Die Logik vom Glücklichsein

YyangYjin


Ist angst nicht eines der stärksten gefühle überhaupt? Sie kann uns zu höchstleistungen beflügeln,komplett handlungsunfähig machen,aus einem harmlosen menschen einen unberechenbaren tyrannen werden lassen,einen intelligenten menschen dummes tun lassen...usw

_wTsu]namix_


Ist angst nicht eines der stärksten gefühle überhaupt?

Meines Erachtens ist das ganz sicher so. Ich behaupte sogar, dass es unter allen Gefühlen das stärkste ist, sogar stärker als das Gefühl Liebe, was allgemeinhin als sehr mächtig bezeichnet wird. Man schaue sich mal das Ende von [[http://de.wikipedia.org/wiki/1984_%28Roman%29 1984]] an: Angst vs. Liebe. Klasse Buch übrigens – nicht nur, weil George Orwell vor über 60 Jahren einen enormen Weitblick für gesellschaftiche Entwicklungen bewiesen hat, sondern auch die Natur bzw. Gefühlswelt des Menschen sehr gut porträtierte.

Ist das Ende, wenn man sich in die Rolle von Winston Smith versetzt, nun ein Ausnahmefall oder eher der Regelfall? Ich denke, es ist der Regelfall.

Ich denke, die Angst – offensichtlich oder unterschwellig – überwiegt generell alles andere, weil sie so nah am Überlebensinstinkt angesiedelt ist, von dem sich ein Mensch nun mal nicht freisprechen kann.

_)TsuSnaEmi_


Ich denke zudem, dass sich aus dem Gefühl Angst – direkt oder indirekt – alle anderen Gefühle ableiten lassen, so auch das Gefühl Liebe.

Meines Erachtens beginnt das bewusste und reflektierte Leben eines Menschen nicht mit der Liebe, sondern mit der Angst. Das Gefühl Liebe mag mal da sein oder nicht, aber die Angst ist ständiger Wegbegleiter. Man spricht nur selten darüber.

Es wäre nun weit verfehlt, wenn man Gefühle im Allgemeinen oder die Angst im Speziellen als "irrational" oder "negativ" abstempeln würde. Ganz im Gegenteil, Angst ist für das Überleben und Leben wichtig, sogar zwingend notwendig.

Man könnte ein ganzes Buch darüber schreiben, siehe [[http://www.amazon.com/True-Our-Feelings-Robert-Solomon/dp/0195368533/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1288966184&sr=8-1 hier]].

In einem ganz rudimentären, biologisch bzw. neurologischem Sinne, ist die Angst dazu da, auf Gefahren hinzuweisen und einen Menschen davor zu schützen – und das in der Regel um ein Vielfaches schneller, als der Verstand oder Gedanken dazu überhaupt in der Lage wären. So gesehen, ist es keineswegs irrational, seinen Gefühlen, der Angst oder der Intuition zu trauen.
Angemerkt sei, dass ich hier von "gewöhnlicher Angst" spreche, nicht von Phobien oder durch traumatische Erlebnisse "verzerrte" Gefühle bzw. Ängste.

Es gab Beobachtungen, dass bei Menschen mit Gehirnläsionen bzw. Beschädigungen der [[http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala Amygdala]] jegliche "Berührungsängste" verloren gingen oder auf ein Minimum reduziert wurden. Sie hatten keine Angst mehr vor Fremden, konnte nicht zwischen vertrauenswürdig und nicht vertrauenswürdig unterscheiden, sie konnten wichtig von unwichtig nicht mehr unterscheiden, Risiken nicht einschätzen und Gefahren nicht mehr erkennen. Sie waren nicht mehr lebensfähig.

Das, was ich gerade beschrieb, sind rein physische bzw. neurobiologische Impulse und Folgen, das, was wissenschaftlich als [[http://de.wikipedia.org/wiki/Emotion Emotion]] bezeichnet wird. Gefühle spielen meines Erachtens nochmal in einer ganz anderen Liga.

_kTspunam)i_


Ich muss ein wenig lachen, wenn ich mir diesen Auszug aus der Wikipedia zum Thema Emotion anschaue:

Mit Emotionen beschäftigen sich unter anderem Biologie, Neurologie und Hirnforschung, Philosophie, Kulturwissenschaften, Physiologie, Psychiatrie, Psychologie, Religion, Soziologie und Verhaltensforschung.

Ich muss aber auch lachen, wenn ich sowas höre:

Meine Emotionen sind unberechenbar und rein subjektiv.

_\Tsun"ami_


Leben

Ich schrieb mal, dass das Leben in etwa so aussieht:

Überleben – Leben – Glücklichsein

Damals hatte ich noch eine eher chronologische Abfolge im Sinn, aber mittlerweile denke ich, dass eine chronologische Abfolge keinen Sinn macht.

Viel eher – insbesondere, wenn man seinen "Gefühlshaushalt" betrachtet – ist es so, dass alles gleichzeitig stattfindet.

Das Überleben ist die [[http://de.wikipedia.org/wiki/A_priori a priori]] Grundlage für alles andere. Deswegen ist die Angst auch schon seit der Urzeit so wichtig, denn sie sichert das Überleben. Auch heutzutage ist diese Angst ständiger Begleiter, denn der Mensch ist sich – bewusst oder unbewusst – darüber im Klaren, dass alles, was man hat, dem Überleben geschuldet ist.

Das Leben ist das Leben – so, wie wir es alle kennen. Man kann nicht einfach überleben und dann glücklich sein. Das macht keinerlei Sinn. Viel eher ist es so, dass das Leben der zentrale Faktor ist. Wenn man so will, und auf mein obiges "Bild" bezogen, dann steht man in der Mitte, mitten im Leben, zur Rechten das Überleben, und zur Linken das Glücklichsein. Man steht sozusagen in der Mitte und bewegt sich mal mehr nach links, mal mehr nach rechts.

Das Glücklichsein – ja... hier wird es sehr, sehr schwierig, mit Worten zu hantieren. Das liegt zum einen daran, dass das Glücklichsein ein Gefühl ist, und diese lassen sich bekanntlich nur sehr schwer in Worten ausdrücken. Zum anderen ist es so, dass Glück sehr stark von der Ausgangsposition bzw. der aktuellen Situation eines Menschen abhängig ist. Wenn man so will, dann gibt es keinen gemeinsamen Nenner. Wenn man jedoch anders will, dann sind Gefühle der gemeinsame Nenner.
Dennoch ist es meines Erachtens nicht so, dass das Glücklichsein bzw. die Gefühle einfach willkürlich über einen kommen, oder auch nicht. Man hat ein gehöriges Wörtchen mitzureden. So weiß ich zum Beispiel sehr genau, wie ich andere oder mich selbst unglücklich machen kann. Ob ich das tue oder nicht, oder was stattdessen, ist eine andere Frage.
Ich denke, es ist relativ einfach, sich selbst und anderen ein unglückliches Leben zu bescheren. Indem ich nichts tue, ist das schon so gut, wie garantiert. Denn nichts erhält sich von selbst und Paralyse führt unweigerlich zum Verfall.
Meines Erachtens gibt es einen dem Glück förderlichen Weg, doch dieser ist alles andere als einfach, denn er führt durch Wahrheit, Herausforderung, Verständnis, Angst und Demut.

_$Tsuwnamix_


[[http://www.youtube.com/watch?v=d6wRkzCW5qI Will you fight?]] ;-D

_/TsunaOmxi_


Die Objektivität erlaubt die Subjektivität, genauso wie die Subjektivität die Objektivität erlaubt.

Beides kann bedeutungsvoll nebeneinander existieren.

Ab einem bestimmten Punkt im Leben werden beide den Menschen in seine Grenzen verweisen.

_+Ts_un=amxi_


Das ist immer so.

_bTsunanmi_


Cause we're hungry – the food we love

[[http://www.youtube.com/watch?v=xGCzaJW2vlc&NR Chicken Wings]]

[[http://www.youtube.com/watch?v=S9B7im8aQjo Chicken Nuggets]]

_5Tesugnamxi_


Ha...

The revolution is much bigger than I thought. You just have to see it.

When dumb people turn their food into poison – worldwide

... for themselves and their children, then it is fair to say, that human beings have no brains and cannot be trusted at all.

If people don't make things better for future generations, but worse than it is, then something is terribly wrong.

If something so vital and precious as food is handled with so much carelessness, what do human beings care about anyway?

It seems that people are getting better killing themselves – physically and mentally.

It's quite a shame for a race that it is assumed to be intelligent.

I guess the only hope lies in a few people that fire up one or the other [[http://www.youtube.com/watch?v=jIwrV5e6fMY&feature=player_embedded#! revolution]] in order to make things better for themselves and their children.

As about happiness: Making things worse won't do that, a [[http://www.youtube.com/watch?v=d6wRkzCW5qI revolution]] might. ;-)

A revolution starts in the heart, not in the mind.

YmanzgYixn


I don't trust human beings....because I'm one of them...(unknown)

_5TsunaFmi_


YangYin

I don't trust human beings....because I'm one of them...(unknown)

Spannender und nachvollziehbarer Satz, welcher zwei interessante Implikationen bzw. Prinzipien beinhaltet:

1. Man geht grundsätzlich nicht davon aus, dass jemand anders/besser ist, als man selbst.

2. So, wie man sich selbst als Mensch sieht, sieht man auch seine Mitmenschen.

zu 1: Das überstarke Ego vieler Menschen erlaubt es nicht, es anders zu sehen.

zu 2: Wer von der "Schlechtigkeit von Menschen" ausgeht, muss ein ziemlich schlechtes Bild von sich selbst haben.

Der Trend der Zeit ist meines Erachtens, dass der Mensch sich mehr mit Natur, Prinzipien, Lebensförderlichkeit, der Gemeinschaft und sich selbst auseinandersetzen muss, weil er und seine Gemeinschaft danach bewertet und gerichtet werden – nicht von anderen Menschen, sondern vom Leben selbst.

Religion und Philosophie umschreiben es schon seit ewigen Zeiten, die Wissenschaft nähert sich an und das Wirtschaftssystem/Kapitalismus ist ein Sorgenkind. Das Ganze sind jedoch nur Disziplinen, welche vom Einzelnen und der Gemeinschaft getragen werden – von dir und mir.

Wenn man in diesem System die Prinzipien, die Eigenverantwortung und die Möglichkeiten (auch für Glück) nicht erkennt, dann weiß ich auch nicht.

Die Natur und ihre Prinzipien – der Grund und Boden unseres Lebens – geben alles vor, was für das Leben wichtig und notwendig ist. Man muss nur mal zuhören. Und entsprechend handeln. Nicht um anderen Menschen gerecht zu werden, sondern damit man jeden Tag sich selbst und anderen mit einem guten Gefühl ins Gesicht schauen kann. Auch das ist Glück.

Auch Gerechtigkeit und Wahrheit sind ein Gefühl, welches in Natur und ihren Prinzipien wurzelt. Man kann den Prinzipien der Natur nur auf Gefahr des schadhaften Verhaltens gegenüber sich selbst und anderen zuwiderhandeln.

_WTsNugnamxi_


Es wäre sehr weit gefehlt, zu denken, dass es im Leben keine Prinzipien gibt und diese nicht der Natur entspringen. Soweit es den Körper und Gedanken betrifft, ist das alles sehr überschaubar, doch wenn es um Emotionen und Gefühle geht, dann wird es heiß, heiß, heiß... ]:D

_%Ts unEami_


Ideen, die die Welt bewegen

Finde es faszinierend, [[http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E6809215699E44D07AEA8C6CC7D52AB41~ATpl~Ecommon~Sspezial.html wie der Götz Werner sich weiterhin für das Grundeinkommen einsetzt]]. Als Milliardär hat er das ja nicht unbedingt nötig.

Einen guten Überblick zum Thema Grundeinkommen bietet dieses [[http://www.dailymotion.com/video/x6ycy9_grundeinkommen-ein-filmessay_news Film-Essay]].

Übrigens stimmt es laut Wikipedia nicht, dass die Kirche lange an dem Glauben festhielt, dass die Erde eine Scheibe sei.

_`TsunVa/mix_


Wow, es gibt sooooo viel zu tun, und am liebsten würde ich nur schlafen. Na ja, die Sonne lacht, und ich kann nicht untätig zuschauen, wie mein ganzes Leben zusammenbricht. Also, chakka!

Schönen Tag allerseits. *:)

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