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Wenn man nicht studiert (hat) ist das Leben scheiße

AFnick hat die Diskussion gestartet


Ein reißerischer Titel, ich weiß, aber ich habe das Gefühl, dass man es im Leben nur dann wirklich weit bringen kann, wenn man studiert hat, bzw. ein Mensch mit "nur" einer Ausbildung ein Mensch zweiter Klasse ist.

Und ich rede jetzt von "normalen" Ausbildungen und nicht von Menschen, die zuerst eine Ausbildung machen, sich dann bis zum Meister hocharbeiten und nebenbei studieren, oder nachher noch studieren.

Ich fühle mich oft dumm bzw. habe Angst für dumm gehalten zu werden.

Als ich damals zur Schule ging, war ich halt nur Durchschnitt, ich habe dann nach der Hauptschule eine berufsbildende mittlere Schule besucht und abgeschlossen, die ohne Abitur endete. (Der Abschluss war eine Projektarbeit.) Aber ich fühle mich noch heute weniger wert deswegen. Dass ich nicht dumm, im Sinne von geistig unterentwickelt bin, ist mir schon klar, aber ich kann bei vielen Sachen nicht mitreden, erstens was Allgemeinbildung betrifft, zweitens wenn Diskussionen und Unterhaltungen philosophisch oder sehr sachbezogen werden, zB. bei politischen Themen kann ich kaum was beisteuern, weil ich davon vieles einfach nicht kapiere. Es braucht auch oft nur eine falsche Bemerkung, eine Aussage und man wird schon für dumm gehalten. Dann sag ich lieber nichts. Ich bin ja auch so schon nicht sehr selbstbewusst, das muss einen super Eindruck hinterlassen... %-|

Wenn irgendwo wieder in einem Faden/Thread gefragt wird, was den Usern bei Partnern wichtig ist, taucht immer wieder Intelligenz auf, politisches Interesse und hohe Allgemeinbildung. Es ist ja so, je intelligenter und gebildeter ein Mensch ist, vorausgesetzt, er verfügt über genug Empathie, desto "hochwertiger" ist die Partnerschaft, weil die psychologischen Zusammenhänge besser erfasst werden können, man geht anders an die Probleme heran, hat andere Werte, ist fähig sich weiterzuentwickeln. Empathie setzt ja auch eine gewisse Intelligenz voraus. Aber wie soll ich aus meinem Kreis in solche Kreise kommen?

Es wird einem ja auch das Gefühl gegeben, ohne Studium fehlt einem das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge im Leben. Mag sein. Ist man deswegen dumm? Oder das Leben weniger lebenswert, man selbst weniger liebenswert?

Sicher, es gibt dann noch einen Unterschied, ob man wirklich kleinkariert ist und es nicht schafft über den eigenen Tellerrand hinauszusehen und zu keiner Selbstreflexion fähig ist, ich glaube, diese Gruppe findet man eher in der Unterschicht. Wobei ich nicht sagen will, dass diese Menschen alle dumm sind, viele haben einfach nicht die Möglichkeiten.

Aber ich fühle mich ohne Abitur und ohne Studium schon zu der Unterschicht gehörend, zudem ich momentan ohne Job da stehe... je höher die Bildung, desto geringer die Gefahr der Arbeitslosigkeit. Das hört man immer wieder.

Oder hab ich jetzt nur Stuss geredet?

Würde gerne mal Meinungen dazu hören.

Antworten
BUl/utrAabe


Aber ich fühle mich ohne Abitur und ohne Studium schon zu der Unterschicht gehörend, zudem ich momentan ohne Job da stehe... je höher die Bildung, desto geringer die Gefahr der Arbeitslosigkeit. Das hört man immer wieder.

Wenns nur so wäre...habe Abitur und ein Studium angefangen, hab mich dann aber doch für eine Ausbildung entschieden und finde nichts...Abitur allein ist kein Jobgarant

B"ü~ch erqwürm9ch$en


Hm...darf ich fragen, was für eine Ausbildung du hast? Deine Rechtschreibung und Grammatik sind doch super!!

Allgemeinwissen kannst du dir schnell anlesen (z.B. Online-Tageszeitung), dann kannst du dich auch an solchen Diskussionen beteiligen. Noch wenige Kniffe zum Smalltalk dazu + eine Prise Selbstbewusstsein und du bist super ausgestattet.

B!üchecrwür@mchexn


Es ist ja so, je intelligenter und gebildeter ein Mensch ist, vorausgesetzt, er verfügt über genug Empathie, desto "hochwertiger" ist die Partnerschaft

Das wage ich zu bezweifeln.

A4nck


@ Blutrabe

natürlich sind auch Akademiker nicht vor Arbeitslosigkeit geschützt.. oder Menschen die beides haben. Aber die Möglichkeiten die man damit hat, sind einfach viel größer.

@ Bücherwürmchen

Ich habe die Handelsschule besucht. Naja super... da gibts Leute, die haben es rhetorisch wirklich drauf. Dagegen ist mein Geschreibsel auch nur Durchschnitt. Aber danke. :-)

Das Problem ist aber auch, dass mich einiges gar nicht interessiert. Aber ein intelligenter Mensch interessiert sich für vieles.

Und wenn ich jeden Tag Zeitung lese, kann ich auch nicht bei Politik mitreden, weil der Background fehlt. Ich erkenne reißerische Artikel oft nicht und gebe dann auch nur die Meinung wider, die der Autor vorgegeben hat.

A'n.cxk


Das wage ich zu bezweifeln.

Warum?

K ruidxo


Allgemeinbildung und Interesse für Politik lernt man nicht im Studium, da bekommt man nur themenspezifisches Schwerpunktwissen vermittelt.

Wenn ich fertig bin mit Studieren bin ich 29 Jahre alt, hab einen Kontostand von 500 Euro und 10.000 Euro Schulden. Jemand, der mit 16 angefangen hat zu arbeiten und ein Brutto-Durchschnittseinkommen von 1700 Euro hatte, der hat in der Zeit 265.200,00 Euro verdient und dementsprechende Leistungen in die Rentenkasse einbezahlt. Da muss ich schon SEHR viel mehr verdienen um das jemals aufholen zu können. Und nun sag mir, dass man es schlechter hat, wenn man nicht studiert hat :)

wpiYsemvan8x6


also ich finde das studieren schon ziemlich stressig (v.a. jetzt wenn wieder die klausuren anfangen)...

manchmal wünsche ich dir da schon eben doch nur eine simplere tätigkeit auszuüben, abends nach hause zu gehen und einem kann alles egal sein...

im studium ist das nicht so, weil man eigentlich immer nur von termin zu termin eilt: vorlesung, übung, vorlesung, hausaufgaben machen, vorlesung, übung, tutorium, klausur....

ich hatte seit 2,5jahren keine ferien mehr, da in den "ferien" die klausuren geschrieben werden und man die ganze zeit mit lernen beschäftigt ist...

also glaub mir: das leben im studium ist auch kein zuckerschlecken...

Bjüciher,würmchxen


Bildung und Intelligenz sind kein Garant für "hochwertige" Beziehungen (wobei ich eine solche Wertung bzgl. Beziehungen auch schon problematisch finde), eher die von dir genannte Empathie. Und diese kann man nicht erlernen, ggf. üben.

l8uapit2ita


Ich habe Abitur und Deutsch und Spanisch studiert. Und jetzt? Ich kenne lauter Leute, die eine Ausbildung gemacht haben und die schrecklich glücklich mit ihrem Job sind. Beneidenswert!! Ich habe mich eher durch das Studium gequält und finde meinen Job auch nur bedingt gut. Studieren ist gut, weil du mehr Wissen anhäufen kannst und bessere Verdienstchance hast. Das wars aber auch...

Stard&elle6npixzza


Mittlerweile ist ein Studium auch kein Jobgarant mehr. Selbst in Fächern, die als absolut zukunftssicher dargestellt werden, wie Informatik oder Maschinenbau, wird es langsam schwierig.

Dazu kommt natürlich noch, wie Kruido schon richtig schreibt, daß alles deutlich später losgeht. Ich beispielsweise möchte mir meine junge Familie nicht durch eine Fernbeziehung kaputtmachen lassen, so daß ich regional gebunden und damit auf den lokalen Arbeitsmarkt angewiesen bin.

Als Auszubildener ist man im Regelfall in einem Zustand, der es ermöglicht, bundesweit entsprechend zu suchen.

mYelTinka


aber ich kann bei vielen Sachen nicht mitreden, erstens was Allgemeinbildung betrifft, zweitens wenn Diskussionen und Unterhaltungen philosophisch oder sehr sachbezogen werden, zB. bei politischen Themen kann ich kaum was beisteuern, weil ich davon vieles einfach nicht kapiere.

Wie schon gesagt wurde: Allgemeinbildung kann man sich anlesen, philosophisch ist man ;-D, Politik kann man sich auch informieren. Das sind alles eigentlich nicht unbedingt Dinge, die Abitur oder Hochschulstudium voraussetzen.

Und wenn ich jeden Tag Zeitung lese, kann ich auch nicht bei Politik mitreden, weil der Background fehlt.

Inwiefern? Wenn du jeden Tag Zeitung liest, kannst du bestimmte politische Handlungen und deren Weiterentwicklung verfolgen. Zeitungsartikel liefern oft auch Hintergrundinformationen (manchmal sogar in Extra-Abhandlungen, wo eben geschichtlicher, rechtlicher, etc. Hintergrund aufgezeigt wird). Sollte das nicht gegeben sein, kann man auch auf eigene Faust nachforschen. ;-)

Ich erkenne reißerische Artikel oft nicht und gebe dann auch nur die Meinung wider, die der Autor vorgegeben hat.

Gibst du die Meinung wieder, weil du sie teilst oder weil du keine eigene hast? Ich meine, wenn du den Artikel liest, wirst du doch entweder dem Autor zustimmen oder eben nicht - gar keine Meinung passiert doch nur bei Themen, die einen wirklich noch nie tangiert haben und zu denen man gar keine Meinung haben kann, weil man einfach gar nichts darüber weiß. (dann allerdings einfach die Meinung des Autors nachplappern, ist in Diskussionen natürlich heikel ;-D)

sComeoPneO to t+rust


Ein reißerischer Titel, ich weiß, aber ich habe das Gefühl, dass man es im Leben nur dann wirklich weit bringen kann, wenn man studiert hat, bzw. ein Mensch mit "nur" einer Ausbildung ein Mensch zweiter Klasse ist.

Ich denke, da ist was Wahres dran. Ich habe es erlebt - komme aus einer Arbeiterfamilie.

Habe allerdings dann auch studiert, und das wirklich eine soziale Mobilität. :-/

Alnck


@ Kruido

mir gings bei dem ganzen nicht ums Geld, wobei du sicher nicht Unrecht hast. Aber wenn du mal fertig bist, sind deine Verdienstchancen um einiges höher!

@ wiseman86

Das Studieren ein Zuckerschlecken ist hab ich nie behauptet. Das ist sicher eine harte und entbehrungsreiche Zeit. Wobei ich schon oft gelesen habe, dass das Studentenleben doch ziemlich locker ist zeitenweise. Aber da kommt es sicher aufs Studium an und ob man nebenbei arbeiten muss.

Aber eine simple Tätigkeit würde doch den Ansprüchen eines intelligenten Menschen nicht genügen. Ich drücks halt mal so aus. Und je nach Job ist man am Feierabend total k.o. Oft muss man für weniger Geld mehr körperliche Arbeit leisten....

A4nhck


@ Bücherwürmchen

Bildung und Intelligenz sind kein Garant für "hochwertige" Beziehungen (wobei ich eine solche Wertung bzgl. Beziehungen auch schon problematisch finde), eher die von dir genannte Empathie. Und diese kann man nicht erlernen, ggf. üben.

Aber ich habe ja geschrieben "vorausgesetzt man verfügt über genug Empathie".

Ich setze aber Intelligenz voraus um Empathie zu haben, bzw. sie sinnbringend einsetzen zu können.

@ lupitita

Das wars in deinem Fall.

Andere würden in einem normalen Ausbildungsberuf verkümmern.

Wieso hast du dich durchgequält und nicht anderes gemacht?

Und was sind das für Jobs, in denen deine Freunde glücklich sind?

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