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Persöhnlichkeitsstörungen, Sucht, Psychose, Phobien, Zwänge uvm.

STchwizop7siycho!nauxt hat die Diskussion gestartet


So, ich bin jetzt Anfang 30, habe ne lebenslange Psychiatrie-Geschichte hinter mir und irgendwie weiß immer noch kein Arzt/Psychologe so richtig, was mit mir los ist. Oft geht es mir nicht wirklich schlecht, weil mir alles wurscht ist, aber manchmal bin ich echt am Ende. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, daß ich nie ein normales Leben führen werde... bin mal gespannt, wer bei sich Ähnlichkeiten feststellt und mir evtl. Hinweise geben kann, auch wenn meine Hoffnung gleich null tendiert...

Meine Kindheit war ziemlich beschissen, meine Mutter ist in meinen ersten Lebensjahren abgehauen und mein Vater wusste nicht wohin mit mir (die sind beide auch nicht normal!). Ich wurde wie ein Wanderpokal herumgereicht, war mal bei ner Tante, mal bei Pflegeeltern (jeweils ein paar Jahre)... hatte also nie dauerhaft Bezugspersonen. Bereits als Kleinkind (da konnte ich noch nicht laufen) soll ich angeblich Hallus gehabt haben, war deswegen beim Psychiater wurde aus dem Kindergarten geworfen und erst mit 8 eingeschult, weil ich "auffällig" war. An all das kann ich mich aber zu 99% nicht erinnern. In meiner Schulzeit war ich sehr zurückgezogen, ein Einzelgänger und hatte typische ADHS-Symptome, war total der Träumer, entweder der intellektuelle Überflieger oder richtig schlecht. Ich war in meiner frühen Jugend sehr depressiv, habe mit 15 meinen ersten Selbstmordversuch unternommen, bin zweimal von zu hause abgehauen (bin wochenlang im Ausland herumgeirrt) und mit 16/17 habe ich daß erste mal gekifft. In diese Zeit fällt auch mein erster Vollrausch, der gleich mit Intensivstation endete. Mit 18 habe ich dann richtig angefangen zu kiffen (ca. 5g am Tag), dazu später Kippen (zwecks Rauschverlängerung), bis zu meinem 21. Lebensjahr blieb dies dann erstmal so. Dann der absolute Absturz: Jobverlust, Verlobte weg, der nächste Selbstmordversuch und zum ersten mal die Geschlossene (Diagnose: Borderline-Syndrom). Im Anschluss dann die selbstgewählte Obdachlosigkeit (fragt mich nicht wieso, ich war geistig völlig abwesend).und ein halbes Jahr später dann die erste XTC. Auf die erste XTC folgte etwa 2 Jahre XTC-Dauerkonsum, ich habe genommen, soviel ich kriegen konnte. Daß konnten dann auch schonmal 15 Stück am Tag sein. Mit 23 war mir dann alles egal, ich lebte nurnoch für Action, habe alles gefuttert, was ich kriegen konnte: Speed (Amphetamine), Pilze (sogar Fliegenpilze), LSD, Heroin, Kokain, allen möglichen Bio-Kram, Medikamente, bis auf Crack und Meskalin habe ich alles durch... und meißtens bis ich nicht mehr geradeaus gucken konnte. Allerdings war ich damals schon psychisch total hinüber, hatte mehrere Zusammenbrüche/Black-outs, bis ich einmal im Knast wieder zu mir kam. Dann mit 24 die Notbremse, neue Wohnung, ab zum Psychiater, Psychotherapie, es folgte eine üble Depression, die mit dem nächsten Selbstmordversuch endeten und ich landete wieder in der Geschlossenen, diesmal für 6 Wochen. Dann bekam ich die ersten Psychopharmaka, machte ne Therapie in einer Tagesklinik und nahm kaum noch Drogen, hörte sogar auf zu rauchen. Die meißte Zeit war ich clean, über Monate, aber immer wieder wurde ich rückfällig und konsumierte, als wenn es kein morgen gäbe. Vor 4 Jahren bekamm ich dann plötzlich eine soziale Phobie, weswegen ich dann wieder in der Psychiatrie landete, diesmal für 6 Monate. Dort wurde dann zum ersten mal die Diagnose schizoide Persöhnlichkeitsstörung, soziale Phobie und Psychose gestellt. Seit etwa einem Jahr habe ich keine Drogen mehr genommen, saufe aber nun fast täglich.

In den letzten 10 Jahren habe ich alle möglichen Psychopharmaka bekommen, von Beruhigungsmitteln, über Medi's gegen Psychosen...

In letzter Zeit bekomme ich nun vermehrt körperliche Beschwerden, die vermutlich psychisch bedingt sind, nämlich Reizdarm, Sehstörungen ("visuall snow", verschwommenes Sehen, Glaskörpertrübung), Herzneurose, Schluckbeschwerden und Nacken-/Kopfschmerzen (Stichwort HWS)... psychisch leide ich unter Schlafstörungen, Zählzwang, Kontrollzwang, Angstzuständen, Derealisationszuständen, Zwangsgedanken, selten Agressionsausbrüche (die dann wirklich sehr krass sind) und natürlich Depressionen. Von Drogen lasse ich (hoffentlich) endgültig die finger, zuletzt hat mich ein Zug (!) an einem Joint für Monate in eine erneute Psychose geschossen...

Trotz allem fühle ich meißtens wohl, manchmal habe ich aber einfach keinen bock mehr... die Schwankungen treten absolut plötzlich auf.

Mein Psychiater hat mir langfristig ne Psychoanalyse empfohlen, momentan mache ich ne Verhaltenstherapie und nehme Medi's gegen Psychosen/Schizophrenie und Johanneskraut.

Antworten
LKilmly7U8x9


Puh, dass ist ziemlich heftig.

Da jetzt ne geeignete Diagnose zu stellen, ist durchaus schwierig.

Ich bin leider auch kein Arzt, aber hast du mal an eine Boderline Störung gedacht??

Man neigt zu sehr extremen Verhalten, wodurch häufig eine Ursache in der Kindheit anzufinden ist(meist traumatisch)

Dazu würde auch das extreme Verhalten mit Drogen und dem Selbstmordversuch passen. Auch die extreme Reaktion auf Wut und Streit.

Ich denke, die Psychose ist erst durch den häufigen Drogenkonsum entstanden.

Wie gesagt, ne Garantie kann dir nur der Arzt geben.

Vielleicht solltest du noch andere Ärzte aufsuchen bzw. befragen?

Meiner Meinung nach, käme das mit der Borderlinestörung vielleicht hin. Aber sicher bin ich mir da auch nicht..

t(wili#gohtpr0inc3eEss


15 e's und das länger als einen tag, jaja, das kannst du deiner oma erzählen!

wahrscheinlich hast es mit kaugummi aus dem automaten verwechselt du freak!

SUchi9z|opsyc{honxaut


@ twilightprincess

Was willst du denn von mir!?! Meinste, mein Cousin und zwei meiner Freunde sind an Minze gestorben oder was? Ich rede hier von der Obdachlosenszene am nem x-beliebigen Großstadtbahnhof. Ich habe Leute kennengelernt, die fressen 40 E's pro nacht. Den Alkoholkonsum von nem Penner am Brunnen kannst du dir als Mädel, die nach nem halben Bier dicht ist, bestimmt auch nicht erklären. Sowas nennt man Sucht und Gewöhnung. Ich habe die Dinger nach dem aufstehen noch vor dem pinkeln und vor dem Kaffee und der Kippe gefuttert... also mach hier mal nicht die Allwissende.

stchneRckee1985


Hey, wie gehts mittlerweile? :)*

cbat<8J607


ich schreib mal nen anderes mal was dazu, habe grad wenig zeit. aber unglaublich wie sehr mein leben deienm ähnelt! bei mir wars nur nicht so heftig! aber trotzdem im verlauf sehr sehr ähnlich.

ausserdem 15 e's nach ner lanegn konsumzeit ist auf jeden fakk sehr möglich lol

S.chizoNpsychoxnaut


@ schnecke1985

Danke der Nachfrage. Wesentlich besser, würde ich sagen. Ich habe ein ziemlich chaotisches Vierteljahr hinter mir. Ich bin es ja gewöhnt, daß meine Psyche verrückt spielt, aber in letzter Zeit war ich auch körperlich ziemlich angeschlagen. Da ich bisher sehr selten in meinem Leben mal richtig krank war, bin ich dann doch nervös geworden. Angesichts meiner ungesunden Lebensweise habe ich an daß schlimmste gedacht. Da ich seit etwa 3 Monaten Schluckbeschwerden, täglich Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, schnelle Erschöpfung, jeden Tag den Nacken steif und nun auch noch nen Tinitus hatte, war ich beim Internisten. Der hat mich zum HNO geschickt. Der hat vermutet, daß was mit der Halswirbelsäule sein könnte und hat mich dann zum Orthopäden geschickt. Bei dem war ich dann auch... den Tag werde ich so schnell nicht vergessen; der meinte doch allen Ernstes, ich müsse sofort ins Krnakenhaus, weil er den Verdacht hätte, ich hätte Hirnblutungen. Im Krankenhaus wurde ich dann stundenlang vom Neurologen untersucht, 'n CT wurde gemacht, Blutbild usw. Dann stellte sich heraus, daß ich die Medikamentenkombination nicht vertrage... kaum zu glauben, denn eines der beiden Medis ist nämlich Laif 900, also Johanniskraut. Ich hätte nie gedacht, daß so'n Naturheilzeugs so heftige Nebenwirkungen hervorrufen kann. Seitdem habe ich es nicht mehr genommen und die meißten Symptome sind mittlerweile weg. Tinitus und gelengtliche Kopfschmerzen sind geblieben.

Naja, so mit 30 scheint meine gefühlte Unverwundbarkeit langsam schlapp zu machen, ich vertrage viele Medis und die meißten Drogen absolut nicht mehr, wo ich mir früher alles sorg- und folgenlos reingeballert habe. Mittlerweile habe ich schon nach 2 Bier nen Mordskater, früher nicht nach ner halben Kiste. Illegale Drogen nehme ich nun seit einem Jahr nicht mehr und ich habe auch keinen Bock mehr drauf. Ich habe irgendwie daß Gefühl, mein Körper will mir sagen, "reicht langsam!". Ich werde nun sogar versuchen, mit dem rauchen aufzuhören.

sgchnBecke1#985


Ja, Johanneskraut ist nicht so ohne... es wechselwirkt mit vielen Medikamenten, steht sogar oft in der Packungsbeilage, dass man nicht mit Johanneskraut kombinieren sollte. Das wollte ich dir das letzte Mal schon schreiben, aber die Sache hat sich ja jetzt von alleine geregelt.

Und das mit der körperlichen "Gebrechlichkeit" kenn ich auch... ich merks heute schon, wenn ich mal durchmache noch Tage später, mit 15,16 war das alles kein Problem. :-p ich will langsam auch mit dem Rauchen aufhören, ist aber scheißschwer... viel Glück damit! Da muss man schon einen starken Willen haben und 100% dahinter stehen, wie bei so vielen Sachen im Leben. :)* :)* :)* :)* :)*

Du machst momentan Verhaltenstherapie? Wie gehts dir damit?

S<chizoipsyFchonxaut


Ja, Therapie mache ich zwar, aber ich gehe nur noch sehr unregelmäßig hin. Ich habe nur noch ein paar Sitzungen offen, deshalb ziehen wir die Sitzungen n bischen auseinander... danach muß ich wieder 2 Jahre warten, bis die nächste finanziert wird. Aber eigentlich habe ich eh keine Lust mehr auf Therapien, irgendwie habe ich daß alles schonmal gehört, was mir die Dame Therapeutin so erzählt. Bin jedenfalls versorgt; ich habe nen guten Psychiater, gehe ab und zu zur Suchtabmulanz und habe auch ne Betreuerin, die sehr nett und kompetent ist.

Ich finde es sehr schwierig, eine/n guten Therapeuten zu finden. Die meißten Therapien haben mir nicht wirklich viel gebracht. Allerdings war die Tagesklinik super. Bevor ich da rein bin, war ich total am Ende, danach war ich wie neugeboren.

Ich wünsche dir viel Glück und Durchhaltevermögen beim Nichtrauchen! Ich weiß, daß es geht, ich habe schon mehrfach für mehrere Monate nicht geraucht, ist machbar. Wenn ich Trottel nicht "bloß noch ein mal" gekifft hätte, wäre ich heute noch Nichtraucher. Scheiß Drogen!

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