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Frage zum Ende der Psychotherapie

IOgoFj hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe eine Frage zum bevorstehenden Ende meiner Therapie: Ich hab eine Fokaltherapie absolviert, war also ca ein Dreiviertel Jahr in Behandlung. Ich habe zu meiner Therapeutin ein typisches leicht distanziertes aber sehr vertrauensvolles Verhältnis. Außerdem hat mir die Therapie sehr geholfen.

Wir hatten während der Therapie mal ganz kurz über das Thema "sensitiver Beziehungswahn" gesprochen. Es gibt einen Krimi von P Highsmith "Der süße Wahn" (ein grandioses Buch!), das ich in diesem Zusammenhang erwähnt hatte. Nun überlege ich mir, meiner Therapeutin als Dankeschön für die Hilfe in den letzten Monaten dieses Buch zu schenken. Ich würde es bei eBay oder amazon bestellen, dadurch wäre es also nicht teuer und tatsächlich nur eine Kleinigkeit.

Ich weiß aber nicht, ob sowas üblich ist oder wie das aufgenommen wird. Daher meine Frage: Wird das als nette Geste wahrgenommen oder ist das eher unpassend? Wie sind eure Erfahrungen?

Viele Grüße

Igoj

Antworten
kOevcinT&FXSI


Hallo,

Erfahrungen mit Abschluss der Therapie hab ich nicht, da ich erst seit Januar in Therapie bin, aber ich hab mir gesagt, der jenige der mir hilft da rauszukommen aus der Angststörung der bekommt ein Geschenk von mir, so wie du jetzt zB das Buch verschenken möchtest. Ich machs auf jeden Fall auch wenn der Therapeut mir helfen kann.

Ihgoxj


Danke.

Ich bin eben noch hin und hergerissen, da das Verhältnis ja eigentlich geschäftlich" ist und ich mir nicht sicher bin, wie das angenommen wird.

tUoy


Hi Igoj,

ich mache selbst eine Therapie und ich kenne auch das betreffende Highsmith-Buch, das ich super finde.

Meine Meinung zu Deiner Frage ist folgende:

Ich würde kein Geschenk machen und schon gar nicht ein so symbolträchtiges wie das betreffende Buch.

Natürlich würdest Du Dich beim Abschied mit einem solchen Buch nicht als künftiger Stalker à la David Kelsey anempfehlen, aber ich finde, man gibt mit jedem Geschenk das man macht, auch ein Statement über sich selber ab und ist da gerade am Ende einer Therapie ein Werk das geballte Gefühlsladung symbolisiert, das richtige?

Ich kenne den Impuls, dem Therapeuten Dankbarkeit demonstrieren zu wollen und ich musste so manchen Mal mit mir ringen, wie ich diese zum Ausdruck bringe. Ich habe es während der Therapie immer mal wieder mündlich getan und das erscheint mir im Nachhinein angemessen.

Falls Dir die Vorstellung, ihr beim letzten Mal mit leeren Händen zu begegnen, Kopfzerbrechen bereitet, gäbe es noch eine Alternative: Frag Sie doch beim vorletzten Mal einfach, ob es für sie okay wäre, wenn Du ihr zum Abschied etwas schenken würdest. Das erspart Dir eventuelle Verlegenheiten.

Alles Gute,

k$evin9TLFSI


Da hat toy auch wieder Recht, als Standard gibt man ja ne Flasche Sekt oder Wein, falls das dir was sagen würde ?

IXgoj


Naja, wir hatten das Thema kurz besprochen, allerdings war das nicht zentraler Gegenstand. Und ich würde es ihr nicht überreichen mit den Worten "Ich schenke Ihnen hiermit ein Stück von mir selbst" oder ähnlichen hochtrabenden Mist, sondern eher mit den Worten "Ein toller Krimi, über den wir mal ganz kurz gesprochen hat. Lesenswert!"

Sie hat mich einige Monate begleitet und weiß ja, dass ich kein Stalker bin, der eigentlich in Sicherheitsverwahrung gehört. Und eine Flasche Wein sieht dann doch eher nach Pflichterfüllung aus. Sowas überreicht man ja eher dem Ehrenvorsitzenden des Skatclubs an der Weihnachstfeier ;-D

kWevi2nTFuSxI


Ich sagte ja das ist der Standard ;-D Aber wenn du so schreibst, nehme ich mir die Meinung heraus, dass du dich aber schon entschlossen hast das Buch zu schenken :-) Kannst ja sagen: Nehmen Sie das als kleines Dankeschön für Ihre Hilfe bei meiner Angststörung, ohne Sie wäre ich jetzt nicht so gut dran. Oder so ähnlich.

tjoy


Ich glaube auch, dass es mittlerweile eigentlich eher um die Farbe des Geschenkpapiers geht... ;-)

S&chw*edenq2009


Hm, ich denke, ich würde gar nichts schenken. Sicherlich ist man für diese Hilfe extrem dankbar, aber es ist nun mal nur ein Job, den sie ausüben. Ich beschenke meinen Hausarzt -zu dem ich ein wirklich gutes Verhältnis habe- doch auch nichts.

A3Finch5en


Ich finde da gar nichts bei.

Zum Ende meiner Therapien habe ich meinen Therapeutinnen auch immer einen kleinen Blumenstrauss mitgebracht. Warum sollte "gute Arbeit" nicht belohnt werden?

Die Beziehung zu meinen Therapeutinnen war für mich schon immer anders als die zu meinem Gyn, meinem Zahnarzt oder sonstwem. Schließlich weiß die Therapeutin Dinge von mir, die kaum ein anderer weiß.

Obwohl ich mich immer wehre, in dieselbe Schublade gesteckt zu werden, will ich aber dennoch dran erinnern, daß um bestimmte Jahreszeiten selbst der Hausarzt seinen Weinkeller mit dem ein oder anderen guten (geschenkten) Jahrgang auffüllen kann :=o

Und wenn du nun dieses Buch verschenken möchtest, warum nicht? Ich kenne es zwar nicht, aber vielleicht würde sich eine "Widmung" a la "...damit aus mir nicht derselbe wurde..." o.ä. eignen?

VG

ISgXoxj


danke euch für eure anregungen, buch ist bestellt ;-D

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