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Andere überschreiten ständig meine Grenzen

e(ine mo)tisvierwte


Dipl.Physikerin:

Also entweder du bist tatsächlich noch zurückgezogener als ich und nahezu abweisend, und deshalb sagen Leute sowas nicht zu dir. Oder du trittst selbstbewusster auf, als du denkst, und deswegen wagen es die Leute nicht.

Tja, das ist wohl schwer zu sagen. Kann ja auch sein, dass wir ein völlig anderes Umfeld haben...

"NEIN! Die gefällt mir einfach. Du hast damit nichts zu tun!"

Ohne dass ich dir jetzt auch raten möchte, "Tu dies, tu" jenes und damit das gleiche Muster bedienen würde: Aber vielleicht hättest du genau das sagen können. Vielleicht nicht unfreundlich und barsch, sondern neutral-erklärend. Bei der Gelegenheit hättest du sie auch darüber aufklären können, dass du keinen Bedarf an Umstyle-Tipps hast. Die Dame scheint da sehr drin aufzugehen, vielleicht hat sie sonst keine Hobbys bzw. Möglichkeiten, in denen sie sich beweisen kann, dass sie "etwas erreicht" hat. Bevor das ewig so weiter geht, vielleicht besser mal ansprechen.

Alles Gute!

Z\wacck44


4. Mein Chef sagt: "Lächeln Sie doch einmal!"

Hallo Dipl.-Physikerin, in Deinem Eingangsbeitrag hast Du verschiedene Beispiele zusammengetragen, die nicht alle von gleicher Qualität sind. Punkt 4 beschreibt aus meiner Sicht etwas völlig Anderes. Es war nicht die Rede davon, dass Du 24 h am Stück grinsen oder permanent Deinen Monitor anlächeln sollst - solche Argumente sind unter Deinem Niveau. Etwas, woran Du offensichtlich wenig denkst: Dein Chef könnte es auch gut mit Dir meinen etwa in der Art: "Wenn Sie sich jetzt noch ab und zu ein kleines Lächeln abringen könnten, wären Sie meine beste Mitarbeiterin, würde die Kommunikation noch besser klappen, würde das die Zusammenarbeit erleichtern," usw. Deine Sicht in diesem Fall empfinde ich als extrem ich-bezogen. Versuche probeweise einmal, Dich in Deinen Chef hineinzudenken: Ein Chef ist in aller Regel nicht daran interessiert, seine Mitarbeiter zu frustrieren, und ich bin sicher, seine Bemerkung hatte einen wohlwollenden Hintergrund, ist allerdings bei Dir nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Prinzipiell hat ein (guter) Vorgesetzter in der Regel die Absicht, seine Mitarbeiter so zu fördern, dass sie sich wohlfühlen (Nur glückliche Kühe geben gute Milch), ein gutes Team bilden und Ergebisse bester Qualität abliefern (denn daran wird der Vorgesetzte von seinem Chef gemessen). Dazu kommt, dass der Chef (hat er Dich eingestellt?) ein ureigenes Interesse daran hat, dass sich die von ihm angeworbenen Mitarbeiter als "Glücksgriff" entpuppen und gut entwickeln - andernfalls hätte er ja eine schlechte Auswahl getroffen. Hintergrund muß also nicht reine Menschenfreundlichkeit sein - man sitzt einfach gemeinsam im selben Boot.

Vielleicht bist Du in diesem Fall gedanklich auch etwas zu kurz gesprungen: Ein fruchtbares Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfordert mehr als den primitiven Tausch intellektuelle Leistung gegen Gehalt. Der Arbeitgeber möchte also nicht nur die reine Arbeitsleistung einkaufen, sondern (im besten Fall) einen Menschen, der sich mit der Firma oder Behörde identifiziert, mit wachen Augen sieht, wo etwas verbessert werden kann, weiß, was die Reputation des Arbeitgebers hebt, und entsprechend handelt, und der die Abteilung nach innen und die Firma/Behörde nach außen angemessen repräsentiert. Er möchte auch mehr haben als die Summe seiner einzelnen Mitarbeiter - nämlich ein Team, das diese Bezeichnung auch verdient. Dass dazu eine Einsiedlermentalität keine ideale Grundlage sein kann, versteht sich von selbst.

Du brauchst keine Sorge haben, dass Dein Charakter einen Weg in diese Richtung verbieten würde. Ich habe in mehr als 30 Berufsjahren beobachtet, dass sich alle Kollegen und Kolleginnen weiterentwickelt haben (mich eingeschlossen), fast immer zu ihrem Vorteil. Deshalb: Versuche, nicht in jeder Bemerkung einen Angriff auf Dein Innerstes zu sehen; vielleicht will man Dich nur fördern - und das muß nicht unbedingt wehtun. Ein offenes Ohr im richtigen Moment könnte sehr hilfreich für Dich sein.

D>ipl. PdhysiHkexrin


Vielleicht bist Du in diesem Fall gedanklich auch etwas zu kurz gesprungen: Ein fruchtbares Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfordert mehr als den primitiven Tausch intellektuelle Leistung gegen Gehalt. Der Arbeitgeber möchte also nicht nur die reine Arbeitsleistung einkaufen, sondern (im besten Fall) einen Menschen, der sich mit der Firma oder Behörde identifiziert, mit wachen Augen sieht, wo etwas verbessert werden kann, weiß, was die Reputation des Arbeitgebers hebt, und entsprechend handelt, und der die Abteilung nach innen und die Firma/Behörde nach außen angemessen repräsentiert. Er möchte auch mehr haben als die Summe seiner einzelnen Mitarbeiter - nämlich ein Team, das diese Bezeichnung auch verdient. Dass dazu eine Einsiedlermentalität keine ideale Grundlage sein kann, versteht sich von selbst.

Ach so, und zu all dem bin ich deiner Meinung nach nicht in der Lage, weil ich nicht lächele?

Ich lächele, wenn man mir guten Morgen sagt, aber wenn ich alleine in meinem Büro hocke (und das tue ich 8 Stunden am Tag), dann muss ich nicht lächeln, wenn mein Chef hereinkommt und mich bittet, etwas zu programmieren. Ich sage dann "Ja, klar, mache ich!" und fertig. Ich mache, was man von mir verlangt, alle sind zufrieden mit meiner Arbeit, übers Wochenende war ich in Aachen im Außendienst und alles lief. Was bitteschön hat das mit meinem Lächeln zu tun? Ich bin kein Miesepeter, ganz im Gegenteil. Ich muss nur nicht ständig lächeln!

Und ürbigens: Teamarbeit gibts bei mir derzeit nicht, weil ich alleine an einem Projekt arbeite. Den einzigen Menschen, den ich sehe, ist meine Sekretärin und die mag mich sehr (die verlangt eben nicht, dass ich den Grinsekater spiele). Gerade in meinem Berufsfeld geht es nicht um Entertainment, sonst wäre ich ja in einen Sozialberuf gegangen.

Meiner Meinung nach zählt bei der Arbeit, eine qualitativ gute Arbeit zu verrichten und teamfähig zu sein. Mir wurde nie vorgeworfen, Mängel in dieser Hinsicht zu haben. Lediglich mein Kleidungsstil ("Sie sind eine hübsche Frau, wie wäre ein Rock?") oder die blöde Lächel-Aufforderung kommt dauernd.

Vielleicht hast du Recht, vielleicht meint er es gut mit mir, das muss er aber nicht. :)z Da wir ein gutes Verhältnis zueinander haben und er über die Qualität meiner Arbeit zufrieden ist. Ich glaube eher, dass es in Betrieben langsam echt gang und gäbe ist, ein persönliches Verhältnis aufzubauen, worauf ich aber keinen Wert lege. Ich bin freundlich und fleißig, das muss reichen.

Beim Friseur habe ich übrigens auch nicht das Bedürfnis über mein Leben zu quatschen. :(v

DOipl1. Pbhysijkerixn


und teamfähig zu sein

Das widerspricht sich nicht mit der Tatsache, dass ich derzeit nicht teamfähig sein muss, da ich Einzelarbeit mache. Generell ist es aber innerhalb der Etage wichtig, mit den Leuten zu kooperieren.

Entschuldigt die widersprüchliche Beschreibung

A<baYten]ango


Dipl. Physikerin

Weil diese Freundin mir jeden Tag SMS schreibt! Weil sie ständig weint, dass sie niemanden mehr hat! Weil sie anruft! Weil sie vorbei kommt! Weil sie in der Mittagspause zu meiner Arbeitsstelle kommt und mit mir Essen will! Sie kommt aufs Werksgelände!!!!!

Bei manchen Menschen ist das soziale Verhalten so tief verwurzelt, dass sie große Schwierigkeiten haben eine Vereinnahmung aufzulösen. Überspitzt formuliert: Sie opfern sich selbst, um den anderen nicht durch Ablehnung zu kränken. Sie wollen nicht, dass der andere böse auf sie wird.

Die meisten schaffen sich ein Refugium, wo sie selbst sein können ohne dem anderen zu genügen oder sich erklären zu müssen.

Wie lange kennt ihr Euch schon?

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