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Underachiever, unser Fluch

JIulmiaFaee hat die Diskussion gestartet


Mein Sohn ist 15 Jahre alt. Festgestellt wurde die Hochbegabung in der 5. Klasse. Nachdem er die Schule bereits verweigerte. Selbst die Diagnose brachte uns nicht voran. Ganz im Gegenteil. Die Lehrer machten dicht. Hochbegabung? Bei meinem Sohn? Der schreibt doch nur 5en und 6en....hieß es immer. Er litt inzwischen schon körperlich, bekam in der 5. Klasse seine erste Depression.

Alle Gesprächsversuche mit der Schule scheiterten. Selbst die Schulpsychologin gab unseren "Fall" ab. Ihre Begründung...Ärger mit dem Schulamt, sie könne uns nicht mehr helfen. Hilf dir selbst! Mein Kind ging weiter ein.

Ich suchte eine andere Psychologin, die ihn erneut testete. Fazit, raus mit dem Kind aus dieser Schule, er gehört dort nicht hin.

Also zog ich um. Mein Sohn bekam neuen Lebensmut, traf auf Lehrer, die ihn mochten, mit denen er klar kam. Er blühte auf, bekam Selbstbewußtsein, wurde glücklich, bis er erneut verwelkte. Seine Schullaufbahn, Hauptschule und Hänselleien. Er ist ein sehr stilles Kind, sehr zrückhaltend, kommt mit Ungerechtigkeiten nicht gut klar.

Erneute Depression im letzten Herbst und Einweisung in die Psychiatrie, da er Selbstmordgedanken äußerte.

Nach 3 Monaten Entlassung, gerade vor wenigen Tagen hat er den Neustart an seiner Schule probiert. Genau einen Tag hielt er es aus. Er flüchtete sich zurück in Selbstmordgedanken mit dem Resultat, dass ich ihn nach Rücksprache mit seinem Doc erneut in die Psychiatrie brachte.

Er ritzt sich, kommt mit den Gleichaltrigen Kindern nicht klar. Die haben nicht seine Gedanken. Die albern, bauen Scheiße, sind wild und laut, eben wie ganz normale Jugendliche in diesem Alter 14/15 sind.

Aber mein Sohn ist anders. Er will philosophieren, er will Denken, hat keine Lust mit den anderen über den Schulhof zu jagen.

Er ist viel zu erwachsen. Er hat noch nie, auch als kleiner Junge nicht, mit Gleichaltrigen gespielt.

Ihm ist bei seinem kurzen Besuch in der Schule richtig bewußt geworden, das er allein ist, das er niemanden hat, mit dem er seine Gedanken teilen kann. Ihm geht es jetzt schlechter den je. Er sieht kein Morgen mehr. Möchte nicht mehr leben.

Gibt es Betroffene unter euch?

Underachiever? Wie habt ihr alles geschafft. Wie seit ihr durch die Schule gekommen. Wie habt ihr die Diagnose überlebt? Mein Sohn hat keinen Lebenswillen mehr. Er glaubt nicht mehr an sich. Er glaubt selbst, er sei dumm.

Wie kann ich meinem Sohn helfen.

Antworten
M\emphis_oultraelighxt


Gibt es keine entsprechenden sonder-Schulen für ihn? Sicher schwierig, auch weil er gerade in der Paupertät ist. Und die hänseleien (Mobbing) - die dein Sohn durch seine Besonderheit zweifellos angezogen hat - kann selbst für ein durchschnittliches Kind enorme psychischer Verletzung bedeuten. Es entwickeln sich daraus meist psychische Folgeprobleme - wie er sie jetzt hat.

Wie lange wird er denn diesmal in der Psychiatrie bleiben? An manchen psychiatrischen Einrichtungen gibt es ebenfalls eine Form von unterricht. Also wo ein Lehrer von einem Gymnasium vorbei lehren kommt.

Es ist selbstverständlich auch, dass Underachiver ihre "Bestimmung" im leben finden.. womit sie persönlich glücklich werden. Selbst aus den Schwierigkeiten heraus, die ihr ihnen Leben dadurch, in der Vergangenheit brachte.

Es wird vielleicht eigens Foren zu diesem Thema geben, bzw selbsthilfegruppen für Gleichgesinnte (Betroffene) bzw. Angehörige. Schau dich mal um. Vielleicht kann er in der Jugendpsychiatrie einen Finden, mit dem er sich anfreundet. Das würde den Behandlungserfolg sicherlich um ein vielfaches erhöhen!

Das ist sicherlich auf für dich, als Mutter sehr schwierig. Naja als Option vielleicht einen !Underachiever Freund" für ihn adoptieren, wenn das die einzige Option bleibt außer der Psychiatrie...

JUulitaFgeNe


Danke Memphis,

es gibt Schulen für solche Kinder, nur leider für mich unbezahlbar.

Ich habe mich jetzt an eine Privatschule in Braunschweig gewendet. Er müßte dort dann in ein Internat gehen. Und wenn ich einen Kredit aufnehme, um ihm die Schule zu ermöglichen.

Das schlimme ist nur, er glaubt ja nicht mehr an sich. Er möchte ja, aber er kann nicht. Er ist vollkommen leer. Ich weiß nicht wie ich das ändern soll.

Wir wissen noch nicht, wie lang er diesesmal in der Psychiatrie bleiben muß. Schule hatte er dort auch und fand auch Freunde. Da er jetzt aber eigengefährdet ist, darf er die Station nicht mehr verlassen. Auch nicht, um in die Schule zu gehen. Er ist sehr sehr traurig, fühlt sich weggesperrt, möchte sich ablenken, kann es aber nicht. Eine Freundin aus der Psychiatrie (zu der hatte er ein besonderes Verhältnis) darf er nicht mehr sehen. Das nimmt ihn zusätzlich mit. Die werden ihre Gründe haben. Man muß ja auch an das Mädchen denken. Ich werde am Montag nachfragen, aber ich zweifel seinen Arzt nicht an.

Er muß für sich Strategien entwickeln, um mit Hänselleien anders umzugehen, als sich immer wieder in die Psychiatrie zu flüchten, aber das gelingt ihm nicht. Er kann darüber nicht nachdenken. Ihm fällt dazu nichts ein.

Ich kann ihm noch so viel Mut machen, an ihn glauben, es kommt nicht an.

Das sagte er selbst zu mir.

Was kann ich ihm denn noch sagen. Ich sage ja immer das er ein ganz toller Junge ist, ich an ihn glaube. Er aber fühlt sich hässlich, unbeliebt und dumm. (das ist aber alles nicht so)

Ich zähle seine ganzen positiven Seiten und Eigenschaften auf, es kommt nicht an. Er glaubt den wenigen ärgernden Kindern mehr.

Wie soll er denn seine Bestimmung finden? Er kennt seine Interessen ganz genau und weiß auch was er machen möchte, aber wie soll er dahin kommen.

So hilflos wie jetzt waren wir beide noch nie.

Ihm gegenüber bin ich positiv. Ich kann ihm nicht noch mehr Angst machen. Aber im Grunde weiß ich auch nicht mehr weiter.

S$an`jax-


Hallo Julia!

:)_ Es gibt die "Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind". Vielleicht findest du da in deiner Umgebung Ansprechpartner, aber vor allem auch andere "Betroffene". Ich wünsche es dir!! :)z [[http://www.dghk.de/index.html]]

J}uVliaFlee


Danke Sanja,

ich habe eben eine Mail geschrieben. Wir brauchen so dringend Beratung.

Ich muß meinem Kind was bieten. Er kann nicht mehr in die Zukunft blicken. Da ist nichts als Leere. :°(

M$emphi&s_ultra'lxight


Hallo JuliaFee,

Dein Sohn hat eben leider schlimme Erfahrungen gemacht, mit mobbing und ausgeschlossen-werden. Aufgrund dieser, traf er unbewusst die Schlussfolgerung, dass er wohl dumm, hässlich oder sonstwas sein muss, warum ihm die anderen

ablehnen

. Auch wenn er dir vertraut, kommt man mit Worten dagegen nur schwer an, weil die Erfahrung(en) (die er machte), viel gewichtiger ist, woraus sich mit der Zeit eine Überzeugung bildete und woran er jetzt fest glaubt. Dazu kann man noch viel schreiben, aber viel wichtiger ist eben für dich, wie es weitergehen soll bzw. du ihm helfen kannst.

Wenn er glaubt, er wäre dumm usw. wird sein Verstand stets nach Bestätigungen für diese Annahme suchen und da genügt eine Kleinigkeit von einem Fremden, die er dann so umdeutet. Das heißt wider ins reale Leben kommen, kann unter diesem Umständen, schwer werden. Vorallem nach diesem Rückfall. Das wichtigste ist erstMal, dass er diese Gedanken an ein Ende seines Lebens, los wird. Dabei können ihm die Medikamente helfen. Das braucht jetzt seine Zeit. Aber das kriegen die Medikamente schon hin.

Darüber hinaus braucht er eine psychologische Betreuung. Diese finden einen besseren Weg ihm zu sagen, dass es nicht so ist wie er glaubt. Wichtig ist dass du ihm nicht sagst er sein nicht dumm oder nicht hässlich. Das ist etwas woran er jetzt glaubt. Und wenn du seinen glauben ablehnst, ist es wie eine weitere Ablehnung und er kann dir auch weniger Vertrauen. Sag ihm nur dass du ihn liebst, egal wie es ist! Das hilft viel besser richtigen Glauben von selbst zu finden.

Hoffentlich stabilisiert er sich durch die Medikation und später. psychologische Betreuung und man kommt von außen wieder an ihn heran. Nachdem das geschafft hat und wieder normal denken und handeln kann, muss er auf jeden Fall eine Psychotherapie machen um die negativen Erfahrungen, Trauma bzw. psychischen Schaden das er davon gezogen hat, aufzulösen und aufzuarbeiten. Erst dann kann er positive Erfahrungen sammeln. Am besten langsam mit vertraulichen Kindern in seinem alter um einen neuen glauben an sich aufzubauen. Den hat er verloren und sieht keinen Grund mehr weiter zu leben. Darüber hinaus bereiten ihm wohl seine Instinkte Totenstimmung. Ablehnung, von der "Gesellschaft" bedeutete über Jahrmillionen für einen Menschen, den sicheren tot. Heutzutage trifft das nicht zu, aber das Gefühl kommt aus der unbewussten Beurteilung der Erfahrung.

Ich hoffe er kann mal das Mädchen sehen, auch wenn es nur für eine halbe Stunde ist! Aber die Ärzte werden da ganz sicher wissen was sie tun!! Alles Gute dir.

J&ulia&Fee


Memphis,

das habe ich so noch nicht gesehen. Er glaubt daran schlecht zu sein, und ich wollte ihm diesen Glauben nehmen. Es ist so schwer alles richtig zu machen. Immerhin hat er sich mir geöffnet.

Irgendwie muß er mir doch noch vertrauen.

Er sollte außerhalb der Klinik psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, aber dazu kam es bisher noch nicht. Er ist ja auch gleich wieder eingewiesen worden.

Mit dem Mädchen hat er heute 1 Stunde geredet. Ich habe eben mit ihm telefoniert. Auch ein Gespräch mit einem anderen Mädel hat ihm sehr geholfen. Er ist sehr rastlos. Fühlt sich wie in einem Käfig, aus dem er ausbrechen will. Egal wie. Das ist nicht nur das "eingesperrt sein". Der Käfig/die Blockade ist in seinem Kopf.

Ich weiß nicht ob das Medikament nützt. Er bekommt 20mg Fluoxetin.

Er kann sich in der Klinik nicht mehr ritzen, dafür hat er sich heute geschlagen. Ich höre ihm zu, es ist so schwer die richtigen Worte zu finden. Ich bin kein Psychotherapeut, ich bin nur seine Mutter. Ich habe nicht Psychologie studiert. :°(

Er liebt mich, das weiß ich. Ich glaube, das einzige was ihn von seinem letzten Schritt abhält bin ich. Als er mir seinen geritzten Arm zeigte sagte er mir, dass er es so lang verborgen hat, um mir keine Angst zu machen. Auch sein Arzt hielt dicht. Das finde ich gut.

Eine Psychotherapie ist unumgänglich. Die hätten wir schon gleich nach unserem Umzug machen sollen. Er hat schlimmste Erfahrungen gemacht.

Vielleicht hilft auch einfach dieses Medikament nicht. Er bekommt auch wenig Gesprächstherapie. Das möchte ich auf jeden Fall noch mal ansprechen. Ihm jetzt sich selbst zu überlassen finde ich nicht richtig.

Es kann aber auch sein das es richtig ist. Was weiß ich denn schon.

Diese ganzen Wenn und Aber......

MDempwhis_{ultraMlight


Das war auch ein sehr großer Fehler, gleich nach der Klinik unter die Leute zu kommen. Das hätte man wissen müssen! Aber da kann man jetzt auch nichts machen.

Du bist auch keine Psychologin, sondern eine Mutter. Deine Aufgabe ist nur ihm Liebe und Mitgefühl entgegen zu bringen. Das Kind muss sich erst einmal verstanden fühlen, dann kannst du ihm "helfen" indem du ihn tröstest. Dein Sohn fühlt sich "allein, dumm oder hässlich", das sind seine Gefühle in diesem Augenblick. Versuche ihm diese nicht abzustreiten, sondern bring ihm viel mehr Verständnis entgegen, dass er sich jetzt gerade so fühlt. Mehr ist nicht erforderlich! Außer "das wird schon, du wirst dich wieder gut fühlen und glücklich werden".

Sich verstanden fühlen schafft Nähe, Nähe schafft vertrauen und er wird diesen Worten vertrauen und Hoffnung schöpfen.

_0TIsu6nami(_


Julia

Vielleicht findest du unter diesem [[http://www.dr-gumpert.de/html/forderung_bei_hochbegabung.html Link]] Verwertbares für dich.

M$rsC%ara"mexlle


Hallo JuliaFee

Ich kann es nachvollziehen wie es deinem Sohn geht.

Seitdem ich denken kann, hatte ich das Gefühl anders zu sein. Ich hatte das Gefühl ich sehe die Welt anders und intensiver als andere. Ich wusste, dass die Gedanken und Emotionen, die ich empfand nicht die Norm für ein Kind sind. Ich bekam früh Depressionen und in der Pupertät fing ich an mich zu schneiden und ein Klinikaufenthalt folgte dem anderen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass diese Isolation, die ich emfpand daherkam, dass nicht nur lebte, sondern auch permament dachte.

Ich dachte über jede Kleinigkeit nach und philosopierte ununterbrochen.

Es gibt Menschen, die laufen von Punkt A zu Punkt B und sind glücklich, sie arbeiten, sie essen, kommen heim und sind zufrieden.

Andere Menschen sind Träumer, sie hinterfragen alles, und diese Tatsache, hatte mich damals einsam gemacht.

Ich wurde von den Lehrern damals als sehr intelligent eingestuft, aber war nicht immer gut in der Schule.

Irgendwann habe ich mich mit Künstlern und Musikern auseinandergesetzt, fast alle großen Künstler, litten unter Depressionen, und die Tatsache, dass sie sich mit ihren Gedanken und Philosophien auseinandersetzten ging nur über ihre Musik, Gedichte, oder Gemälde.

Ich bin jetzt vielleicht abgeschweift, aber ich meine, dass sehr intelligente Menschen sehr oft damit zu kämpfen haben, bis sie lernen ihre innere Tiefe die sie empfinden auf etwas zu projezieren.

Sehr oft machen Gedanken einen Menschen einsam, besonders in unserer Gesellschaft wo es um Konsum, Profit und Funktionieren geht.

Dazu habe ich übrigens ein tolles Zitat von Hermann Hesse

"Wer nicht am Denken leidet, den freut das

Aufstehen am Morgen und das Essen und Trinken, der

findet Genüge darin und will es nicht anders. Wem aber

diese Selbstverständlichkeit verlorenging, der sucht im

Laufe der Tage begierig und wachsam nach den

Augenblicken wahren Lebens, deren Aufblitzen beglückt

und das Gefühl der Zeit samt allen Gedanken an Sinn und

Ziel des Ganzen auslöscht."

J\ulwiaF0ee


@ Memphis

Er hat leider sogar in der Familie Ablehnung erlebt. Mein Bruder mochte ihn noch nie, weil er so anders war.

Ja, sicher war auch der direkte Einstieg in die Schule nach seinem Klinikaufenthalt nicht gut.

Aber was ist die alternative. Er kommt ja wieder in diese Situation. Ich weiß nicht, wie lang er in der Klinik bleibt, aber irgendwann stehen wir vor dem gleichen Problem.

Er möchte die Testwoche in der Privatschule in Braunschweig machen.

Dort trifft er auf Kinder, die so sind wie er. Wir können nicht wissen, ob er dem Druck standhält. Wir können auch nicht wissen, ob er die Aufnahme schafft. Was dann!

Wie geht es weiter, wenn er die Aufnahme nicht schafft. Dann fühlt er sich wieder als Versager.

@ Tsunami

Aber dein link zeigt mir das es eigentlich nur diesen Weg gibt.

Seine Hochbegabung hätte schon vor langer Zeit gefördert werden müssen. Seit ich es jedenfalls wußte.

Dann wußte ich es, bin umgezogen und habe ihm ein neues Umfeld geschaffen, aber eine Förderung fand nicht statt.

@ Memphis

Ich werde natürlich da sein. Ich werde ihm zuhören und Verständnis zeigen. Und ich werde ihm sagen, das er sich irgendwann wieder anders sehen wird. Das er seine guten Seiten erkennen wird. Wenn es ihm besser geht. Wenn er auch von außen verstanden wird.

Da bin ich schon wieder in Gedanken an dieser Schule in Braunschweig. DA wird er sicher verstanden. Müssen wir das dort nicht versuchen?

Die Testwoche ist schon im April. Bin ich ihm das nach allem nicht schuldig. Auch wenn es nicht zu einer Aufnahme kommt. Dann hat er es wenigstens versuchen dürfen.

Ich dreh mich gerade wieder im Kreis. Die richtigen Entscheidungen zu treffen fällt mir sehr schwer.

@ MrsCaramelle

Mein Kind denkt auch permanent. Ich wußte das gar nicht, aber das kommt jetzt mehr und mehr durch.

Er hat schon als kleines Kind gedacht. Zu viel für normal. Anders als normal.

Er sollte zur Einschulungsuntersuchung 2 Bilder beschreiben. Das erste zeigte einen See. Wie kommt da ein normales Kind auf Umweltverschmutzung und absterben der Fische. Das zweite Bild zeigte ein Haus. Wie kommt ein normales Kind auf Ruinen in denen arme Menschen mit ihren Kindern leben müssen. :°( :°( :°(

Er hat so viele Zeichen gesendet die niemand (ich auch nicht) verstanden hat.

Er sollte einmal beim Kinderarzt die Mama malen. Er malte den Kopf nach unten, dann den Körper nach oben und die Beine oben dran. Als die Ärztin ihn fragte warum er die Mama verkehrt herum malte antwortete er nur, dann brauche ich das Blatt nicht mehr umdrehen. Sie kritisierte darauf dann das er der Mama nur 4 Finger an jede Hand malte und nicht 5.

Schon im Kindergarten flüchtete er sich in seine Gedankenwelt. Langweilte sich schon da, weil er lieber "geforscht" hätte, als vorgegebene Bilder zu malen. Er kam auch nie mit einem gelernten Lied nach Hause. Stattdessen wußte er alles über Vulkane und Dinos und richtig viel über Meeresbiologie. Aber das kam im Lehrplan des Kindergartens nicht vor.

Die Lehrer halten ihn inzwischen auch für intelligent, aber da er es nicht zeigt, hagelt es trotzdem schlechte Noten und somit Bestätigung dafür, das er sich dumm fühlt.

Das, was der Hermann Hesse sagte trifft es auf den Punkt.

Mein Sohn muß Menschen kennenlernen, mit denen er seine Gedanken teilen kann. Die wie er eben nur denken.

Muß ich ihm dann nicht die Testwoche in Braunschweig ermöglichen?

Jetzt bin ich schon wieder da.

Hier wird er aber nicht auf solche Menschen treffen.

Ich Danke für eure Antworten.

Und danke dir MrsCaramelle. Du hast mir Mut gemacht. Vielleicht kann mein Sohn auch als Erwachsener zurückblicken und sagen das er es geschafft hat. Ich sehe das erste mal ein Morgen MIT meinem Sohn.

Ich werde ihm alles ermöglichen, was in meiner Macht steht. Und wenn es vorerst "nur" zu zeigen gilt das ich da bin und ihn verstehe. Ich kann ihn sogar sehr gut verstehen.

M#rsCaSramexlle


es freut mich sehr, dass ich dir helfen konnte.

auch wenn es hart klingt, aber "selig sind die dummen".

alles hat seine vor- und nachteile, menschen, die die welt mit offenen augen sehen, ihre emotionen aufsaugen und darüber philosophieren, leiden oft unter einer einsamkeit, und keinem zugehörigkitsgefühl bezüglich der gesellschaft.

menschen, die wiederum etwas einfacher im handeln und denken gestrickt sind (das soll nicht böse klingen) erleben wahrscheinlich nicht dieses chaos im kopf, aber sie verpassen eine wahrnehmung die andere menschen wiederrum haben.

was ich damit sagen möchte, ist, dass wenn jemand diese "gabe" besitzt dinge zu hinterfragen, das leben zu sehen und zu denken, muss er sie so nutzen, dass er ein glückliches leben führen wird. wie ich schon erwähnte, oftmals kunst, literatur und poesie.

was deinem sohn wahrscheinlich fehlt ist eine art "medium" mit dem er seine gedanken und emotionen steuert, die ihn im moment so belasten.

es klingt verrückt, aber bei mir ist es z.b. dass ich gerne putze, ich habe keinen putzzwahn, aber es ordnet meine gedanken. :=o

J7uliaFxee


MrsCaramelle

Meinem Sohn hilft sicher das Reden. Aber das kann er nicht mit jedem. Das Gespräch muß ihm schon was bringen. Small Talk langweilt ihn.

Er hat noch nichts gefunden, womit er seine Gedanken ordnen kann. Ich denke, das kann er nur in Gesprächen.

Ich kann ihn so gut verstehen, weil mir das oft genauso geht. Gerade jetzt. Die Leute fragen wie es meinem Kind geht. Ich kann denen nichts antworten, weil die das nicht verstehen. Die verstehen die Hintergründe nicht. Die verstehen nicht, was in meinem Kind vorgeht, was in all den Jahren mit dem passiert ist. Ich weiß das sie das nicht verstehen und fühle mich deswegen hier einsamer den je.

Jetzt kann ich aber umso besser mein Kind verstehen. Ihm geht es seit Jahren so und ich merke meine Ohnmacht nach einigen Monaten schon sehr. Was hat/macht da mein Kind erst durchgemacht.

Seine Stimmungslage verändert sich gerade.

Er war noch nie gegen andere agressiv. Heute mußte er mit sich kämpfen, das er nicht handgreiflich wird.

Er hat sich dann an der Wand abreagiert. Kennst du das? Ist das seine Wut? Auf was hat er Wut. Ist er auf sich wütend, auf alles, auf seine für ihn ausweglose Situation oder ist es die Wut auf mich...

Ist die Wut normal? Oder ist es eher ein schlechtes Zeichen, ein Hilferuf, ähnlich wie das ritzen?

Verarbeitet er was mit dieser Wut? Es erschreckt mich.

Er hat sich noch nie mit Gewalt gewehrt. Noch hat er sich unter Kontrolle. Verprügelt eine Wand. Wer weiß wie lange noch.

Morgen hat er ein Gespräch mit seinem Arzt. Er wird das ansprechen.

Heute hatte er ein Gespräch mit einem Mädel. Das hat ihm sehr geholfen. Er hat momentan nur Lust auf Reden. Das kann er aber eben nicht mit jedem und das macht es so schwer.

Hier gibt es niemanden von seinen Kontakten, mit denen er so reden kann, wie er es braucht.

JuliaFee

_PTsu`na>mi_


Julia

Es ist nur eine kleine Idee. Wenn dein Sohn sehr gerne denkt und sich mit anderen austauscht, warum empfiehlst du ihm nicht dieses Forum, in dem du selber schreibst und einen gewissen Trost für deine Situation empfindest?

Hier wird keiner nach seinem Alter oder seinem Background beurteilt.

Dein Sohn kann hier nichts verlieren, außer den Austausch mit Menschen, die sich von Mensch zu Mensch unterhalten.

Vielleicht hilft ihm, ganz unabhängig vom Alter, der Austausch mit neuen Menschen.

Überleg' es dir und sag' deinem Sohn, Tsunami und viele andere sind gespannt, seine Gedanken zu hören bzw. zu lesen. @:)

(Nur wenn er daran Interesse zeigt/hat)2

_rTsun2amxi_


Die "2" (am Ende meines Beitrags) gehört definitiv nicht da hin.

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