» »

Vertraue meinen eigenen Gefühlen nicht mehr

j7akkxi hat die Diskussion gestartet


Hallo,

bei mir wurde schlußendlich nach langem Hin und Her doch Hashimoto diagnostiziert und ich nehme seit Mai 2009 L-Thyroxin einschleichend. Derzeit bin ich auf LT 100.

Grund für meine Besorgnis war eine Gewichtszunahme innerhalb von 5 Monaten von 8 kg ohne Veränderung der Ernährungsgewohnheiten (aber extremen Stress durch Arbeitswechsel in 2008) sowie Depressionen und gesteigerte Aggressionen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit und Kältegefühl (diese allerdings schon seit 2005) etc.

Allerdings dachte ich damals, dass meine extreme Reizbarkeit und Agressionen von den schlechten Erfahrungen gewachsen sind, die ich in dem Jahr zu Hauf hatte. Das war auch der Zeitpunkt, wo ich wissentlich beschlossen hatte, meine Persönlichkeit zu verändern. Für die meisten hatte diese Veränderung sehr negative Faktoren, weil ich nichts mehr in mich reingefressen habe und immer gute Miene zum Spiel machte. Auch lachte ich nicht mehr, wenn es mir eigentlich richtig dreckig ging. Teilweise bin ich auch über das Ziel hinausgeschossen, wie ich heute weiß, aber das tangiert mich nicht

Mittlerweile hat sich meine Gesamtverfassung einigermaßen eingependelt. Die Agressionen sind fast weg, aber die Depressionen, Stimmungsschwankungen und die Antriebslosigkeit sind teilweise noch vorhanden - und natürlich das Gewicht, obwohl ich regelmäßig seit Anfang des Jahres Sport gemacht habe und auf die Ernährung geachtet habe.

Allerdings stelle ich manche meiner Gemütslagen immer wieder in Frage, wenn ich z.B. erst gute Laune habe und ein falsches Wort kommt und ich dann schlechte Laune oder Depris habe ... ich weiß gar nicht mehr so genau, welches Gefühl in der jeweiligen Situation angebracht ist oder ob meine Reaktion übertrieben ist.

Ich vertraue mir bzw. meinen Gefühlen selber nicht mehr.

Was würdet ihr mir nun raten, abwarten und weiterhin erstmal an der richtigen Einstellung der SD-Hormone arbeiten oder das Gespräch mit einem Therapeuten suchen?

Antworten
B+ella4Swan-Ctulxlen


hallo jakki

warst du schon mal bei einem endokrinologen?

spezialarzt für die schilddrüse...

das wäre vielleicht nochmal ein weg...um ganz sicher zu sein das die einstellung perfekt für dich is... :)*

_oTsunaFmi_


:)*

jTakxki


Ja, ich bin in Behandlung beim Endokrinologen. Nachdem ich 6 andere Ärzte durch hatte, bevor letztes Jahr dann mal wirklich einer festgestellt hat, dass ich was an der Schilddrüse habe.

Noch ist die Einstellung sicherlich nicht perfekt, da ich noch zu Stimmungsschwankungen neige und nah am Wasser gebaut bin, was ich vorher nicht war. Wer bekommt schon bei einem Teenie-Film wie Camp Rock am Ende feuchte Augen?

Auch bin ich noch recht antriebslos, depressiv und manchmal etwas reizbar. Nicht mehr so stark wie früher (da war ich extremst explosiv und teilweise nur mit Vorsicht zu genießen), aber dennoch nicht in einem "Normalzustand" - denke ich mir jedenfalls.

Wie gesagt, ich bin mir bei meinen Gefühlen einfach nicht mehr so sicher. Vielleicht auch, weil ich früher sehr viel in mich hineingefressen habe und keiner um meinen Gemütszustand eigentlich wusste, während ich jetzt schon sage, wenn es mir schlecht geht ... aber wenn ich dann drüber sprechen soll, empfinde ich wieder alles als Nichtigkeit. Naja, irgendwie alles chaotisch ...

B\ellbaSwan-Cuxllen


dann geh doch mal zu deinem hausarzt und bespreche es mit ihm. lass dir wenn fachkundig eine überweisung geben und schau welche thera gut für dich is.....evlt mal ein beratungsgespräch... :)_ :)* vielleicht kann man damit schon viel beheben.

j(akkxi


Es ist ehrlichgesagt ziemlich blöd, aber ich hab echt Hemmungen, meinen Hausarzt darauf anzusprechen. Irgendwie hab ich Angst, dass ich dann losheule oder dann beim Therapeuten gar kein Wort rausbringe ...

Ich hab's nie gelernt, über Gefühle zu sprechen und bin froh, dass es das Internet und Foren gibt, wo man sich - zum Glück anonym - ausschütten kann.

Vielleicht ist das ja auch mein Problem, dass ich zum einen nichts mehr in mich reinfressen will, zum anderen aber auch nicht weiß, wie ich das alles rauslassen soll ... ":/

B$ellnaSwanD-Cxullen


wie wäre es wenn du zu einem fremden ha gehst und das thema ansprichst. zu dem du dann nicht mehr gehen musst.... ":/ oder du gehst zur caritas zu einem vorgespräch/infogespräch....oder telefonseelsorge?

aber da musst du eben auch sprechen...das tut mir leid..aber da musst du über deinen schatten springen. :)_ anders kann man dir nicht helfen...also von aussen..meine ich. :)* :)* :)* :)* :)*

denkst du nicht das du das schaffst...vorallem wenn du eh schon an dem ganzen thema so nah dran bist. :)=

_ETsunxami_


Vielleicht ist das ja auch mein Problem, dass ich zum einen nichts mehr in mich reinfressen will, zum anderen aber auch nicht weiß, wie ich das alles rauslassen soll ...

Das ist ziemlich anstrengend. Nicht unbedingt eine Krankheit, ist für Viele so.

jvakkxi


Naja, in der Praxis beim hausarzt sind ja zwei Ärzte. Der eine ist schon länger da und hat mich auch ständig gelöchert als ich 2005 öfters krank war, ob das psychosomatische Umstände hätte. Damals war mir das aber alles noch nicht so bewusst - ist halt bei Hashimoto auch so ein Problem.

Ich wollte da eh mal hin wegen einer Blutuntersuchung, vlt. trau ich mich ja und frag einfach. Er wird sicherlich (hoffentlich) nicht genau nachfragen, um was es geht.

B1ellWaSwan$-CullVen


:)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* du schaffst das :)z :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

wann hast du den vor zu gehen? :-D

jxakQki


Morgen wollte ich da mal wegen einem Termin fragen. Was für ein Arzt müsste denn auf der Überweisung stehen?

Z#wack404


Hallo jakki, ich denke schon, dass es eine Depression sein könnte. Du hast ja den richtigen Weg gewählt, erst einmal Deine SD in Ordnung zu bringen. Wenn trotzdem Beschwerden der beschriebenen Art bleiben, mußt Du eventuell eine zweite Baustelle eröffnen. Depressionssympotome wären: innere Leere, verminderte Belastbarkeit, Entscheidungsschwäche, Reizbarkeit, "Wollen-aber-nicht-können", Introvertiertheit, Sozialphobie, Schlafstörungen, Libidoverlust, evtl. Suizidgedanken. Wenn Du Dich darin wiederfindest, brauchst Du externe Hilfe. Psychotherapeuten haben meistens eine lange Warteliste. Geh mal zu einem Psychiater; erstens kann er schon mal eine Diagnose stellen, zweitens kann er Dir, falls sich meine Vermutung "Depression" bestätigt - zumindest als Überbrückung - wahrscheinlich mit einem Antidepressivum helfen.

jZa3kk]i


Naja, es sind halt diese komischen Stimmungsschwankungen (eben so und dann wieder ganz anders) und das ich seit einigen Jahren zu nah am Wasser gebaut bin.

Eine innere Leere verspüre ich machmal, aber nicht so schlimm wie vor der Erkennung der SD-Unterfunktion. Wobei meine persönliche Situation momentan auch nicht besonders positiv, aber auch nicht wirklich negativ ist.

Durch die SD-Hormone bin ich auch wieder belastbarerer geworden, das geht also.

Entscheidungsschwach bin ich nicht. Klar, wenn es um größere und/oder langfristige Anschaffungen geht, dann überlege ich mir das 3 x (oder auch noch länger wie z.B. Auto kaufen), aber ansonsten hab ich damit keine Probleme.

Reizbar bin ich nicht mehr so stark wie früher. Allerdings reizen mich einige Personen schon mit ihrer bloßen Anwesenheit, aber das hat mit der Person an sich zu tun und dem Verhalten was die anderen Menschen dazu an den Tag legen. Nennt man im allgemeinen auch Familienprobleme ... :-(

Das "Wollen aber nicht können" kenne ich. Hatte die letzten Wochen Urlaub und eigentlich wollte ich ganz viel machen, habe das aber nicht ansatzweise geschafft. Z.B. täglich Bass üben oder sport machen. Statt dessen war ich nachts bis 4 / 5 Uhr morgens wach und habe dann bis 14 / 15 Uhr geschlafen.

Introvertiert bin ich schon manchmal. Da bin ich dann halt mehr mit mir beschäftigt. Aber es kommt auch drauf an, welche Menschen um mich herum sind. Ich halte mich schon für einen offenen Menschen, auch wenn ich nicht gleich jedem meine jeweilige Gefühlslage vor die Nase halte.

Sozialphobie - naja, manchmal nerven mich Leute einfach, aber Angst mich mit Menschen zu unterhalten habe ich nicht. Ich habe manchmal einfach nur keinen Bock drauf.

Schlafstörungen habe ich nicht. Ich kann zwar ab und an schlecht einschlafen (besonders wenn ich mich über was aufgeregt habe), aber wenn ich schlafe kann ich das derzeit 10 bis 12 Stunden am Stück.

Suizidgedanken habe ich definitiv nicht. Libidoverlust auch nicht, was schon ein Problem darstellt, wenn man grad keinen Freund hat *g*

Aber zu was für einen Arzt wird man denn nun überwiesen?

Zdwa;ckx44


Der zuständige Facharzt wäre ein Psychiater.

Schön, dass Du so fleißig warst, die einzelnen Punkte abzuarbeiten. Ergebnis: Aus meiner Sicht brauchst Du Dir wegen Depression keine Sorgen machen; das Gesamtbild erscheint mir nicht krankhaft. Zuerst hatte mich Dein Hinweis auf starke Stimmungsschwankungen irritiert. Ich kenne das aus meinen depressiven Phasen so, dass ein Wort, ein kleiner Mißerfolg oder auch

ein

Gedanke zu einem abrupten Stimmungswechsel führen kann; das allein macht aber noch keine Depression aus. Nur ein paar Beispiele: Entscheidungsschwäche kann sich dadurch zeigen, dass Probleme da entstehen, wo normalerweise gar keine sind. Will man mittags eine Roulade oder Tafelspitz essen? Steht man im Baumarkt eine halbe Stunde vor den Fliesenschneidemaschinen und kann sich weder für die eine noch für die andere entscheiden? Fällt es schwer, zwischen drei Urlaubsangeboten auszuwählen? Reizbarkeit: Am besten können Dritte beurteilen, ob man sich verändert hat. Einmal hat mich meine Frau darauf aufmerksam, dass mein Verhalten stark vom üblichen abwich - es war der Beginn einer depressiven Phase, und ich hatte es nicht selbst gemerkt. Mit meiner Wortschöpfung "Wollen-aber-nicht-können" bezeichne ich schmerzhafte Erlebnisse wie die Entscheidung, nicht ins Bett zu gehen, bevor nicht ein paar Überweisungen ausgeschrieben sind, dann aber zur Umsetzung dieses Entschlusses (unter Qualen) noch 2 h zu brauchen. Mit "introvertiert" meine ich, dass man oft alleine sein und nur seine Ruhe haben will; vielleicht sich auch ein Kissen über den Kopf legt, nur um von den störenden Einflüssen der Außenwelt abgeschottet zu sein. Sozialphobie im Rahmen einer Depression kann parallel zu den Hochs und Tiefs der Depression schwächer und stärker ausgeprägt sein und macht die eigene Person auch unberechenbar. Man nimmt eine Einladung freudig an und "kann" dann am vereinbarten Tag wirklich nicht unter Leute gehen. Manchmal erträgt man noch die Familie und die engsten Freunde, aber eine Großparty wäre eine Horrorvorstellung. Ich schildere das, damit Du siehst, wie weit Du von einer wirklichen Depression entfernt bist.

Persönlich meine ich, dass Dein Gesamtbefinden in dem Augenblick in himmelhoch-Jauchzen umschlägt, in dem sich ein neuer Freund am Horizont zeigt. Im übrigen ist nicht auszuschließen, dass sich aufgrund Deiner SD-Einstellung auch noch etwas zum Besseren wendet, weil hormonelle Änderungen manchmal ihre Zeit bis zum Durchschlagen brauchen. An Deiner Stelle würde ich die Frage "Depression oder nicht?", falls sie Dich überhaupt noch weiter beschäftigt, für 1/4 oder 1/2 Jahr auf Eis legen und erst dann (bei Bedarf) noch einmal aufnehmen. Dass Du das nicht brauchst, wünscht Dir

jlakxki


Also, wenn, dann wäre bei mir dieses "Wollen und nicht können", das introvertiert sein und die Sozialphobie derzeit mal mehr mal weniger aktiv.

Ich hab das öfters, dass ich mein Wochenende plane und dann eigentlich doch keine Lust habe. Meist zwinge ich mich dann aber, weil ich weiß, dass es, wenn ich dann erstmal unterwegs bin, auch schön wird.

Als meine Probleme ohne SD-Medikation richtig akut waren, war dies teilweise gar nicht möglich bzw. wenn, dann war es sogar so, dass ich mich total deplatziert gefühlt habe, zwar anwesend aber mehr auch nicht. Und das bei wirklich sehr netten Menschen in sehr netter Runde - das ging gar nicht :|N

Allerdings - wie ich schon anfangs schrieb - habe ich mein Verhalten auch geändert. Früher habe ich immer alles mitgemacht, obwohl ich dazu keinen Bock hatte wie z.B. Kneipenhopping mit meiner Freundin. Waren in der einen Kneipe keine "passenden" Männer für sie, dann ging es in die nächste. Ich bin so, dass ich da bleibe wo ich bin und mich dann eigentlich auch gut amüsieren kann. Wenn gehe ich auch lieber in die Disko zum Tanzen als in die Kneipe zum rumsitzen und mit besoffenen Männern labern. Aber ich geh auch nicht weg, weil ich Single bin und nen Mann kennen lernen möchte, sondern weil ich mit meiner Freundin Spaß haben will. Dadurch bin ich natürlich für einige eine Spaßbremse geworden, aber das war und ist mir egal.

Diese Veränderung an sich - also das nur noch machen wozu man auch wirklich Lust hat - ist einigen aufgefallen und einigen verdammt aufgestoßen, weil ich halt nicht mehr den Fahrer für alle gegeben habe. Auf einmal wurde ich als Zicke verschrien.

Aber die echten Freunde haben es kommentarlos akzeptiert.

Gut, dann warte ich erstmal ab, was die Erhöhung der SD-Medikation bei meinem Seelenbefinden ergibt.

Ich glaube zwar nicht, dass demnächst ein neuer Freund am Horizont auftaucht und sich dann alles ändert, aber man kann ja nie wissen ...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH