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Unistress, Angst, Heulattacke: Was tun?

a?txx hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich weiß nicht was mit mir los ist.

Ich war schon immer der Typ, der zwar auf den letzten Drücker gelernt hat bzw. nur das gelernt hat, was er braucht um die beste Note rauszuschlagen (ich lerne immer auf eine 1.0 hinaus), aber ich habe in Vergangenheit immer sehr gute bis gute Ergebnisse gebracht. Viele halten mich für klug ich finde das aber nicht (bin lediglich fleißig zu bestimmten Zeiten). Wenn ich Fristen zu erfüllen habe, dann schaffe ich das auch mit viel Stress "komme was wolle". Bis hier hin hört sich alles noch gut an, es folgte aber ein Absturz (so würde ich es bezeichnen):

Nachdem ich so gut wie alles für mein Diplom fertig hatte (Scheine etc.), habe ich ein halbes Jahr nichts gemacht (vorm PC hinvegetiert; lebe noch bei meinen Eltern). Ich hatte einfach keine lust mehr auf Uni. Nun spüre ich auf einmal, dass ich zu viel Zeit vergeudet habe und etwas tun muss. Ich muss einige Diplomsabschlussprüfungen hinlegen (das Datum der Prüfungen steht jetzt auch schon fest!) und muss dafür locker 5 Monate lernen (ich muss leider auch Stoff nachholen den ich noch nie gelernt habe - ich mache mir Gedanken/Sorgen ob ich alles selbstständig kapieren werde). Eine Woche lang hatte ich jetzt schon Bauchschmerzen und konnte deshalb nur wenig essen. Zwei mal bin ich um 1 Uhr morgens aufgewacht und konnte vor Aufregung/Sorgen nicht schlafen. Mein bester Kumpel schafft es zwar mich aufzumuntern aber ich verfalle immer wieder in eine Angst und Stresssituation. Diese Prüfungen machen mich einfach fertig. Was ganz komisch ist: Seid gestern kann ich auf knopfdrück losheulen wie ein Schlosshund! Wie komisch ist das bitte? Dabei ist mein Kopf leer beim heulen, ich kann jetzt einfach so heulen... Hinterher kann ich darüber nur schmunzeln... Das ist meine momentane Lage.

Werde ich langsam verrückt? Ich hab mich persönlich immer für einen "harten Kerl" gehalten, aber die Schale war wohl nur hart :-|

Ich will diese Prüfungen auf jeden Fall ablegen "damit ich erlöst bin", habe aber zu starke selbstzweifel dass ich es schaffe. "Die anderen" glauben an mich, ich aber anscheinend nicht. Woher kommt diese Heulattacke? Das ist einfach abnormel, ich war schon oft in Stress aber jetzt glaube ich ist das einfach nur noch pure innerliche Angst (oder so :-/ )

Was soll ich tun?

Danke fürs Lesen!

Antworten
Zlwackx44


Könnte eine depressive Phase sein - passiert gern Perfektionisten ("ich lerne immer auf eine 1.0 hinaus") dann, wenn der Stress zu hoch wird; in Deinem Fall ist durch das halbjährige Nichtstun die Zeit davongelaufen, und nun siehst Du - wohl zu Recht - ziemlich viel Arbeit auf Dich zukommen, die Du innerhalb kurzer Zeit erledigen willst/sollst. In Deinem jetzigen Zustand fehlt Dir der Antrieb zum Lernen. Schildere doch einfach alles Deinem Arzt; vielleicht kann er Dir mit einem Antidepressivum helfen. Für eine Psychotherapie fehlt wahrscheinlich die Zeit.

mharik.a sUtexrn


ich kenne das. ich hab auch immer das gefühl, ich pfusch mich überall total durch und spiel den leuten vor, dass ich was drauf hab und jetzt im diplom fliegt alles auf und die welt kommt dahinter, was für ein hochstapler ich bin.

das einzige, was hilft ist einfach einen schritt nach dem anderen setzen und einfach machen. ab und an mal inne halten und zurück schauen, was man schon geleistet hat, aber nur möglichst ungenau nach vorne.

also nicht auf ein ziel (prüfung, abschlußarbeit, etc) hinarbeiten, sondern einfach sagen: so, ich setz mich jetzt jeden tag fünf stunden hin und beschäftige mich damit. irgendwas bleibt dann schon hängen. was ich immer gemacht habe, war, bücher stichwortartig abzuschreiben und dann selber wieder am pc auszuformulieren. das ist eine so sinnlose und auf kleinmaßstäbliche ziele gerichtete tätigkeit, dass das funktoniert.

was dabei sehr hilfreich ist, sind maßstäbe von außen. mit jemandem zusammen lernen ist zum beispiel aus dem grund sinnvoll, dass man dann dem anderen die sachen erklären kann und dann auf einmal merkt, dass man doch was auf dem kasten hat. oder einfach andere bekannte als "opfer" wählen und mit dem gelernten zulabern (kinder und betrunkene bieten sich da sehr für an ;-), wenn dein fach halbwegs interessant ist - meins ist es zu glück).

W8aterlxi


Das ging mir auch schonmal so... ich hab was so auf den letzten Drücker machen wollen, dass ich nachts um 1 einfach nur vor dem PC das Heulen anfing und dachte "scheiß drauf, ich geh jetzt ins Bett, dann hab ich das halt nicht gemacht". Bind dann am nächsten Tag hingegangen und hab gesagt, dass ich das nich geschafft hab und noch Zeit brauch. Vielleicht solltest du auch Druck rausnehmen... wenn du schon weißt, dass du es in 5 Monaten nicht schaffst, dann mach das Diplom nen halbes Jahr später, oder geht das nicht? Diplom ist doch nicht zeitlich vorgeschrieben. Oder vielleicht kannst du die Hälfte der Prüfungen machen. Und wenns BaföG nicht reicht, dann nimmst du eben das halbe Jahr so einen Kredit, dann hast du zwar ein paar Schulden aber du wirst immerhin nicht psychisch krank. Überforder dich nicht und versuch einfach, ein bisschen von den Prüfungen zu verschieben oder insgesamt länger Zeit zu haben. Man muss nicht immer bis zur Nacht vor der Prüfung warten bis man kapiert, dass man zuviel Zeit vertrödelt hat. Vielleicht hast du echt schon zuviel Zeit vertrödelt... dann wäre es doch aber bescheuert, sich jetzt zu zwingen und total unter Druck zu setzten, wenn du jetzt schon vor Angst kaum schlafen kannst. Ich finds ne gute Idee, wenn du mal mit deinen Profs reden würdest, vielleicht können die dir ja was vorschlagen... bis jetzt war bei mir immer die Möglichkeit, irgendwas zu verschieben oder länger Zeit zu kriegen.

ssonn7ensjtern2


Also ich glaube, du befindest dich in einer Phase, die JEDER schon mal durchgemacht hat.

Habe auch regelmäßig vor meinen Prüfungen Heulattacken gehabt und zwar jedes Semester wieder und kenne auch dieses Gefühl, dass man sich in so einer Art Lern- oder Bewegungsstarre befindet.

Ich finde aber trotzdem, dass 5 Monate zum Lernen genug sind (hatte zwischen meiner letzten Prüfung un der ersten von 3 Diplomprüfungen 3 Wochen Zeit...) und du solltest jetzt einfach ANFANGEN (auch wenn du denkst, es geht nicht) und nicht denken, dass du unnormal bist oder ein psychologisches Problem hast.

Das was jetzt bei dir rauskommt, ist der aufgestaute Druck durch deine vorhergehende Faulheit und das ist völlig normal, dass du jetzt nervös bist, gerade weil du dich auch sonst immer zu Höchstleistungen prügelst! Denk bitte nicht, dass du ein Fall für den Psychologen bist sondern fang einfach an zu lernen! Dann wird das auch mit deinem Gefühlschaos besser.

s,onnenasterxn2


Auch ganz heißer Tip: Lerngruppe bilden - dann siehst du, was die Anderen machen und wie weit die sind und was dir an Wissen noch fehlt. Und wenn du gut vorbereitet bist, beruhigt sie dich wieder. Das Schlimmmste, was man im studium machen kann, ist immer alleine vor den büchern zu hocken. Das wird bei dir ja nicht unbedingt besser, dadurch, dass du nun auch noch zu Hause wohnst...

ZUwacfk4x4


fang einfach an zu lernen! Dann wird das auch mit deinem Gefühlschaos besser.

... aber wenn der Antrieb fehlt? Falls der TE tatsächlich depressiv wäre, würden solche Ratschläge wenig nützen; dann KANN er einfach nicht (wenn die Depresion stark genug ist).

B4luDebelxla


Hi, atx,

genau das, was Du beschreibst habe ich mehrfach bei der Freundin meines Sohnes mitbekommen. Sie war damals gerade dabei ihren Master zu machen. Es ging sogar so weit, dass mein Sohn mich anrief und sehr verzwweifelt war, weil er ihr nicht mehr helfen konnte. Er hatte das Gefühl, sie würde durchdrehen. Als er sein Diplom bekam, wir als Familie waren alle dabei und sie auch - fing sie im Saal an hemmungslos zu heulen - wie ein Schloßhund. Unsere Oma meinte schon, sie wäre evtl. schwanger, es wären die Hormone, aber das war es nicht. Sie heulte auch danach tagelang und auch auf Knopfdruck. Meinem Sohn ging das alles ziemlich auf den Nerv, zumal sie auch nicht mit auf die Diplom-Feier gehen wollte. Sie verließ mit verheulten Augen und leidendem Blick die Uni. Mir ging das auch ganz schön auf den keks, weil sie meinem Sohn den schönsten Tag versaut hatte und ich habe ihr dann gesagt, sie solle sich endlich mal am Riemen reißen. Dann ging es ein paar Tage - dann kam wieder ein Anruf von meinem Sohn, er wollte sie in eine Klinik bringen, er könnte so nicht mehr und er wüßte nicht, wie er ihr helfen könnte?!

Schlußum, es war einfach nur der Streß mittlwerweile hat sie alle Prüfungen bestanden und sogar mit besten Noten. Jetzt macht sie gerade ihren Doktor und ist glücklich, weiter lernen zu dürfen und hat sogar Aussicht auf einen Job an der Uni. Beide sind ins Ausland gezogen und es geht ihnen bestens!

Also, da muss man wohl durch bzw. muss man einen Weg finden den Streß etwas zu verringern - dann dauerts halt etwas länger! Ich wünsche Dir viel Glück und mach dir keine Sorgen, dass ist alles völlig normal! :)^

Z;wacMk4x4


Sch....-Tastatur: Depression natürlich.

sKonnenOstexrn2


... aber wenn der Antrieb fehlt?

Der Antrieb hat einfach nur gefehlt, weil bis vor kurzem kein Termindruck da war. Jetzt stehen die Termine fest und der TE hat auf einmal erkannt (oh Wunder!), dass die Zeit doch schnell verronnen ist und ganz knapp geworden ist. Da kriegt JEDER Panik, aber das hat nichts mit einer Depression zu tun. Der TE ist einfach ein Lerntyp, der feststehende Termine braucht, das hat er ja selbst auch schon so gesagt (siehe Eingangspost). Nun sollte er nicht zum Arzt laufen, sondern sich als erste Maßnahme z.B. EINEN Tag Zeit nehmen, an dem er NICHT lernt, sondern Ordnung in sein Lernchaos bringt. Das sieht so aus:

1. Alle Themen für alle Fächer aufschreiben, die gelernt werden müssen bis zur jeweiligen Diplomprüfung.

2. Ungefähr den Zeitrahmen festsetzen, der für einzelne Themen eingeplant werden sollte (dabei beachten: Wahrscheinlich wird man nicht alles schaffen, aber das ist NORMAL im Studium!)

3. Lernplan aufstellen mit Tag xy, 3 h für Thema sowieso; Tag xz, 5 h für Thema diesunddas; Tag zw,; 3 h Wiederholung von Thema diesunddas und Thema sowieso, neues Thema blabla anfangen.

So wird das was! Zur Unterstützung kann man ja mal über die Einnahme von Johanneskraut nachdenken oder vielleicht mal über einen termin mit dem Studienberater, aber das Studium jetzt NOCH mehr in die Länge ziehen (im Ernst: fast 1 Jahr zeit für Diplomprüfungen und dann nochmal verlängern ???) halte ich nicht für notwendig.

Zswackx44


Wenn Dein Vorschlag nützt, sonnenstern, prima! Wenn nicht, kann man schon an eine Depression denken; ich vermute, Du hast noch keine gehabt (Du Glückliche).

szonneAnst$ernx2


Ja wenn das nichts wird, dann weiß ich auch nicht und dann müsste man vielleicht wirklich an eine Depression denken.

Was mir nur so komisch vorkommt - erst rumhängen (und das bei durchaus nicht schlechter Laune...) und Zeit verstreichen lassen, und dann auf einmal feststellen, dass keine Zeit mehr da ist - und dann Panik kriegen und man hat eine Depression? Das scheint mir einfach - zu einfach! Daher denke ich, dass hier nur eine "Panik- Lern-krise" vorliegt, die wahrscheinlich jeder Student in einer leichteren oder schlimmeren Form schon mal durchgemacht hat. Hängt natürlich vom Lerntyp ab. Aber nur weil man selber schon mal eine Depression hatte (und ich nehme aus deinem Schreiben an, dass das bei dir schon mal der Fall gewesen ist, zwack?) haben nicht alle anderen, die kurzzeitig in einer Krise stecken, auch eine. Man kann es eben nicht immer als Entschuldigung Und Ursache für alle Krisen nehmen, auch wenn es bestimmt öfter zutrifft, als man denkt, da gebe ich dir Recht, Zwack44!

Z)wack?4s4


Nein, sonnenstern, nicht weil ich auch schon Depressionen hatte, sondern wegen der Symptome, die mir so bekannt vorkommen: Entscheidungsschwäche, innere Leere, Wollen-aber-nicht-können, Weinkrämpfe, gestörtes Selbstwertgefühl, fehlender Antrieb, Schlafstörungen usw. Jeder trägt hier halt aus seinen Erfahrungen bei; es wird schon etwas für den TE dabei sein. Und mir fehlt die Erfahrung "Unistress führt zur totalen Blockade".

pcol{y_30


Mir gings genauso wie dir. Ich bin auch perfektionistisch und hab immer super noten in der uni gehabt. Hab aber auch eher auf dem letzten drücker gelernt und dann auch panik bekommen aber während der uni lernen, neeee. Im mai hatte ich damals 2003 im jahrhunderthitzesommer zu lernen angefangen fürs diplom und hab festgestellt, dass es viele dicke schinken sind, stoff, den wir nie in der vorlesung hatten und ich das auf keinen fall für die 4 schriftlichen und 5 mündlichen prüfungen bis september schaffen werde. Ich lese alles immer sehr sorgfältig und schreibe auch viel raus etc. es war unmöglich für mich alles gleichzeitig zu lernen, denn ich brachte alles durcheinander, hatten dann nur noch angst und panikattacken, so dass ich tagelang vor meinen büchern sass und nix aufmachen konnte, nichtmal lesen. Sobald ich aber die bücher liegen liess, plagte mich ein schlechtes gewissen.

Das führte so weit, dass ich ärztliche hilfe in anspruch nahm und mir ein antidepressivum verschreiben liess, was half. Letztendlich habe ich nur 3 prüfungen im september gemacht, mir ein attest geholt und den rest im nächsten semester gemacht mit einer super diplomnote. Ist zwar nicht so geplant gewesen, dass ich ein halbes jahr später fertig wurde, aber anders wäre ich durchgedreht. Kannst du das nicht splitten?

awt,x


danke für die ganzen antworten.

theoretisch könnte ich die termine verschieben, aber mir wurde direkt danach ein Platz für die diplomsarbeit zugesagt den ich nur bekomme wenn ich bis dahin die prüfungen abgelegt habe. Deshalb will ich unbedingt zu diesem Termin fertig werden. Es ist ja auch theoretisch möglich das alles zu schaffen. Es ist knapp kalkuliert, aber möglich...

Mittlerweile geht es mir besser. Ich dachte auch erstmal an einer Depression (vielleicht stand ich kurz davor) aber ich glaube jetzt habe ich "die Arbeit akzeptiert" und muss auch nicht mehr heulen. Ich bin leider ein einzelgänger/einzellerner und werde also monate lang selber lernen. über icq habe ich kontakt zu einigen kommilitonen, mit denen ich sonst auch etwas über den stoff besprechen könnte (sie sind aber ncht so fleißig wie ich).

Was mir geholfen hat: Als es mir grotten schlecht ging, habe ich mit meiner Familie darüber gesprochen, die mich dann aufgebaut hat. Man sollte nicht denken "oh nein das ist zu viel stoff, das packe ich niemals und dann hab ich versagt und die welt geht unter". Man sollte denken: "ich muss nun viel lernen, und ich werde es nach meinem - wenn auch knappen - zeitplan schaffen. Wenn ichs nicht schaffe ist das kacke, aber die prüfung kann ja noch wiederholt werden - aber so dumm dass ich sie wiederholen werden muss, bin ich ja nicht (das glaub ich jetzt schon)".

Ich glaube es war einfach die Panik die mich erfasst hat, nun habe ich sie akzeptiert. Aus Panik und Angst hab ich nun meine "ultimative peitsche" kreiert die mich vorantreiben wird. Ich habe nichteinmal mehr lust Spiele zu spielen, "lieber schlage ich das Buch auf"..

Ich werde absofort jeden Tag 9 Stunden lernen und das Tempo über Monate halten; ich weiß ich kann das.

Nothing is impossible.

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