr seiner Taten ( Maimonides, Teil V, Kap.5,4).

Der Wille ist aber nicht unabhängig vom Denken (Bieri). Das heißt , der Mensch trägt für seine Handlungen entsprechend seinem Gewissen gegenüber den anderen Menschen und gegenüber Gott die Verantwortung selbst und hat dafür gerade zu stehen. Das Gewissen hat Rechte, weil es Pflichten hat. Es ist Führer der Seele. Die Gewissenserfahrung ist der Königsweg zu Gott (John Henry Newman). Das Gewissen urteilt auf Grund der Vernunft, die über Richtig oder Falsch entscheidet (nach bestem Wissen und Gewissen). Handelt der Willen wider die Vernunft, ist er schlecht (wider besseres Wissen). Irrt die Vernunft, weil sie ein Gesetz nicht kennt, das zu wissen ist, ist die daraus entstehende Tat schlecht (Unwissenheit schützt vor Strafe nicht). Gibt das Gewissen der Schwäche nach und unterwirft sich dem Willen, geschieht das Böse. Die Würde ist weder gut noch bös, richtig oder falsch. Erst was der Mensch aus seiner Würde macht, ist gut oder bös. Alles Gewissen ist Bewusstsein, aber nicht alles Bewusstsein ist Gewissen (Matthias Claudius, S. 205). Es gibt kein Gewissen ohne Erkenntnis von Gut und Bös. Das Gewissen gibt dem Bewusstsein die Erkenntnis von Gut und Bös.

Im 9. und 10. Gebot der zweiten Gesetzestafel Mose wurde schon vor langer Zeit der Grundstein für Entscheidungen gelegt, die heute nötig werden, nachdem jetzt 3000 Jahre später innerhalb eines Jahrhunderts enorme Fortschritte auf den Gebieten der Technik, Naturwissenschaft, Medizin, Genetik, Wirtschaft, Kommunikation, Sozialwesen (Gleichheit von Mann und Frau) und vieles mehr gemacht wurden. Mit diesen Fortschritten sind Voraussetzungen geschaffen, durch welche paradiesische Verhältnisse für alle geschaffen werden könnten. Dieser gewaltige Fortschritt birgt aber auch die Gefahr in sich, dass einige wenige weltweit Macht über den Rest der Menschheit ausüben könnten, sei es durch die Politik, den Handel, die Industrie, die Medien, die Freizeitunterhaltung und vieles mehr. Darüber hinaus ist jetzt schon absehbar, dass der Mensch die Möglichkeit bekommt, in sein höchstes materielles Gut, sein Erbgut einzugreifen und es nach seinem Willen zu formen. Damit könnte eine Generation über die zukünftige Generationen bestimmen, das heißt, die Herrschaft der Toten über die Lebenden.

Das 9. und 10. Gebot, die beiden Gebote des Begehrens und der Machtausübung

9. begehre nicht deines Nächsten Frau
10. begehre nicht deines Nächsten Hab und Gut

[...]

Alle Menschen werden frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

[...]

Begehre nicht Macht über Menschen!
Begehre nicht das Erbgut der Kinder zu deinem eigenen Nutzen!

Manchmal denke ich, es gibt eine absolute Wahrheit. Wie bereits gesagt, kann man diese nicht verhandeln oder sich darauf einigen, sondern nur erkennen. Erkennen tut man die Wahrheit durch sich selbst oder das Leben, wobei nicht zu vergessen ist, dass man gleichzeitig das Leben und ein Teil dessen ist.

Es ist wahr:

Wir sind die Schmiede unserer Gegenwart und unserer Zukunft – jeder für sich, einer für alle, und alle für einen.

_ETPsun@amix_


Wow! Ich habe gerade mal [[http://de.wikipedia.org/wiki/Bieri-Trilemma Bieri]] nachgeschlagen.

Wenn Geist und Materie nicht mehr trennscharf unterschieden werden können, also der Geist – zumindest zeitversetzt – gleich der Materie ist, also der Geist gleich der Realität ist, was passiert, wenn ein Mensch einen großen Geist hat oder der Geist von vielen Menschen getragen wird?

Das ist der Mechanismus, um die Welt zu verändern und sie zu gestalten. Und es ist der Mechanismus, dessen wir uns tagtäglich bedienen.

Zeige mir deinen Geist, und ich sage dir, wie die Welt aussehen wird. :-D

Die Welt, das Leben selbst, war noch niemals etwas anderes und wird niemals etwas anderes sein, als eine Entsprechung des Geistes.

_,Tsucnamxi_


Habe vorhin meine Mutter auf der anderen Seite der Welt angerufen. Das war eins der Dinge, auf die ich erst hingwiesen wurde, um sie zu tun. Ich habe auch die eine oder andere Erklärung, warum ich es nicht getan habe, aber trotzdem ist es irgendwie ein Armutszeugnis für mich.

Sie hat viel zu tun. Ihr Vater, mein Opa, ist gegangen. Ich wusste schon sehr viel früher, dass es schlecht um ihn steht, und hätte mich daher wohl schon viel früher mal melden sollen.

Y1anVgYixn


@ _Tsunami_

Wie hat sie denn reagiert auf deinen anruf ?

_0Tsu.nami_


Es war eine Mischung aus Freude und einem vorwurfsvollen Unterton. Meine Mutter ist eine sehr, sehr fleißige und disziplinierte Person. Sowas habe ich wirklich noch nie gesehen. An ihren Idealen und Vorstellungen kann man nur scheitern – zumindest ich. Aber letzten Endes liegt es nicht an ihren Vorstellungen, sondern an mir, dass ich so etwas Einfaches nicht hinbekommen habe. Sie hat mich dann auch noch darauf hingewiesen, dass ich mich bei einer Person der Verwandtschaft für eine Erledigung zu bedanken habe. Auch das ist richtig, und ich habe es noch nicht getan.

Y_a!ngxYin


Ich denke das deine mutter auch unter einem enormen druck steht ihre eigenen erwartungen auch zu erfüllen...sehr anstrengend

_DT.sunaxmi_


Ja, da hast du recht. Es geht in etwa um das, was du zuletzt geschrieben hast. Die Erwartungen der Familie. Und wenn ich mal grob über die Verwandtschaft resümiere, dann hat niemand dort größere Erwartungen und größere Willensstärke, als meine Mutter. Sie ist wohl das, was man als eine Löwin bezeichnet.

YsangYxin


Wenn sie so "veranlagt" ist ist das ja gut für sie...dann handelt sie ja ihrem wesen gemäss,aber nicht jeder kann löwe sein. es gehört auch viel mut dazu auch mal "lamm" zu sein...

_QTsuynami/_


Menschen sind irgendwie unveränderlich. Ich habe schon vor geraumer Zeit erkannt, dass meine Mutter mich nicht ändern kann, und noch weniger kann ich sie ändern.

Ich sagte ihr mal, dass sie weder ihren Eltern, noch mir oder der Verwandtschaft gerecht werden müsse, sondern schauen soll, dass es ihr selbst gut geht. Ich sagte ihr, dass es allen gut geht, oder zumindest nicht schlecht, und sie eben auf sich selbst schauen soll, anstatt unzählig viele Stunden zu arbeiten und sich dabei kaputt zu machen.

Sie sagte mir, dass sie es nicht anders kenne, sie damit nicht unzufrieden sei, dass ihr Leben so ist, und sie es bis zum Tode so weiterführen wird.

_KTsuCnamix_


Sehen – Update

Da ich heute frei habe, bin ich sehr entspannt und sehr faul. Ich habe den Termin beim Optiker geskipped. Fühle mich heute einfach nicht danach. Habe auch noch den Rest der Woche frei. :-D Wahrscheinlich werde ich morgen das Ganze in Angriff nehmen. Gehe einfach zur nächstgelegenen Filiale, wo ich noch nicht war, und ordere, wenn unkompliziert möglich, meine Wunschgläser. Habe schon wieder Zweifel, dass ich alles richtig gemacht bzw. gemessen habe, aber ich denke auch, dass ich jetzt nicht mehr viel anderes tun kann bzw. will. Also morgen. :-D

J+es}texm


Meine Mama liegt im Krankenhaus. Ich hätte sie so gerne gestreichelt und umarmt, sie angelechelt und gesagt "Maminka, es wird alles gut". Geht aber nicht. Du Trotzkopf! >:( :°( :)* x:) :)-


Tsunami, wofür lebst du eigentlich? ;-D

_]Tsunaxmi_


YangYin

Die Erwartungen anderer zu erfüllen insbesondere der eigenen familie ist eine extrem schwierige sache.

Warum werden überhaupt erwartungen gestellt ?

Ist es der geheime wunsch man möge die ideale erfüllen die der andere/familie nicht erfüllen können oder wollen so dass wir diese ideale verwirklichen müssen?

Ja, so kommt es hin.

Manchmal lebt man nicht durch sich selbst, sondern durch seine Kinder, was den Kindern natürlich eine gewaltige Bürde auferlegt.

Die eine Sache ist, den Kindern zu helfen, ihren ganz eigenen Weg zu gehen, und darauf stolz zu sein, weil man sie auf diesem Weg unterstützt hat.

Die andere Sache ist die, dass Kinder das nachleben, was man selbst gelebt hat, oder dass sie das leben, was man für sich selbst gewünscht hätte, und man dadurch glücklich wird.

Es kommt mir unweigerlich dieser eine Spruch in den Sinn:

Man bemängelt an anderen, was man an sich selbst nicht mag.

Ergänzung: Wenn man es schafft, mit sich selbst zufrieden zu sein, gibt es keinerlei Grund, andere zu bemängeln. ;-)

Ich denke solange man das leiden nicht selber erlebt und durchlebt hat ist man nicht in der lage das glück zu erkennen und zu fühlen.Es fehlt dann die nötige sensibilität...

Das ist sehr wahr. Und es steckt eine gewisse Logik bzw. Prinzip dahinter.

Ohne am Abgrund zu stehen, mit einer einzigen Gehrichtung, um sensibel zu werden, gibt es nur eine Alternative – die Wahrheit.

Wahrheit wird gerne gemieden, und doch ist sie zu jeder Zeit greifbar. Die vielen kleinen Wahrheiten des Lebens sind wie kleine Klippen, die man gekonnt umschifft, um dann an einer großen Klippe zu zerschellen.

YxanBgYixn


@ _Tsunami_

Das sehe ich genauso. Wie oft geschieht es das das offensichtliche "zugedeckt" wird mit netten "umschiffungen" um sich die wahrheit "vom hals zu halten".

Das birgt eine riesige gefahr. Wie sagte doch ein sehr bekannter philosoph-dessen name mir leider im moment entfallen ist:

Erledige grosse dinge solange sie klein sind.

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