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Was tun gegen Prüfungsangst bei Kindern?

cBarj!a hat die Diskussion gestartet


Meine Tochter (14) geht auf's Gymnasium und ist eine gute Schülerin. Jetzt ist es aber so, dass sie vor den Klausuren jedesmal eine panische Angst hat. Sie lernt und lernt und lernt, hat aber das Gefühl viel zu wenig getan zu haben. Gleichzeitig setzt sie sich selbst unter einen enormen Druck. Sie will unbedingt unter den Besten sein, sonst hat sie das Gefühl versagt zu haben. Eine 3 ist für sie eine schlechte Note und bedeutet für sie eine große Enttäuschung.

Am Abend vor der Klausur ist es besonders schlimm. Oft gibt es Tränen, da sie fest davon überzeugt ist, dass sie die Klausur nicht gut schreiben wird. Ich bin echt am verzweifeln. Ich weiß wirklich nicht warum sie es sich selbst so schwer macht. Jedesmal versuchen wir ihr klar zu machen, dass wir als Eltern diese Erwartungen mit ihr auf keinen Fall teilen. Im Gegenteil. Wir versuchen ihr klar zu machen, dass eine 3 keine schlechte Note ist. Auch eine schlechtere Note, die unsere Tochter übrigens noch nie mit nach Hause gebracht hat, wäre für uns kein Weltuntergang. Ich versuche ihr Mut zu machen, ich erklären ihr, dass es im Leben vieles gibt was wichtiger ist als ständig gute Noten, ich sage ihr, dass ich auch mit einer schlechten Note sehr stolz auf sie bin und dass auch ruhig mal was daneben gehen darf, aber all das trifft auf taube Ohren bei ihr.

Wenn sie jetzt schon solche Panik schiebt, wie wird es denn erst bei der richtigen Abiprüfung? Dreht sie mir da ganz durch ??? Sie ist sonst so ein tolles und taffes Mädchen. Ich würde ihr so gerne helfen und ihr den Druck nehmen.

Habe jetzt gehört, dass es Globuli gegen Prüfungsängste gibt. Habe auch schon mal danach gegoogelt und auch einiges gefunden:

Argentum nitricum D12

Gelsemium C30

Aconitum D30

Strophanthus C30

Leider weiß ich nicht welche Globuli die richtigen für sie wären. Kann mir hier jemand helfen? Wer hat gute Erfahrungen damit gemacht. Vielleicht hat auch jemand ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben, wie wir unsere Tochter helfen können.

Danke schon mal im Voraus!

Antworten
s/c+hnat3terguxsche


off-topic

... denn Deine Frage kann ich nicht beantworten. Aber vielleicht einen Anstoß zum Nachdenken geben.

Müssen es unbedingt Globuli sein? Damit würde bestenfalls die Aufregung vor einer Prüfung genommen. Was ist bei der nächsten Prüfung? Eure Tochter hat in ihrem Leben sicher noch einige vor sich. Wie wird sie mit anderen Herausforderungen umgehen lernen, was macht sie später mal bei Bewerbungsgesprächen?

Globuli einwerfen wird oft als der "unschädliche" Ersatz für Pillen einwerfen angesehen. Aber auch damit würden nur kurzzeitig Symptome unterdrückt. Eine dauerhafte Lösung würde etwas mehr Arbeit bedeuten. Aber sie könnte nachhaltig wirken.

Gib einem Kind einen Fisch. Es hat Nahrung für einen Tag.
Lehre das Kind zu fischen. Es hat Nahrung für das ganze Leben.

Ich würde auf die Globuli verzichten, und stattdessen zu ergründen versuchen, warum sie unbedingt besser als 3 sein will. Sie wird die "tauben Ohren" nicht öffnen, wenn sie nur "ist ja nicht so schlimm" als Antwort bekommt. Dahinter steckt mehr, eine völlig andere Bewertung. Aus meiner Sicht geht es nicht um die richtigen Globuli, sondern darum, Bewertungsmuster zu korrigieren. Und dazu kann es durchaus hilfreich sein, wenn sie mal wirklich einen Fünfer oder sogar Sechser abgibt.

cqarjxa


Hallo schnattergusche,

eigentlich hast du total recht. Sicherlich wäre es sinnvoll den Grund zu finden WARUM unsere Tochter sich so hohe Ziele setzt und nicht schlechter als 3 sein will. In manchen Fächern genügt ihr ja noch nicht mal eine 3 um sich gut zu fühlen.

Ich habe mir schon so den Kopf zerbrochen und mir Gedanken gemacht warum das so sein könnte. Habe die Gründe bei uns gesucht, habe sie gefragt, ob wir durch irgendwelche Bemerkungen, an die wir uns vielleicht nicht mehr erinnern, selbst solche Ziele gesetzt haben. Das verneinte sie aber. Ich habe sie gefragt, ob sie das Gefühl hätte, dass wir bei einer Note die schlechter als 2 oder 3 ist komisch reagieren oder ihr das Gefühl geben von ihr enttäuscht zu sein. Aber auch das verneinte sie. Unsere Tochter meinte, dass sie selbst Angst hätte zu versagen, dass sie Angst davor hat durch schlechte Noten sich ihr zukünftiges Leben zu verbauen, dass man sie später in der Berufswelt nicht gebrauchen kann.

ICh bin wirklich am verzweifeln und würde ihr so gerne dabei helfen, ein bisschen von ihrer Anspannung zu nehmen. Sie leidet wirklich selbst sehr darunter. Ich würde sie auf keinen Fall als einen typischen Streber beschreiben. Sie lernt nicht so viel, weil sie die Beste sein will, um damit dann bei den Mitschülern zu prahlen und gut anzukommen. Sie geht nicht mit ihren Noten hausieren. Nein, dass ist es auf keinen Fall. Sie lernt eher so viel, weil sie sonst das Gefühl hat, für eine Klausur unvorbereitet zu sein. "Mut zur Lücke" gibt es bei ihr nicht. Wenn sie 90% des Lernstoffes beherrscht, verzweifelt sie an den restliche 10%. Es könnte ja ihrer Meinung nach sein, dass genau diese 10% der halbe Inhalt der Klausur sein könnte. Diese 10% regen sie so auf, dass jedesmal vor Klausuren die Tränen fließen, dass sie Panik und Angst schiebt. Am liebsten würde sie sich am Morgen vor der Klausur den Wecker 2 Stunden früher stellen, um alles nochmals durchzugehen, nur um das Gefühl zu haben wirklich alles getan zu haben.

Gut, es ist auch nicht so, dass ihr alles zufliegt. Sie muss schon einiges tun für die Schule. Während vielleicht andere nur schon vom Zuhören oder von 1x durchlesen den Unterrichtsstoff beherrschen, muss sie schon einiges mehr an Zeit investieren. Aber muss es denn immer eine 1 oder eine 2 sein? Ihr Notendurchschnitt der letzten Zeugnisse waren nie schlechter als 1,9!!! Aber ich frage mich wirklich, ob der Preis den sie dafür zahlt nicht viel, viel zu hoch ist. Habe mich auch schon gefragt, ob das Gymnasium mit seiner G8 nicht einfach die falsche Schule für sie ist. Als ich das mal dezent bei ihr erwähnt habe, ist sie mir fast ausgeflippt. Ihr Kommentar: Glaubst du wirklich, dass ich mit Realschule eine Chance im Leben habe ??? Keine Ahnung wie sie auf solch einen Schwachsinn kommt....

Unsere Tochter ist sonst so ein tolles Mädchen. Wirklich bildhübsch, hat einen tollen Freundeskreis, macht uns überhaupt keine pubertären Probleme, ist unheimlich hilfsbereit, freundlich, und selbstständig. Man kann sich absolut auf sie verlassen, sie sagt wo sie ist und wann sie nach Hause kommt. Unsere Tochter spielt toll Klavier und Querflöte. Sie gibt selbst mit ihren 14 Jahren sogar schon Klavierunterricht und hat mit der Querflöte schon das ein oder andere Förderstipendium gewonnen. Natürlich war auch hier kurz vor dem Vorspiel jedesmal absolute Panik bei ihr angesagt, es gab viele Tränen und ihre Worte waren: ich schaff das nicht, ich kann das nicht, ich krieg das bestimmt nicht hin,...

Dieser krankhafte Ehrgeiz, das mangelnde Selbstbewusstsein und diese Versagensängste machen ihr das Leben wirklich sehr schwer. Bestes Beispiel: Nächstes Jahr macht ihre Jahrgangsstufe Tanzkurs. Die Tanzschule kommt dann direkt in die Schule. Schon jetzt hat sie Angst, dass niemand mit ihr tanzen möchte, dass sie keinen Tanzpartner bekommt und sie auf eine Tanzaushilfe angewiesen ist. Das muss man sich mal vorstellen!

Wie kann ich ihr helfen, sich selbst nicht so großen Stress zu machen, wie kann ich ihr helfen selbstbewusster zu werden und diese Versagensängste zu mindern? Wie kann ich sie dazu animieren mal Mut zur Lücke zu haben? Sicherlich wäre möglicherweise ein Fünfer oder ein Sechser hilfreich. Einfach damit sie sieht, dass man dann doch nicht sofort im Leben versagt hat und dass es trotzdem gut weitergeht. Aber wie? Soll ich Bücher und Hefte verstecken? Wohl kaum...Von sich aus wäre sie NIEMALS bereit auch mal weniger oder nichts zu lernen, um mal eine schlechte Note zu bekommen.

Habe auch schon an einen Kinder -oder Jugendpsycholgen gedacht. Aber ich will ihr auch nicht das Gefühl geben, dass bei ihr irgendwas nicht stimmt....Daher kam mir halt erstmal die Idee mit den Globulis oder auch Bachblüten....

Würde mich über weitere Tipps freuen @:)!!!

csartja


Ach ja und noch was. Sollte ich mit diesem Thema lieber ins Psychologie-Forum oder vielleicht zu Kinder und Erziehung wechseln?

MCayBana


Homöopathische Mittel wirken aber auch auf die Seele. Und von daher kann es durchaus sein, dass die Angst sich soweit reduziert, dass man diese Erfahrung nützen kann. Und eben ein anderes mal auf die Einnahme verzichten kann. Warum dies ausschließen?

Hier gibt es schon so viele Stränge (Prüfungsangst) mit dem Thema. Einfach mal in die Suchfunktion eingeben. Da gibt es auch Anleitungen.

Kinder möchten zumeist ihren Eltern genügen. Wenn ein Kind Angst hat, mit einer 3 nach Hause zu kommen, hat es Furcht vor ihnen. Dann ist erst einmal die gelegte Latte der Eltern zu hoch. Zumindest scheint es ein brandiges Thema zu sein, in dem der Unterton in dem Satz: ist ja nicht so schlimm trotzdem die Enttäuschung der Eltern widerspiegelt.

n&an|a mit% honigkuxchen


hallo,

wie schnattergusche ja schon gesagt hat, wäre der eigentliche Grund schon wichtig herauszufinden. Das geht aber meist nicht so schnell und verhindert nicht diese ANgst. Dass man diesen langen Prozess dennoch, vielleicht auch mit professioneller Hilfe, anstoßen sollte, keine Frage. Aber vll nicht gleich mit Psychologen, sondern mit anderen Stellen. Nicht, dass sie noch das Gefühl bekommt, krank zu sein.

Für diese Panikattacken und ANgstzustände: Bachblüten Notfalltropfen :)^ Gibts in unterschiedlichen Darreichungsformen, meines WIssens inzwischen auch als Tabletten, also dann ohne Alkohol. Manche reagieren aber unterschiedlich auf unterschiedliche Trägerstoffe, also vll auch beides ausprobieren.

Meine persönliche Meinung (Achtung: Küchenpsychologie! ;-)) ist aber, dass es nicht einfach Versagensängste sind, sondern ein sehr geringes Selbstvertrauen. SIe ist sich nicht sicher, ob sie sich selber liebt, wenn sie "nichts" erreicht. Das muss nicht mal an dem Umfeld liegen, sie selbst denkt das von sich. Und da solltest du wirklich aufpassen, dass du sie nicht noch darin bestärkst, indem du diese Ängste kleinredest. AUch wenn du es nicht willst, kommt eine Aussage wie "eine 3 ist doch gar nicht schlimm" da eher negativ als positiv. Ich würde wohl eher daran setzen, sie abseits dieser ganzen Erfolge, die sie ja hat, in sich selbst zu bestärken. Nicht immer auf die Ängste eingehen, sondern wahrnehmen ("ich weiss, dass du dir Sorgen machst") und akzeptieren. Dann aber auch den Fokus auf andere DInge lenken: Freunde, Spass haben womit auch immer, Familientreffen, gemeinsames Essen, etc. Damit sie merkt, es gibt auch andere Sachen im Leben, wo man nichts "leisten" muss, sondern wo man einfach so lieb gehabt wird, egal was man tut.

Du hast auch geschrieben, dass sie immer lieb und höflich ist, zuvorkommend usw Vll hat sie auch einfach zuviel ANgst davor, nicht mehr geliebt zu werden, wenn sie sich anders als erwartet benimmt? Weil sie vll immer, wenn sie etwas anderes tat, ermahnt/bestraft/ignoriert/o.ä. wurde? Nur als Frage in den Raum gestellt, nicht als Vorwurf oder Wertung @:)

Ich wünsch dir und ihr alles gute @:)

sBchnattAerguschxe


Laß mich mal hinten anfangen: Ich finde das Thema im Psychologie-Forum besser aufgehoben. Denn auch viele Erwachsene leiden unter dem gleichen Problem.

Du hast in meinen Augen die Lösung schon erkannt. Selbstbewußtsein ist Selbst-Bewußtsein.

Habe die Gründe bei uns gesucht, habe sie gefragt, ob wir durch irgendwelche Bemerkungen, an die wir uns vielleicht nicht mehr erinnern, selbst solche Ziele gesetzt haben. Das verneinte sie aber. Ich habe sie gefragt, ob sie das Gefühl hätte, dass wir bei einer Note die schlechter als 2 oder 3 ist komisch reagieren oder ihr das Gefühl geben von ihr enttäuscht zu sein. Aber auch das verneinte sie.

Ihr werdet nicht weiterkommen, wenn Ihr Eurer Tochter entsprechende Fragen stellt zu Ursachen, die Ihr vermutet. Im Gegenteil, sie erhöht dabei den Druck auf sich selbst. Denn sie will Euch doch nicht mit ihrem Problem belasten. Es liegt wahrscheinlich an einer anderen Stelle. Ich stelle dazu mal ein paar Aussagen entsprechend zusammen:

Unsere Tochter meinte, dass sie selbst Angst hätte zu versagen, dass sie Angst davor hat durch schlechte Noten sich ihr zukünftiges Leben zu verbauen, dass man sie später in der Berufswelt nicht gebrauchen kann.

Glaubst du wirklich, dass ich mit Realschule eine Chance im Leben habe?

Sie gibt selbst mit ihren 14 Jahren sogar schon Klavierunterricht und hat mit der Querflöte schon das ein oder andere Förderstipendium gewonnen.

Eure Tochter zeigt eine für ihr Alter seltene Reife. Sie lebt jetzt schon in ihrer Zukunft, vor der sie aber Angst hat. Deshalb kann sie nicht richtig in der Gegenwart leben, sich erleben, sich ihrer selbst bewußt sein. Ich würde mich da nicht zu sehr auf die Suche nach möglichen Ursachen begeben. Denn die Ängste spielen sich unbewußt ab. Und sie werden täglich neu induziert und aufgefrischt. Dafür sorgen schon unsere Medien mit ihrer Fülle negativer, demotivierender Meldungen. Eure Tochter braucht Hilfe, damit umgehen zu lernen, bzw. die Ängste aufzulösen.

cDarja


Hallo Mayana,

Kinder möchten zumeist ihren Eltern genügen. Wenn ein Kind Angst hat, mit einer 3 nach Hause zu kommen, hat es Furcht vor ihnen. Dann ist erst einmal die gelegte Latte der Eltern zu hoch.

Nein, ich glaube nicht, dass unsere Tochter Angst vor uns hat. Auch glaube ich nicht dass die gelegt Latte von uns zu hoch ist. Immer wieder sage ich ihr, dass eine 3 NICHT schlecht ist. Für mich gehören auch 4er dazu. Auch ein 5er oder 6er zwischendrin ist nicht schlimm. Sollten wirklich schlechte Noten öfters vorkommen, kann man sich überlegen woran es liegt und eventl. Nachhilfe nehmen. Alles kein Weltuntergang. Habe unsere Tochter auch gezielt danach gefragt und um eine ehrliche Antwort gebeten. Habe sie gefragt ob mein Mann oder ich irgendwann mal enttäuscht waren oder eine falsche Bemerkung gemacht haben, so dass sie solche Versagensängste hat. Aber alles verneinte sie und sagt ganz klar, dass SIE SELBST das von sich so möchte. Ich habe ihr sogar unsere alten Zeugnisse gezeigt. Mein Mann und ich waren damals im Vergleich viel schlechter gewesen. Mein Mann hatte in ihrem Alter die Realschule besucht und erst später nach seiner Lehre sein Fachabi nachgemacht und dann studiert. Ich selbst war zwar auf dem Gymnasium und habe Abi gemacht, habe aber nie studiert. Ich glaube also nicht, dass wir da für sie Vorbilder sind, was ihre Strebsamkeit erklären würde. Im Gegenteil, eigentlich müsste sie doch damit sehen, dass es viele Wege gibt.

Es ist ja auch nicht immer so, dass sie durch das viele Lernen und ihren Fleiß immer eine 1 oder 2 bekommt. Gerade in Mathe, Physik, Chemie lernt sie Tage und Wochen vorher. Wird eine Aufgabe in der Klausur nur ein klein wenig verändert, wird sie wieder unsicher und bekommt Panik. Obwohl sie so viel Zeit investiert hat, gibt es für sie nur eine 3. Für unsere Tochter bedeutet das, dass sie es sich also nicht erlauben kann, weniger zu tun, denn sonst könnte sie beim nächsten mal sogar eine 4 oder 5 bekommen. Ja sie lernt dann eher noch mehr, weil für sie ja eine 3 eher eine schlechte Note ist und sie eine 2 anstrebt. Sie ist wie in einem Kreislauf.

In Fächer, die ihr leichter von der Hand gehen, ist es genauso. Nur auf einer anderen Notenebene. Sie lernt und lernt, schreibt dann aber "nur" eine 2, die aber ihrer Meinung nach für den geleisteten Lerneinsatz zu wenig ist, sie ist enttäuscht, lernt noch mehr, weil sie die 1 will und Angst vor einer 3 hat, falls sie weniger tut.

Manchmal geht ihre Rechnung auf, dann ist sie glücklich.

Dieser Kreislauf führt dazu, dass sie wie gesagt ewig viel lernt, aber ständig Angst hat zu wenig getan zu haben und kurz vor der Klausur nur noch am heulen ist und Versagenssängste hat.

Aber nochmal ganz klar: WIR habe diese Erwartungen NICHT an unsere Tochter und haben ihr das auch schon sooo oft gesagt. Immer und immer wieder. Aber wir laufen da echt gegen eine Wand...

A#neremv


Sie lebt jetzt schon in ihrer Zukunft, vor der sie aber Angst hat. Deshalb kann sie nicht richtig in der Gegenwart leben, sich erleben, sich ihrer selbst bewußt sein. Ich würde mich da nicht zu sehr auf die Suche nach möglichen Ursachen begeben. Denn die Ängste spielen sich unbewußt ab. Und sie werden täglich neu induziert und aufgefrischt. Dafür sorgen schon unsere Medien mit ihrer Fülle negativer, demotivierender Meldungen. Eure Tochter braucht Hilfe, damit umgehen zu lernen, bzw. die Ängste aufzulösen.

Das unterschreibe ich so!

Ich bin selbst gerade in dieser Situation, ich bin 20, hab letztes Jahr mein Abitur gemacht und studiere seit Oktober. In der Schulzeit hatte ich diese Zukunftsängste zwar auch, aber längst nicht so krass wie jetzt. Oder wie deine Tochter.

Da fällt mir ein Spruch von einer älteren Studentin ein, den sie mal gebracht hat, als wir in einer Runde zusammensassen und uns Gedanken gemacht haben. (Denn keine von meinen gleichaltrigen Mitstudentinnen wissen, was sie mit dem Studium denn eigentlich anfangen wollen). Jedenfalls sagte diese ältere Studentin: "Das ist so typisch für unsere Generation, keine zuvor hatte solche Zukunftsängste."

Denn das habe ich (und eine ganze Menge meiner Freunde auch) ganz bestimmt. Wie schnattergusche schon sagt, die Medien tragen da sehr, sehr viel zu bei. Das Paradebeispiel sind doch die sozialen Netzwerke. Heute muss man sich schon zweimal überlegen, ob und was man da reinschreibt, denn mein potenzieller späterer Chef könnte da ja in 5 Jahren mal reinschauen.

Der Punkt ist also, dass die Ursache vielleicht in diesem Themenbereich liegt.

Zukunftsangst, bevor man eigentlich weiß, was man in der Zukunft machen/haben möchte. Beziehungsweise Angst, gerade weil man diese Zukunft nicht kennt und alles tun möchte, um sich nur ja nichts zu verbauen. Ich verstehe das 100%.

z_uzxa


hi,

ich empfehle dir mal 2 bücher, die natürlich auch deine tochter lesen kann:

"besser lernen" von martin schuster; zeigt sehr gut eine lerntechnik in abwandlung an vers. abfrageformen auf, befasst sich auch mit eigenem verhalten, anspruchsdenken, ängsten und deren umgang - ist auch nett geschrieben!

"kognitive verhaltenstherapie" von rob willson; das buch ist aus der dummie-reihe und ebenfalls sehr nett geschrieben. auch jugendliche werden es bestimmt mit gewinn lesen und das ein oder andere mal sich selbst wieder finden (wie auch erwachsene). beim buchladen mit dem großen A gibt's auch ein paar kommentare, die das buch recht gut treffen!

ansonsten haben meiner meinung viele jugendliche und auch "gestandene" erwachsene die angst, in der welt nicht gebraucht zu werden. dies war "früher" anders, der weg deutlicher vorgezeichnet (grob: mann arbeitet, frau kinder, eher kein studium, vielleicht höchstens halbtagsjob, keine großartige vernetzung mit der großen, weiten welt, weniger wahlmöglichkeiten; natürlich gibt's davon auch ausnahmen). die momentane mediale repräsentanz so einiger politiker (westerwelle, sarrazin) macht es einem da nicht einfacher, wenn arbeitslose trotz nicht vorhandener jobs als sozialschmarotzer angeprangert werden; auch ist die negative lohnspirale aufgrund fehlender mindestlöhne, druck aus der zeitarbeit natürlich auch gesprächsstoff in den schulen (auch im unterricht). und so manch ein schüler ist ja auch in seiner freizeit kein blindfisch und interessiert sich für gesellschaftliche themen. dieser komplex zeichnet sicher den negativen bereich der heutigen vernetzungsmöglichkeiten - und die häufig anzutreffende konfusion bei jugendlichen (aber auch erwachsenen!).

auf globuli würde ich ohnehin verzichten - da ist das geld in eines der obigen bücher besser angelegt (oder in einem bibliotheksausweis!). ich würde vermuten, dass einerseits das lernverhalten deiner tochter nicht wirklich optimal ist; wenn eine frage ein wenig divergiert, so muss sie sich die fähigkeit erarbeiten, das wissen zu transferieren (dass klappt je nach fach besser oder schlechter ;-) ) zumal der lernstoff später im studium sehr viel höher sein wird. also wäre es ja nur gut, jetzt mal sein lernverhalten unter die lupe zu nehmen - ganz ungezwungen!

die zukunftsängste kann einem keiner nehmen, aber wie man so nett sagt, ist die hürde eher ein maulwurfshügel denn der mount everest!

c^offeAe-Vto-xgo


Hypericum D30 --> damit sie allgemein ruhiger wird

Aconitum D30 --> nimmt die Angst und Panik

c%arxja


@ schattengesuch

du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ja unsere Tochter ist für ihr Alter wahnsinnig reif. Das war schon immer so. Im Kindergarten meinte sie mal zu ihrer Freundin: würdest du mich noch mögen, wenn ich plötzlich ganz hässlich bin? Als diese Freundin dies verneinte, war unsere Tochter total entsetzt. Sie meinte: warum sagt sie dass, ich bin doch dann immer noch die Gleiche in mir drin. Da war sie gerade mal 4 Jahre alt!!! Sie konnte schon immer zwischen den Zeilen lesen und verstehen. Auf der sozialen Schiene würde ich sie durchaus als "hochbegabt" bezeichnen, man könnte so manches von ihr lernen...

Ja, und du hast glaube ich recht. Sie lebt schon jetzt in der Zukunft, hat davor aber Angst und kann die Gegenwart nicht richtig genießen und somit auch erleben.

Ja, und sie ist sich ihrer selbst nicht bewusst. Ihr fehlt es da auch auf anderen Gebieten. Sie ist wirklich so hübsch, doch sie findet sich hässlich, sie kann so toll musizieren, sie sagt aber, dass das im Leben aber nicht zählt und dass sie mit musikalischem Talent nicht weit im Leben kommt, sie ist so ein freundlicher und liebenswerter Mensch, hat aber Angst, bei Freunden nicht anzukommen, etc.

Du sagst, dass unsere Tochter Hilfe braucht. Wie und wo finde ich diese? Wie helfe ich ihr selbstbewusster zu werden und an sich zu glauben? Wie helfe ich ihr im Jetzt und im Hier zu leben und das auch zu genießen?

@ nana

auch du hast geschrieben, dass du glaubst, dass sie kein Selbstvertrauen hat. Nein, Selbstvertrauen hat sie wirklich nicht, obwohl es so vieles gibt, was ihr eigentlich zeigen sollte, dass es dafür keinen Grund gibt. Wir loben sie auch immer und stehen immer hinter ihr. Dasweiß sie auch, aber trotzdem zweifelt sie immer an sich selbst.

Du würdest keinen Psychologen aufsuchen, sondern andere Stellen. Welche Stellen meinst du?

Bachblüten kenne ich, benutze ich selbst und habe Bachblüten auch schon bei unserer Tochter ausprobiert. Habe schon das Gefühl, dass sie dann nicht mehr ganz so doll abdreht. Kennst du dich damit aus? Habe ihr die Blüten Impatiens, Mimulus, Aspen und Larch gemischt.

Klar haben wir auch mal ermahnt, wenn sich unsere Tochter nicht freundlich, usw. verhalten hat. Aber bestraft oder gar deswegen ignoriert? Auf keinen Fall. Warum sollte sie, weil wir sie ermahnt oder auch mal mit ihr geschimpft haben, sich deswegen nicht geliebt fühlen? Meinst du, dass das solche Auswirkungen haben könnte?

@ all

So ich glaube, dass dieser Faden inzwischen tatsächlich im Psychologie-Forum besser aufgehoben ist Wie kopiere ich das denn dort hinüber?

czagrja


Danke auch euch Anerev, zuza und coffee-to-go.

Werde mal bei A... nach den Büchern schauen. Hört sich gut an und könnte wirklich was für uns sein @:)

sVchnatt$ergusxche


So ich glaube, dass dieser Faden inzwischen tatsächlich im Psychologie-Forum besser aufgehoben ist Wie kopiere ich das denn dort hinüber?

Gar nicht. Bitte einfach einen Moderator (Nick mit Fähnchen) oder Doc Schüller, den Faden zu verschieben. Dann bekommen alle, die bereits geschrieben haben, eine Info darüber.

s0c#hnpattfergus che


Sie ist wirklich so hübsch, doch sie findet sich hässlich, sie kann so toll musizieren, sie sagt aber, dass das im Leben aber nicht zählt und dass sie mit musikalischem Talent nicht weit im Leben kommt, sie ist so ein freundlicher und liebenswerter Mensch, hat aber Angst, bei Freunden nicht anzukommen, etc.

Auch da könnte ein Ansatz liegen. Falls Eure Tochter sehr oft hört, wie hübsch sie ist, wie toll sie musiziert, wie liebenswert sie ist usw., dann hat sie keinen Grund, das selbst erkennen zu müssen. Empfindet sie die Anerkennung als zu stark, vielleicht sogar erdrückend, und schafft sich unbewußt einen Kontrast dazu?

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