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Müssen wir alle eine Rolle spielen?

R4atloZosxer hat die Diskussion gestartet


Ich bin gerade dabei, am Leben zu zerbrechen!

Ich habe Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen, wie jeder Mensch auch, doch ich stelle fest, dass ich, wenn ich nicht eine bestimmte ROLLE spiele, dies nie erreichen werde. Dabei habe ich die Rolle bisher in bestimmten Bereichen perfekt gespielt. Doch mir kommt das alles immer Falscher vor. Ist es ehrlich, wenn ich den starken, selbstbewussten, triebkontrollierten Charmeur spiele, um lächelnd eine Frau für mich zu erobern, wenn mir nicht danach ist? Genau das verlangt aber die Gesellschaft. Der Druck entsteht einfach: Mach mit und du bist dabei - verweigere dich und du bist draußen!

Ehrlichkeit ist nicht erwünscht und schadet nur einem Selbst. Deshalb beißen viele ihre Zähne zusammen und machen gute Miene zum bösen Spiel.

Mich aber kotzt dieses falsche Getue mehr und mehr an. Das hat es im Grunde schon immer, weshalb ich bei Frauen nicht beliebt bin. Inzwischen pendele ich zwischen rationaler Einsicht und unkontrollierbarem Sexualtrieb hin und her. In allen anderen Lebensbereichen habe ich die Kontrolle, weil dort das rein rationale Denken eine Rolle (!) spielt.

Nur in der Sexualität greift das nicht.

Inzwischen habe ich überhaupt keine anderen Gedanken mehr im Kopf. Wenn ich mich dazu äußere, werde ich zurückgewiesen, sobald ich offen und ehrlich und deshalb polarisierend bin, oder ich bin auf der Small Talk-Ebene, dann werde ich anerkannt, weil das Geschwätz belanglos ist und bestenfalls lustig. Doch das ist nur eine Rolle, die mir so sinnlos erscheint. Ich habe nach Liebe gefragt, doch das kennt im Grunde niemand, weil es nur um die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse geht und dafür ist man in jungen Jahren bereit, eine Rolle zu spielen, bis hin zur Selbstaufgabe.

Ich muss inzwischen, folge ich den Ratschlägen, den älteren Herrn spielen, der nicht mehr an Familienplanung denken darf, weil ich die 40 überschritten habe. Ich muss dem vorgegebenem Ideal folgend in dieser Nische Platz nehmen, die mir die Gesellschaft zubilligt. Wenn ich das nicht will, habe ich halt Pech gehabt und kann mich selbst kompostieren, falls ich noch Sehnsüchte habe (vielleicht gibt es ja ein Leben danach und da kann ich dann die bessere Rolle spielen...haha!).

Damit hätte ich nicht einmal Probleme, aber ich will nicht abtreten, bevor ich nicht definitiv weiß, ob es nicht doch einen Weg gibt, ohne eine Rolle spielen zu müssen, glücklich werden zu können. "Sei du selbst" (was ich oft höre) ist aber genau das, was nicht funktioniert, denn ich bin seit vielen Jahren genau das: ICH SELBST! Ich bin authentisch und genau das wird abgelehnt mit der Begründung: Du musst halt lächeln, du musst dies und jenes sagen, du musst da und dort hingehen und du musst dich dort so und so verhalten. Also wieder nur eine Rolle spielen!

Mich ekelt es inzwischen, dass das offenbar alle mit solcher Leichtigkeit tun und sich auch noch toll finden dabei.

Was habe ich falsch gemacht, dass ich dieses Bauerntheater nicht mehr will, bzw. noch nie wollte?

Antworten
R7atulooxser


Offenbar spielen wir alle eine Rolle und Frauen spielen die: "Wie versteck ich mich am besten!"

Ayzuclelnax1


Offenbar spielen wir alle eine Rolle und Frauen spielen die: "Wie versteck ich mich am besten!"

??? Was meinst du denn damit?

MWira;Mausx10


Hallo Ratlooser! *:)

So so, hier steckst du also! Wünsche dir viel Glück, beim Finden deiner Antworten!

Rjatloxoser


Azucena1

Ich bin zur Zeit mies drauf. Das ist alles. Ich pauschalisiere und das darf ich nicht. Mein Verstand sagt mir das. Aber mir ist danach und im übrigen ist es völlig egal, was ich sagen.

RjatlXoo6ser


MiraMaus10

Wünsche dir viel Glück, beim Finden deiner Antworten!

Mal ehrlich: Ist das zynisch gemeint?

M.iraMFauxs10


Nein, wirklich nicht.

Habe vielleicht mal nen blöden Witz gemacht o:), aber ansonten hast du wohl kaum einen Grund mich nicht ernst zu nehmen! Oder?

Riatlcooxser


MiraMaus10

Weil ich dich ernst nehme, interessiert es mich. Aber ich lege zur Zeit alles gegen mich aus, ich bin wirklich ganz unten angekommen. Ich bin völlig antriebslos, weil ich diese falsche Menschheit nicht mehr ertrage.

MZiraMa(us1x0


Du springst aber in den Problematiken.

Ich dachte, es wären nur die Frauen.

Jetzt schreibst du was von der Menschheit. Hab ich was verpasst?

R@atQloodser


MiraMaus10

Frauen sind Bestandteil der Menschheit. Und Männer machen in diesem Rollenspiel mit. Ich weiß nicht, wie die das aushalten.

M[iraMalus10


Ich würde dir gerne tröstende Worte schreiben, aber ich weiß, dass es dir nichts nützen würde.

Was du brauchst, sind keine Atworten auf Fragen.

Du brauchst Reaktionen auf dein Verhalten.

Leider ist es zwischen Menschen anders.

Es gibt kein Schnittmuster, dass man befolgen muss, um an sein Ziel zu kommen.

Und ob jeder Mensch eine Rolle spielt?

Ich denke nicht.

R"atloqosexr


MiraMaus10

Ich will zumindest zum Nachdenken anregen. Vielleicht geht es dann dem einen oder anderen auf (wenn auch nicht allen), dass jeder eine Rolle spielt. Solange das befriedigend ist, hat damit sicher niemand Probleme. Warum auch? Nur wenn jemand hinter die Dinge schauen kann, wie ich, und nicht länger bereit ist, Kompromisse zu machen, dann wird es hart. Das ist eine echte Prüfung, deren Ausgang ich nicht zu ahnen vermag.

M-iraM$aus_10


Bist du denn nicht authentisch? In jedem deiner Lebesbereiche, hat dein eigener Charakter großen Einfluss. Ob nun im Job oder im Privatleben!

Inwiefern machst du denn Kompromisse und wer zwingt dich dazu?

RNatlo=osxer


MiraMaus10

Bist du denn nicht authentisch?

Ich hatte ja geschrieben, dass ich authentisch bin und dass ich deshalb große Probleme habe.

Inwiefern machst du denn Kompromisse und wer zwingt dich dazu?

Wer mich dazu zwingt? Ich habe mir noch einmal die Fäden angeschaut, an denen ich beteiligt war und andere mit anderen oder ähnlichen Problemen. Der Zwang erfolgt in zwei Schritten: 1. Man bekommt Ratschläge, wie man sich verhalten sollte, um etwas zu erreichen. 2. Wenn man sich nicht daran hält, wird man aussortiert.

Geht es darum, wie ich in einem bestimmten Verein Mitglied werde, dann ist das verschmerzbar - ich gehe halt in einen anderen oder lasse es ganz bleiben. Aber wenn es um einen Bereich im Leben geht, der eindeutig ohne eigene Verantwortung triebgesteuert ist, dann sieht die Situation anders aus. Der Mann kann nicht auf Frauen verzichten. Wenn er sie nicht hat, begehrt er sie, bis er sich zum Clown macht. Also wird er jedem Ratschlag Folge leisten, um an das Ziel zwischen den Beinen der Frau zu kommen. So hat ihn die Natur programmiert. Bleibt er seinen Prinzipien treu (= authentisch) wird er aussortiert.

Es ist ein Zwang, der scheinbar eine freie Entscheidung zuläßt. Das ist die perfideste Art von Zwang!

In jedem deiner Lebesbereiche, hat dein eigener Charakter großen Einfluss.

Ja, aber wenn man etwas erreichen will, muss man sich verstellen, muss eine Rolle spielen. Eine Frage, die das erhellen mag: Sind Männer Affen? Das Biologiebuch sagt "nein", der Verhältnis zu Frauen sagt "ja"! Warum? Ich habe in meiner Jugend genügend Männer beobachten können, um sagen zu können, dass die sich regelmäßig zum Affen gemacht haben, wenn sie Frauen angebaggert haben. Ich war mir für dieses kindische Verhalten zu Schade, ich bin authentisch geblieben und habe halt keine "abgekriegt". Die "Affen" hatten ihre Weibchen, mit denen sie fröhlich vögeln konnten, ich nicht! Wenn ich mich diesem Zwang ergeben hätte und das Spiel mitgemacht hätte, wäre ich auch zum Zug gekommen, weil es bei mir weder am Aussehen, noch an der Intelligenz oder der gesellschaftlichen Stellung gescheitert wäre. Aber ich blieb mir treu!

Oder gibt es irgendjemanden, der das Balzverhalten von Männern nicht affig findet? Was wird da alles gemacht. Man putzt sich die Zähne, wäscht seinen Schwanz (man weiß ja nie...), zieht sogar frische Unterwäsche an, bringt Geschenke mit, redet wirres Zeug, verstellt sich total, um endlich dein Ding einschieben zu können. Und oft, vllt sogar meistens, geben Männer diese Rolle auf, sobald sie eine Frau an der Angel haben. Und dann sind die Frauen enttäuscht...

Logisch, aber selbst Schuld. Würden sich Frauen nur authentische Männer suchen (und Männer nur authentische Frauen!), wären die Überraschungen nach Beginn einer Beziehung geringer.

Wir haben das alles instrumentalisiert, in feste Regel und Riten verpackt. Deshalb hinterfragen wir das alles gar nicht mehr. Aber ich habe es durch jahrelange Studien durchschaut und fühle mich einfach nur angewidert! Ich will einfach nicht mich selbst aufgeben, um endlich mein Ding reinschieben zu können!

Ich lebe in einem unauflöslichen Dilemma, dass mir auch niemand wegtherapieren kann, weil er mich ja dazu bringen müsste, meine Authentizität aufzugeben. D.h. all meine Erkenntnisse der letzten Jahre müssten gelöscht werden, quasi eine Gehirnwäsche. Und die Frauen wird ein Therapeut auch nicht ändern können.

Es gibt also keine Lösung!

Ich bin am Ende!

WJaterxli


Was passiert eigentlich, wenn du du selbst bist? Wirst du dann die Leute los, die dir den ganzen Tag vorschreiben, was tu tun und lassen sollst, weil die dann nicht mehr mit dir befreundet sein wollen? Wofür brauchst du diese Leute, wenn sie dich nerven? Warum tust du denn, was die wollen. Egal was du tust, es gibt IMMER Leute, die das gut finden, weil eben nicht jeder (zum Glück) der "Gesellschaft" nachrennt, sondern noch ein bisschen Egoismus hat. Weißt du, wenn ich mit 25 als Frau nen Kind kriegen soll, weil die Gesellschaft das so will... gut, dann ist es ja eigentlich egal mit wem ich schlafe, es geht ja NUR darum ein Kind zu kriegen. Dann kann man mir auch gleich ne Nummer geben, weil es ist ja eh egal wer ICH bin... :-/

Ich finde es nur natürlich, dass du da ausbrechen willst. DU bestimmst, wie dein Leben sein soll und nur du bestimmst, welche Rolle du spielen willst. Und Leute die Unehrlichkeit hassen, die gibt es genug. Ich lüge auch nur zu meinem Vorteil und in bestimmten Bereichen kommt das für mich gar nicht in Frage (z.B. Beziehungen oder auch der Umgang mit mir selbst... ich belüge mich nicht gern selbst und wenn ich denke Kinder kriegen ist scheiße, dann will ich das sagen können... nur damit, was andere dazu sagen, muss ich halt klarkommen...).

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