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Bin ich suizidgefährdet, und was sind sichere Anzeichen?

saierrSaxGT hat die Diskussion gestartet


hallo ihr lieben,

in meiner fam haben sich schon einige tolle menschen das leben genommen und ich bin mit diesen nachrichten aufgewachsen.grade letzten monat hab ich meinen onkel verloren.er war so ein lieber mensch.er hats vor 3 jahren schon mal probiert,da konnte man ihn noch rechtzeitig retten.

auch wenn ers wohl nich wollte.das war ganz schlimm weil 1. hab ich es zum ersten mal richtig mitbekommen mit beerdigung und trauerfeier und 2. kam nich wie bei anderen nur ein anruf das jmd. tot is sondern er is verschwunden und wir wußten von tag zu tag dass er wohl irwo tot im auto liegt.

"wir müssen ihn nur noch finden,das hat sich wohl erledigt"sagten wir alle nach 3tagen.wir haben ganz bremen nach ihm abgesucht in der hoffnung gewissheit zu bekomm.es hätte ja sein könn dass man ihn nie findet weil er sich in die weser geschmissen hat.nach 6 tagen kam die kripo dann zu uns.es war viel schlimmer als sonst.dieses suchen und bangen und weinen weil man es schon vermutete und diese gewissheit bzw ungewissheit.vor 10 jahren (ich jez 18)hab ich das alles ja kaum mitbekomm mit meinem andern onkel.

naja weshalb ich eigentlich schreibe,ich denke das war alles zu viel.ich fühl mich wie ein wrack und denk oft so komische sachen.ich will meine eltern nich beunruhigen.ich stell mir vor wie ich mich umbringen würd,womit ichs machen würde,ich seh wie meine fam noch mehr am ende is,wenn man mich findet und sowas halt.das ist doch nich normal oda?ich weiß nich ob ich doll gefährdet bin ich selbst würde sagen ein bißchen.ich frag euch weil ihr damit vielleicht erfahrung habt.

also einerseits stell ich mir vor was in meinem abschiedsbrief stehen könnte,welche zeilen rein müssen und welche nich,andererseits weiß ich wie schön mein leben manchmal is und das irwann bestimmt alles gut wird irgendwie.außerdem könnte ich meiner fam das nie antun denk ich.auch wenn ich so angst vorm leben hab und nich weiß,wie ich das alles schaffn soll.

also wie würdet ihr mich einschätzen?bin ich etwa gefähret oda is das normal das man manchmal jeden tag an selbstmord denkt?ich denk ja nich:ich bring mich jez um sondern nur wie ich es machn würd.und ne therapie hab ich grad angefangen,aba die mach ich wegen meinem selbstbewusstein und einiger ängste.aba sie weiß nix von diesen selbstmord gedanken.ich kanns auch keinem sagen,sie würd vielleich mich einweisen lassen und mit meiner fam kann ich auch nich reden,ich will nich das sie sich auch nch um mich sorgen machen müssen...

also ich würd mich freuen wenn ihr mir sagen könntet was das für komische gedanken im meinem kopf sind denn das macht mir angst.ja?

danke in vorraus...

stef

Antworten
LDoul|ou81


Hei Stef

Erst einmal mein herzlichstes Beileid! Es ist immer wahnsinnig schwer, einen geliebten Verwandten zu verlieren! :°_

Mein Onkel ist im Februar ums Leben gekommen. Zwar ist der offizielle Todesgrung "plötzliches Herzversagen", doch für mich ist das ein Fake. Er hatte am Tag vor seinem Tod seine ganzen Ersparnisse vom Konto abgehoben und seine Schulden beglichen. Auch hatter er mich 2 Tage vor seinem Tod angerufen und einen kleinen Streit, den wir seit einem halben Jahr hatten, geschlichtet. Aber egal, das spielt in diesem Thread keine Rolle.

Zu deinen Gedanken kann ich nur sagen: nimm sie ernst!!!! Ich selber hatte sie bis vor 2 Monaten täglich. Es war die Hölle und auch ich wollte niemanden damit beunruhigen. Anfangs waren es nur Gedanken- der Wunsch, nie wieder erwachen zu müssen, nie wieder leiden zu müssen, nie wieder atmen zu müssen. Dann wurde das Ganze konkreter. Schlafmittel nehmen und in den naheliegenden Kanal gehen. Aus dem Esterichfenster auf die Hauptstrasse springen. Auf eine Bergtour gehen und mich einfach über die Klippe stürzen lassen...

Ich war damals bereits in Psychotherapeutischer Behandlung wegen einer postpartalen Depression. Irgendwann hat mich meine Therapeutin konkret gefragt, ob ich suizidale Gedanken hätte und ist so lange darauf rumgeritten, bis ich es endlich zugab. Klar, wurde dann über eine Einweisung geredet. Ich habe das aus persönlichen Gründen aber immer standhaft abgelehnt. So wurde die Therapie-Häufigkeit vermehrt, ich bekam Medikamente und sie informierte in einer Paarsitzung meinen Menn über meine Gedanken. Der fiel aus allen Wolken, denn auch ich habe niemandem auch nur ein Sterbenswörtchen darüber gesagt. Weiter gab mir meine Psychotherapeutin ihre Handynummer, damit ich sie in einer verstrickten Situation anrufen konnte. Zudem musste ich ihr versprechen, mir nichts anzutun, bevor ich sie darüber informiert habe. Nun ja, so dumm das jetzt tönt...ich habe sie 4 mal angerufen. :-o Und sie konnte mich immer beruhigen. Und trotz allem durfte ich zu Hause bleiben!

Nun ja. Seit 2 Monaten kommen die Gedanken nicht mehr täglich. Sie sind nach wie vor da, doch weiss ich heute, wie ich damit umzugehen habe. Ich habe "SKILLS", die mir helfen, nicht abzudrivten.

Ich würde dir echt dringenst raten, deine Suizidalität bei deinem Therapeuten anzusprechen! Er wird dir sicherlich helfen können!

Und noch etwas, was ich im Moment am Lernen bin: Klar, ist dein Umfeld wichtig! Und es zu belasten, das ist echt ein schwieriges Unterfangen. Doch du bist du! Und in einem gesunden Rahmen musst du vor allem für dich sorgen und an dich denken! Sprich, wenn eine Einweisung für dich notwendig ist und du in dir spürst, dass das dein Weg wäre, DANN VERGISS DIE ANDEREN! Dann ist es primär das Wichtigste, dein Leben lebenswert zu machen! (Ich schreib da so grossgekotzt...ich kann das auch noch nicht! ]:D Aber Frau hat nie ausgelernt!)

Trage Sorge zu dir und nimm dich ernst, ja ??? ?!!!!

Greez

LouLou81 (auch Stef) :-)

Wfar mal. der #Katexr


Hi

also inwieweit du suizidgefährdet bist kann ich so sicher nicht abschätzen. Aber ich denke dass du suizidal bist weil du oft daran denkst und bereits konkrete Vorstellungen über Methoden und Reaktionen hast. Das Thema gehört unbedingt in die Therapie, da wird man nicht sofort eingewiesen. Aber es ist ein guter Aufhänger um über deine Seelenlage zu sprechen, ausserdem beunruhigt es dich ja. Also trau dich und sprich es dort an, Therapeuten sind geschult um abschätzen zu können wie es wirklich mit der Gefährdung aussieht und sie reagieren anders als etwa die Familie, nämlich professionell.

sEierTraGT


hey ihr lieben,danke für eure hilfe und euern rat.aber im moment kann ich noch nich mit meiner therapeutin reden,weil ich ihr noch nich soooooooo sehr vertrau.ich bin erst seit 3 wochen bei ihr und sie denkt dass es mir nur nich gut geht weil ich manchmal schüchtern bin und ich dadurch und auch durch meine ängste ein eingeschränkten alltag hab.das denkt sie.aber ich kann nich einfach sagen,dass ich halt an selbstmord denk.ich weiß auch gar nich wie sie in diesem fall denkt.ich hab auch angst dass sie denkt das ich nur übertreib oder sone memme bin dass ich gleich an selbstmord denk.obwohl sies ja eigentlich verstehen müsste.aber vielleicht ist sie eine abgehärtete frau,die mir vielleicht gleich so direkt sagt,was sie denkt und das kann ich grad nich so gut ab wisst ihr?

aber trotzdem voll lieb dass ihr so schnell geantwortet habt.gute nacht

L(oulHoux81


@ sierraGT

Wenn du dich noch nicht traust, mit deiner Therapeutin darüber zu sprechen, hast du denn niemand, dem du das anvertrauen könntest?

C$ooWkie20x09


Mir gings auch so. Hatte auch selbstmordgedanken und wollte sie keinem sagen. Besser noch mir ging es richtig schlecht ich hatte PA und Depressionen, aber in der Schule und vor meinen Eltern habich immer getan als ob alles ok wäre. NAtürlich hat meine Mutter irgendwann was mitbekommen und dann hab ich ihr auch von den selbstmordgedanken erzählt. Sie hat sofort meine Psychologin angerufne und es ihr weiter erzählt. Zuerst war ich total wütend aber meine Psychologin war so nett und wir haben über alles gerderet und sie hat mir sehr geholfen. Ich werde zwar in eine Klinik gehen, aber von einer Zwangseinweisung kann man echt nicht sprechen. Sie hat mich gefragt, ob ich es zuerst mit MEdikamenten probieren will oder gleich in die Klinik, also hab ich erst mal Medikamente genommen, bis ein Platz in einer Klinik frei wird. Ich würde mit ihr reden. Bin bei meiner Psychologin auch erst 1-2 Monate. Sag es ihr, nicht das es noch schlimmer wird!!!

Liebe Grüße Cookie :)* @:)

sqierr:aGT


@ loulou

ähm also ich kann sehr gut mit meiner schwester und meiner mom reden,aber die machn sich schon genug sorgen .es is wirklich so ich will nich dass sie um mich auch noch angst haben müssen.ich will dass es ihnen auch irwann mal so richtig gut geht.deshalb geht das nich.und bei uns in der nahen und fernen verwandtschaft gab es schon so viele,die selbstmord gemacht haben.und mom hat schon mal sofort das tel.buch rausgeholt und wollt son notdienst anr. weil es mir schon mal gans schlecht ging und ich was falsches gesagt hab.die würd mich sofort einwesien lassen.das will ich nich.ich will am liebsten einfach tabletten damit mir das leben mehr spaß macht und ich nich ima an selbstmord denken muss.versteht ihr?ich kann das meiner fam nich sagen.es ist schon zu viel passiert.die habn schon ima angst das mein daddy wieder krank wird und sich was antut.das geht doch nich.gute nacht

@ cookie

das is ja gut wenn deine so lieb damit umgegangen is ich weiß aber nich wie meine auf sowas reagiert,weißt du?ich kann ihr auch noch nich so trauen.das dauert noch.sie meinte auch letzt,zu einer angst die ich hab,das diese unberechtigt ist,aba sowas hilft mir nich.sie soll mich doch verstehen,dass ich diese eine angst nun mal hab.was is wenn sie auf die sache mit den selbstmord gedanken genauso reagiert und sagt das das ja nich so schlimm is und diese gedanken mir einfach keine angst machn sollen.weil sie vielleicht denkt,dass ich übertreib oda ne memme bin die nix abkann.davor hab ich auch angst oda das sie wie bei loulou ne paartherapie machn will bzw dann mit meiner mom redet.die soll dass nich wissen weil ich angst hab das méine mom mir kaputtgeht bei den ganzen sorgen.was soll ich nur machn?

und krieg ich tabletten wenn ich sag dass ich gern welche hätt dsamit es mir besser geht?und was is eigentlich dieses PA?und is man eigentlich immer depressiv wenn man solche gedanken hat oder kann man auch nur depressiv sein bzw solche gedanken wie ich habn?sorry das ich soviel frag aber ich kenn mich bei den unterschieden nich so aus... danke und gute nacht

ILndi,vidu1alixst


@ sierraGT

Zuerst mal möchte ich Dir auch mein herzliches Beileid aussprechen. Du hast einen schweren Verlust erlitten und machst gerade eine Zeit der Trauer durch, die einerseits schmerzhaft ist, die Dich aber andererseits auch weiter mit dem Menschen, der gegangen ist, verbindet.

Und dann möchte ich hier mal von allzu viel Panik(mache) abraten. Nach allem, was Du erleben musstest, ist es doch völlig klar und normal, dass Du Dich nun innerlich mit dem Thema Suizid auseinandersetzt. Das wäre auch bei jedem anderen Menschen, der nicht aus Stein ist, in so einer Situation wie Deiner ganz genauso. Sowas verfolgt einen eben, diese Gedanken werden Dich eine Weile begleiten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Du nun automatisch auch suizidgefährdet bist - das ist ja erstmal "nur" ein Teil Deiner Verarbeitung des Erlebten, weiter nichts.

Natürlich sind diese Gedanken düster gefärbt, wie sollte es auch anders sein, wenn man gerade einen lieben Menschen auf so tragische Weise verloren hat! Da mischt sich im Gefühl Trauer, Wut, Verzweiflung, Angst, Unverständnis und noch so einiges mehr. Deine Seele hat im Moment einiges zu tun, um das zu sortieren und zu verarbeiten. Das ist normal, lass ihr die Zeit! Dass Du Dir nun unter anderem auch vorstellst, wie es für die anderen wäre, wenn Du Dich umbringen würdest, sehe ich keineswegs als Anzeichen einer Suizidgefährdung, sondern als mentalen Versuch, die Handlung Deines Onkels besser zu verstehen. Es ist eine Art von Verarbeitung - keine ganz bewusste, verstandesmäßige Verarbeitung, sondern eher so, wie wir auch im Traum bestimmte Dinge verarbeiten, indem wir sie im Traumgeschehen immer wieder durchspielen.

Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass Du trotzdem oder sowieso suizidgefährdet bist. Das kann ich nicht beurteilen. Aber die Tatsache, dass Du Dir im Moment viele Gedanken zum Thema Suizid machst, ist unter den gegebenen Umständen völlig normal und für sich allein kein Hinweis auf eine akute Gefährdung! Wären Dein Onkel und die anderen alle an Krebs gestorben, würdest Du nun vermutlich viel über Krebs statt über Suizid nachdenken, Du würdest vielleicht in Deinen Körper hineinlauschen und dann auch bei Dir scheinbar "beunruhigende" Symptome entdecken. Trotzdem wärst Du dadurch aber nicht wirklich anfälliger für Krebs geworden... Verstehst Du, was ich sagen will?

:)*

Wkar @mal deyr Katexr


Individualist

Wären Dein Onkel und die anderen alle an Krebs gestorben, würdest Du nun vermutlich viel über Krebs statt über Suizid nachdenken, Du würdest vielleicht in Deinen Körper hineinlauschen und dann auch bei Dir scheinbar "beunruhigende" Symptome entdecken. Trotzdem wärst Du dadurch aber nicht wirklich anfälliger für Krebs geworden... Verstehst Du, was ich sagen will?

Leider kann man das so nicht vergleichen. Suizide in der Familie sind ein hoher Risikofaktor für Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es ist ein Unterschied ob ich mich bewusst mit dem Thema auseinandersetze oder ob diese Gedanken sich in Form konkreter Umsetzungsphantasien regelrecht aufdrängen. Im letzteren Fall spricht man von Suizidalität. Letztendlich ist das ein seelisches Alarmsignal, das immer ernst zu nehmen ist - ohne allerdings panisch zu reagieren, da hast du recht. Nun ist die TE ja schon in Therapie. Und Therapeuten reagieren in der Regel eben nicht wie Laien mit Abwehr, Verharmlosung oder Panikmache. Deshalb ist das eigentlich die Umgebung, in der solche Gedanken und Gefühle ideal besprochen und bearbeitet werden können.

Sierra

Ich kann dich nochmal nur ermuntern dieses Thema in der Therapie anzusprechen. Du bist deshalb keine Memme. Ich kann aber verstehen, dass du erst noch mehr Vertrauen haben möchtest. Aber ich wünsche dir, dass ihr dort so ein Vertrauensklima aufbauen könnt, in dem du alles ansprechen kannst was dich belastet und beschäftigt.

Tabletten, mit denen man alles einfach so wegzaubern kann, gibt es leider nicht.

CZookwi/e200x9


Hi,

PA sind Panikattacken. Ich denke wenn du deiner Psychologin von deinen Selbstmordgedanken erzählst und sagst, dass du Tabletten degegen möchtest wird sie dich wohl oder übel in eine Klinik einweisen. Tabletten sollten nur der letzte Ausweg sein. Ich nehme selber welche, die sind nicht ohne. Die Nebenwirkungen sind sehr hart und vielleicht lindern sie die Symptome aber nicht das Problem an sich. Du willst ja bestimmt nicht dein ganzes Leben lang Tabletten nehmen (abgesehen davon, dass sie nach einer bestimmten Zeit nicht mehr so wirken). Um die Gedanken loszu werden ist auf jeden Fall eine Therapie notwendig und die kann schon seine Zeit dauern. Ob man wegen Suizidgedanken überhaupt Tabletten bekommt weiß ich nichtm ich hab meine wegen der PAs bekommen. Wenn deine Therpauetin der Meinung ist, dass die Gedanken soo schlimm sind, dass du ohne Tabletten nicht mehr auskommen würdest, würdest du wahrscheinlich eher in eine Klinik eingewiesen werden.

Gegen die Depressionen könntest du Tabletten bekommen, aber wie gesagt die haben auch Nebenwirkungen, also red am besten erst mal mit deiner Psychologin drüber!

LG Coolie @:)

I9ndivLid@ualxist


@ Ex-Kater ;-)

Ich nehme Dich mal als Aufhänger für ein paar allgemeinere Gedanken.

Suizide in der Familie sind ein hoher Risikofaktor für Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Das habe ich nicht in Abrede gestellt, die Frage ist nur, ob man so eine statistsiche Aussage hier als (Schein)Argument in die Waagschale werfen sollte. Statistik handelt mit Wahrscheinlichkeiten, sagt aber grundsätzlich rein gar nichts über den Einzelfall. Der "Einzelfall" ist hat prinzipiell alle Freiheit der Welt, sich über die Statistik zu erheben.

Natürlich weiß ich auch, dass Suizide oft aus Verzweiflung, dem Gefühl der Unfreiheit, Ausweglosigkeit oder anderen gefühlten Zwangslagen heraus unternommen werden. Trotzdem: man ist nie 100% Opfer der Gegebenheiten, selbst in der schwierigsten Situation hat das letzte Wort immer die Person, niemals die Umstände.

Man muss Menschen manchmal - auch und gerade in Krisen - daran erinnern, dass sie nicht bloß Opfer der Umstände, sondern auch Kapitän ihres Lebens sind (was zugleich eine Bürde und eine Chance ist). Als Kapitän habe ich die Wahl, mich auf die Kommandobrücke zu stellen und mein Schiff möglichst sicher durch tückische Eisberge und atemberaubend schöne Landschaften zu steuern, oder es sich selbst zu überlassen, oder es gar bewusst gegen einen Eisberg zu steuern. In schwierigem Fahrwasser kann ich auch mal einen Lotsen an Bord holen - dafür gibt es sie ja. Nur eins kann ich nicht: ich habe nicht die Wahl, nicht Kapitän zu sein. Ich bin es, so oder so. Mein Verhalten ist in jedem Fall eine Entscheidung und eine Stellungnahme zu den gegebenen Umständen, egal ob ich mir dessen bewusst bin oder es nicht wahrhaben will.

So gesehen ist die Eingangsfrage von sierraGT in gewissem Sinn eine "Falle", in die ich nicht tappen mochte. Sie fragt uns, wie suizidgefährdet sie sei, so als ginge es um die objektive Einschätzung einer dritten Person. Oder als wäre sie unberechenbar bzw. hätte die Kommandobrücke verlassen, und wir sollen nun sagen, wohin das Schiff wohl treibt. Das ist keine Selbstwahrnehmung, die ich unterstützen möchte. Die Kompetenz, die Eingangsfrage beantworten zu können, liegt bei niemandem mehr als bei ihr selbst. Und dort möchte ich sie auch belassen. Wenn wir eine Einschätzung abgeben, egal in welche Richtung, heißt das unterschwellig immer auch, diese Kompetenz indirekt in Frage zu stellen und sie in einer ungünstigen Selbstwahrnehmung zu bestätigen.

Manchmal besteht mitfühlende Hilfestellung eben auch in "kreativer Verweigerung", also darin, nicht im zugedachten Sinne mitzuspielen. Deshalb habe ich in meinem vorigen Beitrag nicht innerhalb ihres Denkmodells geantwortet, sondern ein anderes Denkmodell dagegen gesetzt: Anstatt aus ihren momentanen Gefühlen und Gedanken wunschgemäß irgendwelche Prognosen abzuleiten, habe ich versucht aufzuzeigen, wie verständlich, angemessen und "normal" diese in ihrer Situation sind. Ich hoffte, das könnte ihr helfen, diese anzunehmen, und ihr letztlich mehr Kraft und Zuversicht geben, als es eine eingehende Erörterung ihrer etwaigen Suizidalität je könnte.

Waar lmbal dcer Katewr


Individualist

ich stimme dir sofort zu was eine Einschätzung über ein Internetforum angeht. Das geht nicht. Die von dir genannte Auseinandersetzung mit dem Thema gehört aber meiner Meinung in den Rahmen einer Therapie, wenn diese doch schon besteht. Vielleicht ist auch der Unterschied zwischen Suizidalität und Suizidgefährdung nicht ganz deutlich.

Ich zitiere mal: Unter Suizidalität versteht man " Suizidale Gedanken und Affekte ("suicidal ideation"): Verbale und nicht verbale Anzeichen, die direkt oder indirekt die Beschäftigung mit Selbsttötungsideen anzeigen, ohne Verknüpfung mit konkreten Handlungen." ([[http://wwwuser.gwdg.de/~ukyk/pp/selbstverletzend.ppt]])

Ich verstehe den Eingangspost durchaus als Appell, als Ausdruck einer inneren Not. Und so etwas ist grundsätzlich ernst zu nehmen. Aber die entsprechende Handlungskompetenz kann nicht bei Mitgliedern eines Forums liegen, die kann nur vor Ort geleistet werden, durch die TE, ihr soziales Umfeld und die Therapeutin, optimalerweise im Zusammenspiel.

Daher finde ich es sinnvoller sie zu ermuntern sich der Therapeutin oder einer anderen Person persönlich anzuvertrauen als diese Gedanken etwa als "normal" zu relativieren. Denn wie du schon sagst, wir alle hier können nicht beurteilen wie "suizidgefährdet" sie ist. Wir können aber auch nicht beurteilen ob sie es nicht ist.

Ich hoffte, das könnte ihr helfen, diese anzunehmen, und ihr letztlich mehr Kraft und Zuversicht geben

Kann ich sofort nachvollziehen :)z.

die Frage ist nur, ob man so eine statistsiche Aussage hier als (Schein)Argument in die Waagschale werfen sollte

Gut, diese Aussage ging an dich...vielleicht hast du recht. Allerdings gibt es diese Statistiken ja nicht ohne Grund. Und wenn bereits entsprechende Gedanken vorliegen und dieser Risikofaktor ebenfalls besteht spricht das für mich wiederum dafür, an die Therapeutin zurückzuverweisen.

IAndivid5ual5ist


@ Ex-Kater

Daher finde ich es sinnvoller sie zu ermuntern sich der Therapeutin oder einer anderen Person persönlich anzuvertrauen...

Wogegen ich ja gar nichts gesagt habe; 100% einverstanden...

...als diese Gedanken etwa als "normal" zu relativieren.

Sorry, aber sie sind normal! Jedenfalls im Kontext des Erlebten (und als Teil dessen Verarbeitung) - ich habe versucht, das plausibel darzustellen. Mit "normal" meine ich, dass sie so oder ähnlich bei vielen, wenn nicht den meisten in vergleichbarer Situation auftreten dürften und auch ohne Unterstellung einer besonderen Suizidneigung oder -gefährdung völlig nachvollziehbar sind. Das ist meines Erachtens das einzige, was man halbwegs sicher sagen kann. Ob sie bei sierraGT darüber hinaus eine weitergehende und möglicherweise beunruhigende Bedeutung haben, wissen wir nicht. Da fängt die Spekulation an - und gegenüber der "relativiere" ich gerne... ;-)

Nochmal ganz anders und viel kürzer gesagt: es war mir wichtig, sierraGT auf den rationalen, ja produktiven Gehalt ihrer Gefühle und Gedanken aufmerksam zu machen. Sozusagen als Gegengewicht zu aller Dramatik, welcher man zumeist viel eher Aufmerksamkeit zu widmen geneigt ist - was aber gar nicht immer nur gut ist...

Die Möglichkeit, sich jederzeit "einen Lotsen an Bord zu holen", also wenn nötig professionelle Hilfe zu nutzen, habe ich ja ungeachtet dessen auch erwähnt. Insofern denke ich, grundlegend sind wir uns einig. Der Rest wäre rein akademisch... ;-) @:)

W|erderx60


@ sierraGT

Bist Du doch ins KH gegangen oder wo bist Du?

Gruß

Werder60

sUier&raxGT


hey also ich kann nur nochmal danke sagen für eure zeilen,aber ich kann im moment nix machn bzw ändern.meine mom macht sich so sorgen um dad.ich kann ihr das nich erzählen sie würde mich womöglich einweisen lassen.da sie nich noch jemanden verlieren will.manche sagen also meine therapeuten würde mich einweisen andere ssgen sie kann es nicht.ich weiß jez auch nich was ich glauben soll,auf keinen fall darf meine fam das erfahren weil siehalten noch mea sorgen nich aus,bzw ist schon zuviel passiert.

ich kann im moment nix machn.muss damit leben solang wies geht.danke euch

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