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Wenn man nicht studiert (hat) ist das Leben scheiße

l|upitixta


Ich glaube ich war zu wenig informiert nach dem Abi. Alle in meiner Familie haben studiert und ich hatte das Gefühl ich muss auch. Naja, jetzt bin ich Lehrerin am Gymnasium. Ich arbeite gerne dort, auch wenn mir die Schüler manchmal ganz schön auf die Nerven gehen, von den Eltern ganz zu schweigen...

Trotzdem unterschreibe ich, dass es genauso gute Ausbildungsberufe gibt. Meine Freundin ist Designerin, hat einen Realschulabschluss und geht wirklich total auf in ihrem Beruf. Natürlich verdient sie weniger und ja, meine Allgemeinbildung ist besser aber ich denke, dass das nun wirklich nicht zwangsläufig mit einem Hochschulabschluss zusammenhängt.

WOaitGing


Heutztage kann doch jeder froh sein, der einen Job hat. Meine Cousine ist seit nem guten Jahr fertig mit ihrem Studium und findet gar nichts. Also ich denke es ist wirklich schwer was zu finden, ob Haupt-, Realschule, Abi oder Studium!

Aznck


@ Sardellenpizza

Das Familienargument nicht natürlich wieder was anderes, da geb ich dir Recht.

@ melinka

Wie schon gesagt wurde: Allgemeinbildung kann man sich anlesen, philosophisch ist man ;-D, Politik kann man sich auch informieren. Das sind alles eigentlich nicht unbedingt Dinge, die Abitur oder Hochschulstudium voraussetzen.

Intelligenz kann man sich aber nicht anlesen. Und braucht man nicht eine gewisse Grundvoraussetzung um philosophisch zu sein um das überhaupt zu verstehen?

Das setzt nicht unbedingt ein Hochschulstudium voraus, aber Voraussetzung für ein Studium ist nunmal u.a. das was im Hirn vorhanden ist.

Es gibt gewissen Zusammenhänge, die nicht von der Hand zu weisen sind. Meistens sind in komplizierteren Diskussionen immer die Leute vertreten, die entsprechend was im Kopf haben und der Anteil derer die studiert haben, ist dabei hoch.

Oder kannst du dir eine Diskussion über Freud zB. unter ein paar Handwerkern vorstellen, die hauptsächlich Stammtischparolen verbreiten? Ich nehme mir bewusst dieses Klischee heraus, weils ja oft gar keins ist.

Inwiefern? Wenn du jeden Tag Zeitung liest, kannst du bestimmte politische Handlungen und deren Weiterentwicklung verfolgen.

Weil die vorangegangen Jahre und die Entwicklung in der Politik wichtig ist und das aktuelle Geschehen verstehen zu können. Das nachzulesen, nachzuholen finde ich schwierig und das schafft keine Tageszeitung. Außerdem muss wirklich das Interesse dafür vorhanden sein.

Ich habe schon gelesen, dass Leute meinen, Menschen die kaum Ahnung von Politik oder Interesse an sonstigem Weltgeschehen haben und sich nicht kritisch damit auseinandersetzen können, einen beschränkteren Horizont haben. Und das hab ich nur von Studenten gelesen.

Gibst du die Meinung wieder, weil du sie teilst oder weil du keine eigene hast? Ich meine, wenn du den Artikel liest, wirst du doch entweder dem Autor zustimmen oder eben nicht

Ja sicher stimme ich entweder zu oder nicht. Aber trotzdem kanns total falsch sein und ich übernehme was mir vorgekaut wurde. Sich eine eigenständige Meinung zu bilden finde ich schwer.

@ someone to trust

Was meinst du mit sozialer Mobilität?

a,nKerDeV8x7


Hi,

ich plauder jetzt mal aus dem Studenten-"Nähkästchen":

Es hocken bei uns so viele Leute drin, die Allgemeinbildung nicht mal schreiben können und das soll dann die "akademische" Zukunft unseres Landes werden :=o

Cleverness und mit Worten umgehen können lernt man in der Schule nicht, entweder man hat es oder eben nicht. Dann kommt eben manchmal die Unzufriedenheit dazu, dass man doch mit 22 schon eine Ausbildung beendet haben könnte, Geld auf der Seite und auch mal Feierabend- 22, BaföG-Schulden, keinen Job in der Tasche und den Druck einen super Bachelor-Abschluss hinlegen zu dürfen. Dann noch überquellende Universitäten, dementsprechend sinkt die Lehrqualität (deswegen bin ich in die Schweiz, da ist das dann doch noch ein Stück besser)...

Du brauchst dich also kein Stückchen "weniger wert" vorkommen, Studenten kochen auch nur mit Wasser :)_

gwatxo


aber ich habe das Gefühl, dass man es im Leben nur dann wirklich weit bringen kann, wenn man studiert hat, bzw. ein Mensch mit "nur" einer Ausbildung ein Mensch zweiter Klasse ist.

Das ist deine Wahrnehmung. Man ist anders, aber weder besser noch schlechter.

Es wird einem ja auch das Gefühl gegeben, ohne Studium fehlt einem das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge im Leben.

Ich habe den Eindruck, dass machen manche um sich nach unten hin abzugrenzen und sich selbst aufzuwerten. Das wäre dann aber einfach nur armselig.

Ist man deswegen dumm? Oder das Leben weniger lebenswert, man selbst weniger liebenswert?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Intelligenz viel mit Offenheit gegenber neuen Dingen und Toleranz zu tun hat. Erfahrungen, die man im Leben macht bilden, nicht die Fakten, die man irgendwann, irgendwo auswendig lernt. Deswegen ist ein Studium auch kein Garant für Intelligenz und ein fehlendes Studium für Dummheit. Nein. Und ob jemand liebenswert ist, mache ich nicht von seinem Bildungsstand abhängig, sondern davon, ob er mir mit seiner Art Freude bereitet.

Khamik@azi08x15


Das setzt nicht unbedingt ein Hochschulstudium voraus, aber Voraussetzung für ein Studium ist nunmal u.a. das was im Hirn vorhanden ist.

Ich möchte bestimmte Extreme mal ausschließen, aber wahnsinnig viel Intelligenz ist bei einem Studium m.E. nicht vorausgesetzt. Voraussetzung für ein erfolgreich absolviertes Studium ist in meinen Augen hauptsächlich Fleiß!

Auch jemand mit langsamer Auffassungsgabe kann studieren, wenn er den langen Atem hat und sich zum Lernen auf seine 4 Buchstaben setzt.

Und mal ehrlich: ich habe studiert, du wirst mir nicht glauben, was für gigantische Idioten man da trifft!

Oder kannst du dir eine Diskussion über Freud zB. unter ein paar Handwerkern vorstellen, die hauptsächlich Stammtischparolen verbreiten? Ich nehme mir bewusst dieses Klischee heraus, weils ja oft gar keins ist.

Stammtischparolen hab ich in Diskussionen über Freud schon durchaus von Studenten gehört ;-D

Problematisch ist ja, wenn Studenten sich, ausschließlich aus dem Fakt heraus, dass sie eine Hochschulzugangsberechtigung haben/hatten und diese genutzt haben, meinen, sie könnten zu allem ihren Senf abgeben und es ist hochintellektuell.

In den meisten Fällen kommt da aber auch nur Blödsinn und gefährliches Halbwissen bei rum, nur dass dieser Haufen dann eine Lesebrille und ein Cord-Jacket trägt.

psercepztion


Ich denke auch, dass ein Studium nicht unbedingt glücklicher oder intelligenter macht oder man die großartigeren Verdienstchancen hat...

ich wünsche mir manchmal, ich hätte eine Ausbildung gemacht, denn dann wäre ich seit Jahren dort wo ich eigentlich dachte, mit meinem Studium hin zu kommen. Nun bin ich unterbezahlte Lehrbeauftragte und finde mit meinem Masterabschluss und einer Unzahl an Praktika nicht mal einen Teilzeitjob.. :-/ Stattdessen habe ich Bafögschulden, NRW-Bank-Schulden und krebse gerade so rum um Krankenkasse etc. zu bezahlen.. Meine "ausgebildeten" Bekannten haben seit Jahren ein eigenes Auto, Haus, Kinder etc. Ich weiß das hört sich komisch an, aber ich habe das Gefühl, wenn man studiert, zögert man das Erwachsensein irgendwie hinaus, allein schon weil man finanziell einfach immer auf irgendwen angewiesen ist. Wochenends fahr ich immer noch nach Hause.. :=o

Ich glaube auch, dass man sich einfach immer beschweren kann, egal in welcher Situation man ist. Ich denke auch, dass die aktuelle gesellschaftliche und politische Lage ihren Teil dazu beiträgt, dass sich so gut wie jeder minderwertig, schlecht ausgebildet etc. fühlt und man diese Dauer-Existenzangst hat..

Ich bestätige, dass das Studium einen lehrt, kritisch zu denken. Viel mehr als Fakten oder Inhalte, habe ich gelernt, skeptisch zu sein und meine eigene Meinung zu haben. Ich denke aber, dass man das auch anders lernen kann. Weiterbilden kann man sich immer, dazu braucht es kein Abi. Was ist denn mit der Volkshochschule, haben die keine interessanten Seminare oder Vorträge für dich? Ich bin gerade nicht 100&ig im Bilde aber ich meine, an der Uni kann man doch auch Gaststudent werden, ohne Abitur.

Lieben Gruß *:)

DmaskGegenbTe<il


Irgendwer hats ein paar Absätze weiter oben schon erwähnt: Es ist tatsächlich so, dass sich viele "G'studierte" eher nach unten hin abgrenzen, und den Nicht-Studierten somit das Minderwertigkeits-Gefühl aufdrücken wollen. Und, wie ebenfalls schon erwähnt: Studiert haben ist in erster Linie ein Ausdruck dafür, auf Kosten der Allgemeinheit noch immer keinen Beitrag geleistet zu haben.

Wenn ich mir manches meiner Kollegen ansehe - und als Gutachter dazu Stellung nehmen muss - denke ich mir selber öfters, ich sollte meinen akademischen Titel zurückgeben. Man muss sich zeitweise dafür genieren.

mrel;inxka


Intelligenz kann man sich aber nicht anlesen.

Das habe ich auch nie behauptet. Aber kann man sie erlernen? Deiner Ansicht nach anscheinend schon, wenn du sagst, dass nur Studenten und/oder Akademiker zu den angeführten Sachen fähig sind. :-/

Meistens sind in komplizierteren Diskussionen immer die Leute vertreten, die entsprechend was im Kopf haben und der Anteil derer die studiert haben, ist dabei hoch.

Natürlich braucht man - um bei Diskussionen sinnvoll zu argumentieren - "was im Kopf". Die Frage ist nur: braucht man nicht vor allem Interesse (am jeweiligen Thema)? Jemand, der kein Abitur hat, kann bei politischen Debatten genauso mitreden wie jemand, der ein abgeschlossenes Studium hat - vorausgesetzt, das Interesse ist da.

Weil die vorangegangen Jahre und die Entwicklung in der Politik wichtig ist und das aktuelle Geschehen verstehen zu können. Das nachzulesen, nachzuholen finde ich schwierig und das schafft keine Tageszeitung.

Wie gesagt, die Informationen kann man sich beschaffen. Natürlich muss man sich dann mehr oder weniger intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Außerdem muss wirklich das Interesse dafür vorhanden sein.

Richtig, genau das ist der springende Punkt. Woran hast du denn Interesse? Worin kennst du dich gut aus? Man hat es schwerer, wenn man Themenbereiche interessant findet, die gesellschaftlich (oder im Bekanntenkreis) sonst wenig Beachtung finden. Trotzdem muss man sich meiner Meinung nach nicht völlig verbiegen. Wenn dich etwas nicht interessiert, musst du es ja nicht auf Biegen und Brechen in dich reinprügeln. Eckdaten sind sicher nützlich, aber dann eben auch das Selbstbewusstsein zu sagen "das interessiert mich nicht so sehr, damit kenne ich mich einfach nicht gut genug aus, um mitreden zu können".

Ja sicher stimme ich entweder zu oder nicht. Aber trotzdem kanns total falsch sein und ich übernehme was mir vorgekaut wurde. Sich eine eigenständige Meinung zu bilden finde ich schwer.

Hast du ein Beispiel? Ich kenn das nur so: ich lese einen Artikel. Der stößt mir sauer auf (weil eben recht unsachlich oder entgegen meiner Meinung), ich argumentiere dagegen (wenn auch nur innerlich ;-D). Oder: ich lese einen Artikel. Ich stimme den Aussagen des Autoren zu. Bekräftige diese Argumente oder "erhalte" sogar neue, weil ich in diese Richtung noch nicht gedacht habe (übernehme die dann ja in gewisser Weise auch). "Total falsch" ist Ansichtssache. :-/

S*ar demllJen0pizxza


ich wünsche mir manchmal, ich hätte eine Ausbildung gemacht, denn dann wäre ich seit Jahren dort wo ich eigentlich dachte, mit meinem Studium hin zu kommen. Nun bin ich unterbezahlte Lehrbeauftragte und finde mit meinem Masterabschluss und einer Unzahl an Praktika nicht mal einen Teilzeitjob.. :-/ Stattdessen habe ich Bafögschulden, NRW-Bank-Schulden und krebse gerade so rum um Krankenkasse etc. zu bezahlen.. Meine "ausgebildeten" Bekannten haben seit Jahren ein eigenes Auto, Haus, Kinder etc. Ich weiß das hört sich komisch an, aber ich habe das Gefühl, wenn man studiert, zögert man das Erwachsensein irgendwie hinaus, allein schon weil man finanziell einfach immer auf irgendwen angewiesen ist.

Du glaubst gar nicht, wie gut ich das nachvollziehen kann...

B obx55


Man kann bei uns auch etwas werden ohne studiert zu haben.

Vielleicht muss der eine oder andere sich dabei etwas mehr anstrengen. Man muss nur wollen. Es ist heute sicherlich schwieriger als noch vielleicht vor 30 Jahren, aber möglich.

Ain`c@k


@ lupitita

Verstehe. Wenn man da so auf die Art reingezwungen wird, ist das auch hart.

Aber ist Designerin nicht auch etwas, was man studieren kann?

@ Waiting

Da hast du schon Recht.

Aber mir gings ums Prinzip.

Als Putzfrau kann jeder arbeiten. Aber als Arzt.....?

BKücheZrwü{rmchxen


Das Absolvieren eines Studiums hat primär nichts mit Intelligenz zu tun, zumindest hierzulande nicht. Wenn man sich die Absolventenzahlen und Abbruchquoten der verschiedenen weiterführenden Schulen ansieht und sie mit den sozialen und finanziellen Hintergründen der Eltern vergleicht, so wird man schnell feststellen, dass bestimmte soziale Gruppen aufgrund ihres Status und dessen Folgen so gut wie keine Chancen haben Abitur zu machen, geschweigedenn einen Universitätsabschluss zu erreichen.

A[n%c`k


@ anereV87

Hm, die Sicht auf die "andere Seite" ist auch sehr interessant, zumal ich ja gar keinen Zugang dazu habe.

Klar, Schattenseiten hat alles.

@ gato

Klar ist das meine Wahrnehmung, aber die hat sich im Laufe der Jahre durchs Internet gebildet. Als ich es noch nicht hatte, wäre ich im Traum nicht auf die Idee gekommen mich wegen eines fehlenden Abiturs zu schämen.

Ich habe den Eindruck, dass machen manche um sich nach unten hin abzugrenzen und sich selbst aufzuwerten. Das wäre dann aber einfach nur armselig.

Aber man darf sich nichts vormachen. Viele sind wirklich viel reflektierter, haben größere kognitive Fähigkeiten, sind einfach gescheiter!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Intelligenz viel mit Offenheit gegenber neuen Dingen und Toleranz zu tun hat. Erfahrungen, die man im Leben macht bilden, nicht die Fakten, die man irgendwann, irgendwo auswendig lernt.

In einem Studium ist sehr viel Selbstständigkeit gefragt. Da lernt man doch nicht nur Fakten, da gehts um viel mehr?

Ob ich persönlich jetzt offen und tolerant neuen Dingen gegenüber bin, kann ich mangels Erfahrung und Leben in meiner kleinen eigenen Welt gar nicht sagen. :-/

z#wetqschge x1


Ich möchte auf jeden fall erwähnen das Allgemeinbildung absolut nichts mit Intilligenz oder Schulische Leistungen zu tun! Ich habe sehr oft erlebt das gerade Abiturienten absolut 0 Allgemeinwissen haben! Viele wissen kaum was über das Ausland,haben keine ahnung wer zur Zeit Regiert,und,und,und!

Ich denke das Allgemeinwissen auf jeden Fall bei jungen menschen,viel mit das Elternhaus zu tun hat! Eltern die viel mit ihre kinder unternehmen und vieles erklärt beitragen natürlich dazu das ein Kind später ein gutes Allgemeinwissen hat,und in familien wo das tägliche Nachrichten gucken eine selbstverständlichkeit ist,sind Kinder mit ein gutes Allgemeinwissen zu finden!

Auch ohne ABI kann man vieles im Leben erreichen,man kann sich auch hocharbeiten!! Das kostet viel kraft und viele überstunden,aber es loht sich ende des monats wenn der Lohnsettel kommt ;-)

Natürlich braucht man für bestimmte Berufe ABI und ein nachfolgendes Studium,aber wir können ja nicht alle Statsanwälte und Oberärzte werden,und Gott sei dank dafür ;-)

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