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Der Wunsch, dass sich jemand für einen einsetzt

SmarahF_20x09 hat die Diskussion gestartet


Ich bin gerade wegen einer Sache sehr fertig, die mich aber wahrscheinlich mehr belastet als sie es sollte.

Was soll ich sagen...? Eine Sache zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.....ich bin äußerst gerechtigkeitsliebend, gelte als kämpferisch und bin eine Spur zu wenig opportunistisch (also ich sage auch meine Meinung, wenn es weh tut und wenn ich eventuell Nachteile davon habe). Bei der Arbeit mag man mich deshalb zur Betriebsrätin machen. Das soll jetzt auch gar nicht zu positiv klingen - oft leide ich auch darunter, weil ich vom Prinzip her eher ein Harmoniemensch bin....ich habe schon früh viel Verantwortung getragen; vielleicht liegt es daran, dass ich "fremde" Probleme schnell zu den meinen mache.

Aber immer und immer wieder gelange ich an den gleichen Punkt, an dem ich enttäuscht bin, dass andere lieber "wegsehen", ihre Ruhe haben wollen, oder dass deren Angst vor Nachteilen zu groß ist.

In einer Sache, die für mich sehr, sehr persönlich ist, habe ich schon länger befürchtet, dass diese mal gegen mich verwendet wird (ich mag nicht konkreter werden). Auch diese Sache ist etwas, in der ich mich sehr engagiere (engagiere bis aufgebe). Gerne gesehen wird es von einer gewissen Seite her jedoch nicht. Einem Freund habe ich vor einigen Wochen von meiner Angst erzählt, dass mir dieser Einsatz mal negativ angelastet wird. Er hat mir versichert, dass es NIE so weit kommen würde, er "denen" aber ansonsten etwas pfeifen würde, wenn DAS negative Folgen für mich hätte (mein Einsatz für andere). Und es kam genau so....und er war einfach nur peinlich berührt und

hat natürlich den Schnabel gehalten. Nichts wars mit dem großen, versprochenen Einsatz für mich.

Soweit so gut. Man kann nicht jedem seine Vorstellungen überstülpen, so weit bin ich ja schon einmal. Er ist eben anders gestrickt...und wenn ich denke, dass ich in SEINER Situation anders handeln würde, wer weiß es schon wirklich?

ABER, jetzt sind einige Wochen Gras darüber gewachsen....und jetzt fängt er an, dass Verhalten der "Gegenseite" schön zu reden. Es sei ja schon grenzwertig gewesen was man da mit mir gemacht hätte, ABER.....GRENZWERTIG? Da hat mich jemand existenziell angegangen....hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt. Mir gedroht, wenn ich diesen, meinen Einsatz, nicht lassen oder einschränken würde, dann........

Und ER, dieser Freund, verniedlicht das jetzt auch noch.........Er hat mir nicht nur NICHT geholfen (wie er es versprochen hatte), er zieht mein Problem in meinen Augen auch noch ins "Lächerliche". Der andere sei doch eigentlich ein ganz netter Kerl? Mich hat er fertig gemacht!

Wenn er schon kein Rückrat gezeigt hat, kann er dann in dieser Sache nicht wenigstens die Klappe halten? Und dann wirft er mir noch schlechte Laune vor, wenn ich ihm versuche, mein Unverständnis für sein Verhalten deutlich zu machen.

Ich bin so traurig, so enttäuscht...wieder einmal :-(.

Was soll ich tun?

Antworten
SGarahH_2009


Ich glaube, meine Schilderung war zu wirr :-/ :-/ ??

Das liegt daran, dass ich Angst habe, erkannt zu werden......

und darum wollte ich nicht schildern, in welcher Hinsicht mir da so zugesetzt wurde.

RQuby!90


Hey Sarah

Ja, dein Text ist etwas umständlich, man weiß nicht wirklich, worum es geht.....

Magste vielleicht ein Beispiel nennen, dass deinem Fall ähnelt?

C9lee\ni


Hallo Sarah,

ich frage mich eher, was deine Überschrift, mit deinem Text zu tun hat? Heißt das, dass du willst, dass weil du dich für andere einsetzt, dass sich jemand jetzt für dich einsetzt und bist deshalb enttäuscht?

Ich bin so traurig, so enttäuscht...wieder einmal :-(.

Was soll ich tun?

Worüber bist du enttäuscht und traurig? Du schreibst "wieder einmal": beziehst du dies jetzt auf Situationen in denen du geholfen hast und als du Hilfe brauchtest, dass dir niemand hilft?

ich habe schon früh viel Verantwortung getragen; vielleicht liegt es daran, dass ich "fremde" Probleme schnell zu den meinen mache.

Was hat deiner Meinung nach Verantwortung zu übernehmen mit "fremde Probleme zu seinen zu machen" zu tun? Du trägst ja in erster Linie Verantwortung für dich selbst und wenn du aber darunter leidest (also die Probleme anderer zu anzugehen), hilfst du dir selbst damit ja überhaupt nicht.

Kannst du die Frage beantworten, warum du anderen gerne hilfst (ich weiß, du schriebst, dass du glaubst, dass dies wegen der frühen Verantwortungsübernahme ist), vielleicht fallen dir noch andere Beweggründe ein.

SQara{h_20x09


Hallo Ihr zwei,

danke für Eure Beiträge.

Heißt das, dass du willst, dass weil du dich für andere einsetzt, dass sich jemand jetzt für dich einsetzt und bist deshalb enttäuscht?

So in etwa. Ich denke dann eben immer, dass ich mich nicht so verhalten würde. Ich lerne jemanden kennen, merke die Chemie stimmt........und wenn es brenzlig wird (auf welche Weise auch immer) fühle ich mich dann schnell im Stich gelassen. Und in diesem Fall, den ich zu schildern versucht habe, wurde mir ja sogar Unterstützung im Vorfeld zugesagt, die dann jedoch ausblieb.

Ich bin so müde, kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Vielleicht fällt mir morgen etwas Verständlicheres ein.

Du schreibst "wieder einmal": beziehst du dies jetzt auf Situationen in denen du geholfen hast und als du Hilfe brauchtest, dass dir niemand hilft?

Ja, so habe ich es nicht nur einmal erlebt. Ich habe früher nicht so gedacht: aber nachdem ich mich in zwei ganz üblen Lebensphasen sehr alleine gefühlt habe, fällt mir jetzt verstärkt auf, dass andere eben eine andere Vorstellung von Freundschaft und auch von Loyalität haben.

SBaraxh87


das ist auch ein oft gesehenes phänomen das zum beispiel bei vergewaltigungen auftaucht, kein plan wie das phänomen direkt heißt oder ob es einen namen hat.

aber zum beispiel wenn auf einer arbeitsstelle eine frau ist die vergewaltigt wurde, wird ja darüber geredet und dann tauchen schnell, so aussagen auf bei denen sich die leute mit dem täter verbünden, so aussagen wie "sie hat es bestimmt gewollt - ist ein flittchen - muss ihn provoziert haben usw"

ich glaube das ist eine strategie damit man sich nicht mit seiner eigenen hilflosigkeit auseinandersetzen muss.

vielleicht hat dein freund das gleiche problem.

ich kenne übrigens auch das problem wenn auch auf eine andere art als du vielleicht. ich habe immer das problem dass ich bisher im prinzip noch niemanden kennengelernt habe der jemals loyal zu mir gewesen wäre. loyal sind die menschen immer nur zu den anderen, zu mir hält irgendwie keiner.

habe auch einen starken gerechtigkeitssinn, kann nicht still bleiben wenn jemand ungerecht behandelt wird. weiß nicht ob es eventuell daran liegt.

m!ollxi2


Sarah_2009

Die meisten Menschen sind Herdentiere und verhalten sich auch so. Loyalität ist für viele ein Fremdwort.

Ich habe gelernt mich nur auf mich zu verlassen,da mir eigene Schwächen die ich preisgegeben habe auch nur zum Nachteil gereicht haben.

Lerne für dich selbst zu kämpfen,sonst rollt dein Kopf.Du bist nicht für fremde Menschen zuständig und auch nicht verantwortlich.

Wenn es ernst wird ziehen sich alle zurück die vorher Unterstützung versprochen haben und du stehst allein da,ich spreche aus Erfahrung.Viel Glück!

sVensuCalixty


ich glaube du erwartest, dass alle so mutig sind wie du.

das ist - wie dir deine eigenen erfahrungen ja schon gezeigt haben - leider unrealistisch.

Dass du von dem Versprechen dieses Bekannten enttäuscht bist verstehe ich.

Vermutlich ist es besser für dich, wenn du solchen Lippenbekenntnissen keine Bedeutung mehr beimisst.

Wenn du keine Lust mehr darauf hast, die einzige unter vielen zu sein, die den Mund aufmacht und sich engagiert, dann solltest du es vielleicht besser lassen...

Mir gings früher änlich und ich habe derzeit vor allem in einem, in dem ich im Vorstand bin ähnliche Probleme.

Wenn man etwas durchziehen will, bei dem nicht alle voll (und auch öffentlich wirksam) dahinterstehen, dann zeichnet sich von vornherein ab, dass man am ende vielleicht wirklich alleine damit dasteht.

Mit genug Erfahrung kann man das vielleicht in Zukunft "vorhersehen" und sich wirklich nochmal Gedanken darüber machen, ob man es auch alleine schafft - oder alleine dastehen will...

S*arah~_200x9


Vielen lieben Dank für Eure Antworten @:) :)* @:).

Bin ich ja froh, dass doch noch einige durch meine Ausführungen gestiegen sind ;-).

Es dann einfach zu lassen, sich selber für irgendwas einzusetzen....nun ja, ich habe das in einem gewissen Rahmen auch schon getan. Aber es fühlt sich für mich nicht gut an....als hätte das Leben mich eben stumpf gemacht, abgehärtet.

Was ich gar nicht lassen kann und möchte: eben den Mund aufzumachen, wenn mir etwas ganz klar gegen den Strich geht. Egal ob ich selber die Leidtragende bin oder andere......

Im geschilderten Fall ist es eben so, dass mich dieser Freund sehr, sehr enttäuscht hat. Vielleicht mag er auch sein Gewissen beruhigen, indem er jetzt alles versucht, verbal "abzumildern".....aber das ist für mich nur noch verletzender....Die Situation war für mich knallhart und er hat den Kopf dabei eingezogen...und ich habe mich ihm die letzten Monate so nahe gefühlt...da war so ein vertrautes Gefühl...

Schöne Grüße

NVewDmayNerwLifxe


Sarah du bist eine Kämpferin - vergiss das nicht - und das was du tust ist richtig, aber das weisst du selbst. Stell dir einen Raum vor mit 100 Leuten, 99 davon sind feige und einer kämpft. Der Kämpfer erinnert die Feigen an ihre Schwächen glaubst du wirklich, dass sie dich dafür belohnen? Se sind nicht umsonst feige, weil sie ihr Leben lang vor jeglicher Konfrontation und dessen Verantwortung, weggelaufen sind. So sieht unsere Gesellschaft leider heutzutage aus. Sie sind Opfer ihrer Schwäche und Helden brauchen Opfer sonst können sie keine Helden sein. Wir alle tragen die Verantwortung für jeden einzelnen Menschen da draußen, denn sie sind nicht so auf die Welt gekommen, die Welt hat sie so gemacht, so wie sie uns, zu Helden macht. Kämpfe weiter und lass dir nichts anderes einreden und lass dich auf deinem Weg nicht verunsichern, du tust das richtige. Erwarte keine Lobeshymnen, tu es weil es richtig ist. ;-)

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