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Müssen wir alle eine Rolle spielen?

Syhojxo


Da hat Chance ein paar außerordentlich vernünftige Dinge geschrieben! Und ja, ich denke auch, dass es nicht der Sex ist, den Du so dringend brauchst, sondern dass es der Hunger, die regelrechte Gier nach Nähe und Vertrautheit ist, die Dich so quält. Dem reinen Trieb kommt man notfalls mit der Hand bei, in "schweren Fällen" mithilfe einer Prostituierten. Was darüber hinausgeht ist weniger ein körperliches als ein psychisches Verlangen.

Das Scheußliche ist: Wenn man mit sich selbst ganz furchtbar im Unreinen ist, neigt man erstaunlicherweise dazu, in seinen Beziehungen (ob sexueller oder nichtsexueller Natur) dieselben Muster zu wiederholen, die einen so verletzt haben, als wolle man sich selbst zur Auseinandersetzung damit zwingen. Du wirst nicht daran vorbeikommen, Dich dem einen oder anderen sehr alten Dämonen zu stellen. Und damit würde ich nicht warten, bis eine Frau da ist, die Dir zur Seite steht, auch wenn es sehr helfen kann, geliebt zu werden. Durch die allerdunkelsten Ecken muss man trotzdem allein.

Ich will vorab etwas klarstellen: Ich bin sehr eloquent

Überlass doch die Einschätzung Deiner Person den jeweils anderen, statt immer darauf zu bestehen, Du wärst so und so. Du hast Dein Selbstbild, die anderen haben ihr "Rat"-Bild. Entweder empfindet Dich jemand als eloquent, dann musst Du es nicht erwähnen, oder er empfindet Dich nicht als überdurchschnittlich eloquent, dann wirkt die Betonung der in seinen Augen nicht vorhandenen besonderen Eloquenz albern. Du kannst den anderen Dein Selbstbild nicht als Wahrnehmung aufdrücken, das funktioniert nicht. Wichtig ist, wie Du Dich selbst empfindest. Die Leute, die Dich mögen, werden kommen, die anderen bleiben weg.

Cgha nce0x07


@ Lewian

Das ist nicht selbsterniedrigend, es heisst "lockerer"

mir bekannt ;-) obwohl ich zugegebenermaßen kein Englisch-Genie bin! Deshalb ein Danke! :-)

Die Interpretion meinerseits war mehr aus dem Gefühl heraus! Wär doch langweilig, wenn immer alles logisch wär. ;-D

Ratloser klingt, als sei ich ratlos. Looser ist zwar falsch geschrieben, wird aber sofort verstanden. Ich habe den Rat nämlich verloren und da wird man rasch zum loser abgestempelt. Das ist heutzutage so. Aber wenn ich schon ein loser bin, dann ein Einzigartiger und den schreibe ich mit zwei "O" - denn ich bin einzigartig...

Das war die spätere Erklärung des TE. Da lag ich gar nicht so daneben.

@:)

jbuni8pxer


Ich geh ja raus

ich habe da aus mir selbst gesprochen. ich führ das mal ein bißchen weiter aus. das jahr hat für mich bescheiden angefangen. ich merke, dass ich wenig lust habe, mich 'der welt da draussen' zu stellen. sei es rechnungen schreiben, oder leute treffen.

wenn ich das aber nicht tue, weil ich denke, es ist sowieso alles sinnlos oder was auch immer, sitze ich in meiner wohnung, igel mich ein und komme kein stück weiter.

also was tun?

trotzdem raus gehen, nicht direkt um leute kennen zu lernen, sondern weil ich mich nicht wegschließen will. wenn ich mich nicht der welt stelle kommt die nicht zu mir. von selbst klingelt mein telefon nicht, nur wenn die arbeit ruft.

also raus, ins kino, den film sehen, den du immer sehen wolltest und bis lang nicht gesehen hast, weil keiner mitkommt. auf den wochenmarkt, weil ein bißchen frühling gerade so schön wäre. in den zoo, in den park, ans wasser, in die ausstellung, den kochkurs. egal.

ich habe gestern abend 'stranger than fiction' gesehen, der film schlägt auch in die selbe kerbe. ein bißchen jedenfalls.

das ist alles nur graue theorie, ich weiß das, aber was anderes fällt mir auch nicht ein. ich weiß nur ich drehe am rad, wenn ich mein leben von anderen menschen abhängig mache.

wenn ich menschen treffe, laufe ich gefahr so verzweifelt zu sein, dass sie mich mögen und für einen interessanten menschen halten, dass ich nicht ich selbst bin, sondern total verspannt und verkrampft und einfach falsch.

das war jetzt nah am selbstgespräch. ich muss los.

schönen tag noch, mach was draus. *:)

Laewi.an


Chance

Jaja... haett mal doch den ganzen Faden lesen sollen... ist fuer mich halt wie Styroporquietschen, wenn jemand "looser" schreibt...

C{hanc6e007


Huhu Rat *:)

Gib's zu, du kennst mich...

Mit jedem ehrlichen Beitrag von Dir ein Stück weit mehr. ;-)

Weißt du, was mir fehlt und was ich quälend schmerzlich vermisse, das sind Erfahrungen in meiner Jugend. Wenn ein Mädchen für dich schmachtet oder ich mich heimlich verliebe (na ja, das mit dem heimlich verlieben hab ich noch hingekriegt ). Na, und dann das erste Ansprechen, noch voller Angst und mit pochendem Herzen. Die erste, scheue Erwiderung, bis zum ersten, festen Blick in die Augen. Und dann, in romantischer Vollmondnacht, eine laue Brise weht, der erste KUSS... Mann, wäre das schön. Und dann dieses vorsichtige Bekrabbeln. Angstvoll, denn man will dem anderen ja nicht weh tun. Weiß noch gar nicht, wie das geht, wo es gut tut, die Reaktionen richtig einschätzen. Einfach liebevoll sein, zärtlich, schmiegsam, fest drücken, in den Arm nehmen, umarmen, festhalten, nie mehr loslassen...

Das ist es eigentlich, was mir in meiner Biografie fehlt. Ich hatte das nie und ich brauche es so sehr

Chapeau!!!

Ich fürchte nur, dass es dafür zu spät ist und eine Hoffnung auf eine neues Leben, irgendwann, habe ich nicht. Daran gehe ich kaputt!

Was würdest Du dazu sagen, wenn ich Dir erzähle, daß das, was Du oben beschrieben hast, so ziemlich genau den Beginn von Beziehungen wiedergibt? EGAL in welchem Alter, egal mit wieviel Erfahrung!

Jedes Mal, wenn man sich neuen Menschen derart öffnet, ist es wieder das gleiche unsichere Gefühl. Mache ich alles richtig? Die mega Aufregung vor dem ersten Kuss, die Erwartung, das Herzpochen, ja auch die Unsicherheit im Umgang mit dem anderen, den man ja noch gar nicht gut genug kennt, um ihn einschätzen zu können. Die ersten Berührungen, das unglaublich tolle Gefühl, in den Arm genommen und gehalten zu werden ... gleichzeitig in den Arm zu nehmen und halten zu dürfen.

Mag sein, daß es da ganz Abgebrühte gibt. Ich habe es immer so erlebt und ich bin sicher, damit bin ich nicht alleine.

Also bitte gib die Hoffnung auf genau dieses Fühlen und gefühlt werden nicht auf! :)*

Ob mir Sex hilft?

Vielleicht in einem Punkt: Das Ganze wieder richtig einzunorden. Es von dem hohen Podest herunterzustoßen. Ich habe ja inzwischen alle Körperteile der Frau vergöttert und geistig in Marmor gehauen. Dem kann eine reale Frau gar nicht entsprechen.

Jetzt hast Du mich echt überrascht. Ich bin froh, daß Du selbst das bereits jetzt so sehen kannst.

Wenn ich mich selbst trete, dann weiß ich nicht, wohin. Ich habe schon oft in Kneipen gehockt und viel Geld ausgegeben, aber es kommt nichts zurück.

Wie wäre es mit Hobby, dem Anschluß in einer Gruppe, wo sich viele Frauen aufhalten? Oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit (wenn es die Zeit zuläßt). Ich glaube, die Kneipe ist ein denkbar schlechter Ort zum Frauen kennenlernen. Dann doch eher ein Café, wo durchaus auch einzelne Damen anzutreffen sind.

Geh los, frag freundlich nach der Uhrzeit ......... laß Dir einen Weg beschreiben (auch wenn Du ihn schon kennst ;-) ). Hauptsache, Du kommst ins Gespräch. Jedes dieser Mini Gespräche wird Dich selbstsicherer werden lassen.

Geh nicht los mit der Absicht, heut muß es eine bestimmte sein. Spiel ein Spiel für Dich (nein, keine Rolle). Versuch, so oft wie möglich pro Tag ein Lächeln zu schenken und eines zurück zu bekommen und wieder weiterzugeben. Zieh Kraft aus diesem Lächeln, das Dir geschenkt wird und vertrau darauf, daß ein Lächeln von Herzen kommt.

MZayaxna


Ist es ehrlich, wenn ich den starken, selbstbewussten, triebkontrollierten Charmeur spiele, um lächelnd eine Frau für mich zu erobern, wenn mir nicht danach ist? Genau das verlangt aber die Gesellschaft. Der Druck entsteht einfach: Mach mit und du bist dabei - verweigere dich und du bist draußen!

Die Gesellschaft verlangt es? Was hast Du denn für einen verqueren Blick?

Du siehst es so, mir ist alles, was Du da schreibst, noch nie aufgefallen.

Kommt mir so vor: da beschwert sich jemand, das Gemüse beim Essen schwimmt immer so im Fett (weil man ja immer Fett zugeben muß, damit es nicht anbrennt). So hat derjenige, bis das Gemüse gar ist, 250 g Öl verbraucht und schaut nur noch auf die Fettaugen. Und schimpft nun wie blöde darauf.

Dass man das Ganze auch mit nur 10 g Fett kochen kann und statt weiterem Fett einfach Wasser zu Garung benutzt werden kann, wird durch den Tunnelblick gar nicht erfaßt.

Deine Fettaugen sind die Gesellschaft, die Du inzwischen aus gar keinem anderen Blickwinkel mehr betrachten kannst.

Und auf jeden Pott paßt nen Deckel, wenn Du keine Frau findest, die Dich begehrt, muß an Dir etwas sein, was diese Frauen abstößt. Das hat mit der Gesellschaft als solcher nix zu tun.

Und allein Deine Beschreibungen:

Man putzt sich die Zähne, wäscht seinen Schwanz (man weiß ja nie...), zieht sogar frische Unterwäsche an, bringt Geschenke mit, redet wirres Zeug, verstellt sich total, um endlich dein Ding einschieben zu können. Und oft, vllt sogar meistens, geben Männer diese Rolle auf,

turnen jede Frau doch schon ab. So labert ein unreifer Jugendlicher, aber eine Frau, die langfristig einen Mann haben möchte, hat keinen Bock, dauernd so etwas

Der Mann kann nicht auf Frauen verzichten. Wenn er sie nicht hat, begehrt er sie, bis er sich zum Clown macht. Also wird er jedem Ratschlag Folge leisten, um an das Ziel zwischen den Beinen der Frau zu kommen. So hat ihn die Natur programmiert.

zu hören und schiebt weg.....

Kein Wunder...

8-)

R`atlozosxer


Shojo

... sondern dass es der Hunger, die regelrechte Gier nach Nähe und Vertrautheit ist, die Dich so quält.

JA JA JA JA JA!!!!!!!!

Und damit würde ich nicht warten, bis eine Frau da ist, die Dir zur Seite steht, auch wenn es sehr helfen kann, geliebt zu werden. Durch die allerdunkelsten Ecken muss man trotzdem allein.

Auch wenn du es hier bestätigst, klingt es doch noch heraus: Seltsamerweise wird die LIEBE völlig unterbewertet. "...auch wenn es sehr helfen kann, geliebt zu werden" ist doch eine Untertreibung. Sind es nicht gerade Frauen, die darunter leiden, wenn sie von ihren Männern nicht geliebt werden? Liebe ist der Treibstoff meines Lebens, den ich nicht mehr habe. Ich habe ja in meiner Verzweiflung schon begonnen, mich selbst zu lieben. Ich rede mit mir den ganzen Tag und manchmal neige ich dazu, den Menschen von mir zu erzählen (Stichwort Eloquenz). Ich bin halt völlig autarkisiert, vereinzelt. Alles funktioniert in mir fast authistisch. Ich rede mit mir, antworte mir, stelle mir Fragen, beschimpfe mich, lobe mich und befriedige mich selbst. Ja, und ich habe Mitleid mit mir und würde mich gerne in den Arm nehmen, aber das geht nur sehr seltsam. Eine Frau würde es mit mir nicht leicht haben, weil ich es inzwischen gewohnt bin, völlig autark zu existieren: Ich versorge mich selbst, ich koche gerne und sehr gut, ich mache Haushalt und alles, arbeite, rede mit mir und liebe mich selbst (auch wenn ich mir dabei den Sex anderer Frauen anschaue).

Sie könnte vielleicht der Meinung sein: "Wozu braucht der Kerl mich eigentlich?"

Das ist etwas Wahres dran, und ich bin im Augenblick psychisch noch nicht soweit, mir vorstellen zu können, jemals wieder mit einer Frau zusammenleben zu wollen. Selbst der Begriff Beziehung geht mir viel zu weit und hat etwas bedrohliches für mich. Ich will erst einmal freundliche Augen bei einer Frau sehen. Eine, die mich freundlich anblickt. Und dann will ich ihre Hand spüren und ich will zusehen, wie sie mich aus freien Stücken berührt. Und dann ihre Arme um mich legt. Und ab da kann man weitersehen.

Ich habe Frauen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Nicht untereinander, sondern auf das Individuum bezogen. Es gibt Teile bei ihnen, die mich momentan brennend interessieren. So würde ich, nicht lachen, gerne einmal einen nackten Frauenhintern sehen. Nicht via Bildschirm, sondern real! Das würde mir schon mal reichen.

Aber ich kann ja schlecht auf der Straße, wärmere Temperaturen vorausgesetzt, eine Frau ansprechen, ob sie mir ihren nackten Hintern zeigt. Aber das sind so Träume, wo ich regelrechte Schluckkrämpfe bekomme und Beklemmungen und Hitzewallungen, wenn ich nur daran denke. Da werde ich ganz wuschig...

Nein, das wird nicht einfach mit mir und eine Frau wird viel Geduld mitbringen müssen. Aber ich hatte mit den Frauen auch viel Geduld!

RCat@loosler


Mayana

Du siehst es so, mir ist alles, was Du da schreibst, noch nie aufgefallen.

Kann das sein, dass du eine Frau bist?

Diese meine Frage ist die Antwort auf die ungestellte, aber leicht zu beantwortende Frage, warum dir das noch nie aufgefallen ist!

Schönen Tag noch... @:) *:)

Miay3ana


Kann das sein, dass du eine Frau bist?

Diese meine Frage ist die Antwort auf die ungestellte, aber leicht zu beantwortende Frage, warum dir das noch nie aufgefallen ist

Klar bin ich eine Frau, von daher kann ich Dir genau sage, was Frauen an Männern an Gelaber nicht hören wollen. :=o

Und wenn Du genau immer auf Frauen triffst, die die gleiche Einstellung haben wie ich, ist es kein Wunder, wenn Du immer noch rumirrst... Die sind auf der Flucht vor so etwas....

*:)

M+ayanxa


Ach ja, ich finde überhaupt, der Name Ratlooser paßt da perfekt.

Wer möchte schon allein etwas mit einem Looser zu tun haben, der ratlos ist...

Mir als Frau sind kernige Männer, die wissen, was sie wollen, sehr viel angenehmer. Die brauchen auch nicht viele Worte - das sind dann auch die Gewinner....

CMh'ancVe007


Hab ich eigentlich schon erwähnt, daß ich Dieter Nuhr mag? Nur mal so! *:)

S3hojxo


Und das mit Loser/Looser hat sie auch nicht kapiert beziehungsweise nicht gelesen. Mayana, Liebes, Du hast Glück, dass nicht alle Männer so sind wie ich, denn dann wärst Du sehr allein - sie würden allesamt nicht auf unaufmerksame Leute stehen, die offenbar einen Sprung in der Platte haben und gerne wiederholenwiederholenwiederholen, was längst gesagt wurde. Und das auch noch auf deutlich ranzig gewordenem Niveau. zzz

Srhojo


Ich habe ja in meiner Verzweiflung schon begonnen, mich selbst zu lieben

Ui - den Satz nimm Dir doch noch mal zur Brust und denk drüber nach.

Und nein, ich will die Liebe nicht unterschätzen, aber das Ding ist, so hollywoodmäßig leicht geht es eben nicht. Die Dinge lösen sich nicht auf, nur weil auf einmal die Liebe draufscheint. Sie sind noch immer da, und sie sind so hässlich wie eh und je, und man muss sich trotz aller Liebe, die man erfährt, damit auseinandersetzen. Wenn man das nicht tut, zersetzt es die Beziehung und damit auch den Partner (wenn er es zulässt und nicht die Flucht ergreift) ebenso, wie es vorher einen allein zersetzt hat. Liebe ist keine Fluchtmöglichkeit mit magischen Kräften. Sie beschützt einen nicht vor Schmerz. Sie kann nur helfen, ihn durchzustehen, aber sie kann manchmal die Dinge auch schwerer machen. Wenn Du darauf wartest, dass jemand kommt und Dich rettet, belastest Du die Sache schon im Vorweg mit einer ganz schön üblen Last, die sie vielleicht, gerade zu Anfang, nicht tragen kann und wird. Das hieße, es ist kaputt, bevor es überhaupt angefangen hat. Ich kenne ein Mädel, das es so "anpackt", sie wartet und wartet, und sie erstarrt dabei immer mehr, weil sie sich von sich aus kein Stück rührt ("Ich habe einfach nicht die Kraft.") Leider sieht niemand, der sie kennenlernt, dass hinter dieser lethargischen Schale jemand steckt, der Rettung will und sie "wert ist". Mir, die ich sie schon lange kenne, fällt das inzwischen auch so schwer, dass wir nicht mehr befreundet sind, weil ich nicht mehr kann und will. Da müsste tatsächlich ein Wunder geschehen, damit sich jemand in sie verliebt. Denn: in was, wenn man gegen diese Mauer aus Selbstschutz prallt?

_=THsu:namix_


Ich kann Shojo nur zustimmen - vollkommen.

Ich habe ja in meiner Verzweiflung schon begonnen, mich selbst zu lieben.

Dieser Satz ist Gold wert, allerdings auch nur, wenn du ihn wirklich verstehst und verinnerlicherst.

Das ist kein Unheil, nicht die letzte Ausfahrt, sondern das Beste, was dir passieren kann.

Andere haben es so ausgedrückt:

Wenn du dich selbst nicht lieben kannst, kannst du auch andere nicht lieben.

Das ist sehr, sehr wahr. Wenn du dich selbst nicht liebst, dann wird es auch jedem anderen schwerfallen, dich zu lieben, denn für was sollte dich jemand lieben, wenn du das schon selbst nicht kannst? Liebe ist nicht nur gegenseitig, sondern geht in alle Richtungen, und wenn da nur eine Schranke ist - dass du dich selbst nicht lieben kannst - dann ist das Ganze zum Scheitern verurteilt.

Viel eher wird deine Liebe, die du annehmen und geben kannst, auf einer Abhängigkeit beruhen, weil die andere Person als "Liebesspender" fungiert, wo du im besten Fall Liebe für die andere Person empfindest, aber nicht für dich selbst. Das ist ein sehr morscher Holzpfad, der letztendlich nicht nur dich herunterzieht, sondern auch andere.

Eingeschränkte Liebe ist möglich, doch sie ist eben eingeschränkt.

_=TsuYnamix_


Um auf deine Eingangsfrage zurück zu kommen, da es ja nicht immer nur um Liebe oder Notgeilheit geht, hier noch eine "alte Geschichte" von mir:

Maskenball

Wir tragen tatsächlich alle Masken, fast alle, zumindest trage ich eine.

Ich trage nicht immer eine Maske und am liebsten trage ich keine. Am stärksten merke ich das auf Arbeit, denn das ist ein Spielfeld mit ungleichen Spielern. Die einen Spieler stehen "über" mir und die anderen sind ganz anders als ich; manche sind mir recht ähnlich. Wenn ich auf Arbeit permanent ehrlich wäre, also "privat" und aus meinem Herzen sprechen würde, dann würde ich Regeln verletzen. Für die über mir würde ich zu viel denken, zu viel fragen, zu viel sagen und zu viel kritisieren. Ich kann mir mit diesen Spielern also grundsätzlich nur Ärger und Nachteile einhandeln, da sie am längeren Hebel sitzen. Die, die nur anders sind als ich, würden sich angegriffen fühlen. Und auch das bringt nur Ärger und Nachteile.

Des lieben Friedens Willen und für einen reibungslosen (Arbeits-) Ablauf, tragen ich und alle anderen Masken. Ehrlich und maskenlos funktioniert nur mit den ähnlichen oder gleichen Spielern. Doch das Maskentragen stinkt mir. Ich will in meinem Leben keine Maske tragen, mich verstecken oder mich vorenthalten. Und mein Arbeitstag ist immerhin 1/8 meines täglichen 24h Lebens. Also versuche ich meist, wenn es nicht zwingend notwendig oder schädlich ist, keine Maske zu tragen. Die Logik ist eine einfache. Nur so, können die anderen mich wirklich kennenlernen und ich sie. Nur so, können alle Beteiligten wirklich entscheiden, mit wem sie eine "Beziehung" führen wollen oder von wem sie sich lieber distanzieren.

Wo ich gerade von "Beziehungen" spreche. Das Vorgenannte gilt auch für das Spielfeld außerhalb der Arbeit. Zum Beispiel, wenn ich einen Fremden treffe. Woher soll ich wissen, wie dieser Fremde drauf ist, wenn er eine Maske trägt. Die Maske interessiert mich doch gar nicht, sondern was bzw. wer dahintersteckt. Zumindest geht es mir so. Dennoch ist es verständlich, dass man Masken trägt. Zum einen möchte man Konfrontationen und Ärger mit "Andersartigen" vermeiden. Leibowitz sagte mal: "Der Krieg beginnt im Kopf." Und dieser Krieg kann ohne eine Maske ziemlich schnell eskalieren. Zum anderen macht einen das Offenlegen der Seele angreifbar und es gibt Menschen, die sowas ausnutzen. Es ist also auch ein Schutz und gleichzeitig die Möglichkeit, seine Seele nicht jedem "Dahergelaufenen" zu "geben".

Nochmal kurz zu den Masken. Es gibt verschiedene Masken. Es gibt Gelegenheitsmasken, welche nur bei Notwendigkeit getragen werden. Dann gibt es auch Permanent-Masken, welche gar nicht mehr abgelegt werden, und im Extremfall gibt es noch jene Masken, bei denen du beim Blicken hinter die Maske feststellst, dass da nichts weiter ist als die Maske selbst - nur eine grinsende Fratze - traurig.

Auf Arbeit, aber im Privaten verhält es sich nicht viel anders, versuche ich gerade neuen Menschen gegenüber offen und aufgeschlossen zu sein. Ich merke meist recht schnell - teilweise nach Sekunden oder den ersten zehn Sätzen - ob ich mit der entsprechenden Person näheren Kontakt haben möchte oder lieber den Kontakt meide.

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